Christliche Schatzkammer

Es ist nun Herbst geworden

Es ist nun Herbst geworden,
der Sommer tagt dahin,
ein Wind weht aus dem Norden
die grauen Nebel ziehn.

Wenn dunkle Schatten decken
das nebelgraue Land
und woll’n das Herz erschrecken,
dann sieh des Meisters Hand!

ER kommt in Herbstestagen
und naht sich still und sacht,
um nach der Frucht zu fragen,
die IHM sein Kind gebracht.

Wohl freut ER sich im Lenze,
wenn alles singt und klingt,
nimmt huldvoll an die Kränze,
die IHM der Sommer bringt.

Doch Blütenschmuck und Lieder,
das ist nicht, was ER sucht,
drum kommt im Herbst ER wieder
und fragt nach unsrer Frucht.

Die Frucht, die in der Stille
erglüht in Leidesglut:
Ein gottergebner Wille
mit still gelassnem Mut, –

ein Herz, das hier auf Erden
nur eines noch begehrt:
IHM ähnlicher zu werden
und in sein Bild verklärt!

Danket dem Herrn

Danket dem Herrn; denn er ist freundlich,
und seine Güte währet ewiglich. Ps. 107,1

Gottlob, nun ist geborgen
der Felder reiche Pracht,
mit vieler Müh und Sorgen
die Ernte eingebracht.

Es ist ja Gottes Güte
die er an uns gewandt.
Erhebe dein Gemüte
zum rechten Erntedank!

Er lässt die Saaten sprießen,
lässt wachsen und gedeihn,
lässt Regenströme fließen,
gibt Tau und Sonnenschein.

Er gibt mit Vaterhänden
uns unser täglich Brot.
Es ist an allen Enden,
wo Gott, da keine Not.

Dem Herrn gebührt die Ehre
und Lob und Dank allein,
weit über Land und Meere
ist aller Ruhm nur sein.

Herr, dein Güt‘ erfreut
hier und an allem Ort.
Gib, dass bei uns gedeihet
dein teures wertes Wort!

Dann Herr, wenn einst hienieden
kein Ernten wird mehr sein,
bring uns zum ewgen Frieden
als reife Garben ein!

      H. Rodenberg

Adventgedicht

Nun bist du wieder da,
du holde Wartezeit.
Du kommst jedes Jahr
und bringest uns viel Freud.

So sind wir heute hier versammelt,
dich zu feiern, dich zu begreifen.
Hilf Herr, all unser Denken
auf diese Wartezeit zu lenken.

Advent mit seinem Kerzenschein,
mit seiner wunderbaren Weihnachtsfreude,
bewegt das Herz von Groß und Klein.
So bewegts auch unsere Herzen heute.

Advent – wir denken an die Zeit,
als Jesus ungeboren war.
Wir denken an die Zeit,
eh Gottes Liebe durch Jesus wurde offenbar.

Wir denken an die Sündenlast,
die damals Leute schwerlich trugen,
damals als sie im Warten fast,
die schwere Römerlast nicht mehr ertrugen.

Advent – wir wissen um den Heilig‘ Abend.
Wir wissen um die frohe Botschaft,
die uns am Weihnachtsfeste ist so labend.
Sie schenkt uns wieder neue Kraft.

Advent – wir denken an den Leidensweg,
den Jesus für uns ging.
Wir denken an den schmalen Christensteg,
den der Herr als erster ging.

Advent – wir denken auch an Golgatha,
wie Jesus liebend für uns starb,
wie Jesus an das Kreuz genagelt war,
wie er dem Übeltäter Frieden gab.

Advent – wir denken an die Auferstehung,
an Jesu wunderbaren Sieg.
Wir denken an die Sündenvergebung,
an Jesu unerschöpflich Lieb.

Advent – wir denken schon an Jesu Wiederkunft,
an dass Gericht das scheiden wird.
Drum ereile uns heute die wichtigste Vernunft,
wohl dem der nach dem Tode leben wird.

Advent, du warnend Wartezeit,
bringst Leute auf Gedanken.
Weisest uns hin auf die Ewigkeit.
Gott wollen wir dafür danken.

Lasst uns, in dieser Wartezeit,
bewusst sein dieser ernsten Erntezeit,
in der sich heute so viel Unheil bräut.
Doch ist es Gnadenzeit noch heut.

Drum wer noch ist,
der sich des Advents nicht freut,
der nutze noch die Gnadenfrist,
solange Gott sie uns noch beut.

Advent

1. Über einer verlorenen Welt
leuchtet das Morgenrot.
Einer ist Sieger, wenn alles zerfällt.
Einer endet die Not.

2. Einer stillet die Unruh und Hast,
schenket uns Frieden und Ruh,
hilft uns tragen die schwerste Last,
weißt uns der Heimat zu.

3. Dieser Erde welch tröstliches Licht,
läßt uns niemals allein.
Ewiglich hält Er, was Er verspricht.
Welch ein Geborgensein!

4. Sorg nur, mein Herze, das Er dich kennt,
halt dich bereit, werde still,
wenn der König des heilgen Advent
auch zu dir kommen will!

5. Alles gewinnst du, wenn du Ihn hast,
der auf dem Weg ist zu dir.
Halt Ihn im Herzen, bist du als Gast
stehst einst vor seiner Tür!

Advent auf der Straße

„Advent“, scheints auf den Straßen.
Advent, geschmückt sind alles Gassen.
Die Zeit scheint so voll Freude,
doch ist es wirklich so, auch heute?

Da ist ein Kind es weint mit Schmerzen!
Da ist ein Greis, er kann bald nicht.
Doch alle Leute hetzen!
Sie sehen dies Menschen nicht.

Es wird so viel gesprochen:
Advent, ist angebrochen!
Doch was sagt unser Leben?
Sind wir dem Herrn ergeben?

Ist denn Advent nur Hast und Eile?
Ist es nur Kaufen, Eilen, Sorgen?
Setz Dich mal hin, verweile!
Du findest Ruhe, siehst ein Morgen!

Sag Jesus Deine Not!
Sprich doch mit Deinem Gott!
Zeig ihm die Herzensnot!
Lass doch das Sorgen um das täglich Brot!

Und Du wirst merken,
Weihnacht wird ins Herze kommen.
Jesus wird Dich stärken.
Er hilft, den Sündern und den Frommen.

Und Du wirst Augen haben,
für jenen Mann, für jenes Kind.
Jesus wird Dich erlaben!
Wird nehmen Deine Sünd!

Herr, so entlasse uns in Deinem Frieden.
Hilf uns im Kampf zu stehen!
Ach, Herr hilf uns im Siegen,
bis wir in Herrlichkeit Dich sehen.

Gemeindehaus Jubiläum

Gott zum Gruß, ihr Gotteskinder
Heut an diesem Tag des Herrn
Gott zum Gruß, euch alle Gäste
Alle, die von nah und fern.

Heute feiern wir ein seltsam
Doch dabei, ein schönes Fest
Möge es in unsern Herzen
Klingen, als ein Dankesfest.

Heute, nach 10 Jahren denken
An den Anfang wir zurück
Und erleben voller Danken
Himmelwärts heut unsern Glück.

Ja, der Heiland schaute gnädig
Auf die kleine Schar herab
Und so manche Segensstunden
Seinen Kindern damals gab

Soll das Herz nicht sein voll Danken?
Soll der Mund nicht sein voll Ruhm?
Ja, gerade jetzt und heute
Herzlich wollen wir es tun.

Danken wir dir, Herr und Heiland
Für dies schöne Gotteshaus
Wo wir steht’s mit großer Freude
Gehen immer ein und aus.

Dank sei Dir von ganzem Herzen
Auch für unsern Sängerchor
Da so manches wunderbares
Lied zum Himmel stieg empor.

Dank sei dir auch für die Brüder
Die das Wort uns bringen dar
Dank euch für die liebe Jugend
Die uns oft zum Segen war

Nimm, o Herr, von deinen Kindern
Heute diesen, schwachen Dank
Einmal wird es besser werden
Mit des Himmels Harfenklang!

Für Großpapa

Guten Morgen Großpapa,
weil heute dein Geburtstag da,
wünsch ich Gottes Huld und Gnade
dir für alle fernen Pfade.

Gottes Liebe leite dich
immerdar recht väterlich,
kröne dich mit Glück und Segen
weiterhin auf allen Wegen.

ICH WÜNSCH DIR SEHR…

Ich wünsch dir sehr, dass dein Leben gelingt,
und ich wünsch dir das, was es froh macht und leicht.
Doch ich wünsch dir noch mehr: was dich weiter bringt
auf dem Weg, der von hier bis zur Ewigkeit reicht.

Dass in deinem Blick sich nicht
Wirklichkeit mit Schein vermengt
und dass sich für dich das Dringende
nicht vor das Wichtige im Leben drängt.
Dass du dich nicht in den Kampf
um das große Geld verbeißt
und dich in der Welt der Nützlichkeiten
noch an nutzlos schönen Dingen freust.

Dass du immer klarer siehst,
wo du deine Stärken hast
und dich nicht nach einem Leben sehnst,
das nicht zu dir und deinen Gaben passt.
Dass du dich noch leiden kannst,
wenn du einmal unterliegst.
Und dass du noch die Verlierertränen
sehen kannst, wenn du dann selber siegst.

Wenn dich Menschenbosheit trifft,
und der Schreck im Hals dir sitzt,
wünsch ich dir, dass eine Stimme sich
für dich erhebt und deine Ehre schützt.
Dass du immer Freunde hast,
wenn auch zwei nur oder drei.
Freunde, die dich so sehr lieben,
dass sie dir die Wahrheit sagen ohne Scheu.

Sollten irgendwann vor dir
einmal hundert Kerzen stehn,
wünsch ich dir noch Luft, sie auszublasen
und noch Augenlicht, sie anzusehn!
Und wenn du dann ganz zum Schluss
lebenssatt die Lider schließt,
wünsch ich dir, dass du dein ganzes Leben lang
den Weg nach Haus gegangen bist…!

Ich wünsch dir sehr, dass dein Leben gelingt,
und ich wünsch dir das, was es froh macht und leicht.
Doch ich wünsch dir noch mehr: was dich weiter bringt
auf dem Weg, der von hier bis zur Ewigkeit reicht.
Manfred Siebald

Zwei Beter

Es gingen zwei hinan
zum Tempel, dort zu beten;
sie schickten sich nun an,
vor Gott, den Herrn, zu treten.

Der eine, aufgebläht,
Denkt von sich selbst nur höher
und zeigt auch im Gebet
den stolzen Pharisäer.

»Ich danke Dir, mein Gott«,
so hebt er an zu beten,
»dass ich Dein ernst Gebot
noch niemals übertreten;

Dass ich nach Deinem Wort
gerecht stets leb‘ und handle,
nicht wie der Zöllner dort
den Weg der Sünde wandle. «

Der Zöllner stand von fern –
was sollte er denn sagen?
Er wagt nicht, zu dem Herrn
das Auge aufzuschlagen.

So arm, so schuldbewusst,
so aller Tugend ledig,
schlägt er an seine Brust:
»Gott, sei mir Sünder gnädig! «

Gott nahm die Last ihm ab
und heilte seinen Schaden;
getrost ging er hinab,
gerechtfertigt aus Gnaden.

Wer nur um Gnade fleht,
dem wird sie frei gegeben.
Doch wer sich selbst erhöht,
erfährt sie nie im Leben.

Martha Thieme