Christliche Schatzkammer

Ein guter Rat

Schreib in den Sand, die bösen Wort‘ und Taten
Womit man dich beleidigt und gekränkt.
Das in Vergessenheit sie bald geraten,
Dein Herz und Sinn nicht länger daran denkt.

Wer liebet – gleich wie Jesus liebet,
Nicht nur vergibt – nein auch vergisst.
Und darin sich beständig übet –
Der ist in Wahrheit hier ein Christ.

Doch was dir je an Gutem und an Liebem
Zuteil von Gott und auch von Menschen ward
Sei wie auf Marmortafeln eingeschrieben
Und tief im Herzensgrunde aufbewahrt.

Der hat ein überströmend Leben,
Der dankbar sich am Kleinsten freut
Und weil ihm selbst ward viel vergeben –
Auch seinem Nächsten er verzeiht.

Bruderliebe

Wie fast jeden Tag
wartet ein Christ, auch heut‘, bei Mondenschein.
Wann sein Bruder, der ein Trunkenbold, wohl kommen mag?
Fluchend, betrunken vom Schnaps und Wein.

Das Haus in dem die Brüder leben
steht auf einer Anhöhe, im Walde – abgelegen.
Schon Jahre her da zog auch er, der nun ein Christ,
und trank mit seinem Bruder ohne Anhalt ohne Frist.

Doch als er den Heiland hat gefunden
ist ihm die Trunksucht ganz verschwunden.
Von dem Tage als der Christ
nicht mitging zu des Bruders Runden
hat ihn der Bruder verhöhnt,
verspottet, geschlagen ja geschunden.

Doch der treue Christ wartete stets erneut,
so wartet er auch wieder heut‘.
Wieder er am Küchenfenster sitzt
und an einem Holzstück schnitzt.

Doch plötzlich hört er aus dem Dickicht,
wie das trockene Holz unter den Füßen eines Schnellen bricht.
Das Geräusch wird lauter – als ob jetzt jemand kriecht.
Schnell löscht er in der Küche das Petroleumlicht.

Er denkt bei sich: Mein Bruder ist’s bestimmt noch nicht.
Doch nun ein lautes Hundebellen die Nachtstille durchbricht!
Er hört noch mehr schnelle Schritte.
Im Tale sieht er helles Fackellicht
und plötzlich steht sein Bruder in der Küchenmitte!

Mit zerlumpten Kleidern, blutendem Leib
teilt der Trinker in Hast dem Bruder sein Leid:
Als ich vom Schnapse wieder betrunken,
hat mich der Müller gereizt.
Ich hab ihn getreten, geschlagen und zum Dorfteich geschleift.
Dort hab‘ ich ihn in meinem Wahn ertrunken!

Nun folgt mir mit Hund und Gewehren die halbe Stadt!
Ach Bruder, mein Bruder, ich bin ja so müde und matt.
Vergib mir doch, dass ich zu dir war so hart
und gib mir, oh Bruder, den richtigen Rat!

Kaum hat er die Worte ausgesprochen,
ist er zu des Bruders Füßen zusammengebrochen.
Doch der Bruder, gefüllt mit der göttlichen Liebe,
gibt Raum dem geistlichen Triebe!

Schnell zieht er die dreckigen Kleider ihm aus
und zieht seine sauberen Sachen ihm an.
Die Kleider des Trinkers sie passen ihm auch,
da kommen die suchenden Leute schon an.

Bald heißt es: Ergib dich, umstellt ist das Haus!
Da antwortet der Christ: Ich ergebe mich, ich komme schon raus.
Die Sache erscheint den Leuten so sicher.
Morgen schon kommst du zum Richter!

Am nächsten Morgen wurde das Urteil beschlossen.
Zum Tode verurteilt, wurd‘ er erschossen!
Doch in der Nacht, im Verlies
schrieb er dem Bruder die letzten Worte im Brief:

Wenn dich dieser Brief wird erreichen
so gehört mein Leib zu den Leichen.
Weine du nicht um mich,
doch weine viel mehr um dich!

Ich bin bei dem Heiland,
mir geht es jetzt gut.
Doch wie weh mir das Herze um dich doch tut.
Du bist ja schuldig an Jesu Blut!

Oh Bruder, du bist ja lebend schon tot
denn deine Schuld ist wie Blut so rot!
Doch Bruder es gibt noch einen Weg,
bekehr‘ dich zum Heiland, noch ist’s nicht zu spät.

Ich hab‘ mich für dich nur hingegeben.
Doch Jesus gab für die ganze Menschheit sein Leben!
Oh, lass dich vom Heiland bekehren, lass vom frevelnden Streben,
so werden wir im Himmel ein Wiedersehen erleben!

Der Trinker, vom Rausch ausgeschlafen,
las die Worte des Bruders mit Schmerz.
Wie sehr ihn die Sätze doch trafen,
es zieht ihm zusammen sein Herz!

Nun ist es genug mit dem Selbstbetrug!
Und endlich schüttet er aus sein Herz.
Ach wie oft er den Bruder doch schlug,
doch nun betet um Vergebung er himmelwärts.

Die Liebe des Bruders sie rührte ihn doch!
Auch er fand die Liebe, den Frieden, die Freud‘.
Und du, oh Freund wartest noch?
Suchst du den Frieden, so find ihn bei Jesus noch heut‘.

Hast Du noch Sünde, die Dich bedrückt?
Gibt es im Leben nichts was dich beglückt?
Sag es dem Heiland, flehend noch heut,
und er schenkt Dir Frieden, wenns Dich gereut.

Hast Welt und Sünde du satt?
Ist Deine Seele müde und matt?
Sag es dem Heiland, der Dich sehr liebt,
und Du findest Frieden, weil er Dir vergibt.

Heut‘ ist noch Gnade,
morgen wer weiß!?
Doch wenn du dich nicht bekehrst
wird die Hölle dir heiß!

So komm zu dem Heiland,
gib dich ihm hin.
Er macht dir seine Liebe bekannt
und gibt deinem Leben den Sinn.

Bänderriss

Ein Band ist gerissen.
Viele Bänder zerreißen.
Reißt ein Band am Fuß, ist Gehen unmöglich.
Es geht nicht mehr.
Ein Bänderriss ist schmerzhaft,
bedarf vielleicht einer Operation,
einer langwierigen Heilung und Schonung.
Bänder können in unserem Körper reißen.
Durch einen Unfall, einen Fehltritt,
ein Missgeschick, durch Unachtsamkeit
oder mangelnde Hilfestellung anderer.
Der Leib Christi, die Gemeinde,
besteht auch aus vielen Gliedern.
Das Band, das sie zusammenhält,
ist die Liebe.
Bänderriss –
wie oft lässt sich diese Diagnose stellen,
wenn wir die Zerrissenheit in der Gemeinde,
in der Christenheit sorgfältig betrachten!
Wie viele Bande der Liebe, der Freundschaft,
der Gemeinschaft sind zerrissen!
Doch können diese Risse heilen!
Gott selbst, der große Arzt, will es tun.
Er kann und will die zerrissenen Bänder verbinden.
Schonung ist nötig,
Damit das Wunder der Heilung möglich wird.

Herr, der du die Liebe bist,
heile du alle Bande und Bänder
guter zwischenmenschlicher Beziehungen,
wo immer sie zerrissen sind
in den Kirchen, Gemeinden und Gemeinschaften,
in den Ehen, Familien und Freundschaften,
in den Kollegien und Teams
und wo immer Menschen verbunden waren
durch das Band deiner Liebe
und wo es nun zerrissen ist –
was auch immer die Gründe sein mögen!
Hilf uns,
Acht zu haben, dass keine weiteren Bänder zerreißen!
Und wo sie zerrissen sind,
hilf uns, sie zur Heilung vorzubereiten.
„Über alles aber ziehet an die Liebe,
die da ist das Band der Vollkommenheit.“
Wo überall dieses Band zerrissen ist, Herr,
da handle du.
Und wo es in Gefahr steht, zu zerreißen
da bewahre du!
Binde uns alle fest zusammen
mit deiner Liebe, die alle meint und alle eint.

Singen im Leid

Wenn ich zu Zeiten traurig bin
Und liegt mir dies und das im Sinn,
Und ist doch nur ein irdisch‘ Ding,
Zum Trauern zu gering,
Dann denk ich bald, was soll der Schmerz,
Komm, schaffe dir ein andres Herz,
Denn Trauern ist in dieser Welt
Vom bösen Feind bestellt.

Dann denk‘ ich auch an Jesum Christ,
Wie er voll guten Zuspruchs ist;
Er sprach im hellen Osterschein:
„Stellt Euer Trauern ein!“
Dann kommt mir gleich ein Lied in‘ Sinn,
Ich sing‘ es leise für mich hin,
Bis dass es durchbricht mit Gewalt
Und hell und laut erschallt.

Je heller meine Stimme klingt,
Je tiefer Jesus in mich dringt;
Mit Ihm zieht lichter Sonnenschein
Ins arme Herz hinein.
Drum sollt‘ ich wieder traurig sein,
So hol‘ ich Jesus singend ein;
Und, o wie selig ist das Herz,
Das so versingt den Schmerz.

Leiden sind des Königs Zimmer

Leiden sind die dunklen Fluten, die das Erdenland durchziehn,
Leiden sind die Liebesruten, will der Herr Sein Kind erziehn,
Leiden sind die Diamanten in des großen Schöpfers Hand,
wenn Er schleift die scharfen Kanten Seiner Kinder Land um Land.

Leiden kommen schwarz gekleidet, Tränen zeichnen ihren Pfad,
doch in ihrer Mitte schreitet Gottes Herold voller Gnad‘.
Leiden kommen ungerufen, fragen nicht nach reich und arm,
klopfen an der Throne Stufen, an der Hütte voller Harm.

Leiden sind gleich einem Hammer, der das harte Holz zerschlägt,
dass man seufzt in tiefem Jammer, Reue um die Sünde trägt.
Bis im Frühlingsstrom der Gnade auch das letzte Eis zerspringt,
und ein sel’ges Jubilieren zu dem Thron des Höchsten dringt.

Leiden sind die heißen Tiegel, die der Herr zum Läutern schickt.
Wo Sein unverkennbar Siegel Er uns auf die Stirne drückt.
Leiden sind die dunklen Schächte, draus der Segen Gottes fließt,
wie durch die Gewitternächte Er das dürre Land begießt.

Leiden sind des Königs Zimmer, wo Er Audienz gewährt,
wo vom Erdenstaub und Flimmer Er uns gänzlich ausgeleert,
wo der Hochmut wird zerrieben, Stolz und Eitelkeit vergeht,
wo man lernt, den Nächsten lieben, Hass und Neid wie Rauch verweht.

Leiden sind das Treibhaus Gottes, ew’ge Blumen dort gedeihn,
die uns einst dort droben schmücken, herrlich in der Engel Reih’n,
die mit Tränen sind begossen hier in diesem Erdental,
die so reichlich sind geflossen, heiß und bitter ohne Zahl.

Menschen, die mit Jesu gehen, nehmen Leid aus Gottes Hand,
tragens still und ungesehen, schauen nach dem Vaterland.
Kurz sind dieser Tage Leiden, wenn wir auf die Krone sehn,
überschwenglich sind die Freuden, wenn wir bald vor Ihm dann stehn.

Selig, wenn in Leidenstagen eine starke Hand uns hält,
wenn man Hilfe hat zum Tragen aus der ob’ren Gotteswelt.
Dann wird uns zum Segen werden auch das größte, tiefste Leid;
dann sind Tränen dieser Erden Sterne in der Herrlichkeit.

Drum gesegnet, Leidensstunden, fester fass ich Seine Hand;
fester hat mich Ihm verbunden Seiner Liebe heilig Band.
Besser sah ich durch die Leiden alle Nichtigkeit der Welt,
wahres Glück und wahre Freuden stammen nur vom Himmelszelt.

Herz, mein Herz, drum lass das Zagen, hier ist nur die Durchgangszeit,
nach den trüben, dunklen Tagen folgt die sel’ge Ewigkeit.
Dann wird ganz verkläret werden das verweinte Angesicht,
alles Dunkel dieser Erden wird uns droben Heil und Licht.

Geh nicht vorüber am Erdenleid!

Geh nicht vorüber am Erdenleid!
Das Auge offen, die Arme weit!
Die Füße eilend, und stark die Hand,
sei du ein Bote, von Gott gesandt!

Geh nicht vorüber am Erdenleid!
Hörst du, wie einsam die Seele schreit?
Siehst du, wie heimlich die Träne rinnt?
Sei Gottes Bote, und tröste lind!

Geh nicht vorüber am Erdenleid!
Das Meer der Trübsal ist tief und weit.
So mancher ringt mit der dunklen Flut;
wirf ihm ein Seil zu und mach ihm Mut!

Geh nicht vorüber am Erdenleid!
Du gehst nur einmal des Weges heut.
Was du versäumt, ist ewig dahin,
was du getan, bringt sel’gen Gewinn.

Sei Du ein Engel in Menschengestalt!
Übe die Liebe! – die Welt ist so kalt.
Strahle Dein Licht in das Dunkle der Zeit,
Geh nie vorüber am Erdenleid!

Eva von Tiele- Winckler

Ein Lied vom Leiden

Endlich bricht der heiße Tiegel
und der Glaub‘ empfängt sein Siegel,
als im Feu’r bewährtes Gold,
da der Herr durch tiefe Leiden
uns hier zu den hohen Freuden
jener Welt bereiten wollt.

Unter Leiden prägt der Meister
in die Seelen, in die Geister
Sein allgeltend Bildnis ein.
Wie Er dieses Leibes Töpfer,
will Er auch des künft’gen Schöpfer
auf dem Weg der Leiden sein.

Leiden bringt empörte Glieder
endlich zum Gehorsam wieder,
macht sie Christus untertan,
dass Er die gebrochnen Kräfte
zu dem Heiligungsgeschäfte
sanft und still erneuern kann.

Leiden sammelt unsre Sinne,
dass die Seele nicht zerrinne
in den Bildern dieser Welt,
ist wie eine Engelwache,
die im innersten Gemache
des Gemütes Ordnung hält.

Leiden stimmt des Herzens Saiten
für den Psalm der Ewigkeiten,
lehrt mit Sehnsucht dorthin seh’n,
wo die sel’gen Palmenträger
mit dem Chor der Harfenschläger
preisend vor dem Throne stehn.

Leiden macht das Wort verständlich,
Leiden macht in allem gründlich;
Leiden, wer ist deiner wert?
Hier heißt man dich eine Bürde;
droben bist du eine Würde,
die nicht jedem widerfährt.

Brüder, solche Leidensgnade
wird in mannigfachem Grade
Jesu Jüngern kundgemacht,
wenn sie mancher Schmerz durchwühlet,
wenn sie selbst den Tod gefühlet,
Nächte seufzend durchgewacht.

Wenn auch die gesunden Kräfte
zu den guten Herrn Geschäfte
wurden willig sonst geweiht,
o, so ist’s für sie kein Schade,
dass sie ihres Führers Gnade
läutert in der Prüfungszeit.

Im Gefühl der tiefen Schmerzen
dringt das Herz zu Seinem Herzen
immer liebender hinan;
und um eins nur fleht es sehnlich:
Mache Deinem Tod mich ähnlich,
dass ich mit Dir leben kann!

Endlich mit der Seufzer Fülle
bricht der Geist durch jede Hülle,
und der Vorhang reißt entzwei.
Wer ermesset dann hienieden,
welch ein Meer von Gottesfrieden
droben ihm bereitet sei!

(Nach Karl Friedr. Harttmann (1782)
von Albert Knapp)

Richte nicht

Richte nicht mit harter Strenge,
Wenn du andre fehlen siehst,
Da du selbst der Schwächen Menge,
Die dich drücken, nicht entfliehst.
Schonung ist des Christen Pflicht,
Richte deinen Nächsten nicht.

Siehst du immer auch die Gründe,
Von des Nächsten Handlung ein?
Ist das, was du tadelst, Sünde,
Oder trüget dich der Schein?
Urteilst du gewissenhaft,
Oder reizt dich Leidenschaft?

Auch bei wirklichen Versehen,
Meide mit Besonnenheit,
Um nicht selbst dich zu vergehen,
Schmähung, Hohn und Bitterkeit.
Menschenfreundlich decke zu,
Deines Nächsten Fehler zu.

Reich’ aus christlichem Gemüte,
Ihm die Hand zu seinem Glück.
Führe, wenn du kannst, voll Güte,
Von dem Irrweg ihn zurück.
Sieh dich vor, wenn du noch stehst,
Dass du selbst dem Fall entgehst.

Nicht halb

Mir kann ein halber Segen nicht genügen.
Ich kann mich keiner halben Gnade freu’n.
Nein, nein, in ganzen, vollen, sel’gen Zügen
will Jesu Lebenslauf geatmet sein.

Ganz ungeteilt darf ich Ihm angehören,
Der mir ja auch Sein ganzes Herze gibt.
Der kam, die ganze Sünde zu zerstören
und mich auch nicht mit halber Liebe liebt!

Sein! Völlig Sein! Das heißt – der Welt entronnen;
die Brücken abgebrochen zu ihr hin.
Das heißt, den ganzen Himmel hier gewonnen
und vollen Frieden auch für Seel’ und Sinn.

Da gibt’s kein Hinken mehr auf beiden Seiten,
kein Rückwärtsschaun nach Sodoms Lustgefild,
kein hoffnungsloses mit der Sünde Streiten.
Nein, Jesus siegt und prägt in uns Sein Bild.

Er tut Sein Werk nicht halb im Schmerzenstiegel.
Nein, Er vollendet es mit heil’ger Hand,
bis Er heraufgedrückt das heilge Siegel,
dann nimmt Er es ins ewge Heimatland.

Meines Gottes Güte

Ob auch von Deiner Vatergüte
so manches Lied hier schon erklingt –
der Glaub‘ mit dankbarem Gemüte
Dir immer noch ein neues singt.

Dass Deine Hand die Lilien kleidet,
die Raben speist, die Fluren schmückt,
dass sanft Dein Allmachtsarm mich weidet –
wie hat es oft mein Herz erquickt!

Ja, dass gewaltig Deine Güte,
erfuhr ich oft und rühm‘ es gern;
des Lebens reinste Freudenblüte –
sie war im Dunkel stets mein Stern.

Doch als in finstern Schicksalsstunden
ich glaubensarm am Boden lag,
da hab‘ ich erst so recht empfunden,
was Deine Güte all‘ vermag.

Da hast Du Dich zu mir geneigt,
mich liebend an Dein Herz gedrückt;
Verstehn, Erbarmen mir erzeiget,
und nicht mich zürnend angeblickt.

Da hast Du gütig meine Augen
geöffnet, um Dein Tun zu seh’n,
und mehr als je an lichten Tagen
Dich, Gott der Treue, zu versteh’n.

Ja wahrlich! Alle Erdenschmerzen,
selbst tiefster Trübsal höchste Pein
sind Diener nur dem Vaterherzen,
um meine Seele zu erfreu’n.

Drum will ich froh und dankbar singen,
mein Leben lang, in Freud‘ und Leid.
Bald wird mich Gottes Güte bringen
ins Vaterhaus, zur Herrlichkeit.