Christliche Schatzkammer

Ein neues Jahr

Ein neues Jahr tut auf sein Tor,
und zagend stände ich davor,
könnt‘ Deinem Wort ich nicht vertrauen
und nicht auf Deine Wahrheit bauen;
doch treu bist Du, der mir verspricht:
»Es geht mit dir mein Angesicht!«

Du gingst mit mir, schau‘ ich zurück,
Du gehst mit mir, das ist mein Glück!
Ich war und bin in Deinen Händen,
und nie wird Deine Liebe enden;
Du rufst auch heut: »Fürcht Dich doch nicht!
Es geht mit dir mein Angesicht!«

Der Pfad ist steil durch diese Welt,
dass der Natur er nicht gefällt,
doch auf dem Weg darf ich erfahren,
wie Du, Herr, kannst Dich offenbaren;
Du sagst – das macht den Pfad mir licht:
»Es geht mit dir mein Angesicht!«

Ich kann nicht wissen, was mir frommt;
ich will nicht wissen, was da kommt.
Nur Deinen Weg, Herr, lass mich wissen
und Deine Nähe nie vermissen.
Lass schauen mich, was Dein Wort verspricht:
»Es geht mit dir mein Angesicht!«

Wir brauchen Mütter

Wir brauchen Mütter in unseren Tagen,
die den Schwachen Liebe entgegentraten,
die Verständnis, Duldung und Sanftmut üben,
die Geister prüfen, den Geist nicht betrüben.

Wir brauchen Mütter, die warten und trauen,
die in Kampf und Bedrängnis nur aufwärts schauen,
nicht um sich, nicht in sich – auf Menschen nicht blicken,
denen nichts vermag Glauben und Ziel zu verrücken.

Wir brauchen Mütter, die Wunden pflegen
und kranke Seelen dem Arzt hinlegen,
unter deren Flügel mit Schmerz und Lasten
sich Söhne und Töchter flüchten und rasten,
die als Mütter verstehen, mit zu leiden,
das Echte vom Falschen zu unterscheiden. –
Die Mütter sind es, die auf Erden
und den letzten Tagen stets nötiger werden.

Wer kann ein Mutterherz verstehen

Wer kann ein Mutterherz verstehen,
wenn sie über die Kinder weint?
Wer kann ergründen und vernehmen
wie gut sie es mit ihnen meint?
Gott merkt am schnellsten jede Regung,
die sich im Mutterherz vollzieht,
merkt jede schmerzliche Bewegung,
die sonst kein Menschenauge sieht.

Wer kann ein Mutterherz verstehen,
wenn diese Mutter Kummer hat,
weil ihre Lieben sorglos gehen
den Weg der Sünd‘ und Missetat?
Es ist allein der Herr der Herren
der ganz und lückenlos erfasst,
was Mütter wünschen und begehren,
wenn auf sie drückt die Sorgenlast.

Wer kann ein Mutterherz verstehen,
wenn sie auf ihre Knie geht
und dann im Seufzen und im Flehen
dem Höchsten sagt, was sie bewegt?
Der große Gott weiß alle Dinge;
was kommt, was ist und auch, was war.
Ihm dein Problem, o Mutter, bringe!
Er wird es lösen wunderbar.

Auch wenn dich viele nicht verstehen
und manchmal lieblos zu dir sind,
so wisse: Gott, in Seinen Höhen,
ist weder taub, noch ist Er blind.
ER hat das Mutterherz erschaffen
und Er versteht es durch und durch.
Er kann es froh und glücklich machen,
auf Erden hier und ewiglich.

Mir ist heut nicht zumute

Mir ist heut nicht zumute!
Den Satz kennt auch ein Kind.
Er kommt aus unserm Munde,
wenn wir in Nöten sind;
wenn uns die Last des Lebens
tief beugt und niederdrückt,
wenn in der Zeit des Leidens
uns scheinbar nichts beglückt.

Auch Mütter können zeugen
von Stunden dieser Art,
in denen Schmerz und Sorgen
sie trafen schwer und hart,
in denen ihnen wirklich
gar nicht zumute war,
in denen sie allmählich
bekamen graues Haar.

Der Grund für solche Stunden,
die voller Herzeleid,
die voller Weh und Wunden
und voller Traurigkeit,
sind meistens ihre Kinder,
die ihnen wiedersteh‘n
und auf dem Weg der Sünder
zum Ort des Schreckens geh‘n.

Doch lasst euch, liebe Mütter,
nicht schrecken vor der Not.
Und wird der Kampf auch bitter
vertraut dem großen Gott!
Auch wenn euch in dem Leben
nicht mehr zumute wird,
steht dennoch fest im Glauben,
seht auf zum guten Hirt!

Er wird euch sicher führen,
bis an das sel‘ge Ziel;
wird euer Fleh‘n erhören,
weil Er euch segnen will.
An Ihn dürft ihr euch lehnen,
geht‘s auch mal tief hinab.
Einst wischt Er alle Tränen
von euren Augen ab.

Eine Mutter haben

Eine Mutter haben,
die dich ganz versteht,
die wie eine Freundin
mit durchs Leben geht.
Die mit treuem Herzen
um ihr Liebstes bangt
und mit heißem Sehnen
nach dem Glück verlangt.
Die an ihres Kindes
schönste Zukunft glaubt,
das ist Himmelssegen
über deinem Haupt.

Eine Mutter haben,
der dein Herz vertraut,
die mit güt´gen Augen
auf dein Leben schaut.
Wenn die Welt so schnöde,
herzlos dich verstößt,
sie mit mildem Herzen
deine Fehler löst.
Die trotz allem Kummer
dennoch an dich glaubt,
das ist Himmelssegen
über deinem Haupt.

Halt das Glück mit beiden
Händen lind und weich,
denn nicht alle Menschen
sind an Glück so reich.
Eine Mutter haben,
die dich ganz versteht,
die wie eine Freundin
mit durchs Leben geht.
Das ist Himmelssegen,
Liebe sät sie aus,
halte sie in Ehren
über´s Grab hinaus!

Ein Gedicht für das Mütterlein

Mütterlein, lieb Mütterlein,
wie musst du doch immer fleißig sein!
Wenn wir noch schlafen am frühesten Morgen,
musst du dich schon plagen, musst du dich schon sorgen,
dass wir auch beizeiten den Kaffee kriegen,
dass wir nicht zu lang in den Federn liegen,
dass wir nicht etwa die Schule verpassen,
auch das Frühstücksbrot nicht liegen lassen.
Dann musst du fegen und putzen und klopfen,
musst scheuern und flicken und bügeln und stopfen.
Die Wäsche darfst du auch nicht vergessen
und die Blumen, den Vogel, das Mittagessen.
So geht es immer, tagaus, tagein,
oft bis in die späte Nacht hinein;
so geht es weiter, jahrein, jahraus. –
Sag, Mutter, wann ruhst du dich endlich aus?

Der reinste Ton

Der reinste Ton, der durch das Weltall klingt,
Der reinste Strahl, der zu dem Himmel dringt,
Die heiligste der Blumen, die da blüht,
Ihr findet sie allein, wo fromm gesinnt
Still eine Mutter betet für ihr Kind.

Der Tränen werden viele hier geweint,
Solange uns des Lebens Sonne scheint,
Und mancher Engel, er ist auserwählt,
Auf daß er unsre stillen Tränen zählt –
Doch aller Tränen heiligste, sie rinnt,
Wenn eine Mutter betet für ihr Kind.

O schaut das Hüttchen droben, still und klein
Nur matt erhellt von einer Lampe Schein
Es sieht so trübe, so arm, so öde aus,
Und gleichwohl ist’s ein kleines Gotteshaus,
Denn drinnen betet, fromm gesinnt,
Still eine Mutter für ihr Kind.

O, nennt getrost es einen schönen Wahn,
Weil nimmer es des Leibes Augen sah’n.
Ich lasse mir, die Botschaft rauben nicht,
Die Himmelsbotschaft, welche zu mir spricht;
Daß Engel stets versammelt sind,
Wenn eine Mutter betet für ihr Kind.

Liebe

Beide: Was ist das Leben ohne Liebe?

  1. Person: Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich.
  2. Person: Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos.
  3. Person: Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart.
  4. Person: Erziehung ohne Liebe macht widerspruchsvoll.
  5. Person: Klugheit ohne Liebe macht gerissen.
  6. Person: Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch.
  7. Person: Ordnung ohne Liebe macht kleinlich.
  8. Person: Sachkenntnis ohne Liebe macht machthaberisch.
  9. Person: Macht ohne Liebe macht gewalttätig.
  10. Person: Ehre ohne Liebe macht hochmütig.
  11. Person: Besitz ohne Liebe macht geizig.
  12. Person: Glaube ohne Liebe macht fanatisch.
  13. Person: Ein Leben ohne Liebe ist sinnlos.

Beide: Liebe ist in allen Situationen wichtig. Liebe – was ist das?

  1. Person: Die Liebe ist langmütig.
  2. Person: die Liebe ist gütig.
  3. Person: sie kennt keine Eifersucht,
  4. Person: sie prahlt nicht,
  5. Person: sie bläht sich nicht auf,
  6. Person: sie benimmt sich nicht unanständig,
  7. Person: sie sucht keinen Vorteil
  8. Person: und wird nicht bitter durch schmerzliche Erfahrung,
  9. Person: sie rechnet niemandem Böses an.
  10. Person: Sie trauert über das Unrecht
  11. Person: freut sich aber über die Wahrheit,
  12. Person: sie erträgt alles,
  13. Person: sie glaubet alles, sie hofft alles,
  14. Person: sie duldet alles.
  15. Person: Die Liebe vergeht niemals.

Beide: Alles bei euch geschehe in Liebe!

  1. Person: Dann hat dein Leben einen Sinn!
  2. Person: Hat dein Leben einen Sinn?

Ein guter Rat

Schreib in den Sand, die bösen Wort‘ und Taten
Womit man dich beleidigt und gekränkt.
Das in Vergessenheit sie bald geraten,
Dein Herz und Sinn nicht länger daran denkt.

Wer liebet – gleich wie Jesus liebet,
Nicht nur vergibt – nein auch vergisst.
Und darin sich beständig übet –
Der ist in Wahrheit hier ein Christ.

Doch was dir je an Gutem und an Liebem
Zuteil von Gott und auch von Menschen ward
Sei wie auf Marmortafeln eingeschrieben
Und tief im Herzensgrunde aufbewahrt.

Der hat ein überströmend Leben,
Der dankbar sich am Kleinsten freut
Und weil ihm selbst ward viel vergeben –
Auch seinem Nächsten er verzeiht.

Bruderliebe

Wie fast jeden Tag
wartet ein Christ, auch heut‘, bei Mondenschein.
Wann sein Bruder, der ein Trunkenbold, wohl kommen mag?
Fluchend, betrunken vom Schnaps und Wein.

Das Haus in dem die Brüder leben
steht auf einer Anhöhe, im Walde – abgelegen.
Schon Jahre her da zog auch er, der nun ein Christ,
und trank mit seinem Bruder ohne Anhalt ohne Frist.

Doch als er den Heiland hat gefunden
ist ihm die Trunksucht ganz verschwunden.
Von dem Tage als der Christ
nicht mitging zu des Bruders Runden
hat ihn der Bruder verhöhnt,
verspottet, geschlagen ja geschunden.

Doch der treue Christ wartete stets erneut,
so wartet er auch wieder heut‘.
Wieder er am Küchenfenster sitzt
und an einem Holzstück schnitzt.

Doch plötzlich hört er aus dem Dickicht,
wie das trockene Holz unter den Füßen eines Schnellen bricht.
Das Geräusch wird lauter – als ob jetzt jemand kriecht.
Schnell löscht er in der Küche das Petroleumlicht.

Er denkt bei sich: Mein Bruder ist’s bestimmt noch nicht.
Doch nun ein lautes Hundebellen die Nachtstille durchbricht!
Er hört noch mehr schnelle Schritte.
Im Tale sieht er helles Fackellicht
und plötzlich steht sein Bruder in der Küchenmitte!

Mit zerlumpten Kleidern, blutendem Leib
teilt der Trinker in Hast dem Bruder sein Leid:
Als ich vom Schnapse wieder betrunken,
hat mich der Müller gereizt.
Ich hab ihn getreten, geschlagen und zum Dorfteich geschleift.
Dort hab‘ ich ihn in meinem Wahn ertrunken!

Nun folgt mir mit Hund und Gewehren die halbe Stadt!
Ach Bruder, mein Bruder, ich bin ja so müde und matt.
Vergib mir doch, dass ich zu dir war so hart
und gib mir, oh Bruder, den richtigen Rat!

Kaum hat er die Worte ausgesprochen,
ist er zu des Bruders Füßen zusammengebrochen.
Doch der Bruder, gefüllt mit der göttlichen Liebe,
gibt Raum dem geistlichen Triebe!

Schnell zieht er die dreckigen Kleider ihm aus
und zieht seine sauberen Sachen ihm an.
Die Kleider des Trinkers sie passen ihm auch,
da kommen die suchenden Leute schon an.

Bald heißt es: Ergib dich, umstellt ist das Haus!
Da antwortet der Christ: Ich ergebe mich, ich komme schon raus.
Die Sache erscheint den Leuten so sicher.
Morgen schon kommst du zum Richter!

Am nächsten Morgen wurde das Urteil beschlossen.
Zum Tode verurteilt, wurd‘ er erschossen!
Doch in der Nacht, im Verlies
schrieb er dem Bruder die letzten Worte im Brief:

Wenn dich dieser Brief wird erreichen
so gehört mein Leib zu den Leichen.
Weine du nicht um mich,
doch weine viel mehr um dich!

Ich bin bei dem Heiland,
mir geht es jetzt gut.
Doch wie weh mir das Herze um dich doch tut.
Du bist ja schuldig an Jesu Blut!

Oh Bruder, du bist ja lebend schon tot
denn deine Schuld ist wie Blut so rot!
Doch Bruder es gibt noch einen Weg,
bekehr‘ dich zum Heiland, noch ist’s nicht zu spät.

Ich hab‘ mich für dich nur hingegeben.
Doch Jesus gab für die ganze Menschheit sein Leben!
Oh, lass dich vom Heiland bekehren, lass vom frevelnden Streben,
so werden wir im Himmel ein Wiedersehen erleben!

Der Trinker, vom Rausch ausgeschlafen,
las die Worte des Bruders mit Schmerz.
Wie sehr ihn die Sätze doch trafen,
es zieht ihm zusammen sein Herz!

Nun ist es genug mit dem Selbstbetrug!
Und endlich schüttet er aus sein Herz.
Ach wie oft er den Bruder doch schlug,
doch nun betet um Vergebung er himmelwärts.

Die Liebe des Bruders sie rührte ihn doch!
Auch er fand die Liebe, den Frieden, die Freud‘.
Und du, oh Freund wartest noch?
Suchst du den Frieden, so find ihn bei Jesus noch heut‘.

Hast Du noch Sünde, die Dich bedrückt?
Gibt es im Leben nichts was dich beglückt?
Sag es dem Heiland, flehend noch heut,
und er schenkt Dir Frieden, wenns Dich gereut.

Hast Welt und Sünde du satt?
Ist Deine Seele müde und matt?
Sag es dem Heiland, der Dich sehr liebt,
und Du findest Frieden, weil er Dir vergibt.

Heut‘ ist noch Gnade,
morgen wer weiß!?
Doch wenn du dich nicht bekehrst
wird die Hölle dir heiß!

So komm zu dem Heiland,
gib dich ihm hin.
Er macht dir seine Liebe bekannt
und gibt deinem Leben den Sinn.