Christliche Schatzkammer

Ich kam, weiß nicht, woher;

Ich bin und weiß nicht, wer;

Ich leb, weiß nicht, wie lang;

Ich sterb und weiß nicht, wann;

Ich fahr, weiß nicht, wohin;

mich wundert´s,

das ich so fröhlich bin.

 

Da mir Sein Leben so unbekannt

geb ich es ganz in Gottes Hand.

Der führt es wohl,

so her wie hin:

mich wundert´s

das ich noch traurig bin.

Hans Thoma

Wir leben in einem Meer von Zeit:

die Vergangenheit wollen wir aufhalten,

die Zukunft kommt uns zu langsam

nur die Gegenwart vergessen wir oft.

Aber in der Gegenwart leben wir wirklich.

Das Weihnachtsspiel mit einer Botschaft

          Das Weihnachtsspiel mit einer Botschaft

Autor: Auch dieses Jahr wurde es soweit. Bald war Weihnachten. In der kleinen Gemeinde liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Es musste ein Krippen­spiel mit den Kindern organisiert werden. Nach der Mitarbeiterbesprechung kam Vera nach Hause und sprach mit ihrem Mann Lucas.

Vera: Lucas, wir haben mit Onkel Jan und den anderen Mitarbeitern beschlossen, dass du dieses Jahr das Krippenspiel mit den Kindern einübst.

Lucas: Aber Vera, ich habe noch nie mit den Kindern gearbeitet, ich kann das nicht und außerdem hab ich wirklich nicht so viel Zeit, das weißt du doch.

Vera: Natürlich, ich weiß dass du sehr beschäftigt bist, das hab ich den anderen auch erklärt. Doch das kommt sicher daher, weil du so viele Talente hast. Du bist eben künstlerisch begabt. Und zudem, wer, wenn nicht du, sollte es sonst machen, du bist doch vom Fach, du bist Regisseur!

Lucas: Also gut… Aber wenn ich es mache, dann habe ich meine Bedingungen. Es muss viel besser werden, als in den letzten Jahren. Wir müssen es so anpacken, dass es perfekt aussieht.

Vera: Ja, sicher, sonst hätten wir dich ja nicht gefragt.

Lucas: Ich will eine gute Beleuchtung und vor allem eine gute Toninstallation, damit man auch ganz hinten im Saal versteht, was auf der Bühne gesprochen wird. Zudem müssen die Kostüme stimmen. Ich will keine Verkleidungsstücke mit alten Leintüchern. Ich will ein Weihnachtsspiel mit einer Botschaft!

Vera: Das ist genau das, was wir auch möchten. Ein Weihnachtsspiel mit einer Botschaft!

Autor: So war es geschehen, dass er, Lucas Weiß, Regisseur von einem Kinder­weihnachtsspiel wurde. Bei der ersten Besprechung zählte er gleich auf, was ihm alles wichtig war. Sie mussten damit rechnen, dass er alles ganz perfekt machen wollte. Er wiederholte, dass das wichtigste die Botschaft des Spiels sei. Alle waren damit einverstanden. Lucas wurde immer begeisterter. Vor allem, als er merkte, dass er ein paar ganz brauchbare Leute dabei hatte. z.B. Arnie, er war ein richtiger Tonfanatiker. Er kannte all die Tricks und Kniffe, dass man wirklich jedes Stimmchen im Saal hören würde. Er besorgte Lautsprecher und Mikrophone. Eine Sorge weniger für Lucas. Lucas wollte auch, dass die Kleidung der Kinder möglichst naturgetreu nachgemacht wurde. Eine riesige Arbeit, doch es würde sich bestimmt lohnen. Alle waren von Lucas’ Ideen begeistert. Alle, außer Onkel Jan, einem älteren Mann. Lucas fragte ihn.

Lucas: Onkel Jan, du sagst ja gar nichts. Findest du meine Vorschläge nicht gut?

Jan: Gut finde ich die eigentlich schon. Aber wir dürfen die Kinder nicht vergessen; die müssen es schließlich vorführen.

Autor: Ja, die Kinder! Als Lucas mit ihnen anfing zu proben, verlor er beinahe den Mut. 40 Jungen und Mädchen, die solch einen Lärm veranstalteten, dass man meinte, eine Revolution wäre ausgebrochen. Glücklicherweise war Onkel Jan da. Er studierte Lieder mit den Kindern ein und begleitete sie auf dem Klavier. Auf ihn hörten die Kinder, es gelang ihm ohne Mühe, die Schar zur Ruhe zu bringen. Nach einiger Zeit, mit viel Mühe, hatte Lucas die Rollen verteilt. Alle jene, die er nirgends unterbrachte, durften im Engelchor mitsingen. Doch ein Junge, der kleine Rene, sang so falsch, dass ihn Lucas zum Hirten ernennen musste. Lucas Begeisterung steckte schon bald die Kinder an. Es lag ihm viel daran, dass sie begriffen, was er von ihnen erwartete und was die Bedeutung des Spiels war. Oft wiederholte er:

Lucas: Kinder, ich möchte, dass ihr eins begreift: ich will ein Weihnachtsspiel mit einer Botschaft! Wisst ihr, was ich meine? Ich will, dass ihr so singt und spielt, dass die Zuschauer verstehen, warum Herr Jesus in diese Welt gekommen ist.

Autor: Lucas bekam immer mehr Spaß beim Proben mit den Kindern. Nur ein Kind bereitete ihm Sorgen – der kleine Rene. Nicht, dass er nicht gewollt hätte, aber im entscheidenden Moment schien er überhaupt nicht bei der Sache zu sein. So war es auch dieses Mal beim Proben: der Engelchor fing leise an zu singen und eigentlich wäre der Rene jetzt dran.

Lucas: Hirte, was träumst du? Ja, du Rene. Du bist wieder zu spät mit deinem Einsatz. Was musst du jetzt sagen? Na?

Rene: Ich sage, ich sage…

Lucas: (unterbricht)Du musst nur sagen: „Schaut, es wird hell!“

Autor: Doch es war hoffnungslos. Rene schaffte es einfach nicht. Nach der Probe sagte Lucas zu Onkel Jan.

Lucas: Ich werde Rene’s Rolle einem anderen geben müssen. Wie oft haben wir schon geübt. Er schafft es einfach nicht.

Jan: Nein, tu es nicht. Rene ist halt ein Träumer. Der Text macht ihm keine Mühe, und wenn schon. Vera ist ja da, sie kann es ihm sonst vorsagen.

Lucas: Aber ich will nicht, dass das ganze Spiel nur wegen einem Jungen verdorben wird.

Jan: Ach, komm schon, das wird schon gehen. Sonst müssen die anderen einfach weitermachen. Die Botschaft wird darunter schon nicht leiden.

Autor: Lucas musste sich geschlagen geben. Onkel Jan war wirklich jedes einzelne Kind wichtig. Eine Woche vor der Aufführung wurde Rene krank. Am Tag als die Probe stattfinden sollte, sagte ihm die Mutter.

Mutter: Rene, du bleibst heute zu Hause.

Rene: Nein, Mama, ich muss unbedingt hin. Das ist wahrscheinlich die letzte Probe und bei mir hat es noch nicht richtig geklappt. Der Lucas wird bestimmt wieder schimpfen.

Mutter: Eine einzige Probe zu verpassen ist bestimmt nicht so schlimm und du bist noch nicht ganz gesund. Ich werde dich schon entschuldigen.

Autor: Was die Mutter sagte, hielt sie auch ein. Rene musste da schon gehorchen, doch er war keineswegs beruhigt. Er wusste, dass er kein guter Schauspieler war. Eigentlich war er selbst schuld daran, und doch konnte er nichts dafür. Er wusste genau, was er beim Spiel sagen musste, doch wenn Onkel Jan auf dem Klavier spielte und die Kinder so schön sangen, vergaß er alles um sich her. Ihm war, als ob er echte Engel und Hirten sähe. Dann war er in Bethlehem und dachte an den Herrn Jesus. Und dann sollte er plötzlich etwas sagen, aber so schnell konnte er sich nicht erinnern und Lucas schimpfte jedesmal. Doch jetzt nahm er sich vor:

Rene: Bei der Aufführung wird es schon klappen. Wenn alle Leute zuschauen, dann werde ich mich ganz fest zusammenreißen und aufpassen. Ich will es richtig machen, damit alle Zuschauer verstehen, weshalb der Herr Jesus auf die Welt gekommen ist. Onkel Jan hat uns davon erzählt. Jesus ist gekommen, um in den Herzen der Menschen zu wohnen, aber die meisten wollten ihn nicht empfangen. Er fand nur Platz in einem Stall. Aber ich will den Herrn Jesus aufnehmen. Onkel Jan hat gesagt, wenn man ihn liebt, soll man ihn bitten, dass er ins Herz kommt. Dann tut Jesus das auch und bleibt für immer drin. Und Lucas sagt auch immer, dass das die Botschaft vom Weihnachtsspiel ist.

Autor: Weil der Rene nicht zur Probe kam, ersetzte ihn der Lucas durch einen anderes Jungen, der den Wirt spielte und es klappte ausgezeichnet. Dann kam der Abend des Weihnachtsspiels. Lucas war noch nie so nervös gewesen und es gab noch so viel zu tun. Die Bühnenbilder waren ein großer Erfolg. Alles sah so echt aus. Fast fühlte man sich 2000 Jahre zurückversetzt, in den Straßen von Bethlehem. Arnie hatte auch nicht zu viel versprochen, die Tonqualität war ausgezeichnet. Die Mikrophone waren so gut verteilt, dass man jedes Kind, das auf der Bühne etwas sagen musste, im ganzen Saal hörte. Kurzum, alles lief planmäßig. Dann strömten die erwartungsvollen Zuschauer in den Saal. Lucas war furchtbar aufgeregt. Er hatte alle Hände voll zu tun, die Kinder zu beruhigen. Zum Glück war Onkel Jan auch da. Und dann stand plötzlich Rene vor ihm. Lucas hatte gar nicht mehr an ihn gedacht, er war froh gewesen, ihn so einfach los zu sein. Mit großen, erwartungsvollen Augen schaute Rene Lucas an.

Rene: Hallo, Lucas, ich bin wieder gesund.

Lucas: Schön, Rene, aber ich musste deine Rolle einem anderen geben.

Rene: Aber, aber… ich kann es bestimmt…

Lucas: Das geht jetzt nicht. Setz dich zu den Zuschauern, dann kannst du alles genau sehen.

Autor: Rene’s Augen füllten sich langsam mit Tränen. In diesem Moment kam der Onkel Jan und sagte leise zu Lucas.

Jan: Das kannst du nicht machen. Schau dir doch den Jungen an. Seine ganze Welt bricht zusammen, er hat sich so auf diesen Abend gefreut.

Lucas: Und wenn es nicht klappt???

Jan: Dann geht die Welt auch nicht unter. Aber ich glaube, dass Rene es bestimmt schafft!

Lucas: Also gut. Er kann mitspielen, aber nicht als Hirte.
(zu Rene gewandt)Rene, hör gut zu. Den Hirten spielt Andreas, das kann ich jetzt nicht mehr ändern. Aber du kannst seine Rolle übernehmen, den Wirt der Herberge. Wenn Josef und Maria kommen und nach einem Nachtlager fragen, brauchst du bloß den Kopf zu schütteln. Hast du verstanden? Du hast es ja in den Proben oft genug gesehen. Du musst nur im richtigen Moment den Kopf schütteln.

Autor: Rene wurde blass, doch er konnte nichts mehr erwidern, denn Lucas war schon davon gerannt. Es gab ja noch so viel zu tun. Punkt um acht Uhr hob sich der Vorhang und das Stück begann. Alles klappte prima. Seitlich der Bühne stand Lucas und beobachtete. Die Kinder spielten ausgezeichnet und die Engel sangen wunderbar. Langsam beruhigte sich Lucas. Das mühsame, wochen­lange Proben hat sich gelohnt. Alles lief wie am Schnürchen. Maria und Josef kamen in Bethlehem an. Sie sahen wirklich so müde aus, als ob sie tagelang unterwegs gewesen wären. Sie klopften bei der Herberge an und der Wirt mit seiner Frau traten heraus.

Josef: Wir kommen von weit her und sind so müde, zudem bekommt meine Frau ein Baby. Haben Sie nicht einen Platz, wo wir für die Nacht bleiben können?

Autor: Wie versteinert stand Rene da, seine Augen vor Entsetzen geweitet. Er öffnete seinen Mund, als ob er etwas sagen wollte, brachte aber keinen Ton heraus. Die Spannung im Publikum stieg. „Nein“- flüsterte ihm die Vera zu, doch Rene reagierte nicht. Tränen rannten über seine Wangen, als er Maria und Josef anschaute. Dann rettete die Wirtin die Situation.

Wirtin: (laut)Nein! Wir haben kein Platz!

Autor: Sagte sie laut, packte Rene am Arm, zog ihn in die Hütte und schlug die Tür zu. Und dann hörte man herzzerbrechendes Weinen.

Rene: Ich kann ihn nicht draußen lassen! Ich will den Herrn Jesus nicht wegschicken!

Lucas: Oh nein, dieser Bengel! Das ganze Spiel hat er vermiest. Ich habe es gewusst. Und diese perfekte Toninstallation, jetzt hat jeder im Saal das Weinen des Jungen gehört. Meine ganze Arbeit ist umsonst…

Autor: Wütend wandte sich Lucas zu Onkel Jan, doch er brachte kein Wort mehr heraus, als er die Tränen in den Augen des alten Mannes sah. Dieser flüsterte:

Jan: Du wolltest ein Weihnachtsspiel mit einer Botschaft, dein Wunsch ist in Erfüllung gegangen…

Autor: Und jetzt erst bemerkte Lucas, wie still es im Saal geworden war, denn in allen Ohren klangen noch die Worte:

Rene: (mit Echo)Ich kann ihn nicht draußen lassen! Ich will den Herrn Jesus nicht wegschicken!

Das Weihnachtsspiel mit einer Botschaft

Das Weihnachtsgeschäft

                     Das Weihnachtsgeschäft

Sprecher 1: Die kleine Stadt war ganz in Weiß gehüllt und wirkte wie ein Märchendorf. Das brachte die Leute richtig in Stimmung. Mütter eilten noch einmal über den Weihnachtsmarkt und gingen bepackt wieder nach Hause. Einige Männer schleppten Weihnachtsbäume und sahen aus wie der Nikolaus. Die Kinder hatten ihren Spaß am Schnee, sie waren an diesem herrlichen Tag am Rodelberg anzutreffen. Nur in der Amselstraße sah man an diesem Tag am Fenster der Erdgeschosswohnung eine plattgedrückte Nasenspitze. Dani Dopsa war wohl der einzige Junge, der sich nicht im Schnee tummelte. Er saß am Fenster, schaute hinunter auf die Straße und beobachtete die Leute. Er kannte alle Einwohner der Amselstraße. Es war keine große Straße. An anderen Tagen hatte er den Vorübergehenden zugewunken oder einen Gruß aus dem Fenster gerufen. Heute hatte er keine Lust.

Dani ärgerte sich über die Leute. Wenn er in ihre frohen Gesichter sah, wenn er die Weihnachtsbäume anschaute, welche die Väter für ihre Familien nach Hause schleppten, wurde er ärgerlich und neidisch. Als dann eine Schar Kinder mit ihren Schlitten an seinem Fenster vorbeizog, da war es aus mit seiner Fassung. Eine dicke Träne des Ärgers und auch des Selbstmitleids rann über sein Gesicht.

Dani: Warum ist bei mir alles so anders? Warum kann ich nicht mit ihnen spielen?

Sprecher 1: Dieses „Warum?“ hatte ihn schon oft beschäftigt, aber Grübeleien nutzten nichts. Dani war gelähmt und er wusste, dass kein Arzt ihm helfen konnte. Er wusste, dass er niemals seine Beine würde gebrauchen können.

Früher, noch vor einem Jahr, war das nicht ganz so schlimm für ihn. Da wohnte Vati noch bei ihm. Er hatte immer lustige Späße auf Lager und spielte am Abend „Mensch ärgere dich nicht“ und „Elfer raus“ mit ihm. Dabei hatte Vati meist verloren. Und in der Adventszeit, da sägten sie miteinander Figuren aus und malten sie an.

Aber nun waren seine Eltern geschieden. Er sah den Vater nur einmal im Monat, und da war dann alles anders als früher, als sie noch eine Familie waren.

Dani: (sitzt und überlegt) (Seufzer)Ach, es ist wirklich schrecklich. Die anderen Kinder können jetzt draußen rumtoben, und ich… Und dazu auch noch die Sache mit Mama und Papa, einfach schlimm! Ich sitze hier den ganzen Tag nur herum und tue gar nichts… (Pause)Jaaa, genau! Jetzt weiß ich was mir fehlt. Ich brauche einen Freund – das ist es!

Sprecher 2: Ja, da hat Dani doch wirklich eine tolle Idee bekommen, einen Freund wollte er haben. Aber wie sollte er das anstellen? Bis jetzt hatte er doch keine Freunde. Und er konnte sich doch keinen einfach so mal zu Weihnachten wünschen! Doch auch für dieses Problem fand er eine Lösung.

Dani: Genau, so mach ich es. Ich werde aus meinem Goldpapier kleine Sterne ausschneiden, und auf die weiße Rückseite etwas draufschreiben. Und dann werfe ich die Sterne aus dem Fenster, wenn ich Kinder unter meinem Fenster bemerke.

Sprecher 2: Gedacht – getan. Schnell gab er seinem Rollstuhl einen Schubs und lenkte ihn zu seinem Schreibtisch. Nach einigem Kramen zog er ein Stück Goldpapier aus seinem Fach. Daraus schnitt er zwanzig kleine Sterne. Auf die weiße Rückseite schrieb er dann: „Ich suche einen Freund! Wer will mit mir spielen und basteln? Dani Dopsa, Amselstraße 1.“ Ob das eine gute Idee war?

Dann richtete er sich entschlossen in seinem Rollstuhl auf und steuerte zurück zu seinem Fensterplatz. Jedesmal, wenn er Kinderstimmen hörte, warf er einige Sterne aus dem Fenster. Er sah auch, wie sich Kinder bückten und seine Sterne aufhoben. Ein Junge winkte zu ihm herauf. Ein anderer aber zerknüllte den Stern und warf ihn in den Schnee. Dani war es, als würden sie ihn selbst in den Schnee werfen. Keiner wollte Freundschaft mit ihm haben. Wieder stieg Hass in seinem Herzen auf. Alle freuten sich auf Weihnachten, alle schmiedeten Pläne. Nur er saß traurig da.

Dani: (sitzt zunächst niedergeschlagen, schreckt dann plötzlich auf)War da nicht eben etwas? Ach ja, die Klingel. Ist es Mutti? Ach nein, kann nicht sein; sie kommt erst nach sechs Uhr!

Sprecher 2: Mit zittriger Hand nahm er den Hörer der Sprechanlage. Würde sich gleich sein neuer Freund anmelden? Bevor Dani sich zu erkennen geben konnte, hörte er eine fröhlich Stimme aus dem Hörer.

Stefan: Ist dort Dani Dopser? Hier spricht Stefan Köhler. Mach bitte auf, ich will mit dir basteln.

Sprecher 2: Kaum hatte Dani den Knopf gedrückt, da stand Stefan mit einem Koffer schon vor ihm.

Stefan: (begeistert)Dani, ich habe eine Idee! Wir beide starten eine Weihnachtsaktion.

Dani: (erstaunt)Eine Weihnachtsaktion?

Stefan: Ja, genau. In unserer Straße gibt es so viele Leute, die einsam und traurig sind, denen machen wir eine Weihnachtsfreude.

Sprecher 2: Der gelähmte Junge schaute erstaunt auf. Er hatte noch nie daran gedacht, dass außer ihm noch jemand traurig sein könnte.

Dani: (skeptisch)Und an wen denkst du?

Stefan: (ohne zu zögern)Genau gegenüber von dir wohnt Monika, sie hat den Fuß gebrochen. In Haus Nr. 5 wohnt Oma Lüdke, die bekommt fast nie Besuch; sie ist sehr einsam. In Nr. 7 ist eine Familie neu zugezogen, die fühlen sich bestimmt noch fremd…

Sprecher 3: Stefan sprudelte richtig über. Dann fertigten sie beide eine Liste an. Zehn Leute wollten sie überraschen. Weihnachtssterne, Tannenzweige, einen Goldengel und eine Karte mit einem Vers sollten die Leute bekommen. Als der Plan fertig war schaute Dani seinen Freund fragend an.

Dani: Stefan, wie bist du auf diese Idee gekommen?

Stefan: Weil ich selber traurig und einsam war. Ich wohne noch nicht lange hier. Meine Eltern sind auch geschieden. Weil meine Mama arbeiten geht, bin ich viel alleine. Ich tat mir immer Leid und dachte, ich wäre der ärmste Junge auf der Welt.

Dani: (reißt vor Erstaunen den Mund auf während Stefan redet, dann leise)Dem geht es ja genau wie mir! Und ich dachte, ich wäre der Einzige…

Stefan: Eines Tages las ich in meiner Bibel, dass Jesus in die Welt gekommen ist, um unser Freund zu sein. Ich bat ihn, dass er mir die Sünden vergibt und mich seien Liebe spüren lässt. Es ist in meiner Familie alles beim Alten geblieben – Vati kam nicht zurück, Mutter musste weiterhin arbeiten – aber Jesus gab mir Freude, als ich traurig war. Er hat mich auch daran erinnert, dass es noch mehr einsame Menschen gibt, die er froh machen will.

Sprecher 3: Dani wurde plötzlich still. Er hätte nie gedacht, dass dieser Stefan an Jesus glaubte. Er sehnte sich danach, Jesus ebenso als Freund kennen zu lernen. Als er wieder aufschaute, hielt Stefan ihm eine kleine Bibel unter die Nase. Er hatte die Weihnachtsgeschichte aufgeschlagen. Dani las die Geschichte, die er schon so oft gehört hatte. Aber diesmal war es anders. Es war, als würde während des Lesens Jesus mit ihm reden.

Stimme: „Dani, auch für dich kam ich zur Welt, auch für dich bin ich dann gestorben und für dich bin ich auch auferstanden. Ich verstehe dich, weil ich auch einmal einsam war.“

Sprecher 3: In Danis Herz zog Freude ein und er nahm sich vor, in der Adventszeit nicht an seine Sorgen zu denken, sondern an andere, die auch einsam waren. Sein zweiter Vorsatz war, in der Bibel mehr über Jesus zu lesen, weil er allein ihn froh machen konnte.

Sprecher 4: Aus Oma Lüdkes Küchenfenster zogen verheißungsvolle Düfte. Die alte Frau wirtschaftete mit hochroten Wangen in ihrer Küche. Ab und zu blieb sie stehen und warf einen Blick aus dem Fenster, dann ging ein verschmitztes Lächeln über ihr faltiges Gesicht. Sie musste an den Vorabend denken.

(Pause)

Es hatte plötzlich Sturm geläutet. Als sie zur Tür kam…

Oma: Wer ist da? Ist denn niemand da? Seltsam. Nanu, was glitzert denn da im Licht der Lampe? O, ein kleiner Goldengel auf einem Tannenzweig mit vielen goldenen Sternen um sich herum! Wie niedlich!

Sprecher 4: Ja, so entdeckte Oma Lüdke die Weihnachtsüberraschung der beiden Freunde. Tränen traten ihr vor lauter Freude in die Augen. Es hatte jemand an sie gedacht, an sie, die alte, einsame Oma. Als sie dann im Lehnstuhl saß und die Karte las, musste sie an ihre Kindheit denken.

Oma: Ich habe vergessen, dass Jesus der Grund meiner Weihnachtsfreude ist. Ich habe nicht mehr daran gedacht, dass er auch für mich, eine alte, einsame Frau, in diese Welt gekommen ist.

Sprecher 4: Plötzlich zog eine große Freude in ihr Herz. Sie faltete die Hände und dankte dem Herrn Jesus, dass er auch für sie gekommen war.

Dann hatte sie eine Idee. Mit großen, zittrigen Buchstaben schrieb sie ein Plakat und heftete es an ihren Gartenzaun. Die Vorübergehenden schauten es staunend an. Einige schüttelten den Kopf, andere sagten: „Ich glaube, Oma Lüdke wird wunderlich.“ Die Leute konnten den Satz nicht verstehen. Nur einer, ein hochgewachsener Junge, schaute drauf und wusste Bescheid. Es war Stefan Köhler. Auf dem Plakat stand nämlich: „Ich suche meinen Weihnachtswichtel.“

Stefan, der ja selbst der Weihnachtswichtel war, ließ Oma Lüdke lange warten. Er musste zuerst Dani Dopsa Bescheid sagen, und dann wollte er warten, bis es schon etwas dunkel geworden war. Die Sache musste vorsichtig angepackt werden, er durfte von niemandem in der Amselstraße als Weihnachtswichtel erkannt werden.

Oma Lüdke schaute den ganzen Tag aus dem Fenster. Sie wollte schon die Hoffnung aufgeben. Endlich, kurz vor 6 Uhr, klingelte es.

Stefan: (lächelnd)Hallo, ich bin Ihr Weihnachtswichtel, aber nicht ich alleine, Dani Dopsa gehört auch dazu. Bei dem Glatteis konnte er aber nicht mitkommen.

Oma: Macht nichts, Stefan. Aber komm nur herein. Du kannst es dir nicht vorstellen, wie froh ich über euer Geschenk bin! Wie lieb von euch, dass ihr an so eine einsame, alte Frau denkt.

Stefan: Ja, wir haben uns vorgenommen, in der Adventszeit in diesem Jahr möglichst vielen Leuten eine Freude zu machen.

Oma: Das ist aber fein!

Stefan: Mh, das riecht aber lecker! Da läuft einem ja das Wasser im Mund zusammen.

Oma. Findest du wirklich? Hier, die sind für euch.

Sprecher 4: Mit diesen Worten stellte Oma Lüdke drei große Dosen, gefüllt mit goldgelben, köstlich duftenden Weihnachtssternen vor ihn auf den Tisch. Über das alte Gesicht ging dabei ein Strahlen, und bevor Stefan etwas fragen konnte, erklärte die Frau ihr Handeln.

Oma: Ich will in euren Wichtelclub eintreten. Nimm die Sterne mit und verschenkt sie weiter. Wenn ihr noch etwas braucht oder ich irgendwie helfen kann, dann gib mir bitte Bescheid.

Mit schnellen Schritten eilte Stefan zu Dani, jetzt gab es viel Arbeit. Sie mussten ihre Liste erweitern, neue Karten schreiben; ihr Weihnachtsgeschäft lief auf Hochtouren.

Das Weihnachtsgeschäft

Große Freude

Große Freude

Erzähler:Ganz oben unter dem Dache des großen hohen Hauses wohnte der Arbeitgeber Christoph Heine. Er lebte in sehr bescheidenen Verhältnissen, doch half ihm seine Frau soviel verdienen, dass sie und die drei Kinder keinen Mangel litten. Sie waren fromm und zufrieden und darum auch glücklich. Christoph Heine war in einem großen Kaufmannshause als Arbeiter angestellt; er hatte meistens auf der großen Diele zu tun.

Eines Tages war sein Herr längere Zeit dort anwesend und als er fortgegangen war, kehrte er nach kurzer Zeit wieder zurück, nicht ohne gewisse Erregung.

H Schwarz:Heine, haben Sie meine Brieftasche nicht gesehen? Sie muss mir aus der Jacke gefallen sein. Ich habe wichtige Papiere darin, und es würde mir sehr unangenehm sein, wenn es verloren wäre.

Heine:Nein ich habe nichts gesehen.

H Schwarz:Bitte, suchen Sie überall, ich setze einen Finderlohn von 20 Mark aus.

Erzähler:Ein anderer Arbeiter, Johann Born, kam dazu; er wusste auch von nichts. Unmutig ging Herr Schwarz fort. Alle Leute im Hause suchten, aber vergeblich. Born war einer der eifrigsten. Er war ein noch junger Mann und stand in besonderer Gunst bei seinem Arbeitgeber. Schließlich flüsterte er diesem zu:

Born: Es müsste jemand die Brieftasche genommen haben, anders ist es nicht möglich.

Erzähler:Herr Schwarz erschrak und sah ihn forschend an; aber er begegnete dem Blick freimütig. Es war in dem Augenblick sonst niemand da als Heine. Herr Schwarz wusste, dass es ihm schwer war, seine Familie durchzubringen. Er ließ Heine in sein Zimmer kommen und sprach offen und ernst mit ihm. Christoph Heine blieb dabei, er hätte nichts gefunden und genommen. Herr Schwarz verlangte, dass die Taschen der Arbeiter untersucht würden. Es geschah und – die Brieftasche, ohne Inhalt, wurde in Heiners Tasche gefunden.

H Schwarz:Geben Sie das Geld heraus, es waren 3.000 Mark darin, dann will ich die Sache unterdrücken, und Sie können sich anderswo Arbeit suchen.

Heine:Ich weiß wirklich nichts davon.

Erzähler: So musste das Gericht einschreiten und Heiner saß seit drei Wochen im Gefängnis. Ach, was für eine schwere, harte Zeit war das für seine Frau Sophie gewesen, und auch ihr ältestes Töchterchen, die elfjährige Christel verstand schon, wie bitter diese Trübsal war, während sich der siebenjährige Jakob und die zweijährige Hanne nicht weiter beunruhigten, und sich in ihren Weihnachtshoffnungen nicht stören ließen. Die Kleinen waren schon zu Bett gebracht, nun saß Christel mit der Mutter bei der Lampe, und beide nähten eifrig; Frau Sophie, um eine versprochene Arbeit zu beenden, und Christel, um Hannes Puppe ein neues Kleid zu machen. Beide schwiegen bis Christel merkte, dass die Mutter sich verstohlen die Tränen abwischte. Da sprang sie auf, umarmte sie stürmisch und rief:

Christel:Mutter, weine nicht, du sollst sehen, der liebe Gott gibt uns zu Weihnachten unseren lieben Vater wieder. Sechs Tage sind es noch bis heilig Abend, dann ist er hier!

Sophie:Mein Liebling, wir wissen nicht, ob Gott uns nicht noch länger prüfen will.

Christel:Aber Mütterchen, es ist ja Weihnachten, und alle Menschen sollen froh sein; die Lieder, die wir lernen, sind auch so fröhlich, und unsere Lehrerin sagte heute, das Wort:

Siehe, ich verkündige euch große Freude!“ gilt allen Menschen. Dabei habe ich wohl daran gedacht, dass dem lieben Christkind diese Freude gelten soll; aber ich habe immerfort gebetet, dass die große Freude auch zu uns kommen möge, unseren lieben Vater wieder zu haben.

Erzähler:Ehe die Mutter etwas erwidern konnte, klopfte es, und der Arbeiter Born trat ein. Er setzte sich zu Mutter und Tochter an den Tisch und fragte, wie es ihnen ginge. Frau Sophie hatte Strümpfe für ihn gestrickt, er kam um sie zu bezahlen. Prahlend klopfte er auf seine volle Geldtasche und erzählte, er wolle, so bald es anginge, nach Amerika fahren, hier in Deutschland sei für einen armen Menschen nichts mehr zu machen. Frau Sophie sah verwundert auf seine gefüllte Geldtasche und ihre Augen wurden immer größer als er sie öffnete und viele Goldstücke darin waren. Als Born ihrem Blick begegnete, wurde er verlegen:

H Born: Ich habe Glück gehabt, viel Geld gewonnen. Sind Sie in der Not? Ich gebe Ihnen etwas ab.

Sophie: Ich danke Ihnen, aber wir vertrauen auf Gott. Er bringt uns schon durch.

Erzähler: „O, wie schade“ dachte Christel, und Born, der ihre Gedanken erraten hatte, wandte sich an sie, legte einen blanken Taler vor ihr auf den Tisch und rief lachend:

H Born: So Kleine, dafür kaufst du dir etwas zu Weihnachten, auf den Vater könnt ihr nicht rechnen.

Christel:Vater ist bis zum Fest wieder bei uns und für dieses Geld will ich ihm etwas Schönes kaufen. Darf ich, Mutter?

Sophie: Ja .

H Born: Ich komme aus einer vergnügten Gesellschaft und muss jetzt noch zu anderen Freunden.

Erzähler:Frau Sophie war froh, als er fort ging. Sie leuchtete ihm die Treppe hinab, und als sie zurückkam, rief Christel ihr entgegen:

Christel:Mutter, denke doch nur, so viel Geld! Nun können wir einen Tannenbaum kaufen, Jakob kann ein Pferd bekommen, und Hanne eine neue Puppe; für dich besorgen wir auch etwas. Das meiste aber geben wir für Vater aus. Wird er sich über ein Paar Filzpantoffeln freuen? Oder sind sie zu teuer?

Sophie: Aber Christel, der arme gute Vater ist ja nicht hier.

Christel:Mutter, er kommt, du sollst es sehen, er kommt gewiss.

Erzähler:Frau Sophie setzte sich schweigend an die unterbrochene Arbeit, dabei fiel ihr Blick auf das Geldstück. Sie nahm es und besah es genauer, es war ein über 200 Jahre alter Taler. Sie wurde aufmerksam, den hatte Born kein Kaufmann gegeben. Ein schreckhafter Gedanke durchzog sie. Woher hatte er die vielen Geldstücke, die sie in seiner Geldtasche gesehen hatte? Diese Nacht fand sie keinen Schlaf, und als Christel am nächsten Mittag aus der Schule kam, eilte sie mit dem Taler fort. Hastig strebte sie vorwärts, bis sie vor dem Hause des reichen Handelsherrn Schwarz stand. Nun wollte ihr der Mut doch sinken, aber sie flehte in ihrem Herzen um Kraft und klopfte an die Tür des Kontors. Als sie sagte, dass sie Herrn Schwarz sprechen möchte, richteten sich viele neugierige Blicke auf sie. Der Kaufmann selbst aber winkte ihr, ihm zu folgen in das kleine Zimmer nebenan.

H Schwarz:Sie sind die Frau des Heine, der wegen Diebstahl im Gefängnis ist, nicht wahr?

Sophie:Mein Mann ist unschuldig.

H Schwarz:Sind sie in Not? Ich will Ihnen gerne helfen.

Sophie:Nein, darum kam ich nicht, sondern Sie zu fragen, ob dieses alte Geldstück Ihnen gehört?

H Schwarz:Ja, es war mit in der Brieftasche. Es war meine Gewohnheit, diesen Erbtaler immer bei mir zu tragen, woher haben sie ihn?

Erzähler: Frau Sophie erzählte, was sich gestern Abend zugetragen hatte. Mehr als einmal wollte Herr Schwarz sie unterbrechen, aber er bezwang sich. Als sie beendet hatte, ging er mit großen Schritten im Zimmer auf und ab; er sah sehr ernst aus. Endlich blieb er vor der Frau stehen und reichte ihr die Hand.

H Schwarz:Überlassen Sie mir die Sache, es liegt niemanden mehr daran als mir, die Wahrheit zu erfahren. Ich werde Ihnen Bescheid geben.

Erzähler:Frau Sophie ging fort, froh wie seit langen nicht mehr. Sie vermochte jetzt wieder zu hoffen. Herr Schwarz hatte ihr den Taler eingewechselt und ihr dafür zwei gegeben. „Das ist er Wert“ sagte er, und sie dankte Gott dafür.

Einen Tag nach dem andern wartete Frau Sophie nach Antwort, aber vergeblich, sie bekam nichts. Christel wurde immer fröhlicher. Sie sang bei der Arbeit und machte Pläne für die Festtage. Der ersehnte Weihnachtstag kam, die Geschenke waren alle eingekauft und sie hatten immer noch keine Nachricht von Herrn Heine. Frau Sophie seufzte – nun wurde ihres Kindes hoffen doch zu Schanden. Die Dämmerung brach herein Christel sang mit den Kleinen: “Ihr Kinderlein kommet“ und die Mutter zündete den Baum an. Jetzt merkte sie, wie sehr sie gehofft hatte, ihres Kindes Zuversicht möchte sich erfüllen – aber es war vergeblich gewesen. Sie faltete die Hände und bat Gott um Kraft und Geduld. Nun kamen die Kinder herein, jubelnd und frohlockend als gäbe es keine Schmerzen auf der Welt, Christel sagte:

Christel:Mutter, er kommt. Lasst uns erst singen: O du fröhliche, o du selige, Gnadenbringende Weihnachtszeit.

Erzähler: Als sie geendet hatten wurde langsam die Tür geöffnet, und auf der Schwelle stand der Erwartete. Wie ein Jubelruf klang’s durch den engen Raum. Dann empfing der blasse Mann die Seinen, und Freudentränen flossen in seinen Bart.

Herr Schwarz hatte die Sache sogleich mit großem Ernst in Angriff genommen, und Born hatte zuletzt seine Schuld gestanden, nachdem er erst frech und anhaltend seine Unschuld beteuert hatte. Er hatte die Brieftasche gefunden, geleert und dann in Heines Ledertasche gesteckt. Herr Schwarz hatte gewünscht, dass Heine am heiligen Abend zu den Seinen zurückkehrte und hatte persönlich darum gebeten. Da Born nicht mehr leugnete, war die Angelegenheit bald erledigt, leider hatte er von den 3.000 Mark schon 1.000 verschwendet, aber Herr Schwarz bekümmerte das weniger, als dass ein Unschuldiger gelitten hatte. Christoph Heine sollte nach dem Feste mit erhöhtem Tagelohn in seine alte Stellung eintreten. Als er kaum zu ende mit seiner Erzählung war, hörten sie draußen ein Stampfen und Rumoren, und dann wurde die Tür aufgerissen. Zwei der früheren Kameraden von Heine riefen fröhlich:

Kamerad:Besten Glückwunsch und Empfehlung von Herrn Schwarz, er schickt etwas zum heiligen Christfest.

Erzähler:Die Männer schüttelten einander die Hände, Dann eilten die Fremden wieder davon. Nun ging’s an ein Auspacken, die Freude und der Jubel wollten kein Ende nehmen, an alles hatte der gute Herr Schwarz gedacht. Da waren Kleiderstoffe und Lebensmittel, Spielsachen und Bücher. Es war allen als träumten sie, das schönste war und blieb aber doch, dass der Vater wieder da war. Heute abend wurde ein Festmahl hergerichtet und dann gingen die Kleinen zu Bett, Christel aber durfte noch aufbleiben.

Christel: Ich habe es gewusst, dass du kommst!

Heine:Sage noch einmal den Weihnachtsgruß auf.

Christel: Siehe, ich verkündige euch eine große Freude,

Heine:Große Freude! Große Freude! Herr Gott, sei hochgelobt in Ewigkeit!

Große Freude