Christliche Schatzkammer

Die Welt kann uns nicht Heimat sein!

Die Welt kann uns nicht Heimat sein!

Die Welt kann uns nicht Heimat sein,
wir sind nur auf der Reise.
Wir suchen die zukünftge Stadt,
die Jesus uns bereitet hat.
Und unsre kurze Erdenfahrt
soll sein zu Gottes Preise.

Die Welt kann uns nicht Heimat sein,
wir wandern dunkle Straßen.
Sie sind gesäumt mit Not und Leid,
doch immer hält uns Gott bereit
Erfrischung und Barmherzigkeit.
Er wird uns nie verlassen.

Die Welt kann uns nicht Heimat sein,
wir gehn dem Ziel entgegen.
Bleibt nicht bei Eitelkeiten stehn,
sagt allen, dass sie mit uns gehn.
Bald werden wir den König sehn.
Er kommt mit reichem Segen.

Der Tage, die verloren

Der Tage, die verloren

Der Tage, die verloren
beim Wandern nach dem Ziel,
und der verlornen Stunden –
ach, wie sind ihrer viel!

Verloren sind die Tage,
da leer das Herz uns blieb
und da kein höher Sehnen
uns nach der Heimat trieb.

Verloren sind die Zeiten,
da wir uns dieser Welt
und ihrem Bösen Treiben
und Wesen gleichgestellt. –

Herr, lehre Du uns zählen
die Tage, Stunden hier;
o lehr uns, sie zu weihen
nur Dir noch, Herr, nur Dir!

Sonst müssten wir beklagen
soviel verlorne Zeit,
wenn wir vor Dir einst stehen
im Licht der Ewigkeit.

Der freie Menschenwille

Der freie Menschenwille

Es ist schon später als du denkst,
Gott hat für dich es festgestellt.
Zu wählen hier auf dieser Welt,
Ein Heim für alle Ewigkeit.
Einst nach vollbrachter Lebenszeit.
Bedenke, dass Gott niemand zwingt,
Und mit Gewalt zum Himmel bringt.

Es ist schon später als du denkst,
Ein jeder Mann steht vor der Wahl.
Zu wählen Freude oder Qual,
Ein Erbteil dort im Vaterland.
Was wollest du, wo willst du hin?
Ja, wählen muss ein jeder Mann
Auch du hast es bewusst getan.

Es ist schon später als du denkst,
o frage dich auf deinen Knien
Wohin wird meine Seele ziehen?
Wenn du noch müsstest gehen,
Und vor dem großen Richter stehen,
Bedenke, es ist die höchste Zeit
Wo willst du sein in Ewigkeit?

Es ist schon später als du denkst,
Hast du ein Heim im Himmel dort,
für dich erkauft durch Christi Blut?
Wo du auf ewig ruhen kannst.
Wird dir nach wahrer Buß‘ die Ruh‘ zuteil?
O Seel‘ es ist kein Kinderspiel,
Erwähl dir doch das rechte Ziel.

Es ist schon später als du denkst,
wenn dich der Tod als Opfer fällt,
dann hast auf ewig ausgewählt
Dann ist’s zu spät, bedenk es heut‘
Zu spät für alle Ewigkeit.
Ja, Jesus mahnet, lockt und winkt
Doch niemand mit Gewalt bezwingt.

Es ist schon später als du denkst,
Den freien Willen, den Er gibt,
Den raubt Er dir nicht bis zum Grab,
nur du bestimmst es ganz allein,
Wo du in Ewigkeit willst sein.
Drum liebe Seel‘, mach dich bereit,
Dass du erlangst das weiße Kleid.

Abendruhe

Abendruhe

Abendruhe nach des Tages Lasten,
sei willkommen in der Stille mir!
O wie wohl tut’s nach der Arbeit rasten,
wenn der Friede wohnt im Herzen hier!
Wie wird’s erst am Feierabend sein,
gehn wir selig in die Ruhe ein!

Ja, es ist noch eine Ruh vorhanden
für den Knecht und für das Volk des Herrn;
wenn des Kampfes Hitze überstanden,
O dann ruht beim Herrn der Diener gern!
sel’ge Ruhe nach der Mühe Schweiß,
wenn die Arbeitstreu empfängt den Preis!

Himmelsheimat, stille Friedenswohnung,
wo kein Leid mehr ist und kein Geschrei,
wo des Heilands Nähe die Belohnung
für die Seinen ist, und alles neu!
Wo der Knecht sich froh zum Mahle setzt,
an des Herren Fülle sich ergötzt.

Christian Heinrich Zeller (1779-1860)