Christliche Schatzkammer

Mein Bergungsort

Mein Bergungsort

O Gottes Liebe, die mich rief
Aus dem Verderben groß und tief!
O Gnade, die mich suchte dort,
Warst meiner Seele Bergungsort!

Den, der die Welt erschaffen hat
Bekämpfte ich in Wort und Tat,
Verwarf die Gnade fort und fort,
Zu stolz für einen Bergungsort.

Das Dunkel liebt‘ ich, nicht das Licht
Und wollte Gottes Gnade nicht.
So lauschte ich der Schlange Wort
Ganz sicher – ohne Bergungsort.

Doch Gottes Gnade fand mich dann
Und legt‘ mir schwere Fesseln an.
Ich fühlt‘ des Teufels Hass und Mord
und brauchte einen Bergungsort.

Ich floh in Angst zum Sinai
Und beugt‘ vor dem Gesetz die Knie.
Doch immer klarer war mir dort:
Dies ist für dich kein Bergungsort.

Da sprach Sein Geist vom Himmel her:
Nur Gnade brauchst du, sonst nichts mehr.‘
Er brachte mich mit sanftem Wort
Zu Jesu, – meinem Bergungsort.

Ihn traf der Allmacht Zorngericht,
Die ganze Welt ertrug es nicht. –
Er aber nahm die Sünde fort
Und wurde unser Bergungsort.

Wenn noch so sehr der Donner grollt,
Das Schifflein schwankt, die Woge rollt,
Ich komme doch zum sichern Port;
Denn Jesus ist mein Bergungsort.

Noch wen’ge Tage wird es sein,
Dann ziehe ich in Kanaan ein.
Dort schau ich Dich, mein Heil, mein Hort!
Dich, meinen großen Bergungsort!

Jenes Land

Wann werden jenes Land wir sehen,
nach all der Schmach, nach Sorg und Leid?
Wann werden wir auf goldnen Gassen gehen,
nach dieser Erde Eitelkeit!

Dort gibts nicht Schmerz,
nicht Streiterei!
Dort freut sich jedes Herz!
Dort ist man endlich frei!

Dort ist nicht Hitze oder Kälte!
Dort ist nicht Nacht noch Finsternis.
Unvergleichbar ists mit unsrer Welt!
Er ist dort Licht! – Herr Jesus Christ!

Dort ist nicht Frechheit, Prahlerei!
Dort ist nicht Dummheit, schlechter Umgang.
Da ist nicht Angst noch Kriegsgeschrei!
Nein, dort ist Harfe sanfter Klang.

Dort gibt es keine Kämpfe mehr!
Vorbei ist alles Aufpassen und Bangen!
Es herrschet ganz allein der Herr!
Es gibt kein flehend Klagen!

Vorbei ist dann der Sünde Last!
Vorbei das schwere Harren!
Dort gibt es keine Hast.
Dort wird uns Ruhe widerfahren.

Dort wird das Blatt sich wenden!
Dort wird man endlich lachen!
Dort wird man ewig ernten!
Dort gibt es keine eitlen Sachen!

Kein Lernen wird es geben!
Keine Angst was zu vergessen!
Dort wird man endlich leben!
Dort wird man Lebensfrüchte essen!

Dort gibt es nicht Termine.
Dort gibt es keine Feinde.
Dort wird man Jesus dienen!
Vereint ist die Gemeinde!

Dort werden Tage nicht gezählt.
Ein Jahrtausend wechselt das nächste!
Offen ist, was hier verhehlt!
Dort gibt es nicht das Schlechte!

Und nach Jahrmillionen
werden Jahrmilliarden gehen!
Herrlich werden wir dort wohnen.
Vorbei ist all das eitle Streben!

Die Erde ist uns dann,
nur ein Planet!
Scheinen wirds uns wie ein Wahn,
dass wir mal dort gelebt!

Doch sind wir ja noch hier.
Mitten in dem Wahn der Zeit!
Weit scheint oft die Himmelstür!
Weit scheint die Ewigkeit!

Wir sind hier Gäste,
und oft vergessen wir es schnell!
Wenn wir so in der Hetze,
blendet das eitle Licht uns grell!

Was soll das Streben,
nach eitelem Gewinn?
Für Jesus muss man leben!
Dort ist des Lebens Sinn!

Ach Herr, bei dir bitten wir,
lass uns das Ziel nur sehen.
Lass uns ganz dienen dir,
Lass uns vorwärts, vorwärts gehen.

Lass uns im Stress
an Dich nur denken!
Und bald der Kummer uns verlässt,
denn Du wirst Gedanken schenken.

Herr lass uns Pilger nur verstehen,
dass darin ein tiefer Sinn,
diese Qualen zu durchstehen,
bis dort bei dir einziehn.

Nicht ein Bürger hier zu werden,
nicht was großes hier zu sein!
Wir sind Pilger nur auf Erden!
Darum lass uns nicht allein.

Amen

In Gottes Namen

In Gottes Namen

In Gottes Namen fahren wir,
Sein heil’ger Engel geh uns für
wie dem Volk in Ägyptenland,
das entging Pharaons Hand.

Herr, Du wollst unser Gleitsmann sein
und mit uns gehen aus und ein
und zeigen alle Steig und Steg,
wehren dem Unfall auf dem Weg.

So wird kein Berg noch tiefes Tal,
kein Wasser uns irren überall;
fröhlich komm’n wir an unsern Ort,
wenn Du uns gnädig helfest fort.

Herr Christ, Du bist der rechte Weg
zum Himmel und der einz’ge Steg;
hilf uns Pilgrim‘ ins Vaterland,
weil Du Dein Blut hast dran gewandt.

Im Sommer

Wie steht die Welt in satter Pracht,
wie grünt und glänzt, wie blüht und lacht
das sommerliche Leben! Wohin dein Auge leuchtend blickt:
die Flur im Garten, reich geschmückt
mit Ähren, Früchten, Reben!

Wie wird das Herz so licht, so weit
inmitten dieser Herrlichkeit
auf Gottes schöner Erde.
Ein leises Sehnen durchs Gemüt
wie Paradiesesahnung zieht,
dass nie es anders werde.

Jedoch wie bald, wie bald verdirbt,
zerfällt zu Staub, vergeht und stirbt
die sommerliche Fülle!
Der Herbst, der Winter kommt mit Nacht
und deckt gar bald die ganze Pracht
in winterliche Hülle.

Ach, hier auf Erden ist sie nicht,
die Stätte, wo das wahre Licht
den ew’gen Sommer gründet.
Hier ist nur Wechsel fort und fort,
erst droben ist der sel’ge Ort,
wo nie der Sommer schwindet.

Auf Erden kommst du nicht zur Ruh.
Heut lachst und liebst und lebest du,
und morgen musst du sterben.
Drum sorge, dass der Heiland dein
dich nimmt einmal zu sich dort ein.
O welch ein Sommer wird es sein,
wirst du den Himmel erben.

Ich bin hier nicht zu Hause!

Ich bin hier nicht zu Hause!

Hier bin ich nicht zu Hause,
Hier zieh‘ ich nur vorbei,
Durch Nacht und Sturmgebrause
Und Ängsten mancherlei,
Es geht mit schnellen Schritten
Durch’s dunkle Tal der Zeit,
Und bald ist’s ausgelitten,
Am Tor der Ewigkeit.

Hier bin ich auf der Reise,
Und gönn‘ mir keine Ruh‘,
Ein Heimweh zieht mich leise
Der obern Heimat zu,
Wie sollt ich mich beschweren
Mit Dingen hier im Lauf,
Die doch die Lasten mehren,
Und halten mich nur auf.

Hier werd ich mißverstanden,
Denn Zions Sprache spricht
In dunklen Erdenlanden
Der große Haufe nicht;
Der Weg ist oft so enge,
Der Pfad ist oft so schmal,
Hier kommt man im Gedränge
Wohl oftmals auch zu Fall.

Doch dort am Ziele winket
Mein Heiland mir schon heut;
Und in der Ferne blinket
Die Krone nach dem Streit,
Drum eil‘ ich hier auf Erden,
Mag’s kosten was es will;
Denn ich will selig werden,
Das ist mein rechtes Ziel.

Himmelslicht

Wie mag der blinde Bettler wohl gejubelt haben,
als ihm der Herr die köstlichste der Gaben,
das Augenlicht, mit gnäd’ger Hand geschenkt!
Nun war die Nacht, die lähmend sich gesenkt
auf all sein Tun, im Strom des Lichts entschwunden.
Nun hatte er im Licht das Leben erst gefunden.

Auch wir gehn alle, alle blind durchs Leben
und sehen nicht, was Gottes Hand gegeben:
Den ew’gen Reichtum, all Sein heil’ges Lieben,
das einst den Sohn zur Erde hat getrieben
und das nur segnen will durch Lust und Leid.
Blind sind wir alle für die Ewigkeit.

Erst wenn des Heilands Hände uns berühren,
wir Himmelslicht in unsrer Seele spüren.

Heimfahrt

Heimfahrt

Der Wimpel weht vom Maste,
die Heimat ist nicht fern;
mein Schifflein, nimmer raste,
sieh dort den Morgenstern!

Schon will’s im Osten tagen
in Farben, licht und zart.
Voraus denn, ohne Zagen!
Bald endet ja die Fahrt.

Ging’s auch durch Sturm und Fluten,
oft knapp vorbei am Riff-
in guten Händen ruhten
das Steuer und das Schiff.

Drum auf mein Schifflein, eile!
Dein Führer nimmer weicht;
noch eine kleine Weile,
dann ist das Ziel erreicht.

Bald geht dein Anker nieder
in ew’gen Ankergrund,
dann machen frohe Lieder
das Glück der Heimat kund.

Rudolf Brockhaus (l856- 1932)

Die Frage nach des Lebens Sinn

Die Frage nach des Lebens Sinn,
nach dem » Woher«, nach dem » Wohin«,
sie hat, wie dies Gedicht beweist,
bewegt, beschäftigt meinen Geist.

Beruht mein Sein, mein Leben nur
auf einem Zufall der Natur?
Liegt ihm zugrunde wohl ein Plan?
Wenn ja, in welcher Absicht dann?

Wer gibt mir Antwort? Find ich sie
durch Wissenschaft, Philosophie?
Der Theorien sind so viel,
jedoch, wie komme ich zum Ziel?

Was diese Fragen anbetrifft,
lehrt Gott mich in der heil’gen Schrift:
Mein Leben ist durch Ihn, Er gab
Leib, Seele, Geist und was ich hab.

Ich bin Geschöpf aus Seiner Hand,
mit Fähigkeiten und Verstand.
Gott will, dass ich in Demut auch
zu Seinem Lobe sie gebrauch.

Damit mein Leben glücklich sei,
erlöst von Schuld, geborgen, frei,
gab Er mir Heil durch Jesus Christ,
den Herrn, der mein Erlöser ist.

Ich darf Gott dienen, der mich schuf
in der Familie, im Beruf
ja, überall in dieser Welt,
am Platz, wo Er mich hin gestellt.

Als großes Ziel liegt mir bereit
im Himmel Gottes Herrlichkeit;
Sein eignes Wort verbürgt es mir.
Mein Gott, ich danke Dir dafür!

Es ist die letzte Stunde

Es ist die letzte Stunde

Es ist die letzte Stunde.
Habt ihr es schon bedacht?
Es geht von Mund zu Munde:
Ihr Gläubigen, erwacht!

Es ist die letzte Stunde.
Schaut auf zu eurem Herrn.
Vernehmt die frohe Kunde,
Er kommt, Er ist nicht fern.

Es ist die letzte Stunde.
Weiht nicht das Herz der Welt,
die, mit dem Feind im Bunde,
sich gegen Jesus stellt.

Es ist die letzte Stunde.
Lasst leuchten euer Licht,
damit in eurer Runde
das Zeugnis nicht zerbricht!

Es ist die letzte Stunde.
Bald werden wir Ihn sehn.
Dann jubeln Herz und Munde:
Wie unaussprechlich schön!

Droben ist Ruh

Droben ist Ruh

Pilger nur sind wir hier,
sehnsuchtsvoll eilen wir
der Heimat zu.
Geht’s auch auf rauher Bahn,
geht es doch himmelan;
darum getrost voran!
Droben ist Ruh.

Wenn auch die Feinde dräun,
Jesus will bei uns sein,
decket uns zu.
Führt uns durch Sturmgebraus
sicher ins Vaterhaus;
bald gehn wir ein und aus
in sel’ger Ruh.

Trifft uns hier Spott und Hohn,
herrlicher Gnadenlohn
winket uns zu.
Lasst uns dem Herrn vertraun,
gläubig nach oben schaun,
dort auf des Himmels Aun
ist endlich Ruh.

Bald, ja, bald schaun wir Ihn,
sinken anbetend hin,
jauchzen Ihm zu.
Sehn Ihn von Angesicht,
jubeln im Himmelslicht;
ewig nichts mehr gebricht!
Droben ist Ruh!