Christliche Schatzkammer

Einladung

Einladung

Der Gnadentag neigt sich zu Ende.
Komm, nütze noch die letzte Frist!
In Buße und im Glauben wende
Dich zu dem Heiland Jesus Christ.

Noch lässt dich Gottes Liebe bitten.
Bring deine Sünden zu dem Kreuz
Und glaub an den, der dort gelitten;
Denn keiner, der es tut, bereut’s!

Lass alle deine Argumente!
An Jesus kommst du nicht vorbei,
und wenn’s auch einmal erst am Ende,
am Tag des Weltgerichtes sei.

Soll dann sein Urteil dich verdammen,
dich übergeben ew’ger Pein?
O nein! Du sollst nicht in den Flammen
Des Feuersees verloren sein!

Doch bist in Christus du geborgen,
ist Jesus deines Lebens Licht,
so bricht dir an ein schöner Morgen,
dann kommst du nicht in das Gericht!

Der Gnadentag neigt sich zu Ende.
Komm, nütze noch die letzte Frist!
In Buße und im Glauben wende
Dich zu dem Retter Jesus Christ.

Bist du bereit?

Bereit?

Bist du bereit? – Wie ernst ist diese Frage,
die Gottes Geist an deine Seele stellt,
die dich verklagt im Gleichmaß unsrer Tage,
die dein Gewissen wie ein Blitz erhellt
Und zauderst du, hier gibt es kein Besinnen:
Noch ist die Freistatt dir geöffnet weit!
Dem höchsten Richter kannst du nicht entrinnen.
Bist du bereit?

Bist du bereit? O prüfe dich aufs neue,
bald wirst du ernten, was du hier gesät.
Hast du verachtet Gottes Lieb und Treue,
dann gilt auch dir das Wort: Zu spät! Zu spät‘
Nie wirst du dann das Licht des Himmels schauen,
die Heimat droben in der Herrlichkeit –
dann wartet deiner nur noch Nacht und Grauen.
Bist du bereit?

Bist du bereit? Noch kannst du Gnade finden
vor Gottes Thron, noch ist die Rettung da!
Tu Buße, glaube, dass auch deine Sünden
das Lamm getilgt am Kreuz von Golgatha
Vertrau auf Gott‘ Er wird dein Schifflein lenken,
wenn du dein ganzes Herz ihm hast geweiht.
Er will dir Freiheit, Glück und Frieden schenken.
Komm, sei bereit!

Bekehrung

Bekehrung

Ein Wort, das Millionen hassen,
Der Weltmensch und der Namenschrist;
Ein Wort, das viele nicht erfassen,
Das ihnen tief und dunkel ist;
Ein Wort, das manche nicht verstehn,
Und spottend dran vorübergehn.

Den Sinn des Wortes zu verstehen,
Das lernt man erst im Kämmerlein,
Durch Weinen, Beten, Ringen, Flehen
In wahrer Buß und Sündenpein,
Wenn man nicht ruht, bis Gott verzeiht
Und uns das Kindesrecht verleiht.

Dann ist der Mensch zu Gott bekehret,
Dann tritt er auf die schmale Bahn,
Und hat dem Feind den Krieg erkläret,
Dann fängt der bitt’re Kampf erst an.
Dann macht der Feind mit seinem Heer
Ihm manches mal das Leben schwer.

Doch dieses muss mit uns geschehen,
Wenn wir einst wollen selig sein,
Sonst müssen wir verloren gehen
In ew’ger Angst und Höllenpein.
Oh, kehre um in dieser Zeit,
Denn vor uns liegt die Ewigkeit.

Gnade ist’s

Gnade ist’s

Gnade ist’s, die mich befreit
von dem Joch der Schuld und Sünde.
Gnade ist’s die mich erneut,
die vom Aug‘ mir nahm die Binde.
Gnade hat mich durchgebracht,
nur die Gnade hat’s vollbracht.

„Gnade sei für dich genug“
sprachst Du, Herr, in stiller Stunde.
Gnade, die mich liebend schlug,
sie verband auch jede Wunde.
Gnade, Gnade nur allein,
soll mein einzig Rühmen sein.

Gnade ist’s, die mich nun trägt
durch mein Tagwerk‘ durch mein Leben.
„Gnade“ sag‘ ich, wenn man fragt:
Was hat dir die Kraft gegeben?
„Gnade nur ist’s“, so bezeugt
meine Seele tief gebeugt.

Gnade! Über sie hinaus
komm‘ ich nie auf dieser Erden.
Gnade soll, komm‘ ich nach Haus,
meines Loblieds Grundton werden.
Seine Gnade ja genügt,
wie’s der Herr auch für mich fügt.

AMEN

Unverdient gut

Unverdient gut

Unverdient gut! Welch herrliche Antwort
Wenn man dich fragt nach deinem Ergeh’n
Unverdient gut!, welch sicherer Standort
Wie auch die Stürme des Lebens durchweh’n
Ruhender Felsen in rauschender Flut
So wie es geht, geht es unverdient gut!

Glücklicher Mensch, der in Freuden und Leiden
So kann bekennen mit fröhlichem Mund
Der wie ein Schäflein auf saftigen Weiden
Wie auch auf dürrem und steinigem Grund
Weiß: in der göttlichen Hirten Hut
Hab ich es überall – unverdient gut!

O das ich’s könnte lernen von Herzen
Alles zu schauen in diesem Licht
Liebes und Böses, Freuden und Schmerzen,
Was mir beschert ist und was mir gebricht
Wie auch mein Gott mit mir handelt und tut
Alles ist heilsam und unverdient gut!

Schau nach erquickendem Schimmer ich wieder
Frühe des Morgenrots strahlenden Kranz
Oder drückt lärmende Sorge mich nieder
Tagt mir der Morgen ohn‘ Freude und Glanz
Quält mich der Anfechtung giftige Brut
Herr hilf mir zu sprechen: „es ist unverdient gut!“

Unverdient gut, das sei mein Bekenntnis
Wenn Gottes liebende Sonne mich wärmt
Unverdient gut, – sei auch mein Geständnis
Wenn meine Seele in Kummer sich grämt
Grünende Au – oder sengende Glut
Hab ich nur Ihn – Hab ich’s unverdient gut!

Unverdient gut – wollte, wie ich verdiene,
Gott mit mir handeln nach heiligem Recht
Wahrlich kein leuchtendes Himmelslicht schiene
Jemals mir, schlechtem, unnützem Knecht,
Sonne und Mond werden finster wie Blut
Doch Gottes Gnade macht’s unverdient gut.

Heute ich nicht kann verstehen den Weg,
den der Vater mich führt.
Mühsam zu gehen, doch einst
werde ich dankend gerührt
von jenseits der Flut –
Alles, Herr, alles war unverdient gut!

Gnade allein

Gnade allein

Gnade muss es sein –
Gnade allein!
Alles and’re geht in Stücke,
ist nur eine morsche Krücke.
Gnade muss es sein –
Gnade ganz allein!

Aller eigne Wert
nur den Hochmut nährt;
alles, was ich selbst erworben,
hat die Sünde ganz verdorben.
Gnade muss es sein –
Gnade ganz allein!

Wenn zu herb der Schmerz,
und schier bricht das Herz,
wenn im finstern Tal es dunkelt,
schau‘ ich auf: Trotz allem funkelt
mir der Gnade Schein.
Gnade muss es sein!

Also Gnad‘ allein,
Gnade muss es sein,
Gnad‘ zum Weilen, Gnad‘ zum Gehen,
Gnade, still beim Herrn zu stehen,
nichts als Gnad‘ allein,
Gnade muss es sein!

Von einem schwerkranken Gläubigen
in Leidenstagen niedergeschrieben.

Gefunden

Gefunden

Das rühm‘ ich als das größte
und allerbeste Gut,
dass Jesus mich erlöste
mit Seinem teuren Blut;
dass Er um mich geworben
mit ew’ger Liebestreu
und mir, da Er gestorben,
geschenkt das Leben neu.

Ein Wunder ist’s der Gnaden,
wie Er mich Armen fand
und meinen Fluch und Schaden
in Fried und Heil gewandt;
wie Er, des Heils Begründer,
auch zum Vollender wird,
dem allergrößten Sünder
der allertreuste Hirt.

Vom sündenkranken Wesen
gefall’ner Kreatur
bin ich durch Ihn genesen
zur göttlichen Natur.
Zum Gotteskind erhoben,
zum höchsten Hoheitsstand,
darf ich die Gnade loben,
die mich Verlornen fand.

Wie wird uns sein

Wie wird uns sein

Wie wird uns sein, wenn Er, der Hochgelobte,
Wie wird uns sein, wenn wir des Lammes Leuchte
der heiß ersehnte Herr, der Erde naht;
in heil’ger Freude folgen Schritt für Schritt,
wenn Seine Schar, die treue, kampferprobte,
wenn wir Ihn schaun, der sich hernieder beugte
Er ruft vom Kampfe heim, vom Glaubenspfad,
und namenloses Weh für uns erlitt;
wenn laut Sein Zuruf schallet in den Lüften,
wenn Ihn wir sehn in Seiner ganzen Schöne,
wenn Seine Stimm zu uns hernieder dringt
dort, wo der letzte Nebelschleier fällt,
und Seine Heil’gen steigen aus den Grüften,
wo keine Träne mehr, kein Klageton mehr,
weil dann Sein Sieg, der Seinen Tod verschlingt!
Wo keine Sünd uns mehr gefangen hält!

Wie wird uns sein, wenn wir verwandelt werden
in einem Nu, in einem Augenblick,
wenn der Posaune Schall wir hören werden,
Wie wird uns sein, wenn wir Ihn froh umgeben,
die uns zur Heimat ruft, zu sel’gem Glück;
e i n Hirte nur und e i n e heil’ge Schar,
wenn wir des Staubes Kleid, der Schwachheit Hülle,
wenn wir voll Dank das neue Lied anheben
den Leib der Niedrigkeit dann abgestreift,
Ihm, der errettet uns so wunderbar!
auf Wolken folgen mit des Lichtes Fülle
Wohlan, wohlan, ihr Brüder und ihr Schwestern,
die Herrlichkeit des Herrn uns ganz ergreift!
Ihr, die Erlösten, haltet euch bereit!
Er kommt, Er kommt, der Jesus Christus!
Wie wird uns sein, wenn wir der Erde Dunkel,
derselbe heut und auch in Ewigkeit!
Das Leid und Weh auf ewig dann entfliehn
und bei des Morgensternes Lichtgefunkel
mit Jubelschall ins Vaterhaus einziehn!

Wenn Ihn, den Herrn, wir droben froh begrüßen,
der hier uns nahe war schon allezeit;
des Lebens Strom hinrauscht zu unsern Füßen
und unser Auge schaut nur Herrlichkeit!

Wie lange?

Wie lange?

Wie lange, ach, mein Gott, wie lang‘,
Seufzt mancher Pilgrim angst und bang‘,
Wie lange währt die dunkle Nacht?
Wie lange, bis der Morgen tagt?

Wie lange? Das weiß Gott allein,
Und du sollst still und ruhig sein,
Wie lange, das hat Er bestimmt,
Bis all dein Leid ein Ende nimmt.

Wie lange noch die Prüfungsfrist,
Bis du wie Gold geläutert bist?
Wie lang‘ du noch in diesem Stand,
Das ist dem großen Gott bekannt.

Wie lange? Ach, was quälst du doch
Mit dieser Frag‘ dich immer noch?
Du grämst dich oftmals, ach, so sehr,
Und machst die Last dir doppelt schwer.

Ach leg doch deinen Gram und Schmerz
Noch heute an des Heilands Herz.
Und mach‘ dir keine Sorgen mehr,
Dann ist die Last nicht mehr so schwer.

Einst dankst du Gott in Ewigkeit
Für diese kurze Leidenszeit.
Und singst mit himmlischem Gesang:
„Die Zeit der Leiden war nicht lang!“

Was würdest du tun?

Was würdest du tun?

Was würd`st du tun,
würd dir gesagt nun werden:
Dies heute ist der letzte Tag,
den Gott dir gibt auf Erden.

Wie würdest du entscheiden dann
wo du bis heut die Kraft nicht hattest,
zu fliehen aus der Sünde Bann.
Oh spürst du nicht der Sünde Last?

Es muss nicht große Sünde sein,
oft sind’s die Kleinigkeiten,
doch härten sie das Herze dein:
es lässt sich nicht mehr leiten.

Doch du, der du die Zeilen liest,
spürst du nicht heilges Mahnen?
Er nun tief in dein Herze sieht,
er kennt dein Wünschen, Planen!

Gott selbst hat ernst zu uns gesprochen
will er die letzten rufen wach
bevor er heimholt die Gemeinde?
Oh sag, denkst du darüber nach?

Und wieder steigt vor mir die Frage,
wie eine große Wahrheit auf:
Was würd‘ ich tun, wenn heute wäre,
für mich der letzte Tageslauf?