Christliche Schatzkammer

Meines Gottes Güte

Ob auch von Deiner Vatergüte
so manches Lied hier schon erklingt –
der Glaub‘ mit dankbarem Gemüte
Dir immer noch ein neues singt.

Dass Deine Hand die Lilien kleidet,
die Raben speist, die Fluren schmückt,
dass sanft Dein Allmachtsarm mich weidet –
wie hat es oft mein Herz erquickt!

Ja, dass gewaltig Deine Güte,
erfuhr ich oft und rühm‘ es gern;
des Lebens reinste Freudenblüte –
sie war im Dunkel stets mein Stern.

Doch als in finstern Schicksalsstunden
ich glaubensarm am Boden lag,
da hab‘ ich erst so recht empfunden,
was Deine Güte all‘ vermag.

Da hast Du Dich zu mir geneigt,
mich liebend an Dein Herz gedrückt;
Verstehn, Erbarmen mir erzeiget,
und nicht mich zürnend angeblickt.

Da hast Du gütig meine Augen
geöffnet, um Dein Tun zu seh’n,
und mehr als je an lichten Tagen
Dich, Gott der Treue, zu versteh’n.

Ja wahrlich! Alle Erdenschmerzen,
selbst tiefster Trübsal höchste Pein
sind Diener nur dem Vaterherzen,
um meine Seele zu erfreu’n.

Drum will ich froh und dankbar singen,
mein Leben lang, in Freud‘ und Leid.
Bald wird mich Gottes Güte bringen
ins Vaterhaus, zur Herrlichkeit.

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