Christliche Schatzkammer

Der Weihnachtsbrauch unter der Lupe

Liebe Geschwister, jedes Jahr feiert die Christenheit Weihnachten um damit an die Geburt seines Retters zu denken. Als Christen sind wir von einer Freude erfüllt, das Gott uns seinen Sohn gab, den verheißenen Messias, der für unsere Sünden starb und uns das Heil erwarb. Die ganzen Feierlichkeiten werden von der Welt jedoch anders genutzt. Man kauft ein, stellt den Weihnachtsbaum auf und macht den Kindern Geschenke. Die Wirtschaft denkt sich jedes Jahr neue Aktionen und Produkte zu Weihnachten aus und freut sich schon auf die satten Gewinne. Für einen Retter ist da kein Platz. Auch uns Christen droht die Gefahr sich zu sehr mit den irdischen Vorbereitungen zu verstricken, all die Vorschriften für ein gelungenes Weihnachtsfest einzuhalten, damit ja auch alle glücklich sind. Doch liegt das Glück im Kerzenschein und dem Weihnachtsbraten? Ich hoffe nicht!
Ich habe mir daher die Mühe gemacht, die Entwicklung des Weihnachtsbrauchs kurz zu beleuchten.
Widmen wir uns zuerst dem Datum. Wurde Jesus tatsächlich in der Nacht vom 24.12. auf den 25.12. geboren? Sicher nicht, in der Bibel steht nichts davon. Doch warum hat man dann dieses Datum gewählt? Schon früher hatten heidnische Völker einen Sonnengott den sie anbeteten, das änderte sich auch nicht, als das römische Imperium in der Antike zahlreiche Staaten eroberte und sie in sein Imperium integrierte. Zahlreiche Sonnengottkulte, insbesondere der griechische und syrische, verschmolzen zu einem einflussreichen Kult, so dass römische Kaiser diesen Kult zur Reichsreligion erhoben. Ende des Jahres 274 n. Chr. weihte Kaiser Aurelian diesem Gott einen neuen Tempel und setzte den 25. Dezember zum staatlichen Festtag des Sonnengottes ein. Diesem Gott zu Ehre wurden riesige Feiern veranstaltet. Zahlreiche Kaiser ließen in ihren Legislaturperioden auch Münzen mit dem Sonnengott prägen. Als das Christentum seinen Siegeszug antrat und schließlich 380 zur römischen Staatsreligion wurde, musste etwas gegen den bestehenden Sonnenkult getan werden. Da die Bevölkerung gewohnt war am 25.12. frei zu haben und zu feiern, hat man sich entschlossen, dieses populäre Fest zu verdrängen oder auch anders gesagt zu „christianisieren“ in dem man die Geburt Jesu auf diesen Tag festsetzte.
Kommen wir nun zu dem Weihnachtsbaum. Auch hiervon ist in der Bibel nichts erwähnt. Die Entwicklung des Christbaumes hat keinen eindeutigen Anfang, sondern setzt sich aus Bräuchen verschiedener Kulturen zusammen. In immergrünen Pflanzen steckt Lebenskraft und darum glaubte man, Gesundheit ins Haus zu holen, wenn man sein Zuhause mit Grünem schmückte. Bereits die Römer bekränzten zum Jahreswechsel ihre Häuser mit Lorbeerzweigen. Einen ganzen Baum zur Wintersonnenwende aufzustellen und zu schmücken, also am 25.12., ehrte auch den Sonnengott und war Teil des Sonnengott-Kultes. Auch in nördlichen Gegenden wurden im Winter schon früh Tannenzweige ins Haus gehängt, um bösen Geistern das Eindringen und Einnisten zu erschweren und das Grün gab Hoffnung auf die Wiederkehr des Frühlings. Ab etwa 1521 gibt es schriftliche Quellen, die belegen, dass in vereinzelten Städten reiche Bürger einen Weihnachtsbaum mit Weihnachtsschmuck in ihren Häusern aufstellten. Seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann dann die richtige Massenaufstellung der Weihnachtsbäume, denn immer mehr Leute konnten sich einen Weihnachtsbaum und Weihnachtsschmuck leisten. Achtung, jetzt kommt ein Zitat: „Die Kirche, der große Waldgebiete gehörten, schritt gegen das Plündern des Waldes zur Weihnachtszeit ein und billigte diesen „heidnischen“ Brauch nicht. Mit der Zeit aber gab sie den Widerstand gegen den Brauch langsam auf.“ Das heißt, die katholische Kirche hielt zu Beginn das Aufstellen des Weihnachtsbaumes für einen heidnischen Brauch und war dagegen. Woher kam die Wende, dass es später gebilligt wurde? Dazu später mehr. Das Aufstellen des Weihnachtsbaumes, war historisch betrachtet eine deutsche „Erfindung“. Es ist nachgewiesen, das dieser Brauch zunächst nach ganz Europa exportiert wurde und später auch auf die anderen Kontinente überschwappte.
Vor dem Weihnachtsbaum war es schon etablierter Brauch zu Weihnachten Krippen aufzustellen. Da es damals keine Bilder, Fotos, Computer und Fernsehen gab, hat man so versucht den Menschen die Geschichte von der Geburt Jesu näher zu bringen. Doch auch dieser Brauch wurde nach und nach stark kommerzialisiert, es kamen immer mehr Figuren hinzu und die Reichen trachteten danach sich gegenseitig zu überbieten, wer die größte und beste Krippe hatte. Ab 1517 begann in Deutschland die Frühphase der Reformation. Die Reformatoren brachen mit dem Brauch des Krippenaufstellens, so dass dieser Brauch zunächst hauptsächlich nur in der katholischen familiären Weihnachtsfeier übrig blieb. Ab da war es auch der evangelische Norden Deutschlands, der als erster mit der Aufstellung des Weihnachtsbaums begann. Dieser Brauch wurde nach und nach so stark, dass die katholische Kirche ihren Widerstand dagegen aufgab und auch den eigenen Kirchenmitgliedern erlaubte Weihnachtsbäume aufzustellen, um sie nicht als Kirchenmitglieder zu verlieren. Der Grund warum sich der Weihnachtsbaum bei den Evangelischen verbreitet hatte war folgender:
Seit dem 6. Jahrhundert verehrt die Russisch-Orthodoxe Kirche, Nikolaus von Myra, einen Bischof, der im 4. Jahrhundert lebte und wirkte, als ihren größten Heiligen. In vielen anderen Ländern ist Nikolaus auch unter folgenden Namen bekannt: Sint Nicolaas oder Sinterklaas (Niederlande und Flandern), Saint Nicholas (England und Irland), Santa Claus (Nordamerika), Святой Николай / Sviatoi Nikolai (Russland).
Nikolaus von Myra starb am 6. Dezember, das wurde nachher auch sein Namenstag. Die katholische Kirche übernahm die Verehrung dieses Heiligen und die mit der Verehrung verbundenen Bräuche ungefähr ab dem 10. Jahrhundert. Diese begannen dann sich auch in Deutschland zu etablieren. Ein Teil des Brauchs war die Gabenverteilung am 6. Dezember an Arme und Bedürftige. Daraus entwickelte sich die Bescherung der eigenen Kinder in einer Familienfeier. So traurig es für die Kinder auch klingen mag, aber vor dem 15. Jahrhundert gab es überhaupt keine Geschenke an Weihnachten, höchstens ab dem 10. Jahrhundert am 6. Dezember, wo sich der Brauch bereits etabliert hatte. Folgendes ist davon auch heute als Brauch bekannt:
Der Einlegebrauch, das heißt das nächtliche Füllen der Schuhe, die die Kinder vor die Tür stellen sollen und der Wunschzettelbrauch, das heißt die Kinder werden angehalten, ihre Geschenkwünsche auf einem Wunschzettel festzuhalten.
Da die reformierte Kirche keine Heiligen Verehrung praktiziert und auch deren Namenstage nicht feiert, verlegte Luther höchst persönlich die Bescherung auf Heiligabend. Da der evangelische Gabenbringer auch nicht mehr St. Nikolaus heißen konnte, änderte Luther den Namen in „ der Heilige Christ“, später entstand daraus die Bezeichnung Christkind. Nach 1800 wurde aus Knecht Ruprecht, ursprünglich der strafende Begleiter von Nikolaus und Christkind, allmählich der Weihnachtsmann. Ursprünglich hat man nur die Kinder beschert, erst in jüngerer Zeit beschenken sich auch Erwachsene.
Da die Bescherung im evangelische Norden nun auf die Nacht vom 24. auf den 25. Dezember verlegt wurde, machte es Sinn, die Geschenke wie im katholischen Brauch irgendwo zu verstecken, um dem Brauch eine feierliche und spannungsvolle Note zu geben. Und da kaum der alte Brauch von einem geschmückten Tannenbaum eben recht und wurde ebenfalls „christianisiert“. Da diese Art des Feierns gut ankam, übernahmen auch Katholiken das Aufstellen des Weihnachtsbaums und die Bescherung am 24.
In unserer heutigen Zeit gibt es keine Rivalität mehr zwischen Katholisch oder Evangelisch. Sondern beide Bräuche haben sich vermischt. Je nach Möglichkeit stellt man eine Krippe und einen Weihnachtsbaum auf, je nach Möglichkeit beschenkt man die Kinder am 6. 12. und auch am 24. 12. Doch lasst uns nun diese historisch, politisch, religiöse Entwicklung des Weihnachtsfestes bei Seite tun und uns nochmal auf das wesentliche Geschenk besinnen, was uns Gott gemacht hat. Er gab uns seinen Sohn aus Liebe, damit wir ewiges Leben haben können. Hast du, lieber Leser, dieses Geschenk schon angenommen? Wenn ja, nutzt du es oder hast du es schon vergessen und verloren wie man manchmal irdische Geschenke verliert?

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