Christliche Schatzkammer

Unverdient gut

Unverdient gut

Unverdient gut! Welch herrliche Antwort
Wenn man dich fragt nach deinem Ergeh’n
Unverdient gut!, welch sicherer Standort
Wie auch die Stürme des Lebens durchweh’n
Ruhender Felsen in rauschender Flut
So wie es geht, geht es unverdient gut!

Glücklicher Mensch, der in Freuden und Leiden
So kann bekennen mit fröhlichem Mund
Der wie ein Schäflein auf saftigen Weiden
Wie auch auf dürrem und steinigem Grund
Weiß: in der göttlichen Hirten Hut
Hab ich es überall – unverdient gut!

O das ich’s könnte lernen von Herzen
Alles zu schauen in diesem Licht
Liebes und Böses, Freuden und Schmerzen,
Was mir beschert ist und was mir gebricht
Wie auch mein Gott mit mir handelt und tut
Alles ist heilsam und unverdient gut!

Schau nach erquickendem Schimmer ich wieder
Frühe des Morgenrots strahlenden Kranz
Oder drückt lärmende Sorge mich nieder
Tagt mir der Morgen ohn‘ Freude und Glanz
Quält mich der Anfechtung giftige Brut
Herr hilf mir zu sprechen: „es ist unverdient gut!“

Unverdient gut, das sei mein Bekenntnis
Wenn Gottes liebende Sonne mich wärmt
Unverdient gut, – sei auch mein Geständnis
Wenn meine Seele in Kummer sich grämt
Grünende Au – oder sengende Glut
Hab ich nur Ihn – Hab ich’s unverdient gut!

Unverdient gut – wollte, wie ich verdiene,
Gott mit mir handeln nach heiligem Recht
Wahrlich kein leuchtendes Himmelslicht schiene
Jemals mir, schlechtem, unnützem Knecht,
Sonne und Mond werden finster wie Blut
Doch Gottes Gnade macht’s unverdient gut.

Heute ich nicht kann verstehen den Weg,
den der Vater mich führt.
Mühsam zu gehen, doch einst
werde ich dankend gerührt
von jenseits der Flut –
Alles, Herr, alles war unverdient gut!

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