Christliche Schatzkammer

Im Sommer

Wie steht die Welt in satter Pracht,
wie grünt und glänzt, wie blüht und lacht
das sommerliche Leben! Wohin dein Auge leuchtend blickt:
die Flur im Garten, reich geschmückt
mit Ähren, Früchten, Reben!

Wie wird das Herz so licht, so weit
inmitten dieser Herrlichkeit
auf Gottes schöner Erde.
Ein leises Sehnen durchs Gemüt
wie Paradiesesahnung zieht,
dass nie es anders werde.

Jedoch wie bald, wie bald verdirbt,
zerfällt zu Staub, vergeht und stirbt
die sommerliche Fülle!
Der Herbst, der Winter kommt mit Nacht
und deckt gar bald die ganze Pracht
in winterliche Hülle.

Ach, hier auf Erden ist sie nicht,
die Stätte, wo das wahre Licht
den ew’gen Sommer gründet.
Hier ist nur Wechsel fort und fort,
erst droben ist der sel’ge Ort,
wo nie der Sommer schwindet.

Auf Erden kommst du nicht zur Ruh.
Heut lachst und liebst und lebest du,
und morgen musst du sterben.
Drum sorge, dass der Heiland dein
dich nimmt einmal zu sich dort ein.
O welch ein Sommer wird es sein,
wirst du den Himmel erben.

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