Christliche Schatzkammer

Die ihn aufnahmen

Die ihn aufnahmen

Paul: (stöhnt auf / schaut sich um / Ein Blick fällt auf den Kalender / erschreckt) Was? – Morgen ist wieder der 24., dann ist es schon zwei Jahre her. Zwei Jahre ist eine lange Zeit. – Dann ging sie weg, einfach so. Ich sehe heute noch, wie sie mühsam versuchte ihre Tränen zu unterdrücken, ihre Sachen packte und ging. Die Tür fiel ins Schloss, ich hätte schreien können, doch ich schwieg, ich hätte weinen können, doch ich starrte nur stumm auf die Tür, und dann diese Leere. Warum habe ich sie bloß wieder weggeschickt, als sie bereit war zurück zu kommen? … (sie klopft) Ach, wozu denke ich noch darüber nach, es hat ja doch keinen Sinn! (seufzt) (sie klopft) (verwirrt) Hat es geklopft? Das kann nicht sein, mich besucht doch niemand. (klopft) Wer ist da? Herein! (seine Frau tritt ein) (fassungslos) Julia, du??!

Julia: Paul, ich… ich wollte dir etwas bringen. Ich… (überreicht ihm ein Geschenk)

Paul: Julia! … Äh, setz dich bitte!

Julia: Willst du nicht auspacken?

Paul: Die Bibel!?

Julia: Ja, die Bibel. Sie hat mein Leben total verändert. (Pause) Weißt du, bei unserm letzten Streit, war ich zu stolz, um nachzugeben. Lieber wollte ich gehen, als bei dir um Verzeihung zu bitten. Danach kam eine furchtbare Zeit, ich merkte, wie sinnlos und leer mein Leben war. Ich irrte umher und suchte vergebens nach ein bisschen Glück und Liebe. Dann lernte ich Menschen kennen, die so eine innere Ruhe und Geborgenheit ausstrahlten, nach der ich mich immer gesehnt habe. Sie schenkten mir eine Bibel, die sie auch selbst auslebten.

Paul: Aber – wie hat die Bibel dein Leben verändert?

Julia: Durch sie lernte ich Jesus Christus kennen, der an Weihnachten auf diese Welt kam. Obwohl er der Sohn Gottes war, kam er um für meine und für deine Schuld zu sterben, damit wir ewig leben können.

Paul: Das verstehe ich nicht. Was hatte er denn davon?

Julia: Eigentlich gar nichts. Aber er hat uns so sehr geliebt, dass er kam, damit wir nicht sterben brauchen. Und was ich nicht verstehen kann, ist, dass die Menschen so lieblos sind. Er kam in sein Eigentum, aber sie nahmen ihn nicht auf.

Paul: Woher weißt du das?

Julia: Das steht in der Bibel. Warte, ich zeige dir die Stelle. (Joh. 1,11-12). Das habe ich selbst erfahren. Ich habe Jesus in mein Leben aufgenommen und bin nun ein Kind Gottes geworden. Ich habe eingesehen, dass ich vieles verkehrt gemacht habe, auch der Streit damals. Kannst du mir vergeben, es tut mir wirklich leid.

Paul: Natürlich vergebe ich dir, aber… willst du nicht hier bleiben? Willst du nicht zurückkommen?

Julia: Meinst du wirklich? Ich würde sehr gerne kommen.

Paul: Ja, natürlich.

Julia: Gut, ich muss nur noch schnell meine Sachen holen.

(Musik)

Sprecher: So schnell hatte Julia noch nie ihre Koffer gepackt. Bevor sie sich auf den Weg zurück machte, dankte sie Gott, dass er ihr Gebet erhört hatte und legte ihm auch alles Weitere in die Hände. Indessen hatte Paul viele Dinge, über die er nachdenken musste. Immer wieder las er den Vers:

Paul: (liest Joh 1,11) Warum haben sie ihn denn nicht aufgenommen? – Aber Moment ‚mal, wie war das mit meiner Frau? Sie kam auch zu mir zurück, nachdem sie weggelaufen war und ich wies ihr die Tür. Aber, Jesus hatte doch gar nichts Böses im Sinn, warum wurde er denn dann abgewiesen?

Julia: Guten Abend Paul. Da bin ich wieder.

Paul: Schön, dass du da bist. Ich habe so viele Fragen.

(Musik)

Sprecher: Während Julia versuchte seine Fragen zu beantworten, wurde Paul immer klarer, dass auch er Jesus aufnehmen musste. Als er nun im Gebet Jesus die Tür öffnete, fiel ein Strahl wahrer Weihnachtsfreude ins Herz.

Paul: Du Julia, ich muss immer wieder über den Vers nachdenken.

Julia: Was meinst du?

Paul: Du hast doch gesagt, dass die Juden Jesus nicht aufnahmen. Warum denn nicht?

Julia: Ja, warum? Warum nehmen die Menschen Jesus heute nicht auf?

Paul: Ich hab’s. Bestimmt wissen sie nichts von ihm!

Julia: Aber ich kenne doch Leute, die Jesus aufgenommen haben.

Paul: Warum sagen sie es denn nicht weiter? Ich muss es tun, die Menschen müssen es doch auch erfahren, was Weihnachten wirklich bedeutet.

Julia: Aber…

Paul: (unterbricht) Ich gehe in die Einkaufsstraße, dort kann ich die meisten Menschen erreichen. Ich lade sie ein und dann erzählen wir ihnen, was Weihnachten ist. Backst du schon einmal Plätzchen?

Julia: Aber Paul, du wirst doch nicht…

Paul: Natürlich, werde ich. Mach dir keine Sorgen um mich. Ich bin bald wieder da.

Sprecher: Klare Luft umfing Paul, als er auf die Straße trat. Er schlug den Mantel Kragen hoch und blickte um sich. Er sah lachende Kinder, die einen Schneemann bauten, und andere die mühsam versuchten die wirbelnden Schneeflöckchen einzufangen. Dann hob er seinen Blick und blinzelte, durch die im Sonnenlicht glitzernden Flocken hindurch, nach oben. Er dankte Gott, dass nicht nur außen die Sonne schien, sondern auch in seinem Herzen das Licht der Liebe Gottes strahlte, als er in die Einkaufsstraße trat und ihn immer mehr Leute umgaben.

Paul: Guten Tag. Wissen Sie schon, dass Jesus geboren ist?

Geschäftsmann: Lassen Sie mich. Ich habe es eilig.

Paul: Aber…

Geschäftsmann: Gehen Sie aus dem Weg, ich habe noch wichtige Aufträge zu erledigen!

(geht weg)

Paul: Wissen Sie denn schon, dass Jesus geboren ist?

Frau: Jesus?

Paul: Ja, Jesus. Er kam an Weihnachten als Kind auf diese Erde um…

Frau: Die Geschichte ist doch uralt. Was wollen Sie überhaupt?

(geht weg)

Paul: (total verdutzt) Seltsam.

Ehemann: Was stehen Sie hier im Weg? Gehen Sie doch zur Seite. Wir müssen durch!

Paul: Jesus ist doch geboren!

Ehefrau: Entweder gehen Sie vor oder zurück, aber bleiben Sie nicht mitten im Gedränge stehen!

Paul: Aber… Jesus ist doch geboren!

Ehemann: Das interessiert uns nicht. Wir haben wichtigeres zu tun.

(gehen weg)

Paul: (fassungslos) Das gibt es ja wohl nicht. Das kann nicht sein. Er kommt in sein Eigentum, und die seinen nehmen ihn nicht auf. – Nein! Das darf nicht wahr sein!

Bettler: Haben Sie etwas Geld für mich? Ich bin arbeitslos und habe nichts zu essen.

Paul: Nein, ich habe kein Geld. Aber kommen Sie doch mit mir nach Hause. Ich möchte mit Ihnen Weihnachten feiern.

Bettler: Weihnachten? Das gibt es bei mir schon lange nicht mehr.

Paul: Und doch kann es für Sie wieder Weihnachten werden, ich habe es auch erlebt. Kommen Sie doch mit, dann erzähle ich Ihnen, wie es bei mir war. (begeistert)

Bettler: Meinen Sie wirklich?

Paul: Ja, natürlich.

(gehen los, treffen einen Christen)

Christ: Darf ich Ihnen ein Traktat anbieten?

Paul: Was ist denn das?

Christ: Es geht um die Geburt Jesu Christi.

Paul: Wie, glauben Sie an diese Geschichte?

Christ: Ja, natürlich. Das ist mehr, als eine Geschichte, Jesus kann auch heute in Ihren Herzen geboren werden.

Paul: Das habe ich selbst erfahren. Aber die anderen wollen nichts davon hören.

Christ: Dann sind Sie ja auch Christ. Aber lassen Sie sich nicht von der Reaktion der Menschen entmutigen, mein Freund. Denn genau wie Jesus damals von den Menschen nicht aufgenommen wurde, so wird er auch heute von ihnen verachtet.

Paul: Aber warum sind Sie dann noch hier auf der Straße und versuchen die Menschen zu erreichen, wenn letztere doch nicht darauf hören?

Christ: Weil Gott auch nicht aufgibt. Er will den Menschen erreichen und beauftragt uns, es für ihn zu tun. Es gibt immer noch Menschen, die Jesus aufnehmen. Denn wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu heißen.

ENDE

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