Christliche Schatzkammer

Friede auf Erden

Friede auf Erden

Wolfgang: Wenn doch die Glocken endlich schwiegen. Mich macht dies lange Läuten nervös. Warum muss auch der Weihnachtsabend mit so viel Kling Klang beginnen?

Sprecher: Wolfgang Heller ging rastlos in seinem Zimmer auf und ab.

Wolfgang: Der Weihnachtsabend – mit welch andren Gefühlen begrüßte ich ihn in früheren Jahren?!

Sprecher: Einst, früher – ja, da war es anders. Wie lebte er froh mit seinem Bruder in ihrem kleinen Elternhause. Ob’s noch so arm und bescheiden war, wie freuten sie sich, wenn zu Weihnachten zwölf kleine Lichter am kleinen Tannenbäumchen strahlten. Es gab oft nur ein Taschentuch und eine Mütze oder ein Pfefferkuchenherz. Dann nahm der Vater seine Bibel. Er las aus dem Lukasevangelium von der Geburt Jesu Christi. Sie sangen frohe Weihnachtslieder. Vorbei die Zeit, vorbei die Jugend. Der Arnold kam zu einem Meister als Lehrling. Wolfgang ging zu einem Kaufmann. Da starben der Vater und die Mutter in einem Jahr nacheinander. Und dann, dann kam der Tag, an dem Wolfgangs Leben plötzlich anders wurde. Als er den Wagen seines Lehrmeisters mit den wilden Pferden auf der Straße zum stehen brachte und so den Kaufmann von dem Tode errettete. Er wollte sich dankbar beweisen. Als Großkaufmann war ihm das möglich. Ausbilden ließ er ihn in allem, was man zum tüchtigen Kaufmann bedarf. Wolfgang lernte leicht. Der Kaufmann zog ihn näher. Bald wurde er ihm unentbehrlich. Und als Wolfgang ein paar Jahre später um die Hand seiner Tochter bat, gab er von Herzen seinen Segen. Wolfgang war Teilhaber des Geschäfts, wurde reich und überhob sich. Wie freute sich sein Bruder mit ihm, als es anfing ihm gutzugehen. Wie neidlos sah sein Bruder, wie es Wolfgang glückte. Er selbst sprach immer seltener mit seinem Bruder. Wolfgang schämte sich des schlichten Jünglings. Als der Bruder es merkte, blieb er von ihm ferne. Nur hin und wieder, wenn er hoffte ihn ganz allein zu treffen, kam er.

So kam Wolfgangs Hochzeitstag. Wolfgang hatte seinen Bruder nicht eingeladen. Als sie beim Hochzeitsmahl saßen, kam ein Diener und bat Wolfgang leise hinaus zu kommen. „Draußen warte ein Mann, der ihn zu sprechen wünsche.“ Wolfgang ging hinaus. Da stand sein Bruder Arnold vor ihm. Der Schmerz durchzuckte die Züge des Bruders und Bitterkeit lag in der Stimme. Das sah Wolfgang damals nicht. Er sah ja nur den schlichten Mann in seiner Arbeitskleidung. Wolfgang ließ ihn abblitzen. Er wollte nichts mit ihm zu tun haben. Seit diesem Tag haben sich die beiden Brüder nie mehr wiedergeseh’n.

Wolfgang: Ich gelte viel, bin angesehen, doch ach, was nützt mir der ganze Reichtum? Wer wird das erben wenn ich tot bin? Vier Kinder blühten mir im Hause und alle vier habe ich begraben. Das letzte nur vor einem Jahr. Doch damit war es nicht genug. Meine liebe Frau verzehrte sich an den Sorgen – vor einem Monat. All mein Reichtum, mein größtes Glück ruht auf dem Kirchhof. Wie bettelarm bei all dem Reichtum! Verloren – alles was ich hatte.

Joachim: Ach, gnädiger Herr.

Wolfgang: Was willst du, Joachim? Ich möchte heute ganz allein bleiben und wünsche nicht gestört zu werden.

Joachim: Der Pfarrer möchte sie gerne sprechen.

Wolfgang: Der Pfarrer? Oh, das ist was anderes. Lass ihn herein!

Pfarrer: Guten Abend, Herr Heller!

Wolfgang: Guten Abend, Herr Pfarrer! Bitte kommen sie herein.

Pfarrer: Sie wundern sich, dass ich heute komme.

Wolfgang: Ja, wirklich sehr, das muss ich sagen. Sicher führt sie etwas Besonderes her zu mir.

Pfarrer: Da haben sie ganz recht geahnt. Darf ich ganz offen sein, Herr Heller?

Wolfgang: Ich bitte sehr.

Pfarrer: Nun, dann, ich möchte, dass sie mal ihre Hand aufmachten und tief in ihre Geldtasche griffen. Mir fehlt noch so etwas für zwei Familien.

Wolfgang: Ich hab für keinen mehr zu sorgen. Wie viel?

Pfarrer: Nein, sie sollen selber mit mir gehen. Sie sollen erst das Nötige kaufen und es dann selbst den Armen bringen. Es taugt nicht wenn, sie am Weihnachtsabend hier allein zu Hause sitzen. Sie sollen kommen, Freude machen und selber dabei stille werden.

Wolfgang: Herr Pfarrer, rühren sie die wunde Stelle heute nicht an. Ich kann es nicht. Das Schicksal ist zu hart gewesen.

Pfarrer: Wie sagten Sie? Das Schicksal? Glauben Sie wirklich noch an Schicksalsschläge?

Wolfgang: Woran denn noch? An Gott vielleicht? Herr Pfarrer, das ist längst verlernt. Ist er ein Gott der Liebe, wie sie es so schön der Gemeinde sagen? Wie kann er mir dann alles nehmen, mein ganzes Glück in Trümmern werfen? Nein, nein, ich bitte, dass sie schweigen und mich mit dem Unsinn verschonen. Wie viel brauchen Ihre Armen?

Pfarrer: Sie sind fürwahr der Allerärmste und brauchen als erster Hilfe. Und wenn Sie mir zehnmal hießen schweigen, will ich dennoch reden. Sie sind vom Irrtum stark geblendet. Für Sie ist Gott kein Gott der Liebe, nein. Nur der Heilige, der Gerechte, der unerbittlich die Sünde straft…

Wolfgang: Herr Pfarrer…

Pfarrer: Nein, ich bin nicht fertig. Ich will versuchen Ihre Augen einmal der Wahrheit zu öffnen. Wer war’s, der sich von Gott gewendet, als ihm das Glück so günstig wurde? Auf einmal ging das nicht, Herr Heller. Das ging allmählich, ganz allmählich. Ich bin ein alter Mann. Sie wissen, ich kannte sie und Ihre Eltern. Da war noch Gottesfurcht im Hause. Sie und Ihr Bruder Arnold konnten beten und traten betend in das Leben. Dann aber wurde dies anders; ich habe alles wohl gesehen. Und nun, da Sie scharf geschüttelt, da kommen Sie mit solchen Reden: „Wenn Gott ein Gott der Liebe wäre, dann hätte er so nicht gehandelt!“

Und noch eins will ich Sie mahnen: Erinnern Sie Sich, wie Sie es vor Jahren mit ihrem Bruder machten?

Wolfgang: Herr Pfarrer, reden Sie nicht weiter! Wahr ist ja alles, was Sie sagen, und mein Gewissen hat es mir ja auch schon lange gesagt, doch ach, ich wollte die Stimme nicht hören.

Pfarrer: Ja, ja, da musste Gott Sie strafen. Und so ist’s dennoch lauter Liebe, dass er Sie so schwer geschlagen hat. Hier gilt die Rettung Ihrer Seele. Und wenn Sie nicht jetzt zu ihm eilen, dann fürchte ich, dass Sie auf ewig verloren gehen.

Wolfgang: Wie Schuppen fällt’s mir von den Augen. Gott hat Sie heute zu mir gesandt. Ich muss mit Gott in Ordnung kommen. Lassen Sie mich jetzt allein!

Pfarrer: In einer Stunde komme ich wieder. Dann gehen wir zu meinen Armen! Auf Wiedersehen, Herr Heller.

Wolfgang: Auf Wiedersehen, Herr Pfarrer.

(Der Pfarrer geht)

Joachim: Sie gehen schon? Bitte hier ist Ihr Mantel.

Pfarrer: Nun Joachim, falte nur weiter Deine Hände und bete für Herr Heller.

Joachim: Geht er nicht mit, Herr Pfarrer?

Pfarrer: Natürlich geht er mit. Ich hole ihn in einer Stunde ab.

Joachim: Ich mache mir große Sorgen, ob unser Plan gelingen wird.

Pfarrer: Gott bahnt sich selbst seine Wege. Er wird auch dies zum Ziele führen.

Szenenwechsel (Musik)

Alfred: Huh, bitterkalt ist doch der Abend, ach ja, und wir haben nichts zum Heizen.

Harald: Still Alfred, mach den Vater nicht traurig.

Karl: Nein sieh‘, wir müssen Gott noch danken, dass Vater gesund geworden ist, und dass wir noch so viel haben, dass Mutter uns noch Suppe kochen kann.

Vater: So war’s recht gesprochen Karl. Ja Kinder, wenn es trübe geht, und wir auch etwas frieren müssen, doch können wir noch herzlich danken, dass uns der Herr bisher versorgte. Er wird auch weiterhelfen. Vertraut ihm nur, so, wie ich ihm traue, ohne zu wanken. Und denkt an das, was ich euch heute, bei der Morgenandacht gesagt habe. Ich kann Euch nichts schenken, obwohl wir auch Weihnachten haben.

Harald: Ach Vater, der Heiland schenkt sich ja uns allen.

Karl: Ja, ja, auch ohne Gaben kann Weihnachten gefeiert werden.

Alfred: Ich wünsche mir nur eines vom Heiland.

Vater: Nun mein Sohn, und was ist das?

Alfred: Ich möchte zu einem Kaufmann in die Lehre gehen.

(Musik)

Karl: Wie konntest du so etwas sagen? Du weißt doch, was Mutter uns von Vaters Bruder sagte!? Du weißt, dass er ein Kaufmann war, und dann so hart und stolz geworden ist.

Alfred: Ich dachte nicht daran. Dann hätte ich’s sicher nicht gesagt.

(Musik)

Sprecher: Die drei Jungen waren durch die Not in der Familie sehr eng verbunden. Sie liebten den Vater und wollten nichts tun, was ihn hätte kränken können. Gerade dieser Weihnachtsabend durfte durch nichts gestört werden. Karl, Alfred und Harald folgten willig dem Ruf zum Abendessen. Niemand bemerkte, dass sich die Haustür öffnete, und drei Männer leise das Wohnzimmer betraten. Es waren der Pfarrer, Herr Heller und der Diener Joachim.

Pfarrer: Das trifft sich gut. Sie sind wohl alle drüben, bei ihrem schlichten Abendessen. Da können wir den Tisch schön aufbauen. Doch nur leise, dass sie uns nicht hören.

Wolfgang: Zu zwei Familien nur, Herr Pfarrer, führt uns der Weg am heutigen Abend?

Pfarrer: Jawohl, zu zwei nur Herr Heller. Die erste war die arme Witwe mit ihrer Tochter. Und ich denke, dass reut Sie nicht.

Wolfgang: Nein, wirklich nicht. Und was ich der Mutter versprochen habe, will ich halten. Das Mädchen soll was Tüchtiges lernen. Ich werde treulich dafür sorgen. Und was sind dies nun für Leute, zu denen wir jetzt gekommen sind?

Pfarrer: Das ist ein Mann, wie kein anderer, den ich schon viele Jahre kannte. Er wohnte früher hier am Ort. Als junger Mann war er still und fleißig und ging bescheiden seines Weges. Viel schweres hat er dann erfahren, das ihm das Leben hier verbitterte. Da zog er fort, blieb lange Jahre dort, weitab, und ist seit kurzem mit Frau und Kindern heimgekehrt. Da kam die Not an ihre Türe. Und gerade da erfuhr ich’s, dass sie wieder hier in der Nähe wohnten. Als ich hinkam, hat mir der Mann erzählt, was Sie von mir jetzt hörten. Für’s erste konnte ich ja helfen, doch hoffe ich jetzt auf Ihre Hilfe.

Wolfgang: Wie heißt der Mann?

Pfarrer: Er hat drei Söhne, drei prächtige Söhne, fromm, stets offen im Blick und Wort und allem Wesen. Seine Frau ist eine tüchtige Hausfrau. Und was das schönste von allem ist: Gottesfurcht herrscht im Hause, Gebet und fester Glauben an unseren Heiland Jesus Christus. Es sagte mir der Mann erst gestern, dass er ganz fest auf Gott vertraue, und dass er sicher sei, Gott werde zur rechten Zeit auch ihnen helfen.

Wolfgang: Dem Mann muss geholfen werden.

Pfarrer: Mag Gott dazu Ihr Herz bewegen.

Wolfgang: Herr Pfarrer, noch sind wir hier allein. Ich möchte Ihnen noch etwas sagen. Und du Joachim, auch du sollst hören.

Sprecher: Und dann erzählte Wolfgang Heller, wie er in der einen Stunde mit Gott gerungen hatte. Es war eine Stunde ernster Prüfung und Einkehr ins Innere. Er hatte erkannt, dass es lauter Liebe gewesen ist, die ihm seine Familie genommen hatte. Er hatte tiefe Buße getan und war zu Gott zurückgekehrt.

Wolfgang: Nun hat er mir die Schuld vergeben und ich will nun die kurze Zeit, die ich noch zu leben habe ganz zu seiner Ehre verleben, in seinem Dienste an den Menschen.

Pfarrer: Das tue Gott aus Gnaden, Herr Heller.

Joachim: Herr, o welche Freude, ja, es ist wahr, Gott erhört Gebet. Die ihm vertrauen, die erfahren, dass er noch stets sein Wort gehalten hat.

Pfarrer: Dies ist mein schönster Weihnachtsabend.

Wolfgang: Der meine auch, bei all meinem Leide. Ich bitte Sie, dass Sie, Herr Pfarrer, über mein Geld bestimmen, in allem was Sie heute brauchen.

Pfarrer: Gerne werde ich zu Ihnen kommen, wenn ich etwas brauche, doch ich glaube, Gott selbst wird Ihnen heute Pflichten geben, an die sie jetzt noch nicht denken können.

Wolfgang: Nur eins noch liegt mir schwer auf dem Herzen: Ich habe mich einst schwer versündigt an meinem Bruder. Ach Herr Pfarrer, wenn ich doch meinen Bruder finde. Ob er mir das vergeben könnte?

Sprecher: Der Pfarrer ließ sich nichts anmerken, sondern begann eifrig mit den Vorbereitungen. Sie schmückten den Raum, stellten für jeden der Jungen ein Geschenk hin und zündeten die Lichter an. Als alles fertig war, stimmte der Pfarrer ein Lied an.

(Musik)

Sprecher: Natürlich ließen die drei Jungen jetzt nicht lange auf sich warten. Gespannt blieben sie an der Tür stehen. Sie konnten nicht begreifen, wie sich das schlichte Wohnzimmer so schnell verwandeln konnte. Dann erkannten sie den Pfarrer und Kamen aufgeregt auf ihn zu. Ihre Freude über die Geschenke schien keine grenzen zu kennen. Nachdem sich der größte Sturm gelegt hatte, setzten sich die Männer nieder, und erst jetzt hatte Arnold Heller die Sprache wieder gefunden.

Arnold: Herr Pfarrer, ach wie soll ich’s ihnen danken? Mein Herz ist voll von Dank und Freude. Ich kann nicht viele Worte machen, jedoch Sie wissen wie ich’s meine. Wie hat der Herr doch so geholfen. Ich sagte heute zu den Kindern: wenn wir euch auch nichts schenken können, so habt ihr doch die schönste Gabe, unsern lieben Heiland selbst. Und nun, wie hat uns Gott gesegnet! Ich danke Gott, auch Ihnen, Herr Pfarrer!

Pfarrer: Ach, lieber Meister, nicht mir gehört der Dank. Dieser Herr hier wollte euch und auch sich heute glücklich machen.

Arnold: Oh, Danke auch Ihnen. Danke von Herzen.

Wolfgang: Nein, nein, nur dem Herrn Pfarrer!

Pfarrer: Wir wollen alle Jesum danken. Er ist die Quelle aller Freuden.

Wolfgang: Ja, ja, das habe ich heute erfahren. Sonst wäre dieser Heilige Abend für mich voll Gram und Leid geworden.

Pfarrer: Vier Kinder hat dieser Mann begraben und dann seine Frau, vor einem Monat.

Arnold: Sie armer Mann!

Wolfgang: Ja, wirklich, so bettelarm bei all dem Reichtum. Und Sie, so reich bei Ihrer Armut. Was sollen Ihre Jungs werden?

Arnold: Dabei bestimmt uns nicht das Wollen, sie müssen schaffen, was sie sollen und wollen alle drei was Hohes lernen.

Wolfgang: Nun, was denn?

Arnold: Ach, Harald möcht‘ gern ein Pfarrer sein, und Karl Medizin studieren und Alfreds ganzer Wunsch ist Kaufmann. Ein tüchtiger Kaufmann will er werden.

Pfarrer: Ei, ganz respektable Wünsche! Wirklich! Jedoch dem Alfred könnt‘ es glücken. Wie wäre es, wenn er bei Ihrem Bruder in die Lehre ginge?

Arnold: Herr Pfarrer, bitte lassen Sie das alte Ding ruhen.

Pfarrer: Nichts für ungut. Ich wollte Sie schon mal fragen. Hat sich der Bruder in den langen Jahren nicht um euch gekümmert?

Arnold: Nein, niemals. Doch muss ich gestehen ich hab‘ nicht nach ihm gesucht.

Pfarrer: Nun freilich, das kann ich ganz gut begreifen. Die Liebe war bei Ihnen gestorben. Sie zürnen ihm sicherlich für seinen Hochmut.

Arnold: Herr Pfarrer, nein, wie könnt ich dieses? Er ist und bleibt mein Bruder. Ich liebe ihn heute noch wie früher.

Pfarrer: Das halte ich fast für unmöglich. Er hat zu schlecht an Ihnen gehandelt. Sie können ihn sicherlich nicht lieben.

Arnold: Und doch Herr Pfarrer, so wie früher.

Pfarrer: Na, na, ich kann es mir nicht vorstellen. Sie sind doch Mensch wie andre Menschen.

Arnold: Gewiss, Herr Pfarrer, doch glauben Sie fest, ich habe es mir oft gesagt. Ich hätte nicht am Hochzeitstag so ohne weiteres hingehen sollen. Doch wozu an alten Sachen rütteln, Herr Pfarrer? Ich hab‘ ihm lange schwer gegrollt, gewiss, er hat nicht schön gehandelt, nicht brüderlich, doch habe ich ihm lange, lange von Herzen alles verziehen.

Pfarrer: Warum haben Sie ihn nicht gesucht, wenn Sie ihm lange nicht mehr gegrollt haben?

Arnold: Ach Herr Pfarrer, sehen Sie, das ist für mich doch ganz unmöglich. Er würde mich vielleicht dann wieder so kurz mit seinem Geld abspeisen.

Wolfgang: Wie heißen Sie?

Arnold: Ich heiße Heller.

Wolfgang: Und der Bruder ist der Kaufmann Wolfgang Heller?

Arnold: Ja, Wolfgang Heller, das ist er.

Wolfgang: Wenn nun aber Dein Bruder heute vor Dir stände, voll Reue bittend: Oh vergib mir, vergib mir mein Bruder, allen Stolz und Hochmut, könntest Du ihm das verzeihen?

Arnold: Wolfgang……

Wolfgang: Arnold…

Pfarrer: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf erden und den Menschen ein Wohlgefallen.

Wolfgang: Oh Bruder, kannst Du mir verzeihen, mir vergeben?

Arnold: Oh alles, alles Wolfgang, alles. Welche Freude, ich habe meinen Bruder wieder! Oh welch ein schöner Weihnachtsabend.

Pfarrer: Gott sei gelobt! Es ist gelungen worum ich so viel gebetet hab.

Wolfgang: Herr Pfarrer, wie, Sie wussten alles?

Pfarrer: Ja freilich, ja, der Joachim hat es mir vor drei Wochen gesagt.

Wolfgang: Guter Joachim, du wusstest auch alles?

Joachim: Ja, Herr Heller, mir ging Ihr Kummer und Schmerz tief zu Herzen. Da dachte ich, wenn Sie sich mit Ihrem Bruder versöhnen würden, das wäre der allerbeste Balsam für Ihren tiefen Schmerz. Doch selber konnte ich‘ s nicht sagen, darum ging ich zu unserem Herrn Pfarrer.

Wolfgang: Da konntest Du auch keinen besseren Anwalt finden. Wie bin ich glücklich heute Abend. Wie will ich doch dem Höchsten danken für seine große Wundermacht, die er an mir getan hat.

-ENDE-

Friede auf Erden

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