Christliche Schatzkammer

Die Wege des Herrn sind lauter Güte

 Die Wege des Herrn sind lauter Güte

Sprecher: Die letzte Unterrichtstunde vor den Weihnachtsferien war beendet. Schnell packten die Studenten ihre Sachen zusammen und eilten fröhlich davon. Nur zwei von ihnen blieben in gedrückter Stimmung zurück. Das hatte der Direktor geboten, weil er ihnen etwas zu melden hatte. Sie wären auch gern so schnell wie möglich zur Bahn geeilt um rechtzeitig abfahren zu können, denn ihr Heim war viele Stunden weit entfernt. Da trat der Direktor ein und überreichte Georg ein Telegram. Er las:

Georg: Reisen gefährlich. Bleibt dort. Vater.

Sprecher: Verblüfft schwieg er. Der Direktor versuchte ihnen Mut zu machen.

Direktor: Nun ihr seid ja nicht die einzigen die nicht nach Hause kommen zum Fest. Ihr könnt euch euren Kameraden anschließen, die jedes Jahr hier die Weihnachtsferien zubringen müssen. Wünsche euch frohe Weihnachten!

Sprecher: Mit diesen Worten ließ er die enttäuschten Jungen stehen. Hans war ganz außer sich und rief:

Hans: Ich wollte, das Telegramm wäre eine Stunde später angekommen, dann wären wir schon unterwegs gewesen. Ich kann mir gar nicht vorstellen was das bedeuten soll. Warum hat Vati nur so Angst, wir sind doch nicht mehr klein.

Georg: Ach, Hans, Vater hatte uns bestimmt auch gern daheim. Sicher hat er Grund für seine Befürchtungen. Wir wollen versuchen, das Fest so gut wie es geht hier zu feiern.

Hans: Schön ist es am Heiligen Abend nur zu Hause mit allen unsern Lieben zusammen. Da sitzt Mutti am Klavier und spielt die schönen Weihnachtslieder, Vater erzählt die Weihnachtsgeschichte und dann sagen die Kleinen ihre Gedichte her… Ach es ist zum Heulen. Am liebsten würde ich trotzdem die Reise unternehmen. Was sollen nun die Geschenke, die wir fertig gemacht haben?

Sprecher: Bevor Georg etwas erwidern konnte, läutete das Telefon. Georg nahm den Hörer ab und lauschte gespannt. sein Gesicht erhellte sich. Er bedankte sich und sprach dann zu Hans, der ungeduldig daneben stand.

Georg: O Hans, freu dich! Wir haben eine Einladung für die Feiertage zu Papas Verwandten die hier nicht allzu weit wohnen. Der gute Vater wusste, dass wir enttäuscht sein werden, weil wir nicht nach Hause können, da hat er für ein anderes Vergnügen gesorgt.

Hans: Ah, das ist ja eine gute Idee von Vati! Wir wollen gleich alles zusammenpacken und uns Morgen früh auf den Weg machen. Wir müssen ja wohl auf Schusters Rappen wandern.

Georg: Ich denke das tut uns ganz gut, so eine Fußwanderschaft nach dem vielen Sitzen in der Klasse.

Sprecher: Am nächsten Morgen in aller Frühe gingen die zwei wohlgelaunt hinaus in der frostigen Wintermorgen. Die reifbedeckten Bäume glitzerten im hellen Sonnenschein. Der blendend weiße Schnee knirschte unter den Füßen. Am späten Nachmittag gelangten sie zu einem Gasthaus. Sie machten da eine kurze Rast, aßen eine warme Mahlzeit und wollten dann weitergehen. Der freundliche Wirt erkundigte sich nach dem Ziel ihrer Reise. Als er vernahm wo sie hin wollten, machte er ein ganz bedenkliches Gesicht und sagte:

Wirt: Ich würde euch raten lieber hier zu übernachten. Der Weg dahin geht durch einen ziemlich verwachsenen Wald. Der kurze Tag ist nun bald zu Ende. Außerdem zeigen sich am Himmel Schneewolken. Es könnte Sturmwetter geben, das wäre sehr gefährlich für euch.

Sprecher: Sie gingen vor die Tür und bemerkten die Wolken und auch den Wind. Georg hatte Bedenken und meinte.

Georg: Was meinst du Hans, sollten wir vielleicht den gutgemeinten Rat befolgen und hier übernachten?

Hans: Ach was! Wenn wir schon nicht zu Hause sein können, so wollen wir wenigsten bei unseren Freunden sein. Sie erwarten uns unbedingt heute zum Heiligen Abend.

Sprecher: Sie eilten vorwärts. Als sie den Wald erreicht hatten wurde es schon ganz dunkel. Es fiel dichter Schnee. Der Wind wirbelte die Flocken um sie herum. Endlos schien der Weg durch den Wald. Immer langsamer kamen sie weiter. Mit Schrecken bemerkten sie, dass sie vom Weg abgeirrt waren. Hans blieb stehen und seufzte.

Hans: Georg ich kann nicht mehr weiter. Mir fallen die Augen zu und meine Füße sind wie bleiern.

Georg: Nein Hans, wir dürfen jetzt nicht ruhen, sonst schlafen wir ein und erfrieren. Komm wir wollen suchen, vielleicht finden wir doch den Weg.

Hans: Ich kann wirklich nicht mehr weiter. Lass mich.

Georg: O was sollen wir nur machen! Hilf uns o Herr Jesus, dass wir nicht hier erfrieren…

Sprecher: Georg schaute sich noch einmal nach allen Seiten um. Plötzlich leuchtete nicht weit entfernt ein kleines Licht auf. Er rüttelte seinen Bruder aus dem Schlaf und rief:

Georg: Hans, wach auf, schau dort ist ein Lichtlein! Komm wir müssen uns beeilen das wir hinkommen, ehe es vielleicht verschwindet.

Sprecher: Das half. Hans fasste neuen Mut. Nach kurzer Zeit gelangten sie zu einer Hütte die fast untergeschneit war. Mit großer Mühe bannten sie sich einen Weg zur Tür. Auf ihr Klopfen öffnete ein größeres Mädchen die Tür und starrte erschrocken auf die Schneemänner. Mehrere kleinere Kinder umringte das Bett der Mutter, die krank dalag. Mit schwacher Stimme fragte sie.

Mutter: Wer seid ihr und was wollt ihr?

Sprecher: Hans erzählte kurz ihr Reiseabenteuer und bat

Hans: Wollen sie uns erlauben hier zu bleiben bis es hell wird und das Wetter sich ändert?

Mutter: Ja gerne. Ihr seht aber, wir haben nichts um euch zu bewirten und es ist auch nichts da um den Ofen zu heizen.

Georg: Das lasst unsere Sorge sein. Wir sind sehr dankbar, dass wir hier bleiben dürfen.

Sprecher: Sie fanden ein Beil, eilten in den Wald und kamen nach kurzer Zeit beladen mit Brennholz zurück. Schnell wurde Feuer im Ofen gemacht. Es wurde warm in dem kleinen Raum. Der Teekessel summte. Nun wurde der Tisch an das Bett der Kranken gerückt. Die Jungen rückten alles aus ihren Rücksäcken hervor. Da kam Brot, Käse und Wurst auf den Tisch. Die Kinder staunten. Sie waren ganz vertraulich geworden. Die arme Mutter war tief bewegt und dankt Gott für die wunderbare Hilfe. Nachdem sie gegessen hatten erzählte sie.

Mutter: Solange der Vater für die Familie sorgte kannten wir keinen Mangel. Aber dann kam er bei einem Unfall ums Leben. Ich konnte nicht viel verdienen. Oft langte es nicht für Nahrung und Kleidung. Wir konnten aber immer aus dem Wald das Holz holen zum heizen und brauchten nicht frieren. Aber heute konnte ich nicht aufstehen, so mussten wir heute am Heiligen Abend hungern und frieren. Doch nun hat der barmherzige Gott unser Flehen erhört und uns in der Not geholfen. Ihm sei Lob und Dank! Nun, euch kann ich gar nicht genug danken für alle Liebe die ihr uns erweist. Der Herr wolle es euch vergelten.

Hans: O das macht uns selbst Freude mit euch glücklich zu sein.

Georg: Ich glaube das hat wohl der liebe Gott so gewollt, dass wir hierher kommen mussten. Deshalb konnten wir nicht nach Hause fahren und mussten uns noch im Wald verirren. Wir waren ja auch in großer Gefahr. Wenn wir das Licht nicht erblickt hätten, wären wir wohl im Wald erfroren. Aber jetzt wollen wir richtig Weihnachten feiern. Die Kinder haben sicher auch was zu Weihnachten gelernt und können ihre Gedichte aufsagen nicht wahr?

1 Kind: Willkommen schöne Weihnachtszeit,

du bist es die die Welt erfreut

Es freut sich wieder jung und alt,

das es durch alle Lande schallt

Es freut sich wieder arm und reich,

der Herr schenkt ja doch allen gleich

Er gab uns den Herrn Jesus Christ,

der in die Welt gekommen ist. Amen.

2 Kind: Weihnachtsfreude schallet heut

auf der Erde weit und breit.

Weil der liebe heilge Christ

in die Welt gekommen ist.

Weihnachtsfreude! Nah und fern

Weihnachtsglocken klingen.

Ja der Heiland ist nun da

lasst uns fröhlich singen.

Möge mit der Engel Chor

unser Lied erschallen,

Fried auf Erden, Gott die Ehr,

Menschen Wohlgefallen! Amen.

3 Kind: Jesus unsre Weihnachtsfreude

nimm du unsre herzen ein.

Wollest selbst zu allen Zeiten

unser ein und alles sein! Amen.

Georg: Das war schön! Wir wollen nun auch das Lied singen das die Engel dort in Bethlehem sangen als Jesus geboren war.

LIED: Ehre sei Gott in der Höhe…

Sprecher: Nachdem das Lied beendet war erzählte Georg die Weihnachtsgeschichte wie es zu Hause der Vater tat. Dann bekamen die Kinder kleine Geschenke, die eigentlich für ihre kleinen Geschwister bestimmt waren. Das war eine Überraschung für diese Armen, die sich nicht erinnern konnten jemals ein Weihnachtsgeschenk zu erhalten. Endlich gingen alle müde aber glücklich zur Ruhe.

Der nächste Morgen brach an. Die Sonne strahlte vom blauen Himmel und kein Lüftchen regte sich. Ganz nahe stand die Hütte am Rand des Waldes. Als sie heraustraten auf den freien Feldweg, erblickten sie den Ort, den sie erreichen wollten. Bald waren sie in dem gastfreundlichen Hause und erzählten alles was sich zugetragen hatte. Alle Anwesenden hörten gespannt zu und als sie geendet hatten, waren alle dankbar und freudig gestimmt. Nun gab es eine frohe Feier, an die Georg und Hans sich noch lange erinnerten. Am meisten aber war es die Erfahrung die immer im Gedächtnis blieb, wie wunderbar Gott die Gebete erhört.

Wenn sie am Heiligen Abend glücklich und froh waren, vergaßen sie nicht, dass es viele arme Menschen gibt und suchten anderen Freude zu machen. In jener Nacht hatten sie auch erkannt, dass Jesus in die Welt gekommen ist um verlorene zu retten vom ewigen Tode. Sie nahmen auch diese Rettung dankbar an.

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