Christliche Schatzkammer

Bäume in Gottesdienst

Bäume in Gottesdienst

5 Personen

Autor: In einem fernen Land standen einst an einem Berghang viele Bäume beisammen, alte und junge, hohe und kleine. Manchmal unterhielten sie sich über ihre Zukunft, über das, was sie einmal werden wollten.

Baum 1: Ich möchte gern einmal eine Wiege für ein kleines Kind werden. Vor einigen Tagen habe ich Menschen bei uns im Wald gesehen, die trugen ein kleines Kindlein auf den Armen.

Autor: Geringschätzig blickte ein anderer Baum auf seinen jüngeren Bruder herab.

Baum 2: Das würde mir nicht gefallen. Ich will etwas Bedeutendes werden. Ich möchte einmal ein großes Schiff werden. Damit würde ich über die Meere fahren und Ladungen von Gold und Silber von einem Land zum anderen bringen.

Autor: Etwas abseits stand ein schlanker, junger Baum, tief in Gedanken versunken.

Baummutter: Was möchtest du denn einmal werden? Oder träumst du nie über die Zukunft?

Autor: Versonnen antwortet der Baum:

Baum 3: Ich habe keine besondere Pläne. Ich möchte nur hier am Berghang stehenbleiben und Menschen auf Gott hinweisen. Welch schönere Aufgabe könnte es wohl für einen Baum geben?

Baummutter: Ich könnte mir auch nichts Schöneres denken!

Autor: Die Jahre vergingen, und Bäume wuchsen immer höher. Eines Tages kamen Holzfäller in den Wald und schlugen den ersten Baum um.

Baum 1: Ob ich wohl zu einer kleinen Wiege gemacht werde?

Autor: Doch der Baum wurde keine Wiege. Die Männer sägten rohe Bretter, die sie dann achtlos zu einer Futterkrippe zusammenfügten und in einem kleinen Stall im Betlehem stellten. Der Baum war untröstlich.

Baum 1: So hatte ich meine Zukunft nicht Vorgestellt! Nun muß ich hier in diesem Stall stehen! Und keiner sieht mich, außer dem Vieh! O, wie traurig!

Autor: Aber Gott, Der kleine Bäume liebt, raunte ihm zu: „Hab noch ein wenig Geduld. Dann will Ich dir etwas zeigen.“ Und das tat Gott auch, denn in Lukas 2, 8-16 steht: (Textlesung) „In dieser Nacht hatte Gott seinen eigenen Sohn in die Krippe gelegt.“ Die Krippe war tief beglückt.

Baum 1: In all meinen Träumen habe ich nie daran gedacht, daß ich jemals solch ein Kindlein tragen würde. Dies ist weit besser, als meine eigene Pläne.

Autor: Wieder vergingen die Jahre. Dann kamen Holzfäller in den Wald, um den zweiten Baum umzuschlagen.

Baum 2: Ob man aus mir ein großes Schiff macht? Jetzt werde ich bald die großen Taten tun, von denen ich geträumt habe.

Autor: Doch nichts besonderes geschah. Der Baum wurde kein großes Schiff. Ein einfaches Fischerboot wurde aus ihm gebaut, das einem Fischer namens Petrus gehörte. Das kleine Boot war tief enttäuscht. Als Petrus eines Tages seine Netze wusch, lag das Boot müßig am See Genezareth und grübelte über sein Los nach. – Aber Gott, der kleine Bäume liebt, raunte ihm zu: „Hab‘ noch ein wenig Geduld. Dann will ich dir etwas zeigen.“ Und das tat Gott auch, denn in Lukas 5,1-6 steht: (Textlesung) – Das kleine Boot zitterte – nicht so sehr vom Gewicht der Fische, sondern von dem Wunder, das geschehen war.

Baum 2: In meinen kühnsten Plänen habe ich nicht daran gedacht, einmal solch eine Last zu tragen. Dagegen waren meine eigene Pläne nichts.

Autor: Die Bäume draußen am Berghang neigten ihre Wipfel vor Freude darüber, daß ihr Bruder auch eine Erfüllung seiner Wünsche erlebte. Nach einigen Monaten kamen die Holzfäller wieder in den Wald. Diesmal wollten sie den dritten Baum abschlagen. Dieser Baum Wollte so gern am Berghang stehenbleiben und auf Gott hinweisen. – Der Baum wurde sehr unglücklich.

Baum 3: Ich möchte doch so gern hier draußen stehenbleiben! Warum gönnen mir die Menschen nicht die Ruhe?

Autor: Doch der Baum durfte nicht stehenbleiben. Die Männer hieben die Äste ab und sägten durch die Rinde. Immer tiefer bis ins innerste Mark. Sie schlugen den Stamm in zwei Teile, die sie dann zu einem rohen Kreuz zusammenfügten. Der Baum war entsetzt, als er das bemerkte.

Baum 3: Das ist furchtbar! Nun werden sie jemanden an mir kreuzigen. Wie kann ich jemals auf Gott hinweisen?

Autor: Aber Gott, der kleine Bäume liebt, raunte ihm zu: „Hab‘ noch ein wenig Geduld, dann will ich dir etwas zeigen.“ Und Gott tat das auch. Denn eines Tages sammelte sich außerhalb von Jerusalem eine große Volksmenge mit Jesus und dem Kreuz in der Mitte. (Textlesung – Lukas 23,26 und 33). Das Kreuz erlebte, wie die Sündenlast der ganzen Welt auf den Herrn Jesus gelegt wurde. (Textlesung – Lukas 23,44-47). Der zu Kreuz gewordener Baum verstand auf einmal und sagte:

Baum 3: In all meinen Träumen konnte ich nicht hoffen, einmal so auf Gott hinweisen zu können. Das geht über meine eigene Pläne hinaus.

Autor: Der Baum hatte recht. – Viele Bäume am Berghang sind stehengeblieben. Doch keiner konnte je einen Menschen auf Gott hinweisen. Nur das Kreuz von Golgatha kann das tun. Natürlich können Bäume in Wirklichkeit keine Pläne über ihre Zukunft machen. Aber ihr – was möchtet ihr einmal werden, wenn ihr groß seid? Krankenschwester, Kaufmann, Arzt, Ingenieur, Techniker? Jeder hat seine eigene Pläne.

Bäume in Gottesdienst

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