Christliche Schatzkammer

Wir brauchen Mütter

Wir brauchen Mütter in unseren Tagen,
die den Schwachen Liebe entgegentraten,
die Verständnis, Duldung und Sanftmut üben,
die Geister prüfen, den Geist nicht betrüben.

Wir brauchen Mütter, die warten und trauen,
die in Kampf und Bedrängnis nur aufwärts schauen,
nicht um sich, nicht in sich – auf Menschen nicht blicken,
denen nichts vermag Glauben und Ziel zu verrücken.

Wir brauchen Mütter, die Wunden pflegen
und kranke Seelen dem Arzt hinlegen,
unter deren Flügel mit Schmerz und Lasten
sich Söhne und Töchter flüchten und rasten,
die als Mütter verstehen, mit zu leiden,
das Echte vom Falschen zu unterscheiden. –
Die Mütter sind es, die auf Erden
und den letzten Tagen stets nötiger werden.

Wer kann ein Mutterherz verstehen

Wer kann ein Mutterherz verstehen,
wenn sie über die Kinder weint?
Wer kann ergründen und vernehmen
wie gut sie es mit ihnen meint?
Gott merkt am schnellsten jede Regung,
die sich im Mutterherz vollzieht,
merkt jede schmerzliche Bewegung,
die sonst kein Menschenauge sieht.

Wer kann ein Mutterherz verstehen,
wenn diese Mutter Kummer hat,
weil ihre Lieben sorglos gehen
den Weg der Sünd‘ und Missetat?
Es ist allein der Herr der Herren
der ganz und lückenlos erfasst,
was Mütter wünschen und begehren,
wenn auf sie drückt die Sorgenlast.

Wer kann ein Mutterherz verstehen,
wenn sie auf ihre Knie geht
und dann im Seufzen und im Flehen
dem Höchsten sagt, was sie bewegt?
Der große Gott weiß alle Dinge;
was kommt, was ist und auch, was war.
Ihm dein Problem, o Mutter, bringe!
Er wird es lösen wunderbar.

Auch wenn dich viele nicht verstehen
und manchmal lieblos zu dir sind,
so wisse: Gott, in Seinen Höhen,
ist weder taub, noch ist Er blind.
ER hat das Mutterherz erschaffen
und Er versteht es durch und durch.
Er kann es froh und glücklich machen,
auf Erden hier und ewiglich.

Mir ist heut nicht zumute

Mir ist heut nicht zumute!
Den Satz kennt auch ein Kind.
Er kommt aus unserm Munde,
wenn wir in Nöten sind;
wenn uns die Last des Lebens
tief beugt und niederdrückt,
wenn in der Zeit des Leidens
uns scheinbar nichts beglückt.

Auch Mütter können zeugen
von Stunden dieser Art,
in denen Schmerz und Sorgen
sie trafen schwer und hart,
in denen ihnen wirklich
gar nicht zumute war,
in denen sie allmählich
bekamen graues Haar.

Der Grund für solche Stunden,
die voller Herzeleid,
die voller Weh und Wunden
und voller Traurigkeit,
sind meistens ihre Kinder,
die ihnen wiedersteh‘n
und auf dem Weg der Sünder
zum Ort des Schreckens geh‘n.

Doch lasst euch, liebe Mütter,
nicht schrecken vor der Not.
Und wird der Kampf auch bitter
vertraut dem großen Gott!
Auch wenn euch in dem Leben
nicht mehr zumute wird,
steht dennoch fest im Glauben,
seht auf zum guten Hirt!

Er wird euch sicher führen,
bis an das sel‘ge Ziel;
wird euer Fleh‘n erhören,
weil Er euch segnen will.
An Ihn dürft ihr euch lehnen,
geht‘s auch mal tief hinab.
Einst wischt Er alle Tränen
von euren Augen ab.

Eine Mutter haben

Eine Mutter haben,
die dich ganz versteht,
die wie eine Freundin
mit durchs Leben geht.
Die mit treuem Herzen
um ihr Liebstes bangt
und mit heißem Sehnen
nach dem Glück verlangt.
Die an ihres Kindes
schönste Zukunft glaubt,
das ist Himmelssegen
über deinem Haupt.

Eine Mutter haben,
der dein Herz vertraut,
die mit güt´gen Augen
auf dein Leben schaut.
Wenn die Welt so schnöde,
herzlos dich verstößt,
sie mit mildem Herzen
deine Fehler löst.
Die trotz allem Kummer
dennoch an dich glaubt,
das ist Himmelssegen
über deinem Haupt.

Halt das Glück mit beiden
Händen lind und weich,
denn nicht alle Menschen
sind an Glück so reich.
Eine Mutter haben,
die dich ganz versteht,
die wie eine Freundin
mit durchs Leben geht.
Das ist Himmelssegen,
Liebe sät sie aus,
halte sie in Ehren
über´s Grab hinaus!

Ein Gedicht für das Mütterlein

Mütterlein, lieb Mütterlein,
wie musst du doch immer fleißig sein!
Wenn wir noch schlafen am frühesten Morgen,
musst du dich schon plagen, musst du dich schon sorgen,
dass wir auch beizeiten den Kaffee kriegen,
dass wir nicht zu lang in den Federn liegen,
dass wir nicht etwa die Schule verpassen,
auch das Frühstücksbrot nicht liegen lassen.
Dann musst du fegen und putzen und klopfen,
musst scheuern und flicken und bügeln und stopfen.
Die Wäsche darfst du auch nicht vergessen
und die Blumen, den Vogel, das Mittagessen.
So geht es immer, tagaus, tagein,
oft bis in die späte Nacht hinein;
so geht es weiter, jahrein, jahraus. –
Sag, Mutter, wann ruhst du dich endlich aus?

Der reinste Ton

Der reinste Ton, der durch das Weltall klingt,
Der reinste Strahl, der zu dem Himmel dringt,
Die heiligste der Blumen, die da blüht,
Ihr findet sie allein, wo fromm gesinnt
Still eine Mutter betet für ihr Kind.

Der Tränen werden viele hier geweint,
Solange uns des Lebens Sonne scheint,
Und mancher Engel, er ist auserwählt,
Auf daß er unsre stillen Tränen zählt –
Doch aller Tränen heiligste, sie rinnt,
Wenn eine Mutter betet für ihr Kind.

O schaut das Hüttchen droben, still und klein
Nur matt erhellt von einer Lampe Schein
Es sieht so trübe, so arm, so öde aus,
Und gleichwohl ist’s ein kleines Gotteshaus,
Denn drinnen betet, fromm gesinnt,
Still eine Mutter für ihr Kind.

O, nennt getrost es einen schönen Wahn,
Weil nimmer es des Leibes Augen sah’n.
Ich lasse mir, die Botschaft rauben nicht,
Die Himmelsbotschaft, welche zu mir spricht;
Daß Engel stets versammelt sind,
Wenn eine Mutter betet für ihr Kind.