Christliche Schatzkammer

Wohin, o müder Wandrer?

Wohin, o müder Wandrer du?
Wohin, o müder Wandrer du?
Kehr heim ins Vaterhaus!
Du findest nirgend sonst auch Ruh',
läufst du die Welt gleich aus:
Kehr heim!

Kehr heim mit deiner wunden Seel'
zum Samariter dein!
Kein Arzt hat für dich Wein und Öl
als Jesus nur allein:
Kehr heim!

Kehr heim mit deinem    Heimwehschmerz
in Seinen Friedensschoß!
Wer nicht zu Haus am Heilandsherz,
bleibt ewig heimatlos:
Kehr heim!

Wohin gehst du?

Wohin gehst du?

Wohin gehst du? So magst du fragen
wohl tausend Menschen in der Welt.
Kaum einer wird die Antwort sagen,
die deinem Herzen ganz gefällt.

Zu viele jagen nur nach Schätzen,
die nötig, doch vergänglich sind.
Für Güter, die nicht zu ersetzen,
sind die in ihrer Seele blind.

Bedenk‘ im Glauben, Hoffnung, Liebe,
es gibt zwei Pole: Stoff und Geist.
Sie sind die Achse im Getriebe,
um die das Erdenleben kreist.

Lässt du dich nur vom Stoffe treiben –
es ist ein Bruch des Gleichgewichts -,
wirst du im Reichtum Sklave bleiben,
dein Leben ist ein Weg ins Nichts.

Dein Gott ist Geist, auch für die Toren,
der ständig falsche Bahnen zieht
und Wahn – umfangen, ich – verloren,
im Grunde vor Damaskus flieht.

Denn Frieden wirst du erst gewinnen,
die Freiheit, Sicherheit und Glück,
suchst du den schmalen Pfad nach innen,
der führt ins Paradies zurück.

Die Außenwelt kann dich nicht retten,
erfülle, ordne deine Pflicht:
Wie durch ein Wunder fallen Ketten
der Selbstsucht ab, im ew’gen Licht.

Wir rufen die letzten zu Jesu

Wir rufen die letzten zu Jesu,
solange die Gnade noch währt,
solange die Sonne noch scheinet
und Liebe dich, Seele, begehrt!

Wir rufen die letzten zu Jesu
und tragen die Botschaft ins Land!
Es drängt uns die Liebe des Christus,
er hat uns als Boten gesandt.

Wir rufen die letzten zu Jesu
und künden es laut dieser Zeit:
Nur einzig das Blut seines Kreuzes
die Herzen von Sünden befreit!

Wir rufen die letzten zu Jesu.
Verschließt nicht Augen noch Ohren,
schon steigt aus dem Abgrund der Schatten
der künft’gen Gerichte empor.

Wir rufen die letzten zu Jesu,
wir bitten und flehen für dich.
Wir möchten dich gern überreden,
mit Seilen der Liebe dich ziehn.

Wenn Jesus einen Menschen sieht

Wenn Jesus einen Menschen sieht,
der durch die Sündenstrasse zieht,
so wird sein ganzes Mitleid wach,
Er geht dem Sünder nach!
Er ruft in liebevollem Ton:
«0 kehre um, du Menschensohn,
bei mir ist echtes Lebensglück,
o komm zu mir zurück!»

Er sieht, wie ihn die Welt betrügt,
dass sie nur raubt und niemals gibt,
und wie der Feind voll Bosheit lacht
und ihn zum Sklaven macht!
Drum ruft der Heiland immer noch:
«0 kehre um, o höre doch:
Mein Werk macht dich von allem frei,
wie groß die Schuld auch sei!»

Oh, wenn der Sünder «Hilfe» schreit,
dann steht der Retter schon bereit!
Er streckt nach ihm die Arme aus
und führt ihn froh nach Haus!
Jetzt steht er in der besten Hut
und jauchzt beglückt: «Nun hab ich‘s gut.
Mein Heiland sorgt so treu für mich
und liebt mich inniglich.»

Kehre wieder

Kehre wieder

Kehre wieder, kehre wieder,
Der Du dich verloren hast,
Sinke reuig, betend nieder
Vor dem Herrn mit deiner Last.
Wie Du bist, so darfst Du kommen,
Höre, was sein Wort verspricht:
Du wirst gnädig aufgenommen
Kehre wieder, säume nicht.

Kehre wieder, irre Seele
Deines treues Vaters Herz
Beut Vergebung deinem Fehle
Balsam für den Sündenschmerz
Blick empor zum Kreuzesstamme
Kehre wieder, fürchte nicht,
Das der gnäd’ge dich verdamme,
Dem das Herz voll Liebe bricht.

Kehre wieder, ewges Leben
Trink aus seiner Liebeshuld.
Bei dem Herrn ist viel vergeben
Große Gnade und Geduld
Fass ein Herz zu seinem Herzen
Er macht dich von Flecken rein.
Er hat Trost für alle Schmerzen
Eile, kehre bei ihm ein.

Kehre wieder, endlich kehre
In der lieben Heimat ein.
In die Fülle aus der Leere,
In das Wesen aus dem Schein.
Aus dem Tode in das Leben,
Aus der Welt in Gottes Reich.
Doch was Gott dir heut will geben,
Nimm auch heute – komme gleich.

Heute!

Heute!

Eile, eile, lass dich retten,
eh dich fesseln ew’ge Ketten
und der Tag des Heils vergeht;
eh die Zornesschalen fließen,
die Gerichte sich ergießen
und du rufst: Es ist zu spät!

Sage nicht: Ich komme morgen!
Sorge, dass du heut geborgen
für die lange Ewigkeit!
Mancher wollt‘ auf morgen bauen
und ward heute abgehauen,
denn die Axt liegt stets bereit.

Heute steht mit offnen Armen
Jesus vor dir voll Erbarmen,
darum säume länger nicht!
Heute kannst du zu Ihm kommen,
heut noch wirst du angenommen,
heute scheint das Gnadenlicht.

Heut lebst du, heut bekehre dich!

Heut lebst du, heut bekehre dich!

Zwei Freunde, jung und lebensfroh,
sie trafen einst sich irgendwo;
der eine Arzt – und Refrendar
am Amtsgericht der andre war;
sie lebten beide ohne Not
dahin und fragten nicht nach Gott.

Drum hatten sie auf diese Welt
allein ihr Trachten nur gestellt.
Sie taten Pflicht und Schuldigkeit
des Tages über alle Zeit;
doch nach der Arbeit Last und Müh
in Saus und Braus oft lebten sie.

Da ward der eine krank und lag
im Fieberglühen manchen Tag.
Sein Freund, der Arzt, ihm hilfreich stand
zur Seite; doch sein Hoffen schwand
mit jeder Stunde mehr dahin,
und schon hält er verloren ihn.

Doch spricht er nicht: »Bestell dein Haus,
bald musst von dannen du hinaus!«
Wohin? wohin? Das weiß er nicht,
Gott, Ewigkeit und das Gericht
sind ja nur Pfaffentrug, daran
kein Mann von Bildung glauben kann.

Einladung

Einladung

Der Gnadentag neigt sich zu Ende.
Komm, nütze noch die letzte Frist!
In Buße und im Glauben wende
Dich zu dem Heiland Jesus Christ.

Noch lässt dich Gottes Liebe bitten.
Bring deine Sünden zu dem Kreuz
Und glaub an den, der dort gelitten;
Denn keiner, der es tut, bereut’s!

Lass alle deine Argumente!
An Jesus kommst du nicht vorbei,
und wenn’s auch einmal erst am Ende,
am Tag des Weltgerichtes sei.

Soll dann sein Urteil dich verdammen,
dich übergeben ew’ger Pein?
O nein! Du sollst nicht in den Flammen
Des Feuersees verloren sein!

Doch bist in Christus du geborgen,
ist Jesus deines Lebens Licht,
so bricht dir an ein schöner Morgen,
dann kommst du nicht in das Gericht!

Der Gnadentag neigt sich zu Ende.
Komm, nütze noch die letzte Frist!
In Buße und im Glauben wende
Dich zu dem Retter Jesus Christ.

Bist du bereit?

Bereit?

Bist du bereit? – Wie ernst ist diese Frage,
die Gottes Geist an deine Seele stellt,
die dich verklagt im Gleichmaß unsrer Tage,
die dein Gewissen wie ein Blitz erhellt
Und zauderst du, hier gibt es kein Besinnen:
Noch ist die Freistatt dir geöffnet weit!
Dem höchsten Richter kannst du nicht entrinnen.
Bist du bereit?

Bist du bereit? O prüfe dich aufs neue,
bald wirst du ernten, was du hier gesät.
Hast du verachtet Gottes Lieb und Treue,
dann gilt auch dir das Wort: Zu spät! Zu spät‘
Nie wirst du dann das Licht des Himmels schauen,
die Heimat droben in der Herrlichkeit –
dann wartet deiner nur noch Nacht und Grauen.
Bist du bereit?

Bist du bereit? Noch kannst du Gnade finden
vor Gottes Thron, noch ist die Rettung da!
Tu Buße, glaube, dass auch deine Sünden
das Lamm getilgt am Kreuz von Golgatha
Vertrau auf Gott‘ Er wird dein Schifflein lenken,
wenn du dein ganzes Herz ihm hast geweiht.
Er will dir Freiheit, Glück und Frieden schenken.
Komm, sei bereit!

Bekehrung

Bekehrung

Ein Wort, das Millionen hassen,
Der Weltmensch und der Namenschrist;
Ein Wort, das viele nicht erfassen,
Das ihnen tief und dunkel ist;
Ein Wort, das manche nicht verstehn,
Und spottend dran vorübergehn.

Den Sinn des Wortes zu verstehen,
Das lernt man erst im Kämmerlein,
Durch Weinen, Beten, Ringen, Flehen
In wahrer Buß und Sündenpein,
Wenn man nicht ruht, bis Gott verzeiht
Und uns das Kindesrecht verleiht.

Dann ist der Mensch zu Gott bekehret,
Dann tritt er auf die schmale Bahn,
Und hat dem Feind den Krieg erkläret,
Dann fängt der bitt’re Kampf erst an.
Dann macht der Feind mit seinem Heer
Ihm manches mal das Leben schwer.

Doch dieses muss mit uns geschehen,
Wenn wir einst wollen selig sein,
Sonst müssen wir verloren gehen
In ew’ger Angst und Höllenpein.
Oh, kehre um in dieser Zeit,
Denn vor uns liegt die Ewigkeit.