Christliche Schatzkammer

Gnade ist’s

Gnade ist’s

Gnade ist’s, die mich befreit
von dem Joch der Schuld und Sünde.
Gnade ist’s die mich erneut,
die vom Aug‘ mir nahm die Binde.
Gnade hat mich durchgebracht,
nur die Gnade hat’s vollbracht.

„Gnade sei für dich genug“
sprachst Du, Herr, in stiller Stunde.
Gnade, die mich liebend schlug,
sie verband auch jede Wunde.
Gnade, Gnade nur allein,
soll mein einzig Rühmen sein.

Gnade ist’s, die mich nun trägt
durch mein Tagwerk‘ durch mein Leben.
„Gnade“ sag‘ ich, wenn man fragt:
Was hat dir die Kraft gegeben?
„Gnade nur ist’s“, so bezeugt
meine Seele tief gebeugt.

Gnade! Über sie hinaus
komm‘ ich nie auf dieser Erden.
Gnade soll, komm‘ ich nach Haus,
meines Loblieds Grundton werden.
Seine Gnade ja genügt,
wie’s der Herr auch für mich fügt.

AMEN

Unverdient gut

Unverdient gut

Unverdient gut! Welch herrliche Antwort
Wenn man dich fragt nach deinem Ergeh’n
Unverdient gut!, welch sicherer Standort
Wie auch die Stürme des Lebens durchweh’n
Ruhender Felsen in rauschender Flut
So wie es geht, geht es unverdient gut!

Glücklicher Mensch, der in Freuden und Leiden
So kann bekennen mit fröhlichem Mund
Der wie ein Schäflein auf saftigen Weiden
Wie auch auf dürrem und steinigem Grund
Weiß: in der göttlichen Hirten Hut
Hab ich es überall – unverdient gut!

O das ich’s könnte lernen von Herzen
Alles zu schauen in diesem Licht
Liebes und Böses, Freuden und Schmerzen,
Was mir beschert ist und was mir gebricht
Wie auch mein Gott mit mir handelt und tut
Alles ist heilsam und unverdient gut!

Schau nach erquickendem Schimmer ich wieder
Frühe des Morgenrots strahlenden Kranz
Oder drückt lärmende Sorge mich nieder
Tagt mir der Morgen ohn‘ Freude und Glanz
Quält mich der Anfechtung giftige Brut
Herr hilf mir zu sprechen: „es ist unverdient gut!“

Unverdient gut, das sei mein Bekenntnis
Wenn Gottes liebende Sonne mich wärmt
Unverdient gut, – sei auch mein Geständnis
Wenn meine Seele in Kummer sich grämt
Grünende Au – oder sengende Glut
Hab ich nur Ihn – Hab ich’s unverdient gut!

Unverdient gut – wollte, wie ich verdiene,
Gott mit mir handeln nach heiligem Recht
Wahrlich kein leuchtendes Himmelslicht schiene
Jemals mir, schlechtem, unnützem Knecht,
Sonne und Mond werden finster wie Blut
Doch Gottes Gnade macht’s unverdient gut.

Heute ich nicht kann verstehen den Weg,
den der Vater mich führt.
Mühsam zu gehen, doch einst
werde ich dankend gerührt
von jenseits der Flut –
Alles, Herr, alles war unverdient gut!

Gnade allein

Gnade allein

Gnade muss es sein –
Gnade allein!
Alles and’re geht in Stücke,
ist nur eine morsche Krücke.
Gnade muss es sein –
Gnade ganz allein!

Aller eigne Wert
nur den Hochmut nährt;
alles, was ich selbst erworben,
hat die Sünde ganz verdorben.
Gnade muss es sein –
Gnade ganz allein!

Wenn zu herb der Schmerz,
und schier bricht das Herz,
wenn im finstern Tal es dunkelt,
schau‘ ich auf: Trotz allem funkelt
mir der Gnade Schein.
Gnade muss es sein!

Also Gnad‘ allein,
Gnade muss es sein,
Gnad‘ zum Weilen, Gnad‘ zum Gehen,
Gnade, still beim Herrn zu stehen,
nichts als Gnad‘ allein,
Gnade muss es sein!

Von einem schwerkranken Gläubigen
in Leidenstagen niedergeschrieben.

Gefunden

Gefunden

Das rühm‘ ich als das größte
und allerbeste Gut,
dass Jesus mich erlöste
mit Seinem teuren Blut;
dass Er um mich geworben
mit ew’ger Liebestreu
und mir, da Er gestorben,
geschenkt das Leben neu.

Ein Wunder ist’s der Gnaden,
wie Er mich Armen fand
und meinen Fluch und Schaden
in Fried und Heil gewandt;
wie Er, des Heils Begründer,
auch zum Vollender wird,
dem allergrößten Sünder
der allertreuste Hirt.

Vom sündenkranken Wesen
gefall’ner Kreatur
bin ich durch Ihn genesen
zur göttlichen Natur.
Zum Gotteskind erhoben,
zum höchsten Hoheitsstand,
darf ich die Gnade loben,
die mich Verlornen fand.