Dez 11 2009

Das gläubige Mütterlein

Geschrieben von Christ in Liebe

Das gläubige Mütterlein, ein christliches Anspiel zum Thema Liebe für 5 Personen

Sprecher: Angenehme Wärme verbreitete der kleine Kachelofen in dem dunklen Raum. Von ihrem Bett aus konnte sie durch das Fenster in das Tal sehen. Leise fiel der Schnee und deckte die letzten Äste.

Zur gleichen Zeit stapfte die Frau des Pastors auf das kleine Haus zu. Da unser Mütterlein niemanden mehr hatte, der es versorgen konnte, wurde sie liebend von ihr gepflegt.

Marie: Guten Abend, Mütterlein, du siehst so zufrieden aus, woran denkst du?

Mütterlein: Oh, du bist es, Marie! Ja, ich dachte gerade an die schöne Zeit zurück, als mein Mann mich so oft auf die See mitgenommen hatte. Wir standen dann oft an der Reling des Schiffes, schauten uns den Himmel an, und er erklärte mir, wie man das kommende Wetter an den Wolken erkennen kann.

(kurzes Schweigen)

Aber wie geht es dir Marie? Du wirkst so bedrückt.

Marie: Ach es ist nur…. Mein Mann kam heute so traurig vom Gottesdienst nach Hause. Er sagte, nur wenige seien heute zur Andacht gekommen. Aus der Stadt im Tale sind sehr viele Leute aufs Eis gekommen. Der ganze See ist voller Leute, die mit ihren Kindern Schlittschuh laufen. Sie haben Zelte aufgebaut, fahren mit den Kindern Schlitten, essen, trinken und sind lustig. Da sind auch die Leute aus unserem Dörfchen lieber aufs Eis gegangen, als zur Andacht. Schon von morgens an,- und jetzt wird es schon dunkel. Die Menschen versündigen sich damit!

Mütterlein: Mache dir nur keine Gedanken, Marie. Gott findet jeden Menschen. Wir wollen lieber für das Volk draußen beten.

Sprecher: Getröstet ging ihre Freundin nach Hause. Die alte Frau saß noch lange am Fenster und sah dem Treiben auf dem Eis zu. Sie betete. Da sah sie weit draußen am dunklen Himmel eine kleine weiße Wolke aufsteigen. Diese stieg höher, wurde größer und stärker.

Mütterlein: Das ist eine Sturmwolke! Oh, möge Gott im Himmel den Menschen helfen!

Sprecher: Doch da war ihr, als hörte sie eine Stimme, die zu ihr sprach: “Warum hilfst du ihnen nicht?” (mit Hall)

Mütterlein: Ja, aber wie? (verzweifelt)

(Musik) traurig

1. Junge: (aufgeregt) Jakob, schau dort! Das Haus vom alten Mütterlein brennt! Hol schnell Hilfe, vielleicht können wir sie noch retten!

Sprecher: Vom Schrecken und Neugier getrieben lief die ganze Menschenmenge dem Ufer zu. Auch die Pfarrersleute und einige mehr kamen aus dem Dorf zum brennenden Häuschen, ohne große Hoffnung das Mütterlein noch lebend zu sehen. Doch sie fanden das Mütterlein betend im Schnee liegen.

1. Junge: Kommt, fasst mit an, wir müssen ins Dorf. Es wird immer stürmischer.

Sprecher: Die ganze Menge lief schnell in’s Dorf, um sich vor dem Sturm in Sicherheit zu bringen. Das Mütterlein wurde in’s Pfarrhaus gebracht. Als alle in Sicherheit waren, sagte die Pfarrersfrau unter Tränen.

Marie: Es ist wohl meine Schuld, dass das Haus verbrannte. Sicher habe ich beim Ofen nicht aufgepasst, und so hat es angefangen zu brennen.

Sprecher: Das Mütterlein jedoch, als sie sich gefasst hatte, fragte nur:

Mütterlein: Sind sie alle vom Eis runtergegangen? Der Sturm!

1. Junge: Ja, alle sind in Sicherheit, nicht ein einziger ist auf dem See gewesen als der Sturm losbrach. Jetzt ist das ganze Eis in große Stücke zerbrochen, das Wasser geht an einigen Stellen sogar übers Land.

2. Junge: Gott hat uns vor einer großen Katastrophe bewahrt. Aber Mütterlein, woher wussten sie nur, dass ein Sturm kommt?

Mütterlein: Mein Mann hat mich gelehrt, den Himmel und die Wettergeschehen zu  beobachten. – Ich wollte die Leute warnen, aber sie hörten mein Schreien nicht. Da bat ich Gott, mir zu helfen die Leute zu retten. Der Herr sagte: Bis zum Ofen kannst du kriechen, zünde dein Häuschen mit deiner Habe an, dann rettest du sie alle! Aber wenn dir das Haus und Habe wichtiger sind als die Menschen, die Kinder, hast du keinen Glauben. Da bat ich: Herr gib mir Kraft!

So kroch ich vom Bett, zog mich an, rüttelte das Stroh im Bett auf, kroch bis zum Ofen, nahm die Schippe, suchte glühende Kohlen, kroch wieder bis zum Bett und legte die Kohlen ins Stroh. Dann begab ich mich zur Tür, stieß sie auf und, weil das Fenster offen stand, fing das Stroh an zu brennen. Die Flamme erfasste auch das Strohdach, so brannte das ganze Haus. Ich kroch dann nach draußen.

Sprecher: Die Leute aus dem Dorf und der Stadt brachten aus Dankbarkeit alles, was die Frau zum Leben nötig hatte. Viele bekehrten sich und dankten Gott und dem alten, kranken Mütterlein für die wunderbare Rettung.

Diese wahre Begebenheit zeigt uns, wie wichtig es ist, Gottes Willen gehorsam zu sein, selbst wenn wir ihn nicht verstehen. Was geschehen wäre, wenn das treue Mütterlein dies nicht getan hätte, können wir uns ausmalen.

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Dez 11 2009

Als Jesus in mein Haus kam…

Geschrieben von Aquila in Ehrlichkeit, Nachfolge

Versuchet euch selbst, ob ihr im Glauben seid; prüfet euch selbst! 2. Kor. 13,5

Ich erinnere mich daran, was Grant einmal sagte: ,,Es gibt keinen besseren Test für irgendetwas, als den, wie es in Gottes Gegenwart aussieht.“

Ich begann mir vorzustellen, dass ich den Herrn Jesus in mein Haus nahm, es war der Meister selbst. Heute war Er nicht nur mein Hirte und mein Erretter, sondern auch der, der mich durchforscht. In seiner Gegenwart würde ich die Dinge sehen, wie ich sie vorher nie gesehen hatte.

Das Arbeitszimmer

Die Haustür war offen und wir traten in das geräumige Arbeitszimmer. Direkt vor uns stand mein geliebter Schreibtisch. Auf ihm lagen meine Sparbücher, Aktien, Wertpapiere und Versicherungsunterlagen. Heute Morgen hatte ich sie aus dem Wandsafe herausgenommen, um sie durchzusehen. In dieser Welt der Unsicherheit und Unbeständigkeit gab es mir ein Gefühl der Sicherheit, sie durch meine Hände gleiten zu lassen, wie jeder verstehen wird. Als ich plötzlich das Haus verlassen musste, hatte ich sie offen auf dem Schreibtisch liegen lassen.

Nun lagen sie zu meinem großen Ärger, immer noch da, als Jesus langsam auf den  Schreibtisch zuging. Noch etwas stand auf dem Schreibtisch – ein Weltglobus. Und daneben stand Lieblings Spruchkalender. Es war ein seltsamer Zufall, dass die Verse an diesem Tag gerade Matthäus 6. 19 – 21 waren: “Sammelt euch nicht Schätze auf Erden, wo Motten und Rost zerstört, und wo Diebe durchgraben und stehlen, sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost zerstört und wo Diebe nicht durchgraben und stehlen, denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.“

Irgendwie war mir die unbeabsichtigte Zurschaustellung meines Reichtums sehr peinlich. Deshalb raffte ich  schnell meine Schätze zusammen und legte mein Herz in den Safe zurück. Als ich zurück zum Schreibtisch kam, stand der Herr Jesus immer noch da und schaute auf den Globus, wobei Er gedankenvoll die verschiedenen Kontinente und Länder betrachtete. Er blickte auf und sagte: „Lebst du im Glauben?”

Über dem Schreibtisch hingen meine Zeugnisse. Ich hatte hart für sie und die Diplome, die daneben hingen, gearbeitet. Wie stolz war ich, auf so vielen Gebieten Hervorragendes geleistet zu haben. Das heißt, ich war so lange stolz, bis Er leise zu mir sagte: ,,Warum hast du nach all diesen Ehren gestrebt?” Das war alles, was Er sagte.

In diesem Augenblick erinnerte ich mich daran, was Kipling einmal zu seiner Abschlussklasse an der Universität gesagt hatte: ,,Wenn ihr durchs Leben geht, strebt nicht nach Ruhm oder Geld oder Macht; denn eines Tages werdet ihr einem Mann gegenüberstehen, für den alle diese Dinge nichts wert sind, und dann werdet ihr plötzlich erkennen wie arm ihr seid. In diesem Augenblick merkte ich, dass ich diesen Mann getroffen hatte und ich erkannte wie bettelarm ich war.

Das Esszimmer

Wir gingen ins Esszimmer und glücklicherweise gab es nichts besonders Peinliches dort – nichts außer dem Silberservice auf der Anrichte. Auf dem Tisch war natürlich kein Essen, nichts als das Zierdeckchen. Und doch konnte ich nicht umhin, an viele Festmähler zu denken, als wir an diesem Tisch saßen und uns mit Essen füllten – und aßen, bis uns unwohl wurde. Dann schleppten wir uns zum nächsten Sessel, um uns von der gewaltigen Anstrengung zu erholen – und auf das Abendessen zu warten.

Plötzlich dachte ich an die 7.000 Menschen, die täglich vor Hunger sterben, in Ländern, wo kalorienbewusstes Essen unbekannt ist und Abmagerungsdiäten absurd sind.

Als der Herr Jesus so dastand, erinnerte ich mich, dass Er oft vom Fasten gesprochen hatte, aber ich hatte diese Verse immer in ein heilsgeschichtliches Schubfach abgelegt; sie waren nicht auf uns heute anzuwenden. Aber jetzt war ich mir nicht mehr so sicher. Vielleicht meinte Er tatsächlich, was Er sagte.

Das Badezimmer

Als wir den Flur entlang gingen, warf ich einen Blick ins Badezimmer und sah all die Toilettenartikel, die Fläschchen und Döschen und Gläschen. All die kleinen Apparate und sonstige Dinge. Meine elektrische Zahnbürste liegt neben dem Medizinschrank. Sie war für mich immer selbstverständlich gewesen. Aber jetzt wunderte ich mich über mich selbst. Eine normale  handbetriebene Zahnbürste würde ihren Zweck genauso erfüllen. Und mit dem Preisunterschied könnte jemand im fernen Malaysia das Evangelium hören. Das  wäre mir nie zuvor in den Sinn gekommen. Ich war wie erschlagen von der Erkenntnis meiner Nichtswürdigkeit. Ich wünschte, gleich Johannes, wie tot zu Seinen Füßen fallen zu können. Dieses ganze Erleben war einfach niederschmetternd.

Das Schlafzimmer

Es war unvorsichtig von mir gewesen, die Tür des Kleiderschrankes offen zu lassen. Es schaute wie ein Kleidergeschäft im Kleinen aus. Von Wand zu Wand Anzüge und Mäntel und Hemden. Ich brauchte sie wirklich nicht alle, aber irgendwie schmeichelten sie meinem Ego. Und es war immer ein angenehmes Gefühl, wenn Leute positive Bemerkungen über sie machten. Der Herr Jesus sagte nichts zu mir. Es war nicht nötig. Seine Gegenwart allein genügte.

Oben im Schrank lagen zahlreiche Schmuckstücke und verschiedene Nippsachen; habe ich doch im Laufe meiner Erziehung und Ausbildung Qualität schätzen gelernt. Jetzt fragte ich mich wer diese Dinge bekommen würde, wenn ich diese Nacht abscheiden sollte? Niemals war mir der Gedanke gekommen sie für das Werk des Herrn einzusetzen.

Während mich diese Gedanken beschäftigten bemerkte ich einen Bibelspruch an der Wand den ich bei einem Wettbewerb im Auswendiglernen in der Sonntagsschule gewonnen hatte: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.” Ich dachte an all die Kleider, all den Schmuck, all die selbstsüchtige Geldverschwendung. Und dann – ,,Du sollst deinen Nächsten  lieben wie dich selbst.”

Musik

Das Wohnzimmer

Als nächstes gingen wir ins Wohnzimmer. In der Ecke stand meine Golfausrüstung. Der Herr bemerkte: ,,Du spielst gern Golf?” Diese Frage genügte mir, um einen begeisterten Vortrag über die feineren Details des Spiels zu beginnen. Ich war selbst überrascht, wie genau und umfassend ich über Golf Bescheid wusste. Aber als ich ausgeredet hatte und Jesus gar nichts sagte, begann ich anders darüber zu denken. Ich fragte mich, warum ich nicht ebenso begeistert und eifrig war, anderen das Evangelium mitzuteilen. Und ich fragte mich, ob ich überhaupt das Recht hatte, soviel Zeit und Geld zu verbrauchen nur um einen kleinen, weißen Ball durch die Landschaft zu jagen.

Auf dem Tisch lag ein Tagebuch – das Tagebuch meines Athenaufenthaltes. Es war eine herrliche Urlaubsreise gewesen und natürlich konnte ich sie rechtfertigen – wegen der Bezüge auf Athen in der Bibel. Die Besuche der Akropolis, des Areopags und des Parthenon waren unvergessliche Erlebnisse.

Etwas Seltsames war mir passiert, als ich nach Hause kam. Ein Freund fragte mich: ,,Hattest du in Griechenland irgendwelche Frucht? Ich erzählte ihm alles über die Orangen, die Grapefruits und die köstlichen Trauben. Aber das war es gar nicht, was er gemeint hatte. Er meinte Frucht im Evangelium. Hatte ich irgendwelche Seelen für Christus gewonnen?

Jetzt machte ich mir Vorwürfe, dass ich als Urlauber und nicht als Seelengewinner gereist war. Ich empfand Abscheu vor mir selbst. Ich dachte daran, dass Paulus auch Athen besucht hatte. Als er die Menschen betrachtete, die tief in Götzendienst versunken waren, wurde sein Geist erregt. Er war auf Seelen aus. Wie ganz anders war ich dort gewesen!

Im Wohnzimmer war auch eine alte Standuhr. Als Jesus so dastand, schien mir das Tick – Tack lauter als je zuvor. Ich wurde mir des Ablaufs der Zeit seltsam intensiv bewusst. Und ich dachte auch an einige der Zusammenkünfte, die in diesem Wohnzimmer stattgefunden hatten – an den Klatsch, das leere Geschwätz, die vergeudete Abende – so viel Gerede, aber nichts von ewigem Wert.

Mein Herz schlug, als Jesus zum Fernseher ging. Ich hatte Angst vor dem, was er sagen würde. Die Stunden, die für Unsinn in bewegliche Farben vergeudet waren. Die zweideutigen Witze, die so peinlich waren. Kein Zweifel, das Fernsehen hatte die Welt in mein Haus gebracht. Jesus sagte nichts. Er sagte nicht, dass es falsch war. Er sagte nicht, dass es Sünde war. Er sagte überhaupt nichts und das machte mich elender als zuvor.

Während ich dort mit dem Herrn stand, sah ich Dinge, wie ich sie nie zuvor gesehen hatte. Die Gardinen – wie könnte ich je das kleine Vermögen vergessen, das in ihnen steckt! Ich hatte alle Einkaufszentren in der Umgebung abgesucht, um welche zu bekommen, die genau zu den Möbeln und Teppichen passten. Das Klavier – und die schönen Liederabende, die wir mit ihm hatten. Eines Abends sangen die jungen Geschwister und fragten, ob jemand einen Liederwunsch hätte. Ich wünschte mir die schöne alte Hymne “Bin nur ein Pilger hier, der wohnt in einem Zelt.” Und glatt hörte ich einen ziemlich frisch bekehrten jungen Bruder hinter vorgehaltener Hand sagen: “Und was für ein Zelt!”

Meine Gedanken wurden unterbrochen, als mein lästiger Pommerscher Dachshund in das Zimmer gesprungen kam. Er wäre besser nicht gekommen. Ich ärgerte mich immer noch über die Rechnung, die ich dem Tierarzt für die Impfung bezahlen musste. Ich hatte immer gedacht, es wäre nicht teuer, einen Hund zu halten aber dieser hier war problematisch – er fraß nur Hackfleisch und eine der teuren Hundefuttermarken. Ich war sicher, dass in manchen Teilen der Erde Menschen von dem leben könnten, was es mich kostete dieses Vieh zu halten. Mein Gast, der Durchforscher, registrierte alles – und sagte nichts.

Drüben in der Ecke konnte ich meine Briefmarkensammlung sehen – sämtliche Briefmarken, die Israel je herausgebracht hatte. Ich dachte: ,,Jesus wird sich darüber freuen, dass ich an Israel und seiner prophetischen Bedeutung interessiert bin.”

Aber plötzlich dachte ich, was für Ihn erreicht werden könnte, wenn die Briefmarken verkauft und die Einnahmen in evangelistische Literatur investiert würden. Bis jetzt hatte ich diese Briefmarkensammlung wirklich wie einen Schatz gehütet; nun aber hörte ich plötzlich auf, ihn zu lieben.

Wie zu erwarten war ging der Herr hinüber, um sich meine Büchersammlung anzusehen. Ich war sehr stolz auf Darbys gesammelte Schriften. 34 Bände in Leder gebunden. Um ehrlich zu sein, ich hatte kaum darin gelesen, aber sie verlieh mir den Anschein von Gelehrsamkeit und Geistlichkeit. Da standen andere Bücher, die ich nie gelesen hatte und wahrscheinlich nie lesen würde. Und andere, die ich gelesen hatte, aber nicht wieder lesen würde. Als der Herr diese Bücher betrachtete, dachte ich dass ich wirklich einige davon verkaufen sollte, um das Geld zur Unterstützung des Werkes des Herrn zu verwenden.

Die Garage

Ich wollte wir hätten nicht in die Garage gehen müssen. Aber der Herr war schon an der Tür. Und er hätte meinen inneren Widerstand sicher bemerkt, wenn ich Ihn aufgehalten hätte. Ich glaube ich brauche nicht erst zu erzählen was Er alles sah – den neuen Wagen, das Segelboot, die Sportausrüstung – mir wurde übel bei dem Gedanken an all das teure Sportgerät das dort lagerte.

Das Ende des Rundgangs

Als wir in den Innenhof hinaustraten, sagte der Herr – ziemlich sanft, wie mir schien: ,,Bist du glücklich, William?”

„Nein, ich bin nicht glücklich, Herr. Ich weiß, dass materielle Dinge nicht glücklich machen können. Sie können nie mein Herz befriedigen. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum ich nicht glücklich bin. Meinem Leben fehlt die Kraft. Etwas scheint den Fluß Deiner Kraft durch mich zu bremsen. Dann sagte ich – ziemlich heldenhaft, wie es mir vorkam: ,,Herr, Du kannst Dir nehmen, was immer Du willst. Du sollst von mir haben, was immer Du Dir wünschst.“

Stimme

William, ich nehme nicht Dinge weg. Du musst die Initiative ergreifen. Du bist derjenige, der sie auf den Opferaltar legen muss.”

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Dez 11 2009

Eine Mutter

Geschrieben von Aquila in Muttertag

Warm scheint die Sonne in den kleinen Garten, und leise bewegt der Wind die blühende Reseda auf dem Blumenbett, ihren Duft durch das geöffnete Fenster in das kleine Zimmer tragend, in dem kalt und still die Frau liegt, die den Samen der Blumen im Frühjahr ausgestreut hatte und nun für immer die Augen geschlossen hat.

Vor dem Haus flattern unruhig die Tauben, die gewohnt waren, hier ihr Futter zu finden. Aber kein Fenster öffnet sich mehr. Tiefe Stille liegt über dem Haus. Ein Mann tritt jetzt an das Lager der Toten mit feuchtem Schimmer in den Augen. »Sie war mir eine treue Gehilfin«, sagt er leise, »und hat viel gearbeitet. Wie müde sieht sie aus!«

Es ist, als machten diese Worte den andern Mut. Auch die Tochter kniet nun schluchzend neben dem Bett nieder und klagt: »Mutter, du hast viel für uns alle gearbeitet! Ich hätte dir mehr beistehen sollen! Wie geduldig warst du, stets bereit zu helfen, wie selbstlos gegenüber uns, deinen Kindern!«

In der hintersten Ecke des Zimmers, fern von den übrigen, sitzt ein junger Mann. Seine Züge tragen die Spuren einer wüsten Vergangenheit. Jetzt ist er allein mit der Toten, die andern haben das Zimmer verlassen.

Leise nähert er sich dem Lager und sinkt auf die Knie. Seinen Kopf legt er an die treue Brust, an die er als Kind so oft sich gelehnt hatte. Zum ersten Mal seit langer Zeit treten ihm die Tränen in die Augen: »Mutter«, flüstert er. »Du bist immer so gut zu mir gewesen, du hattest mich so lieb!«

Er nimmt die arbeitsreichen Hände der Frau in seine Hände, küßt sie mit Ehrfurcht und sagt mit fester Stimme: »In deine kalten Hände gelobe ich es dir! Es soll anders mit mir werden!«

Die Sonnenstrahlen fallen durch das Fenster und spielen auf dem bleichen Gesicht der Toten. Sie hört die liebevollen Worte des Gatten und der Tochter nicht mehr. Sie vernimmt das Gelübde des verlorenen und geretteten Sohnes nicht mehr. Wie glücklich würde noch gestern beides sie gemacht haben!

»Warum habt ihr das alles nicht der lebenden Mutter gesagt?«

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Jul 29 2009

Willst du gesegnet sein?

Willst du gesegnet sein?

Willst du gesegnet sein? Sei selbst ein Segen.
Willst du geliebt sein? Liebe treu und rein.
Den Becher den du anderen bringst entgegen,
wird deinen Lippen süßer sein.

Du strebst nach Hohem, neig‘ dich zum Geringen.
Willst du gehört sein, höre selber zu.
Du möchtest große, schwere Opfer bringen.
Dort weint ein Kindlein, gib ihm Trost und Ruh.

Willst du, dass deines Geistes Leuchte glänze,
tritt still zur Seite, gib den andern Raum,
und gönne ihnen Stumm die Lorbeerkränze,
di du erhoffst im kühnen Traum.

Du musst vielleicht im dunkeln Tale wandern,
nach treuem Mitgefühl dein Herze bangt.
Schau um dich, ob von den Betrübten allen,
nicht grade einer deinen Trost verlangt?

Was dir Gewinn war, achte nur für Schaden
Um Christi Willen, nicht aus Tugendstolz.
Den Himmelsthron vertauschte Er in Gnaden
Um deinetwillen mit dem Marterholz.

„Wer mir will dienen“, spricht dein Herr und Meister,
„Der folge mir.“ Stimmst du von Herzen ein?
O höre doch, als sel‘gen lohn verheißt Er:
„Da, wo Ich bin, soll auch Mein Diener sein.“

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