Jun 16 2008
Treue wird belohnt
Treue wird belohnt, eine christliche Kindergeschichte
„Dieser Stein, den ich zu einem Denkstein gesetzt habe, soll ein Gotteshaus werden. Ich will auch von allem, was du mir schenken wirst, dir zu Ehren gern den Zehnten geben. 1. Mose 28, 22
Dagmar und Bernd gingen immer gern in die Sonntagsschule. Dort hörten sie die Geschichte von Jakob, wie er sich nachts auf dem Feld niederlegte und von der Himmelsleiter träumte, die mit ihrer Spitze den Himmel berührte, und wie die Engel Gottes auf ihr hinauf- und hinunterstiegen. Wie dann Gott, der Herr, oben an der Leiter stand und dem Jakob alles Gute für sein Leben verhieß. Jakob stand am Morgen auf und sagte die Worte, die wir eben im Bibelwort gelesen haben.
Deshalb brachte Dagmar ganz treu den Zehnten von allem, was sie an Geld geschenkt bekam, in die Sonntagsschulklasse. Eines Tages machte die Sonntagsschulklasse einen Ausflug zu einem wunderschönen Kinderspielplatz. Weil Dagmar das ganze Jahr über als einzige bei keinem Kindergottesdienst gefehlt hatte, brauchte sie an der Pforte des Kinderspielplatzes kein Eintrittsgeld zu zahlen, die Sonntagsschullehrerin spendierte es für sie. Auf dem Spielplatz gab es viel zu sehen, bunt geschmückte Verkaufsstände warteten mit den allerschönsten Naschereien und Spielsachen auf die kleinen Käufer. Da Dagmar umsonst in den Kinderspielgarten hineingekommen war, konnte sie sich eine besonders schöne Tafel Schokolade kaufen. Als sie aber das Geld nachzählte, das sie herausbekommen, bemerkte sie, dass ihr die Verkäuferin zu viel Geld gegeben hatte. Sie hielt jetzt mehr Geld in der Hand, als sie der Verkäuferin gegeben hatte. Am liebsten hätte sie dieses viele Geld behalten, aber da fiel ihr ein, dass das Betrug oder sogar Diebstahl war. Also ging sie geschwind zurück und sagte: „Sie haben mir ja zu viel Geld herausgegeben, ich habe nun doppelt so viel, wie ich ihnen überreicht habe.“
„Das ist aber lieb von dir, meine Kleine“, sagte die Verkäuferin, „und weil du so ehrlich gewesen bist, darfst du das Geld ruhig behalten, ich schenke es dir.“
Ach, wie hüpfte jetzt Dagmar vor Freude zu den anderen Kindern, die an einer alten Holzpumpe standen und auf einen Mann schauten, der einen Zylinderhut trug und vor einem Puppentheater stand. Da bemerkte Dagmar, dass ihr Brüderchen weinte.
„Warum weinst du denn?“ fragte sie ihn. „Ich habe mein letztes Geld verloren, und nun kann ich nicht das schöne Puppenspiel sehen. Warum habe ich bloß so viel Unglück heute?“ – „Ach, das ist gar nicht so schlimm, ich habe eben Geld geschenkt bekommen, und dafür kaufe ich dir eine Eintrittskarte“, sagte sie voller Freude. Ja, weil Dagmar so treu war und immer den zehnten Teil ihres Taschengeldes in die Opferbüchse steckte und auch stets zum Gottesdienst kam, aber auch ehrlicherweise das Geld zurückgeben wollte, das ihr die Verkäuferin zu viel herausgegeben hatte, wurde sie von Gott immer wieder belohnt, und sie konnte damit wieder anderen helfen, wenn sie traurig waren. Später wurde Dagmar selber eine gute Sonntagsschullehrerin und konnte den Kindern oft die besten Geschichten erzählen, weil sie mit Gott so viel erlebt hatte. Wenn wir ganz treu sind, dann wird das Leben mit Gott wunderschön.
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