Nov 21 2008
Sünde bekennen
Sünde bekennen, eine christliche Geschichte für Kinder
An einem herrlichen Sommermorgen gingen einst zwei Jungen im Wald spazieren. Sie hießen Johannes und Michael. Als sie eine Strecke gegangen waren, bemerkte Michael in den Ästen eines alten Baumes ein Vogelnest.
Beide Jungen wurden sich einig, auf den Baum hinaufzuklettern, um die Eier wegzunehmen. Während sie hinaufkletterten, erinnerte sich Johannes, dass sein Vater ihm gesagt hatte, es wäre eine große Sünde, Vogelnester auszunehmen. »Michael«, sagte er, »weißt du auch, dass es eine Sünde ist, wenn wir das Nest plündern? Mein Vater hat mir gesagt, Gott beobachte jeden, der so etwas tut.«
»Blödsinn, du bist ein Feigling, du hast nur Angst, die Äste könnten brechen. Solch ein Quatsch, niemand sieht uns. Es ist weit und breit kein Mensch zu sehen. Los, komm und hilf mir!« Johannes ließ sich überreden, er kletterte weiter, obwohl sein Gewissen ihn mahnte. Endlich erreichten sie das Nest. Fünf schöne Eier lagen darin. Zwei bekam Johannes und drei behielt Michael. Nachdem sie die Eier in ihre Taschen verstaut hatten, zerstörten sie das Nest und warfen es herab.
Beim Zurückklettern rutschten sie auf einem morschen Ast, der plötzlich brach. Die Jungen stürzten beide kopfüber hinunter. Dort blieben sie eine Zeitlang bewusstlos liegen. Als die beiden erwachten, stellten sie fest, dass Michael sich den Fuß verstaucht hatte und Johannes den Arm gebrochen. Ja, liebe Kinder, so kann viel passieren, wenn man nicht gehorsam ist.
Unter großen Schmerzen schlichen die beiden nach Haus. Doch einer Sünde folgt meistens noch eine andere.
»Wenn mein Vater mich fragt, was ich an meinem Fuß habe, sage ich: ich sei ausgerutscht und habe mir ein wenig am Fuß wehgetan. Du sagst einfach, du seist hingefallen und hast den Arm dabei aufgeschlagen, hörst du!«
»Das werde ich nicht tun«, erwiderte Johannes. »Es ist schlimm genug, dass wir das Vogelnest geplündert haben. Ich will nicht noch lügen.«
Als Michael daheim war, fragte ihn der Vater, warum er so stark hinke.
»Ich bin ausgerutscht und in einen Graben gefallen, als ich mit Johannes im Wald spielte. Es ist nicht so schlimm, ich glaube, morgen wird der Schmerz schon vorüber sein.« Doch der Fuß schwoll kräftig an, und Michael konnte es vor Schmerzen kaum noch aushalten. Die Eltern holten den Arzt. Der besah sich den Schaden und meinte: »Es tut mir leid, dass sie mich nicht früher gerufen haben, der Fuß wird wohl nicht mehr zu heilen sein.« Als nach Wochen die Schwellung zurückgegangen war, stellte es sich heraus, dass Michael für immer am Stock gehen müsse, sein Fuß blieb kürzer als der andere.
Johannes erzählte daheim sofort, was sie im Wald getan hatten, wie sie auf den Baum geklettert seien, um das Vogelnest auszunehmen. Danach seien sie heruntergefallen. Der Arzt konnte seinen Arm sofort behandeln. Dadurch blieb kein Schaden zurück. Nach vielen Wochen war sein Arm mit Gottes Hilfe wieder heil.
Seht ihr, liebe Kinder, wenn man etwas Böses getan hat, ist es am besten, gleich die Wahrheit zu sagen, sonst macht man die Sache noch viel schlimmer. Deshalb lesen wir in der Bibel: »Wenn wir behaupten, ohne Schuld zu sein, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit kann nicht in uns wirken.
Wenn wir aber unsere Schuld eingestehen, dürfen wir uns darauf verlassen, dass Gott Wort hält: er wird uns dann unsere Verfehlungen vergeben und alle Schuld von uns nehmen, die wir auf uns geladen haben.«
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