Nov 21 2008

Regen muss auch sein!

Geschrieben von Christ at 12:15 in Kindergeschichten

Regen muss auch sein, eine christliche Geschichte für Kinder

Wenn es draußen regnet, sind viele Erwachsene aber auch Kinder unzufrieden, sie sagen dann: »Solch ein >Hundewetter< oder »Was für ein >Sauwetter<«.
Pfarrer Flattich konnte solche Redensarten nicht leiden. Einmal war er zu einer vornehmen Gesellschaft eingeladen. Da er meistens seine Wege zu Fuß ging, schickte er die Kutsche des Grafen zurück. Unterwegs wurde er von einem heftigen Landregen überrascht. Natürlich kam er ganz durchnässt im Schloss an. Der Diener holte sofort trockene Kleider und schimpfte über das abscheuliche Wetter. Die Gräfin war auch sehr böse: »Gerade an meinem Geburtstag gibt es solch ein miserables Wetter.« Pfarrer Flattich wollte das Wetter verteidigen und sagte kurz: »Regen muss auch sein!« Aber diese vornehme Gesellschaft begann noch mehr auf den garstigen Regen zu schimpfen, ein gemeines Hundewetter, ja, ein grässliches Sauwetter nannten sie den Regen.
Endlich hatten sich die Gemüter beruhigt, und man setzte sich an den feingedeckten Geburtstagstisch. Nun wurden die köstlichen Speisen aufgetragen. Als der Pfarrer den ersten Löffel von der Suppe gekostet hatte, sagte er laut und vernehmlich: »Ein miserables Zeug!« und legte den Löffel neben den Teller. Er ließ die anderen essen. Der Gräfin fiel vor Schreck der Löffel in die Suppe, sie wurde vor Wut ganz rot im Gesicht, aber sie schwieg noch.
Bald brachte der Diener die anderen Speisen. Pfarrer Flattich nahm sich etwas auf den Teller, probierte und legte die Gabel zur Seite mit den Worten: »Ein wahres Hundeessen!« Jetzt riss der gnädigen Frau der Geduldsfaden, empört meinte sie: »Der Herr Pfarrer sei wohl so verwöhnt, dass ihm die guten Gaben Gottes nicht schmecken. «
»Sehen Sie, gnädige Frau, jetzt habe ich Sie in der Schlinge. Sie werden schon ungehalten und fühlen sich gekränkt, wenn ich eine Speise beschimpfe, die Sie noch nicht einmal selbst zubereitet haben. Wie soll ich denn da schweigen, wenn Sie das gute Wetter, das unser treuer Gott geschaffen hat, ein Hunde- oder Sauwetter nennen? Ich habe die gleichen Worte gebraucht, mit denen Sie das Wetter beschimpften, das unser guter Gott bereitet hat, oder ist das Wetter keine gute Gabe Gottes?« sagte
der Pfarrer.
Die Gräfin verstand den derben Spaß und entschuldigte sich. Der Pfarrer ließ sich nun das »miserable Zeug« gut schmecken und lobte später die wunderbaren Speisen. Ja, er betete und dankte Gott dafür.
Liebe Kinder, wir wollen nicht murren, wenn uns das Wetter einmal nicht passt. Meistens schimpfen die Leute über das Wetter, einmal ist es ihnen zu kalt, einmal zu heiß, einmal zu trocken und einmal zu nass. – Man kann es ihnen nie recht machen. Christen sollen für alles Dank sagen und Gott von Herzen loben.

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One response so far

One Response to “Regen muss auch sein!”

  1. Olga Dickon 09 Okt 2009 at 20:47

    danke für den Dienst der Geschichten.
    Eine große Hilfe für die Aufgabe des Geschichtenerzählers

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