Okt 31 2008
Gott belohnt zur rechten Zeit
Gott belohnt zur rechten Zeit, eine christliche Kindergeschichte
Ein Prediger ging am Samstagabend noch durch die Dorfstraße. Die Glocken läuteten gerade den Sonntag ein. Als er nun an einem der letzten Häuser zum Fenster hineinschaute, sieht er ein kleines Mädchen, das einen Silbertaler in einer Schüssel mit Wasser, Sand und Seife reinscheuert.
„Was machst du denn da?“ fragte der Prediger.
„Ach, Herr Pastor, in der Sonntagsschule soll doch morgen eine Kollekte für die Mission gesammelt werden, und da will ich das Geld recht blankputzen, weil das Geld, das in so vielen unreinen Händen gewesen ist, nicht für die Sache des heiligen Gottes gegeben werden kann. Deshalb reinige ich es jetzt.“ Der Prediger strich dem kleinen Mädchen sanft über den Kopf: „Recht so, mein Kleines, alles, was für Gott getan wird, soll mit reinem Herzen getan werden!“
Später, als dieses Mädchen schon eine Mutter geworden war, musste sie ein hartes Schicksal erleiden. Sie wurde durch eine Krankheit blind. Ihr Mann hatte lange Zeit keine Arbeit, und damals gab es noch keine Arbeitslosenunterstützung. Der Mann war nach Amerika gereist, um sich dort nach Arbeit umzusehen. Nun lebte die blinde Frau mit ihren vier Kindern lange Zeit allein. Eines Sonntagsmorgens saß sie in der Küche und wusste nicht, woher sie das Geld für die fällige Miete nehmen sollte. Der Hauswirt wollte die Wohnung kündigen, denn er wusste, dass der Mann keine Arbeit hatte und nicht im Lande war. Die Frau schrie zu Gott: „Allmächtiger Vater im Himmel, du kennst unsere Not, hilf uns, damit wir in unserer Wohnung bleiben können!“ Es war ein kurzer Hilfeschrei zum Himmel, aber Gott der Herr hatte Mittel und Wege.
Als die blinde Mutter das Mittagsmahl zuzubereiten begann und in der Speisekammer zwischen den Mehlbeuteln und Griessäcken herum suchte, spürte sie plötzlich einen kleinen harten, runden Gegenstand in ihrer Hand. Es war ein Silbertaler, wie sie ihn in ihrer Jugendzeit immer hübsch blankgeputzt hatte.
„Dem Himmel sei Dank!“ rief die Mutter hocherfreut.
„Gott, der Allmächtige, hat mich erhört und uns aus aller Not geholfen.“ Ihr war es, als sei das Geld direkt vom Himmel herniedergekommen. Sie rief ihren ältesten Sohn und sagte: „Von jetzt an wollen wir Gott noch viel mehr vertrauen, denn er prüft unseren Glauben. Er gibt uns seine Hilfe, wo nichts mehr zu hoffen ist.“
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