Okt 29 2008
Gefunden!
Gefunden, eine christliche Geschichte für Kinder
An einem schönen, warmen Sommerabend spielte Maria mit ihrem Spielzeug im Garten. Da sah sie, dass die Gartentür offenstand. Schnell sprang sie auf die schöne große Wiese hinaus, um einen farbenprächtigen Blumenstrauß für die Mutti zu pflücken. Dabei vergaß sie das Gebot der Mutter, nie allein vom Hause fortzugehen, ohne die Mutter gefragt zu haben. Sie pflückte eine Blume nach der anderen und kam immer weiter vom Weg ab. Auf einmal erblickte sie einen wunderschönen Vogel mit blauen Federn und einem langen Schwanz, der an einem Bächlein hin und her flog. Maria dachte: vielleicht kann ich den Vogel fangen und ihn dann in einen Käfig sperren. Aber der Vogel flog immer davon, und so kam sie immer weiter von zu Hause fort. Die Sonne war schon hinter den großen Bäumen untergegangen, es wurde schnell dunkel. Ängstlich schaute nun das kleine Mädchen umher, ob nicht jemand da sei, der sie wieder nach Hause bringen könnte. Jetzt fing das arme Kind an zu weinen und jammerte: „Vati, hol mich nach Hause! Mutti, ich finde den Weg nicht zurück!“ Aber alles war still geblieben. Nun kam schon der Mond hinter dem dunklen Wald hervor und leuchtete durch die Zweige.
Ach, dachte das Mädchen, wenn mich Vater und Mutter nicht hören, so hört mich doch der Vater im Himmel, ich will jetzt zu ihm beten. Sie kniete im Gras nieder und bat um Vergebung, dass sie so ungehorsam war und einfach von zu Hause fortlief. Sie bat den Heiland ganz flehentlich, sie doch wieder zu ihren Eltern zurückzuführen. Als sie sich wieder aufgerichtet hatte, sah sie ein schönes, weißes Lamm ganz in ihrer Nähe stehen. Offenbar hatte sich das Tier von der Herde verirrt. Wie freute sich Maria, dass sie nun nicht mehr ganz allein in der Dunkelheit war; das Lamm schien sich auch zu freuen, dass Maria ihm Gras zu fressen gab, es blökte und fraß aus ihrer Hand. Maria umarmte vor Freude das kleine Tierchen, das nun fröhlich an ihrer Seite hüpfte. Maria war überzeugt, dass Gott ihr das Lamm gesandt hatte, damit es ihr den Weg nach Hause zeigte, so lief sie immer dem Tier nach.
Inzwischen bemerkten die Eltern, dass Maria nicht mehr im Garten spielte. In großer Sorge suchten sie überall das Kind. Es war eine friedvolle Nacht, hinter den Büschen schwärmten die kleinen Glühwürmchen. Die Eltern riefen hin und wieder nach ihrem Töchterchen: „Maria!“ Aber sie bekamen keine Antwort. Plötzlich sahen sie eine unheimliche Männergestalt aus dem Wald kommen. Da bekamen die Eltern große Angst, sie meinten, es sei vielleicht ein Verbrecher, der die kleine Maria entführt habe. Aber es war der Hirte, der sein verlorenes Schäflein suchte. So suchten sie nun zu dritt.
„Vielleicht gehen wir einmal in diese Richtung“, meinte der Mann zu seiner Frau. Da hörten sie plötzlich ein jämmerliches Blöken. „Das ist mein Schäflein!“ schrie der Hirte und rief es. Da kam das Schäflein schnell durch das Gebüsch gelaufen. Aus derselben Richtung vernahmen die Eltern ein jämmerliches Weinen: „Lauf doch nicht fort, mein liebes Schäflein!“ Nun hatten auch die Eltern ihr Kind gefunden. Alle falteten ihre Hände und dankten Gott für das wiedergefundene Kind und auch für das Schäflein.
|
|
Name: Gefunden! (28.5KB) Klicks: 34 |
Leave a Reply
You must be logged in to post a comment.
