Okt 31 2008

Ein Tag ohne Arbeit

Geschrieben von at 11:28 in Kindergeschichten

Ein Tag ohne Arbeit, eine christliche Kindergeschichte

Beate war ein kleines fröhliches Mädchen. Eines Morgens rief sie: „Ach, wenn ich nur einmal den ganzen Tag, von früh bis spät spielen könnte, ohne arbeiten zu müssen, dann würde ich ganz glücklich sein!“
„Gut“, sagte die Mutter. „Heute hast du frei. Spiele den ganzen Tag, ich will dir keine Arbeit geben, selbst wenn du darum bitten solltest.“
Beate lachte über den gelungenen Streich, sie legte ihre Schulbücher und das Strickzeug beiseite und sprang hinaus ins Freie, um zu spielen. Doch bald wurde es ihr zu langweilig. Als sie gerade am Pflaumenbaum angelangt war, dachte sie, ich will der Mutter schnell einen Korb voll süßer Pflaumen pflücken, damit sie einen schönen Pflaumenkuchen backen kann. Als sie das Körbchen holen wollte, rief ihr die Mutter zu: „Beate, das ist kein Spielzeug, das ist ja Arbeit. Als ich dich gestern bat, Pflaumen zu pflücken, da hast du geweint. Trag bitte schnell das Körbchen wieder in die Laube!“
Beate wurde ganz traurig, denn es fiel ihr schon jetzt schwer, den ganzen Tag zu faulenzen. Bald darauf hörte sie ihr kleines Schwesterlein in der Wiege schreien. Schnell sprang sie dort hin, um das Baby hin und her zu schaukeln. Aber die Mutter hielt sie zurück mit den Worten: „Heute wird nicht gearbeitet, mein Kind! Du wolltest doch den ganzen Tag über spielen.“
Beate durfte den ganzen Tag nichts tun. Ganz missmutig nahm sie ihre Puppe und spielte eine Weile damit; doch bald war die Lust vergangen, sie ging in den Garten und lehnte sich über den Zaun, um den Enten und Gänsen zuzusehen. Aber auch das wurde ihr sehr langweilig. Sie durfte nicht in der Küche helfen, sie durfte nicht zum Kaufmann gehen, alles wurde ihr verboten.
Endlich fragte Beate: „Mutti, wie kommt es denn, dass man beim Spielen so müde werden kann?“ Die Mutter erklärte ihr: „Weil Gott nicht gewollt hat, dass wir nichts tun sollen, sondern sein Gebot heißt: Sechs Tage sollst du arbeiten, und der siebte Tag ist ein Ruhetag von aller Arbeit.“
„Morgen will ich dann wieder fleißig sein und dir viel helfen, Mutti“, versicherte Beate und gab der Mutti schnell viele Küsschen.

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