Jan 05 2008

Ein neues Herz

Geschrieben von at 21:26 in Kindergeschichten

"Ein neues Herz" ist eine christliche Geschichte für Kinder

Timon wuchs in einer christlichen Familie auf. Er hatte zwei jüngere Brüder und eine Schwester. Die gottesfürchtige Mutter erzog die Kinder in der Furcht Gottes. Geduldig lehrte sie die Kinder, den Herrn und sich untereinander zu lieben. Weil der Vater ein treuer Diener der Gemeinde war und alle Menschen lehrte, nach dem Evangelium zu leben, befand er sich im Gefängnis. Mit seinen 6 Jahren half Timon schon sorgfältig der Mutter im Haus.Wenn sie etwas zu erledigen hatte, schaute er nach den kleineren Geschwistern und spielte mit ihnen.
Eines Tages als die Kinder schliefen, öffnete Timon den Küchenschrank und holte vorsichtig, ohne mit der Verpackung zu knistern, eine große Tafel Schokolade heraus.
"Das ist nicht gut!" Es war ihm, als ob ihm jemand diese Worte ins Ohr flüstern würde. "Alles was heimlich getan wird, ist schlecht!"
Aber Timon wollte die Schokolade nicht zurücklegen. Sie war doch so lecker und so schön!
Das Bewustsein, dass er die Schokolade gestohlen hatte, gab ihm keine Ruhe. "Erzähle alles der Mutter! Bekenne alles! Sie wird dir vergeben!" mahnte das Gewissen. Aber irgendeine gebieterische Stimme hielt das leise Mahnen auf.
"Warum soll ich bekennen? Die Mutter wird´s nicht merken! Sonst werden später alle denken, ich wäre ein Dieb."
Vor dem Abendgebet, als die Mutter alle Kinder erinnerte, demjenigen zu vergeben, auf wen man am Tage beleidigt war, saß Timon wie auf Nadeln.
"Bekenne! Erzähle jetzt alles!" Ihm war, als würde ihn jemand herausfordern, aber eine falsche Furcht hielt ihn vom Bekennen ab. Er atmete nur auffällig unruhig. Als alle ihre Knie gebeugt hatten, betete auch er zu Gott:
"Lieber Herr Jesus! Vergib mir alles Böse, was ich heute getan habe. Hilf mir, immer gehorsam zu sein. Bewahre auch Papa im Gefängnis. Segne uns in dieser Nacht. Amen."
Es verging viel Zeit nach diesem Ereignis. Timon ging jetzt schon das dritte Jahr zur Schule. Jeden Tag musste er an einem Eiskiosk vorbeigehen, und jedes mal schaute er mit heheimem Neid im Herzen auf die Mitschüler, die sich Eis kauften.
Eines Tages kam Timon von der Schule und rief gleich von der Schwelle:
"Mama, gib mir bitte 15 Kopeken (russische Währung) für den Eis!"
"Warum nur dir?!", empörte sich Waldemar.
"Weil du krank bist!"widersprach ihm Timon.
Waldemar aß gerne Eis, deshalb fing er auch sofort an zu weinen.
"Ich will aber auch."
"Weine nicht, mein Sohn, keiner kauft etwas", hielt ihn die Mutter an.
"Du hustest sehr und darfst keinen Eis essen. Timon muss sich gedulden, bis du wieder gesund bist."
Aber Timon wollte nicht solange warten. Seine Freunde aßen fast jeden Tag Eis, und er wollte nicht zurückbleiben.
"Ich nehem mir dann selber 15 Kopeken. Die Mutter wird´s nicht merken", dachter er.
Morgens, als die Mutter ins Geschäft ging, öffnete Timon das Kästchen, wo das Kleingeld lag, und nahm sich vorsichtig einen Groschen heraus.
"DAs ist doch Sünde!", meldete sich das Gewissen. "Leg es zurück!"
Aber Timon versuchte die Stimme des Gewissens irgendwie zu dämpfen und beruhigte sich:
"Die Mutter wird das doch nicht merken! Hier leigt noch viel Kleingeld."
"Du bist ein Dieb, Timon, ein Dieb!", mahnte sein Gewissen. Er zog sich schnell an, und als die Mutter hereinkam, lief er aus dem Haus.
Auf dem heimweg, nach der Schule, kaufte Timon sich ein Eis und versuchte, sich an das, was er morgens getan hatte nicht zu erinnern. Nach diesem öffnete er das Kästchen mit dem Kleingeld noch öfters und immer gewagter nahm er jetzt das Geld heraus.
Eines Tages merkte Timon, dass im Kästchen nur noch zwei Kopeken lagen: 10 Kopeken und 15 Kopeken.
"Wenn ich einen Groschen nehme, wird es sofort auffallen." Er konnte sich nicht sofort entscheiden.
"Vielleicht sollte ich heute nichts nehmen?" Nach langer Unentschlossenheit nahm Timon doch einen Groschen und lief zur Schule. Abends vor dem Gebet fragte die Mutter:
"Timon, hast du heute 15 Kopeken genommen?"
"Nein!" Er schüttelte den Kopf und spürte, wie seine Ohren rot anliefen.
"Lügner!", mahnte ihn sein Gewissen.
"Waldemar, hast du das genommen?"
"Nein!"
Keiner wollte es gewesen sein.
"Kinder, es geht nicht nur um das Geld, sondern, dass jemand von euch ein Dieb und damit auch ein Sünder ist. In der Bibel steht geschrieben, dass die Diebe das Reich Gottes nicht ererben werden. Würdet ihr wegen eines Groschens das ewige Leben verlieren wollen?" Die Mutter schwieg und schaute traurig auf die Kinder.
"Bekenne doch! Die Mutter vergibt dir und alles wird gut!", sagte das Gewissen wieder. Timon saß ganz unruhig auf dem Sofa und war schon bereit zu bekennen, als eine andere Stimme ihn zurückhielt.
"Das hätte ich früher machen sollen, jetzt ist es zu spät. Und vor allem werden dann alle erfahren, wer ich bin! Nein, ich schweige lieber!", entschied Timon sich. "Ich werde beten und Gott vergibt mir, und das Geld werde ich nicht mehr nehmen."

Der kalte Winter brach mit viel Schnee herein. Jetzt aß selten jemand Eis. Timon klaute kein Geld und kaufte auch kein Eis mehr, und trotzdem wurde er im Winter dehr krank. Das Fieber stieg, und die Mutter rief einen Arzt.
"Lungenetzündung", stellte der Arzt sofort fest und schrieb eine Überweisung ins Krankenhaus. Die Mutter besuchte Timon jeden Tag, brachte ihm Essen und erkundigte sich, wie er sich fühlte.
Eines Tages kam sie ganz traurig zu ihm, und berichtete:
"Bei uns ist ein Unglück geschehen. Leo ist gestorben."
"Leo?!", Timon traute seinen Ohren nicht. Mit geöffneten Augen fragte er noch einmal:
"Gestorben?!"
"Ja, gestern an seinem Arbeitsplatz. Morgen soll die Beerdigung sein."
Timo kannte Leo sehr gut. Das war ein junger Bruder aus der Gemeinde. Er wohnte in der Nachbarschaft, und sie gingen oft zusammen zum Gottesdienst. Timon gefiel Leo, er sang gut und spielte Gitarre, ohne darauf stolz zu sein. Die Mutter ging. Timon blieb noch lange am Fenster stehen.Unruhige Gedanken füllten sein Herz.
"Und wenn ich nicht genese?" Vor Furcht zog er sich zusammen.
"Leo war ein Gemeindeglied, er ging zu Jesus in den Himmel, und ich?"Timon erinnerte sich an seinen Vater, an seine Belerhrungen, wie er mit ihm zum Gottesdienst ging und neben ihm saß."Ich mache doch nichts schlechtes", versuchte er sich zu beruhigen.
"Ich spreche keine schlechte Worte, wie die anderen, gehe zum Gottesdienst, bete und lese in der Bibel."
"Du hast doch bei der Mutter Geld gestohlen!", meldete sich das Gewissen. Und wie viel Mal hast du gelogen?!
"Aber ich bat jedes Mal bei Gott um Vergebung!", rechtfertigte er sich. Leichter wurde ihm dadurch jedoch nicht.
"Ich gehe und bete noch einmal". An einem ruhigen Plätzchen kniete Timon nieder und bat bei Gott für das Stehlen und für die Lüge um Vergebung. In seinem Herzen blieb es aber so dunkel wie davor.
"In der Sonntagsschule wurde gesagt, dass man nicht nur bei Gott um Vergebung bitten soll, sondernauch bei denen, die man beleidigt hat", erinnerte sich Timon. " Also, dann muss ich alles vor der Mutter bekennen,
auch vor Lilli und den anderen. Sobald meine Mutter kommt, erzähle ich ihr alles!", nahm er sich fest vor.

Am nächsten Tag besuchte ihn die Mutter. Sie war wie immer gut und liebevoll zu ihm. Sie erzählte von Leos Beerdigung und fragte Timon sehr ausführlich, wie er sich fühle. Ob er nicht schon nach Hause wolle, und ob er auch das Evangelium lese.
Timon wusste nicht, wie er sich verhalten sollte.
"Bitte um Vergebung! Bitte um Vergebung!", wiederholte das Gewissen. Sobald er es sich vornahm, schämte er sich.
"Um Vergebung bitten, und das durchs Fenster von der zweiten Etage? Das werden doch alle, die im Hof sind, hören. Erzähl es doch später!", beharrte eine Stimme.
"Gut, wenn die Mutter geht, dann."
Die Mutter erzählte ihm noch von den jüngeren Geschwistern zu Hause, berichtete, was der Vater schrieb, übergab einen Gruß von ihm, und wollte sich auf den Heimweg machen.
"Ich gehe schon, mein Sohn! Werde schneller gesund. Wir vermissen dich schon sehr!"
"Sag es doch schneller!", klopfte es im Inneren. "Sag es, sonst geht die Mutter!" Aber Timon schwieg. Die Mutter ging. Traurig und aufgeregt blieb Timon zurück.
"Wenn ich gesund werde und nach Hause komme, werde ich es gleich erzählen!" So verjagte er die traurigen Gedanken, um nicht mehr daran zu denken.

Es vergingen viele Tage. Timon war schon längst aus dem Krankenhaus entlassen.Um Vergebung gebeten hatte er allerdings noch nicht. Ihm fehlte der Mut. Jeden Abend vor dem Gebet war er aufgeregt, aber bekennen konnte er nicht. Immer schwerer und schwerer wurde es in seinem Herzen, dass er nachts schlecht schlafen konnte.
"Sage doch alles der Mutter, dann wird alles gut", sprach das Gewissen sanft und leise. Einige Male ging Timon sogar nachts zur Mutter, aber jedes Mal traute er sich nicht, sie zu wecken.
"Morgen", sagte er sich jedes Mal.
Am folgenden Tag blieb alles wie zuvor. Timon dachte, dass er mit der Zeit alles vergessen und wieder so lebensfroh und glücklich wie früher werde. Aber das Schuldgefühl wurde nicht kleiner, sonder wuchs, und gab Timon keine Ruhe. Endlich konnte er es nicht mehr aushalten: Auf Zehenspitzenging er ins Schlafzimmer tzr Mutter, berührte sie und flüsterte: "Mama, vergib mir! Ich habe so oft gelogen".
Die Mutter erhob sich und zündete die Tischlampe an. Im Schlaf überhörte sie die Bitte des Sohnes, und fragte:
"Warum schläfst du nicht? Ist was geschehen?"
"Vergib mir! Ich nahm Geld aus dem Kästchen und kaufte mir Eis, und habe noch oft gelogen." Aufgeregt schaute Timon die Mutter an.
"Ich kann nicht schlafen, Mama, vergib mir! …"
"Ich vergebe es dir!", sagte sie leise, bewegt von dem Bekenntnis des Sohnes.
"Dem Herrn die Ehre, dass du alles bekannt hast, mein Sohn! Der Heilige Geist mahnte dein Herz, und du brauchst dich nicht zu schämen. Erzähl mir alles, was dich quält. Der Herr vergibt dir, und die Sünde wird dich nciht mehr beunruhigen."
Aufgeregt erzählte Timon von dem, was ihn im Krankenhaus belastet hatte. Er schilderte den Vorfall mit der Schokolade, von dem gestohlenen Geld und berichtete von allem, was sein Herz bedrückte und ihm keine Ruhe gab.
"Timon, wir wollen mit dir jetzt beten und Jesus Christus wird, wie Er auch versprochen hat, dein Herz reinigen. Er vergibt dir deine Sünden und wird an sie nie mehr gedenken."
"Mama, ich habe schon so oft bei Gott um Vergebung gebeten, aber Er hört mich nicht."
"Timon, das kam daher, weil du es immer vor mir verbergen wolltest. Du bist auch vor Waldemar und Lilli schuldig, deshalb wird Jesus Christus dich nur dann ganz befreien, wenn du auch bei ihnen um Vergebung gebeten hast", erinnerte ihn die Mutter und kniete sich nieder.
"Vergib mir, Herr Jesus!", betete Timon. "Vergib, dass cih Geld gestohlen, gelogen und Waldemar und Lilli beleidigt habe. Lieber Jesus Christus, ich bitte Dich, gib mir ein reines Herz, wohne darin und bewahre mich, dass ich keine Unwahrheit mehr spreche. Amen."
Nach dem Gebet gab die Mutter Timon einen Kuss und sagte:
"Ich freue mcih für dich, mein Sohn! Versuche, den Herrn nie mehr zu betrüben. Höre auf Seine Stimme, und Er wird dir immer helfen."
Den süßen Schlaf eines ruhigen Gewissens schlief Timon in dieser Nacht. Er schämte sich nicht, am nächsten Tag bei seinen Geschwistern und Freunden um Vergebung zu bitten. Er war unendlich glücklich, weil alle bereit waren, ihm zu vergeben.
Plötzlich, am Abend, während er die Hausaufgaben machte, erinnerte er sich, wie er einmal bei seinem Tischnachbarn in der Schule eine Rechenaufgabe abschrieb. "Und du nennst dich noch gläubig!", bekam er damals zu hören.
"Gut, ich erzähle es morgen dem Lehrer, dass ich abgeschrieben habe", beschloss Timon. Nach einiger Zeit erinnerte er sich, wie er morgens die Mutter anlog, und gestern war er hinterlistig zu ihr und wollte ihr nicht helfen. Wie Pilze wuchsen ihm in Gedanken verschiedene Sünden und beschuldigten ihn: Hinterlist, Stolz, Unwahrheit, und vieles andere.
"Du bist ein Sünder!", beharrte eine Stimme. "In so einem Herzen wie deinem kann Jesus Christus nciht wohnen! Du bist ein Sünder!"
"Aber ich werde um Vergebung bitten!", dachte Timon. "Ich werde versuchen, es nicht mehr zu tun."
Schell holte er aus seiner Schultasche ein sauberes Blatt und fing an alles aufzuschreiben, wofür er noch um Vergebung bitten musste.
Viele schlechte Taten kamen ihm nacheinander ins Gedächtnis. Als Timon auf sein Blatt schaute, war er erschüttert:
"Oh! Wie schlecht ich bin! Wofür liebt mich Jesus noch?"
Plötzlcih durchfuhr ihn ein übler Gedanke:
"Vielleicht liebt Jesus dich nicht mehr? Schau mal, Sünden du getan hast."
Timon senkte den Kopf und horchte auf. Draußen regnete es sehr. Seine kleineren Geschwister schliefen schon. Die Mutter war ncoh im Gottesdienst. Timon war traurig und bedrückt. "Und ich nenne mich noch Christ", unterzog er sich wie ein Erwachsener einer ernsten Prüfung und verurteilte seine schlechten Taten: Beleidigungen, Unzufriedenheit und alles, woran er sich erinnern konnte.
"Vergib mir, mein lieber Jesus!", betete Timon von Herzen. "Ich schäme mich so, dass ich Dich betrübt habe! Das war böse von mir. Vergib alle meine Sünden. Jesus! Verlass mcih nicht, lebe in meinem Herzen! Hilf mir, gehorsam zu sein, keinen zu beleidigen und nur Wahrheit zu sprechen …"
Bald kam die Mutter. Sie merkte sofort, dass Timon etwas bewegte und fragte sanft:
"Bist du krank geworden, mein Sohn?"
"Nein. Schau mal Mutti." Er übergab ihr ein sehr beschriebenes Blatt Papier. "Wie viel Böses ich schon getan habe. Mein Herz ist so schmutzig geblieben. Onkel Michael aber sagte, dass Jesus dem, der zu Ihm kommt, ein neues Herz gibt?!"
Die Mutter umarmte ihren Son. Sie verstand seine Unruhe und beeilte sich, ihn zu trösten.
"Es ist richtig, Timon. Jesus Christus gab dir wircklich ein neues Herz. Das sprechen deine Aufregung und Unruhe über deine schlechten Taten. Der Heilige Geist zeigt dir, dass Lügen eine Sünde ist. Jesus Christus gibt dir zu wissen, was Ihm gefällt und was nicht. Derjenige, der kein neues Herz hat, kann diese Stimme nicht hören.
Der Satan möchte es gerne haben, dass du ihm und nicht Gott dienst. Er versucht in dein Herz Zweifel und Unglaube zu säen. Mein Sohn, glücklich kannst du nur dann werden, wenn du auf die Stimme des Heiligen Geistes hören wirst und tust, was im Evangelium geschrieben steht.
Der christliche Weg ist schmal und nicht leicht. Aber Jesus Christus hilft allen, die Ihn lieben und Ihm folgen.
Liebe den Herrn, mein Sohn! Schäme dich nicht, um Vergebung zu bitten, wenn es notwendig ist. Vergiss nicht: Das Blut Jesu Christi reinigt uns von allen Sünden. Versuche nie, deine schlechte Taten zu verbergen und der Herr wird dich segnen."
Timons Herz schlug nicht mehr so unruhig. Jetzt, wo er die Vergebung von dem Herrn empfangen hatte, war er bereit, nur für Jesus zu leben. Ihm zu dienen und Ihn zu verherrlichen.
Gemeinsam beugten sie wieder ihre Knie vor Dem, der ihnen ein neues Herz gab, Der auch für sie eine herrliche himmlische Stadt bereitet hat. Sie baten den Herrn, dass Er ihnen helfen solle, zur himmlischen Stadt zu gelangen, um dort den leiebn Heiland zu treffen.

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