Mrz 29 2008
Der ältere Bruder
Der ältere Bruder, eine christliche Kindergeschichte
Im Frühling hatte Daniel Geburtstag und wurde 11 Jahre. Er hatte einen älteren Bruder namens Andreas. Daniel hatte seinen Bruder sehr lieb und versuchte ihm, alles nachzuahmen. Oft reparierten sie gemeinsam etwas in der Werkstatt. Abends lasen sie zusammen die Bibel und unterhielten sich über das Gelesene. Andreas verstand seinen Bruder sehr gut und Daniel vertraute ihm, wie einem Freund, alle Geheimnisse und Träume an.
Eines Samstags fragte Daniel Andreas, ob er ihm sein Fahrrad ausleihen könnte. Als Andreas ihm das erlaubte, schwang Daniel sich bald aufs Fahrrad und winkte Andreas zum Abschied. Er wollte in die Stadt fahren. Aber dieses Mal war es keine glückliche Fahrradtour, denn an der Straßenecke stand eine Gruppe Jungen, die ihm den Weg versperrten!
„Gib mal! Ich will mal ausprobieren’" „Halt an!"
"Das ist ja ein neues Fahrrad!"
Von allen Seiten hörte man Rufe. Aber das war noch nicht alles. Plötzlich sprang jemand mit voller Wucht auf den Gepäckträger, so, dass Daniel gezwungen war, anzuhalten. Die Jungen waren ihm fremd, deshalb wollte er ihnen das Fahrrad auch nicht geben.
"Hörst du etwa nicht? Gib mir dein, Pferd’!", befahl einer der Jungen, der ein bisschen älter und größer war als Daniel. Er packte ihn am Arm und zerrte ihn zur Seite.
"Das Fahrrad gehört nicht mir!", protestierte Daniel. Aber ehe er zu Ende reden konnte, traf ihn eine Faust im Rücken. Daniel schrie vor Schmerzen auf. Zurückschlagen wollte er aber nicht. Die Jungen rissen ihm das Fahrrad aus den Händen, und einer von Ihnen fuhr sofort los und verschwand hinter der Ecke.
Als die anderen sahen, dass Daniel sich nicht wehrte, warfen sie ihn auf die Erde und fingen an, auf ihn loszuschlagen.
"An-d-r-e-a-s!", schrie Daniel mit lauter Stimme und versuchte, sich von seinen Peinigern loszureißen.
Plötzlich fragte einer der Jungen ganz erstaunt:
"Wer ist Andreas eigentlich?"
"Das ist mein älterer Bruder. Ich werde ihm alles erzählen, denn das Fahrrad gehört nämlich ihm!"
Dann fing er noch lauter an zu schreien: "A-n-d-r-e-a-s!" Von irgendwo hörte man ein Geräusch eines näher kommenden Autos. Plötzlich sprangen alle Jungen auf und liefen in verschiedene Richtungen davon.
Jetzt kam auch der Junge mit dem Fahrrad um die Ecke gefahren. Als er seine Freunde weglaufen sah, ließ er das Fahrrad fallen und machte sich auch aus dem Staub.
Daniel sprang auf, trocknete schnell die Tränen, hob das Fahrrad auf, biss seine zerschlagenen Lippen zusammen und fuhr nach Hause. Als Andreas den aufgeregten Daniel sah, fragte er erstaunt:
"Warum bist du so schnell zurückgekommen? Ist etwas passiert?"
"Mich haben mehrere Jungen gehauen", erzählte Daniel schluchzend von der unglücklichen Fahrradtour.
"Hör auf zu weinen, das bringt dich auch nicht weiter" I sagte Andreas liebevoll und umarmte Daniel.
"Komm, setz dich auf die Bank."
Vorsichtig schüttelte er den Staub von Daniels Kleidern ab, strich über sein zerzaustes Haar und sagte tröstend:
"Bald ist der Schmerz wieder vorbei, Brüderchen. Hab noch ein wenig Geduld: Es war sehr gut von dir, dass du nicht zurückgeschlagen hast.
Du hast heute so gehandelt, wie ich es in schweren Augen-
blicken tue."
Daniel atmete tief durch und fragte erstaunt:
"Wirst du denn auch geschlagen?"
"Nein, mich schlägt niemand", lächelte Andreas, "aber, wie alle Menschen, habe auch ich einen grausamen Feind - den Satan. Er geht hinter mir her wie ein brüllender Löwe und sucht, wo er mir Schaden antun kann, um mich zur Sünde oder zur Unwahrheit zu verleiten. Aber dann wende ich mich, wie auch du heute, an meinen älteren Bruder."
"Irgend etwas hat er falsch gesagt", dachte Daniel misstrauisch und zweifelnd fragte er:
"Hast du einen älteren Bruder? Ist das etwa Papa?"
"Nein, mein älterer Bruder ist nicht Papa, sondern Jesus
Christus. "
Erstaunt sah Daniel Andreas an.
"Bringe mir mal die Bibel!", bat Andreas.
Daniel lief ins Haus und kam nach kurzer Zeit mit der Bibel zurück.
"Schlag mal bitte Markus 3 auf und lies den letzten Vers", sagte Andreas.
Ohne Anstrengung fand Daniel die gesuchte Stelle und las:
"Denn wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder, meine Schwester und meine Mutter."
"Das hat Jesus selber gesagt. Und genauso wie die Jungen weggelaufen sind, weil sie vor deinem älteren Bruder Angst hatten, so flieht auch der Satan, weil Christus stärker ist als er.
Jesus Christus als älteren Bruder zu haben, ist der größte Schatz im Leben und in der Zukunft. Du hast mich gerufen, aber ich hörte dich nicht, weil ich zu weit weg war. Der Heiland dagegen hört uns überall, weil Er ein allgegenwärtiger Gott ist."
Zärtlich streichelte Andreas Daniels zerkratzte Hand und fragte dann:
"Hast du dir den Vers gemerkt?" Daniel nickte.
"Ich möchte gerne", sagte Andreas, "dass Jesus auch dein ältester Bruder wird. Aber bevor du mit Ihm verwandt wirst, musst du deine Sünden vor Gott bekennen, und dann reinigt dich sein Blut von jeder Sünde und du wirst verwandt mit Ihm. Ein Bruder Jesu kann nur der sein, der alles macht, was Gott will. Und wenn du mich, Mama und Papa liebst, dann verdient Jesus noch größere Liebe. In Seiner Freundschaft mit dir und in Seiner Liebe wird Er dich nie enttäuschen, weil Er ein treuer Freund ist!"
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