Feb 04 2008
Ein erfahrener Konstrukteur
Ein erfahrener Konstrukteur ist eine christliche Kindergeschichte
Eines Tages hatte Kolja die Möglichkeit, mit seinem Vater einkaufen zu fahren. In einer Spielzeugabteilung blieb er stehen und flüsterte entzückt:
“Papa, schau mal, welch ein schönes Flugzeug!”
Im Schaufenster auf einem gut sichtbaren Platz stand ein schneeweißer Flieger. Kolja sah ihn mit strahlenden Augen an und bat den Vater:
“Papa, kauf mir bitte dieses Flugzeug!”
Aufmerksam schaute der Vater zuerst auf den Flieger, dann auf seinen Sohn und versprach:
“Gut, wir kaufen dir dieses Flugzeug zu Weihnachten. Bist du damit einverstanden?”
Kolja lächelte glücklich und gab mit einer Kopfbewegung dem Vater sein Einverständnis.
In der Familie war es Sitte, dass am Abend vor Weihnachten die Kinder einen leeren Teller neben ihr Bett stellten und die Eltern dort dann ein Geschenk hineinlegten.
Mit Ungeduld wartete Kolja auf die kommenden Festtage.
Mit Freuden half er der Mutter, passte auf seine kleine Schwester auf und versuchte, mit niemanden zu streiten, nur damit die Eltern ihm das Flugzeug zu Weihnachten schenken sollten.
Am Abend, nach dem gemeinsamen Familiengebet, stellte Kolja seinen Teller auf einen gut sichtbaren Platz und schlüpfte ins Bett. Er konnte lange nicht einschlafen, weil er immer wieder an sein neues Spielzeug denken musste. Öfters schaute er auf seinen leeren Teller und stellte sich vor, wie es wäre, wenn er morgen das Gewünschte bekommen würde.
Kolja erwachte von lautem Stimmengewirr, das aus dem Wohnzimmer kam. Peter und Hans sprachen dort sehr laut und aufgeregt miteinander.
„Die schauen sich ihre Geschenke an“, dachte Kolja.
Wie eine Feder sprang er aus dem Bett und lief zum Teller.
Plötzlich blieb er stehen: Sein Teller war leer!
Verständnislos rieb er sich die Augen. Dann sah er neben dem Teller einen Karton, auf dem ein Flugzeug abgebildet war.
Schnell öffnete er den Kasten – aber was war das? Anstatt des lang
ersehnten Flugzeuges lagen dort irgendwelche Eisenstücke und Schrauben.
“Hier sind die Räder und der Propeller. Aber wo ist das Flugzeug?”, fragte sich Kolja.
Plötzlich durchfuhr ihn ein furchtbarer Gedanke: Hat jemand das Flugzeug zerbrochen?
Oder wollte Papa mich nur täuschen?’
Kolja machte den Kasten eilig zu, schlüpfte wieder ins Bett, deckte sich bis über den Kopf zu und weinte.
Ich habe gewartet und gewartet, und sie schenken mir einfach ein zerbrochenes Flugzeug”, schluchzte er vor sich hin und drückte den Kopf tief ins Kissen.
“Kolja, du bist immer noch im Bett?”, fragte ihn seine älteste Schwester erstaunt.
“Steh’ schnell auf! Heute ist doch Weihnachten! Auf dich
wartet dein Geschenk!”
Als Antwort hörte sie nur ein verzweifeltes Schluchzen. Ich habe kein Geschenk bekommen!”
“Warum denn nicht? Warum weinst du?”, wunderte sich Anna.
“Was ist los? Bist du krank?”
Aber Kolja weinte bitterlich, ohne den Kopf zu heben. Anna
ging, ohne etwas Genaues zu erfahren.
Nach einer Zeit kam der Vater ins Zimmer.
“Mein Sohn, warum weinst du? Hat dich jemand beleidigt?” Der Vater setzte sich an die Bettkante.
“Jemand hat mein Flugzeug zerbrochen!”, stieß Kolja hervor.
“Zerbrochen?! Hier ist es doch”’, wunderte sich der Vater. “Es wurde so verkauft. Keiner hat es zerbrochen. Es ist doch ein Modellflugzeug. Man muss es noch zusammenstellen und zusammenkleben. ”
Kolja war beleidigt und weinte weiter. Er wollte nicht auf seinen Vater hören.
“Das ist mir egal, wie dieses Flugzeug heißt, man kann ja nicht damit spielen”, sagte er.
In dieser Zeit schaute Peter ins Zimmer. Der Vater bat ihn: .Bau bitte mit Wanja das Flugzeug zusammen. Wenn es zu kompliziert wird oder etwas unverständlich sein sollte, dann ruft mich. Und du Kolja, beruhige dich, es wird schon alles wieder gut.”
Liebevoll streichelte er Kolja übers Haar.
Peter und Wanja machten sich an die Arbeit. Kolja wurde ruhig und hörte zu, was seine Brüder sprachen. Vom Wohnzimmer aus hörte er ihm unbekannte Worte, die Peter sehr oft wiederholte: .. Detail”, .. Nummer” und noch andere.
„Was machen sie nur?“, fragte sich Kolja.
Er stand auf, schaute ins Wohnzimmer, aber zu den Brüdern zu gehen, war ihm peinlich.
In dieser Zeit rief die Mutter alle zum Frühstück. Als Kolja durchs Wohnzimmer gehen musste, sah er auf dem Tisch so etwas ähnliches wie ein Flugzeug stehen, nur ohne Flügel.
“Na, wie sieht’s aus?”, fragte der Vater am Tisch . .. Bald ist das Flugzeug fertig!”, prahlte Peter sich. .. Kolja, komm zum Tisch!”, winkte ihm Wanja zu.
“Weißt du, wie interessant das ist! Dort ist ein Schema, nach dem wir das Flugzeug zusammenstellen. U
Schuldbewusst schaute Kolja auf seinen Vater. Es war ihm peinlich, dass er so böse war und solange geweint hatte. Er wollte dem Vater etwas Gutes sagen, aber er brachte nichts hervor.
“Geh Kolja, und hilf deinen Brüdern”, sagte der Vater.
Als sie sich für das Essen bedankt hatten, lief Kolja ins Wohnzimmer. Mit Freude machte er sich an die Arbeit. Er tat alles, was Peter ihm sagte. Mit Entzücken beobachtete er, wie das lang ersehnte Flugzeug eine schöne Gestalt annahm.
Abends versammelte sich die ganze Familie wie immer zum Gebet.
“Heute haben wir ein ganz großes Fest, Kinder!”, erinnerte sie der Vater mit einem sehr fröhlichen Gesichtsausdruck. “In der Versammlung habt ihr heute viel von Jesus Christus gehört – von dem Retter der Welt – wie Er auf die Erde kam, um uns zu erretten. Ihr seid alle mit einem unreinen Herzen geboren. Jesus kam, um euer Herz rein und heilig zu machen.
Das heutige Ereignis mit dem Flugzeug kann man mit uns vergleichen. Das Modell, welches wir Kolja geschenkt haben, war unbrauchbar zum Spielen. Als erstes musste man alle Details zusammenkleben, den Propeller und die Räder richtig
ansetzen, und dann erst wurde das Flugzeug vollständig und schön. Jetzt sieht es auch einem echten Flugzeug ähnlich. Unser Herz ist unrein von der Sünde. Es ist zerschlagen, befleckt und unbrauchbar für das ewige Leben mit Gott. Aber Jesus Christus ist ein erfahrener Konstrukteur. Er weiß, wie Er unser Leben verändern kann. Sobald Er unser Herz mit seinem Blut reinwäscht, werden wir liebevoll und heilig.”
„Mein Herz ist auch unrein!’, bekannte Kolja beschämt. „Wird Jesus mir denn wirklich alle Sünden vergeben? Selbst am Feiertag habe ich Anna angelogen und war auf Papa böse.’ .Jesus liebt euch so wie ihr seid”, fuhr der Vater fort.
“Er ist für eure Sünden gestorben und auferstanden. Jesus Christus will, dass wir Ihm ähnlich werden. Deshalb muss man sich bekehren, das Herz dem Herrn Jesus auftun und glauben, dass Er in unser Herz einziehen will. Dann werdet auch ihr ein Recht auf das ewige Leben haben.”
Unruhig schaute Kolja in alle Richtungen.
„Ich muss Gott um Vergebung bitten, dass Er auch mein Herz rein macht’ I seufzte er innerlich.
„Peter hat sich schon vor langer Zeit bekehrt, und Jesus hilft ihm, nicht zu sündigen.’
“Kommt Kinder, lasst uns beten!”, schlug der Vater vor.
“Wir wollen Gott für dieses fröhliche Fest und auch für die Geschenke danken. Wenn jemand sich schuldig fühlt, dann bittet bei Gott um Vergebung.”
Vergib mir, Jesus!”. betete Kolja laut. .Ich will nicht mehr sündigen, aber das gelingt oft nicht. Ich habe gelogen, meine Geschwister gehauen, war auf Papa böse und war Mama gegenüber ungehorsam. Vergib mir! Bitte, gib mir ein reines Herz, damit ich Dich und andere Menschen lieb gewinne. Und wenn Du uns abholen kommst, nimm auch mich in den Himmel! Amen.”
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