Archive for Dezember, 2009

Dez 24 2009

Frohe Weihnachten

Geschrieben von Christ under Allgemein

Das Christenload Team wünscht allen Besuchern und Partnern frohe und gesegnete Weihnachten.

Sende Artikel als PDF an PDF Download

No responses yet

Dez 11 2009

Aufopferungswillige Liebe

Geschrieben von Christ under Liebe

Aufopferungswillige Liebe, ein christliches Anspiel zum Thema Liebe für 8 Personen

Sprecher: In Italien lebten zwei Freunde. Der eine hieß Niros. Er war der Bruder des großen Dionysios. Sie waren in allen Situationen ihres Lebens einfach unzertrennlich. Den tiefen Sinn des Wortes ,,Freundschaft” hatten sie beide begriffen.
Eines Tages hörte der Herrscher Dionysios, dass das Volk behauptete, er sei ein grausamer und fürchterlicher Gebieter, während sein Bruder, Niros, immer freundlich zu jedem sei. Dieser sei immer so barmherzig und sanftmütig. Er sei zwar nicht reich wie Dionysios, doch hätte er viele bereichern können. Dionysios wurde zornig. Er hatte sich bis jetzt für keinen einzigen Menschen richtig erwärmen können. Viele schickte er in die Verbannung und in Gefängnisse. Dies wollte er auch mit seinem Bruder tun.

Dionysios: So eine Frechheit! Das soll er mir büßen. Er soll noch sehen, wer der Stärkere ist. (zu Giovanni) Giovanni, teile meinem Bruder umgehend mit, dass er sofort bei mir zu erscheinen hat.

Giovanni: Zu ihren Diensten, Majestät (geht zu Niros) Ich sollte ihnen von meinem Herrn, dem Herrscher Dionysios, ausrichten, dass er sie sofort sprechen möchte. Sie sollen sofort kommen.

Niros: Was hat er nur? Er verlangt mich doch sonst nicht. Es wird ihm doch hoffentlich nichts passiert sein! (geht zu Dionysios) Hier bin ich. Was wolltest du von mir?

Dionysios: Du zerstörst meine Macht. Du sollst sterben.

Niros: Ich zerstöre deine Macht nicht. Du bist in der letzten Zeit einfach unmöglich. Mit deiner Grobheit und deiner Herzlosigkeit schaffst du dir selbst deine Feinde unter dem Volk. Nein, ich habe den Menschen nie etwas über deine grausame Methode berichtet. Sie selbst haben Verstand genug, das Licht von der Dunkelheit zu unterscheiden und verurteilen deine Handlungsweisen.
Aber nun, Dionysios, muss ich dir noch etwas sagen: Denk an Mutter. Sie ist arm, alt und verlassen. Wenn ich mich nicht immer um sie kümmern würde, wäre sie schon vor Hunger gestorben. Siehst du, die eigene Mutter interessiert dich nicht.

Dionysios: Du sollst sterben!

Niros: Ich bin bereit. Nur einen Wunsch hätte ich vorher noch, den erfülle mir bitte: Gib mir drei Tage Zeit, damit ich mich von meiner Mutter und meinem Freund verabschieden kann.

Dionysios: Wie kann ich sicher gehen, dass du in drei Tage wiederkommst, wenn ich dich jetzt freilasse? Du sollst dem nicht entrinnen, was du verdient hast!

Niros: Ich werde kommen. Ich habe mein Leben in Gottes Hand gelegt, da kann ich nicht anders als mein Versprechen einlösen. Mich soll kein Wetter, weder Sturm noch Schnee oder sonst etwas anderes davon abhalten, zurückkommen.

Dionysios: Dies reicht mir nicht. Du musst mir irgendein wertvolles Pfand, einen Bürgen, geben, damit ich dir glauben kann.

Niros: Also gut, ich lasse dir ein teures Pfand, meinen teuren Freund.

Dionysios: Gut, damit bin ich einverstanden. Nun geh! Bist du nicht rechtzeitig da, so wird dein Freund deine Strafe erhalten.

Sprecher: Dionysios wusste, dass die Beiden unzertrennlich waren und dass sie selbst schwierige Situationen mit einem fröhlichen Gesicht bewältigt hatten.
Also wurde Niros Freund in das Gefängnis des Palastes eingeschlossen. Niros aber begab sich auf den Weg zu seiner Mutter. Endlich, nach vielen Anstrengungen, die ihm die italischen Steppen, Kanäle und Wälder bereiteten, erreichte er das Dorf. Die Mutter war hoch erfreut, ihren geliebten Sohn wiederzusehen. Doch die Stunden eilten nur so dahin, und bald musste der Sohn an den Abschied denken.

Niros: Ich muss jetzt gehen, Mutter. Lebe wohl, vielleicht haben wir uns heute das letzte Mal auf der Erde gesehen.

Mutter: Junge, wie redest du? Was ist mit dir?

Niros: Mir ist nur noch ein halber Tag geblieben. Ich muss mich beeilen, ich darf nicht zu spät kommen, sonst werden sie meinen Freund erbarmungslos hinrichten, denn Dionysios hat mich zum Tode verurteilt.

Mutter: Nein! Wie kann er nur so etwas tun? Sage mir, dass es nicht wahr ist!

Niros: Es ist wahr!

Mutter: Den eigenen Bruder will er umbringen. O Niros, was soll ich nur tun?

Sprecher: Schnell waren die Nachbarn anwesend, denn diese Nachricht verbreitete sich in Windeseile. Niros musste sich gewaltsam der Umarmungen entreißen, immer wieder an seinen Freund denkend.
Und dann brach auch noch plötzlich ein Gewitter aus. Schnell wurden kleine Bäche zu reißenden Strömen. Doch Niros konnte dies nicht zurückhalten. Er war bereit, seinen Freund aus der Todesstunde herauszuretten. Immer wieder schrie er zu Gott.

Niros: Bitte hilf, dass ich rechtzeitig ankomme. Mein Freund soll nicht sterben, der mir zum Bürge blieb. Bitte hilf du mir, gegen den Sturm anzukämpfen.

Sprecher: Und nun stand er vor einem reißenden Fluss, der vor wenigen Stunden noch keinerlei Gefahr geborgen hatte.

Niros: Lieber komme ich in diesen Wellen um, als hier zu warten. Ich muss meinen Freund retten.

Sprecher: Die Strömung trieb ihn noch weiter von seinem Ziele fort, doch gelang es Niros mit großer Mühe, ans Ufer zu kommen. Kaum noch Kräfte besitzend, setze er zu einem Lauf an, als erneut aufgehalten wurde. Einige Männer überfielen ihn.

Hauptmann: Du sollst sterben!

Niros: Ich bin bereit zu sterben, aber nicht hier und jetzt. Ich muss jetzt schnell zum Palast. Dort werde ich noch vor Sonnenaufgang hingerichtet. Lasst mir mein Leben, damit ich meinen Freund retten kann, der für mich in Gewahrsam genommen wurde. Mehr besitze ich nicht, kein einziges Geldstück habe ich in meiner Tasche. (flehend) So lasst mich doch frei, sonst komme ich zu spät und sie richten ihn hin!

Hauptmann: Wenn das wirklich stimmt, was du sagtest, dann verstehe ich dich nicht.

Sprecher: Die Schatten werden immer länger und länger. Es wird immer später und Niros ist im-mer noch nicht am Palast. Seine Gedanken überschlagen sich.

Niros: Nein, jetzt werden sie ihn hinrichten. Wer kann sich das vorstellen!? Das erste mal in meinem Leben habe ich ihn betrogen! Er kann ja nicht wissen, welche Hindernisse mich immer wieder aufhielten. Vielleicht denkt er, ich habe Angst vor dem Tod und habe ihn deshalb dagelassen, damit er stirbt.

Sprecher: Er raffte alle Kräfte zusammen, um durch das Hoftor des Palastes zu laufen. Da, ein Kreuz, und sein Freund war bereits daran befestigt worden. Nur noch ein Augenblick, dann ist die Hinrichtung vollendet. Mit letzter Energie und völlig außer Atem hört man Niros.

Niros: Stop! Hört auf! Ich bin doch jetzt da. Der Sturm hielt mich auf.  So hört doch auf. Ich sollte doch sterben!

Sprecher: Dionysios hatte sich immer gefreut, dass es auf der Erde keine Wahrheit, keine Freundschaft und keine Liebe gab und hatte deshalb viele töten lassen. Noch immer war er davon überzeugt gewesen, dass auf der Erde nichts heiliges existierte. Dort steht sein Bruder, verwundet, müde und schiebt alle Leute zur Seite, um nur näher an die Hinrichtungsstelle zu kommen. Dionysios ist erschüttert. Das erste Mal in seinem Leben erfährt er, dass es auf Erden Liebe und Treue gibt.

Dionysios: Und ich als Herrscher der Stadt wusste dies nicht? Ich habe hunderte umgebracht und hätte meine Einstellung auch weiterhin nicht geändert! Wenn ich diese beiden Freunde nicht gesehen hätte, wäre ich ohne das Wissen der Existenz des Aufopferungswillens eines Menschen für den anderen gestorben.

Giovanni: (steht etwas weiter von Dionysios entfernt an der Hinrichtungsstelle) Ich glaube, ich sehe nicht richtig. Ich erkenne unseren Herrn nicht wieder.

Diener: Das gleiche musste ich gerade auch denken. Er ist so ruhig. Hinrichtungen machen ihn doch sonst immer so viel Spaß. Schau doch mal was will er?

Giovanni: Er zeigt, dass wir den Verurteilten vom Kreuz nehmen sollen.

Diener: Das kann ich einfach nicht verstehen. Es ist kaum zu glauben…

Sprecher: Schnell wurde der treue Freund befreit.

Dionysios: Ihr beide, sagt mir bitte, ist es wirklich wahr, dass ihr für den anderen sterben wolltet?

Freund: Ja!

Sprecher: Dass auch Niros Freund bereit zum Sterben war, konnte die Dienerschaft bestätigen. Dieser hatte immer nur eines gebeten.

Freund: So macht doch schneller. Beeilt euch mit der Hinrichtung. sonst kommt er gleich. Ich kann den Gedanken nicht ertragen, dass Niros sterben soll. Hoffentlich wird er durch irgendetwas aufgehalten. Zögert nicht so! Macht doch endlich schneller.

Dionysios: (zu den beiden Freunden) Kommt mit mir ins Palast. Ihr seid frei! Ich muss Gott für seine Liebe danken, die er mir – du hast recht Niros – einem grausamen Gebieter, zukommen ließ. Beinahe hätte ich meinen eigenen Bruder getötet. Aber durch euer Handeln hat Gott mir gezeigt, dass sogar echte Wahrheit und Liebe auf Erden existieren. Jetzt werde ich mein Leben nicht mehr schonen. Ich bin bereit, mein Hab und Gut mit den Armen zu teilen. Endlich kann ich mich meinem Volk widmen und auf ihre Schwierigkeiten eingehen. Ich werde an den Gott der Liebe glauben.

http://www.christenload.com/wp-content/plugins/downloads-manager/img/icons/doc.gif Name: Aufopferungswillige Liebe (36.5KB)
Klicks: 139

Sende Artikel als PDF an PDF erstellen

No responses yet

Dez 11 2009

Das gläubige Mütterlein

Geschrieben von Christ under Liebe

Das gläubige Mütterlein, ein christliches Anspiel zum Thema Liebe für 5 Personen

Sprecher: Angenehme Wärme verbreitete der kleine Kachelofen in dem dunklen Raum. Von ihrem Bett aus konnte sie durch das Fenster in das Tal sehen. Leise fiel der Schnee und deckte die letzten Äste.

Zur gleichen Zeit stapfte die Frau des Pastors auf das kleine Haus zu. Da unser Mütterlein niemanden mehr hatte, der es versorgen konnte, wurde sie liebend von ihr gepflegt.

Marie: Guten Abend, Mütterlein, du siehst so zufrieden aus, woran denkst du?

Mütterlein: Oh, du bist es, Marie! Ja, ich dachte gerade an die schöne Zeit zurück, als mein Mann mich so oft auf die See mitgenommen hatte. Wir standen dann oft an der Reling des Schiffes, schauten uns den Himmel an, und er erklärte mir, wie man das kommende Wetter an den Wolken erkennen kann.

(kurzes Schweigen)

Aber wie geht es dir Marie? Du wirkst so bedrückt.

Marie: Ach es ist nur…. Mein Mann kam heute so traurig vom Gottesdienst nach Hause. Er sagte, nur wenige seien heute zur Andacht gekommen. Aus der Stadt im Tale sind sehr viele Leute aufs Eis gekommen. Der ganze See ist voller Leute, die mit ihren Kindern Schlittschuh laufen. Sie haben Zelte aufgebaut, fahren mit den Kindern Schlitten, essen, trinken und sind lustig. Da sind auch die Leute aus unserem Dörfchen lieber aufs Eis gegangen, als zur Andacht. Schon von morgens an,- und jetzt wird es schon dunkel. Die Menschen versündigen sich damit!

Mütterlein: Mache dir nur keine Gedanken, Marie. Gott findet jeden Menschen. Wir wollen lieber für das Volk draußen beten.

Sprecher: Getröstet ging ihre Freundin nach Hause. Die alte Frau saß noch lange am Fenster und sah dem Treiben auf dem Eis zu. Sie betete. Da sah sie weit draußen am dunklen Himmel eine kleine weiße Wolke aufsteigen. Diese stieg höher, wurde größer und stärker.

Mütterlein: Das ist eine Sturmwolke! Oh, möge Gott im Himmel den Menschen helfen!

Sprecher: Doch da war ihr, als hörte sie eine Stimme, die zu ihr sprach: “Warum hilfst du ihnen nicht?” (mit Hall)

Mütterlein: Ja, aber wie? (verzweifelt)

(Musik) traurig

1. Junge: (aufgeregt) Jakob, schau dort! Das Haus vom alten Mütterlein brennt! Hol schnell Hilfe, vielleicht können wir sie noch retten!

Sprecher: Vom Schrecken und Neugier getrieben lief die ganze Menschenmenge dem Ufer zu. Auch die Pfarrersleute und einige mehr kamen aus dem Dorf zum brennenden Häuschen, ohne große Hoffnung das Mütterlein noch lebend zu sehen. Doch sie fanden das Mütterlein betend im Schnee liegen.

1. Junge: Kommt, fasst mit an, wir müssen ins Dorf. Es wird immer stürmischer.

Sprecher: Die ganze Menge lief schnell in’s Dorf, um sich vor dem Sturm in Sicherheit zu bringen. Das Mütterlein wurde in’s Pfarrhaus gebracht. Als alle in Sicherheit waren, sagte die Pfarrersfrau unter Tränen.

Marie: Es ist wohl meine Schuld, dass das Haus verbrannte. Sicher habe ich beim Ofen nicht aufgepasst, und so hat es angefangen zu brennen.

Sprecher: Das Mütterlein jedoch, als sie sich gefasst hatte, fragte nur:

Mütterlein: Sind sie alle vom Eis runtergegangen? Der Sturm!

1. Junge: Ja, alle sind in Sicherheit, nicht ein einziger ist auf dem See gewesen als der Sturm losbrach. Jetzt ist das ganze Eis in große Stücke zerbrochen, das Wasser geht an einigen Stellen sogar übers Land.

2. Junge: Gott hat uns vor einer großen Katastrophe bewahrt. Aber Mütterlein, woher wussten sie nur, dass ein Sturm kommt?

Mütterlein: Mein Mann hat mich gelehrt, den Himmel und die Wettergeschehen zu  beobachten. – Ich wollte die Leute warnen, aber sie hörten mein Schreien nicht. Da bat ich Gott, mir zu helfen die Leute zu retten. Der Herr sagte: Bis zum Ofen kannst du kriechen, zünde dein Häuschen mit deiner Habe an, dann rettest du sie alle! Aber wenn dir das Haus und Habe wichtiger sind als die Menschen, die Kinder, hast du keinen Glauben. Da bat ich: Herr gib mir Kraft!

So kroch ich vom Bett, zog mich an, rüttelte das Stroh im Bett auf, kroch bis zum Ofen, nahm die Schippe, suchte glühende Kohlen, kroch wieder bis zum Bett und legte die Kohlen ins Stroh. Dann begab ich mich zur Tür, stieß sie auf und, weil das Fenster offen stand, fing das Stroh an zu brennen. Die Flamme erfasste auch das Strohdach, so brannte das ganze Haus. Ich kroch dann nach draußen.

Sprecher: Die Leute aus dem Dorf und der Stadt brachten aus Dankbarkeit alles, was die Frau zum Leben nötig hatte. Viele bekehrten sich und dankten Gott und dem alten, kranken Mütterlein für die wunderbare Rettung.

Diese wahre Begebenheit zeigt uns, wie wichtig es ist, Gottes Willen gehorsam zu sein, selbst wenn wir ihn nicht verstehen. Was geschehen wäre, wenn das treue Mütterlein dies nicht getan hätte, können wir uns ausmalen.

http://www.christenload.com/wp-content/plugins/downloads-manager/img/icons/doc.gif Name: Das gläubige Mütterlein (28.5KB)
Klicks: 141

Sende Artikel als PDF an PDF Drucker

No responses yet

Dez 11 2009

Als Jesus in mein Haus kam…

Geschrieben von Aquila under Ehrlichkeit, Nachfolge

Versuchet euch selbst, ob ihr im Glauben seid; prüfet euch selbst! 2. Kor. 13,5

Ich erinnere mich daran, was Grant einmal sagte: ,,Es gibt keinen besseren Test für irgendetwas, als den, wie es in Gottes Gegenwart aussieht.“

Ich begann mir vorzustellen, dass ich den Herrn Jesus in mein Haus nahm, es war der Meister selbst. Heute war Er nicht nur mein Hirte und mein Erretter, sondern auch der, der mich durchforscht. In seiner Gegenwart würde ich die Dinge sehen, wie ich sie vorher nie gesehen hatte.

Das Arbeitszimmer

Die Haustür war offen und wir traten in das geräumige Arbeitszimmer. Direkt vor uns stand mein geliebter Schreibtisch. Auf ihm lagen meine Sparbücher, Aktien, Wertpapiere und Versicherungsunterlagen. Heute Morgen hatte ich sie aus dem Wandsafe herausgenommen, um sie durchzusehen. In dieser Welt der Unsicherheit und Unbeständigkeit gab es mir ein Gefühl der Sicherheit, sie durch meine Hände gleiten zu lassen, wie jeder verstehen wird. Als ich plötzlich das Haus verlassen musste, hatte ich sie offen auf dem Schreibtisch liegen lassen.

Nun lagen sie zu meinem großen Ärger, immer noch da, als Jesus langsam auf den  Schreibtisch zuging. Noch etwas stand auf dem Schreibtisch – ein Weltglobus. Und daneben stand Lieblings Spruchkalender. Es war ein seltsamer Zufall, dass die Verse an diesem Tag gerade Matthäus 6. 19 – 21 waren: “Sammelt euch nicht Schätze auf Erden, wo Motten und Rost zerstört, und wo Diebe durchgraben und stehlen, sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost zerstört und wo Diebe nicht durchgraben und stehlen, denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.“

Irgendwie war mir die unbeabsichtigte Zurschaustellung meines Reichtums sehr peinlich. Deshalb raffte ich  schnell meine Schätze zusammen und legte mein Herz in den Safe zurück. Als ich zurück zum Schreibtisch kam, stand der Herr Jesus immer noch da und schaute auf den Globus, wobei Er gedankenvoll die verschiedenen Kontinente und Länder betrachtete. Er blickte auf und sagte: „Lebst du im Glauben?”

Über dem Schreibtisch hingen meine Zeugnisse. Ich hatte hart für sie und die Diplome, die daneben hingen, gearbeitet. Wie stolz war ich, auf so vielen Gebieten Hervorragendes geleistet zu haben. Das heißt, ich war so lange stolz, bis Er leise zu mir sagte: ,,Warum hast du nach all diesen Ehren gestrebt?” Das war alles, was Er sagte.

In diesem Augenblick erinnerte ich mich daran, was Kipling einmal zu seiner Abschlussklasse an der Universität gesagt hatte: ,,Wenn ihr durchs Leben geht, strebt nicht nach Ruhm oder Geld oder Macht; denn eines Tages werdet ihr einem Mann gegenüberstehen, für den alle diese Dinge nichts wert sind, und dann werdet ihr plötzlich erkennen wie arm ihr seid. In diesem Augenblick merkte ich, dass ich diesen Mann getroffen hatte und ich erkannte wie bettelarm ich war.

Das Esszimmer

Wir gingen ins Esszimmer und glücklicherweise gab es nichts besonders Peinliches dort – nichts außer dem Silberservice auf der Anrichte. Auf dem Tisch war natürlich kein Essen, nichts als das Zierdeckchen. Und doch konnte ich nicht umhin, an viele Festmähler zu denken, als wir an diesem Tisch saßen und uns mit Essen füllten – und aßen, bis uns unwohl wurde. Dann schleppten wir uns zum nächsten Sessel, um uns von der gewaltigen Anstrengung zu erholen – und auf das Abendessen zu warten.

Plötzlich dachte ich an die 7.000 Menschen, die täglich vor Hunger sterben, in Ländern, wo kalorienbewusstes Essen unbekannt ist und Abmagerungsdiäten absurd sind.

Als der Herr Jesus so dastand, erinnerte ich mich, dass Er oft vom Fasten gesprochen hatte, aber ich hatte diese Verse immer in ein heilsgeschichtliches Schubfach abgelegt; sie waren nicht auf uns heute anzuwenden. Aber jetzt war ich mir nicht mehr so sicher. Vielleicht meinte Er tatsächlich, was Er sagte.

Das Badezimmer

Als wir den Flur entlang gingen, warf ich einen Blick ins Badezimmer und sah all die Toilettenartikel, die Fläschchen und Döschen und Gläschen. All die kleinen Apparate und sonstige Dinge. Meine elektrische Zahnbürste liegt neben dem Medizinschrank. Sie war für mich immer selbstverständlich gewesen. Aber jetzt wunderte ich mich über mich selbst. Eine normale  handbetriebene Zahnbürste würde ihren Zweck genauso erfüllen. Und mit dem Preisunterschied könnte jemand im fernen Malaysia das Evangelium hören. Das  wäre mir nie zuvor in den Sinn gekommen. Ich war wie erschlagen von der Erkenntnis meiner Nichtswürdigkeit. Ich wünschte, gleich Johannes, wie tot zu Seinen Füßen fallen zu können. Dieses ganze Erleben war einfach niederschmetternd.

Das Schlafzimmer

Es war unvorsichtig von mir gewesen, die Tür des Kleiderschrankes offen zu lassen. Es schaute wie ein Kleidergeschäft im Kleinen aus. Von Wand zu Wand Anzüge und Mäntel und Hemden. Ich brauchte sie wirklich nicht alle, aber irgendwie schmeichelten sie meinem Ego. Und es war immer ein angenehmes Gefühl, wenn Leute positive Bemerkungen über sie machten. Der Herr Jesus sagte nichts zu mir. Es war nicht nötig. Seine Gegenwart allein genügte.

Oben im Schrank lagen zahlreiche Schmuckstücke und verschiedene Nippsachen; habe ich doch im Laufe meiner Erziehung und Ausbildung Qualität schätzen gelernt. Jetzt fragte ich mich wer diese Dinge bekommen würde, wenn ich diese Nacht abscheiden sollte? Niemals war mir der Gedanke gekommen sie für das Werk des Herrn einzusetzen.

Während mich diese Gedanken beschäftigten bemerkte ich einen Bibelspruch an der Wand den ich bei einem Wettbewerb im Auswendiglernen in der Sonntagsschule gewonnen hatte: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.” Ich dachte an all die Kleider, all den Schmuck, all die selbstsüchtige Geldverschwendung. Und dann – ,,Du sollst deinen Nächsten  lieben wie dich selbst.”

Musik

Das Wohnzimmer

Als nächstes gingen wir ins Wohnzimmer. In der Ecke stand meine Golfausrüstung. Der Herr bemerkte: ,,Du spielst gern Golf?” Diese Frage genügte mir, um einen begeisterten Vortrag über die feineren Details des Spiels zu beginnen. Ich war selbst überrascht, wie genau und umfassend ich über Golf Bescheid wusste. Aber als ich ausgeredet hatte und Jesus gar nichts sagte, begann ich anders darüber zu denken. Ich fragte mich, warum ich nicht ebenso begeistert und eifrig war, anderen das Evangelium mitzuteilen. Und ich fragte mich, ob ich überhaupt das Recht hatte, soviel Zeit und Geld zu verbrauchen nur um einen kleinen, weißen Ball durch die Landschaft zu jagen.

Auf dem Tisch lag ein Tagebuch – das Tagebuch meines Athenaufenthaltes. Es war eine herrliche Urlaubsreise gewesen und natürlich konnte ich sie rechtfertigen – wegen der Bezüge auf Athen in der Bibel. Die Besuche der Akropolis, des Areopags und des Parthenon waren unvergessliche Erlebnisse.

Etwas Seltsames war mir passiert, als ich nach Hause kam. Ein Freund fragte mich: ,,Hattest du in Griechenland irgendwelche Frucht? Ich erzählte ihm alles über die Orangen, die Grapefruits und die köstlichen Trauben. Aber das war es gar nicht, was er gemeint hatte. Er meinte Frucht im Evangelium. Hatte ich irgendwelche Seelen für Christus gewonnen?

Jetzt machte ich mir Vorwürfe, dass ich als Urlauber und nicht als Seelengewinner gereist war. Ich empfand Abscheu vor mir selbst. Ich dachte daran, dass Paulus auch Athen besucht hatte. Als er die Menschen betrachtete, die tief in Götzendienst versunken waren, wurde sein Geist erregt. Er war auf Seelen aus. Wie ganz anders war ich dort gewesen!

Im Wohnzimmer war auch eine alte Standuhr. Als Jesus so dastand, schien mir das Tick – Tack lauter als je zuvor. Ich wurde mir des Ablaufs der Zeit seltsam intensiv bewusst. Und ich dachte auch an einige der Zusammenkünfte, die in diesem Wohnzimmer stattgefunden hatten – an den Klatsch, das leere Geschwätz, die vergeudete Abende – so viel Gerede, aber nichts von ewigem Wert.

Mein Herz schlug, als Jesus zum Fernseher ging. Ich hatte Angst vor dem, was er sagen würde. Die Stunden, die für Unsinn in bewegliche Farben vergeudet waren. Die zweideutigen Witze, die so peinlich waren. Kein Zweifel, das Fernsehen hatte die Welt in mein Haus gebracht. Jesus sagte nichts. Er sagte nicht, dass es falsch war. Er sagte nicht, dass es Sünde war. Er sagte überhaupt nichts und das machte mich elender als zuvor.

Während ich dort mit dem Herrn stand, sah ich Dinge, wie ich sie nie zuvor gesehen hatte. Die Gardinen – wie könnte ich je das kleine Vermögen vergessen, das in ihnen steckt! Ich hatte alle Einkaufszentren in der Umgebung abgesucht, um welche zu bekommen, die genau zu den Möbeln und Teppichen passten. Das Klavier – und die schönen Liederabende, die wir mit ihm hatten. Eines Abends sangen die jungen Geschwister und fragten, ob jemand einen Liederwunsch hätte. Ich wünschte mir die schöne alte Hymne “Bin nur ein Pilger hier, der wohnt in einem Zelt.” Und glatt hörte ich einen ziemlich frisch bekehrten jungen Bruder hinter vorgehaltener Hand sagen: “Und was für ein Zelt!”

Meine Gedanken wurden unterbrochen, als mein lästiger Pommerscher Dachshund in das Zimmer gesprungen kam. Er wäre besser nicht gekommen. Ich ärgerte mich immer noch über die Rechnung, die ich dem Tierarzt für die Impfung bezahlen musste. Ich hatte immer gedacht, es wäre nicht teuer, einen Hund zu halten aber dieser hier war problematisch – er fraß nur Hackfleisch und eine der teuren Hundefuttermarken. Ich war sicher, dass in manchen Teilen der Erde Menschen von dem leben könnten, was es mich kostete dieses Vieh zu halten. Mein Gast, der Durchforscher, registrierte alles – und sagte nichts.

Drüben in der Ecke konnte ich meine Briefmarkensammlung sehen – sämtliche Briefmarken, die Israel je herausgebracht hatte. Ich dachte: ,,Jesus wird sich darüber freuen, dass ich an Israel und seiner prophetischen Bedeutung interessiert bin.”

Aber plötzlich dachte ich, was für Ihn erreicht werden könnte, wenn die Briefmarken verkauft und die Einnahmen in evangelistische Literatur investiert würden. Bis jetzt hatte ich diese Briefmarkensammlung wirklich wie einen Schatz gehütet; nun aber hörte ich plötzlich auf, ihn zu lieben.

Wie zu erwarten war ging der Herr hinüber, um sich meine Büchersammlung anzusehen. Ich war sehr stolz auf Darbys gesammelte Schriften. 34 Bände in Leder gebunden. Um ehrlich zu sein, ich hatte kaum darin gelesen, aber sie verlieh mir den Anschein von Gelehrsamkeit und Geistlichkeit. Da standen andere Bücher, die ich nie gelesen hatte und wahrscheinlich nie lesen würde. Und andere, die ich gelesen hatte, aber nicht wieder lesen würde. Als der Herr diese Bücher betrachtete, dachte ich dass ich wirklich einige davon verkaufen sollte, um das Geld zur Unterstützung des Werkes des Herrn zu verwenden.

Die Garage

Ich wollte wir hätten nicht in die Garage gehen müssen. Aber der Herr war schon an der Tür. Und er hätte meinen inneren Widerstand sicher bemerkt, wenn ich Ihn aufgehalten hätte. Ich glaube ich brauche nicht erst zu erzählen was Er alles sah – den neuen Wagen, das Segelboot, die Sportausrüstung – mir wurde übel bei dem Gedanken an all das teure Sportgerät das dort lagerte.

Das Ende des Rundgangs

Als wir in den Innenhof hinaustraten, sagte der Herr – ziemlich sanft, wie mir schien: ,,Bist du glücklich, William?”

„Nein, ich bin nicht glücklich, Herr. Ich weiß, dass materielle Dinge nicht glücklich machen können. Sie können nie mein Herz befriedigen. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum ich nicht glücklich bin. Meinem Leben fehlt die Kraft. Etwas scheint den Fluß Deiner Kraft durch mich zu bremsen. Dann sagte ich – ziemlich heldenhaft, wie es mir vorkam: ,,Herr, Du kannst Dir nehmen, was immer Du willst. Du sollst von mir haben, was immer Du Dir wünschst.“

Stimme

William, ich nehme nicht Dinge weg. Du musst die Initiative ergreifen. Du bist derjenige, der sie auf den Opferaltar legen muss.”

Sende Artikel als PDF an PDF Drucker

No responses yet

Next »

eXTReMe Tracker Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de