Jun 22 2009
Der Australier
Manchmal scheint es ja wirklich so zu sein, wir unternehmen alles Mögliche, beten ohne Ende, geben uns richtig Mühe – und am Ende ist nichts dabei herausgekommen, niemand wollte unser Zeugnis von Jesus hören, keiner der Besucher des Gästegottesdienstes ist je wieder gekommen, keinerlei Rückmeldung trotz unzähliger verteilter Traktate.
Aber der Schein trügt. Gott sagt uns, dass NICHTS, was wir für den Herrn tun, vergeblich ist. Und nichts heisst auch wirklich nichts. Es ist nicht so, dass 50% oder 75% oder 90% unserer Bemühungen irgend einen Sinn machen, sondern genau 100%!
Der sichtbare Erfolg kann uns versagt werden, das wissen wir alle. Aber wir wissen nicht, was Gott mit dem Samen anstellt, den wir ausgestreut haben. Bekannt geworden ist ja die Geschichte von dem Mann aus Australien, der Jahre lang Traktate auf der Straße verteilte. Nie erhielt er auch nur eine Rückmeldung. Nie bekam er etwas mit davon, ob seine Mühe irgendetwas bewirkt hätte. Doch nach etlichen Jahren fragte ein Pastor aus England einmal ein neues Gemeindemitglied, wie dieser denn zum Glauben gekommen sei. Der Mann antwortete, dass er in Australien von einem Mann auf der Straße angesprochen worden war und ein Traktat bekommen hatte. Dieses hatte schließlich zu seiner Bekehrung geführt. Der Pastor traute seinen Ohren nicht. Er fragte, in welcher Stadt das gewesen sei. Am Ende stellte sich heraus, dass auch der Pastor einst durch diesen Australier zum Glauben gekommen war.
In der Folge fanden sich immer mehr Christen, die alle durch ein erhaltenes Traktat dieses Mannes zum Glauben gekommen waren. So wurde beschlossen, den Mann einmal in seiner Heimat zu besuchen und nach England einzuladen. Und tatsächlich: Man fand ihn in der selber Stadt wieder, wo er nach wie vor Traktate verteilte. Der Mann folgte von Herzen gerne der Einladung und flog mit den Besuchern zusammen nach England. An dem Sonntag, als der Gottesdienst stattfand, führte man den Mann in die Kirche und sagte ihm, dass dies ein ganz besonderer Gottesdienst sei. Man hatte ausschließlich Menschen eingeladen, die einst durch ein Traktat von ihm zum Glauben gekommen waren. Der Mann konnte es nicht fassen: Die ganze Kirche war voll. Nicht ein freier Platz. An den Rändern mussten sogar einige stehen und auch die Empore war voll mit Menschen. Von Herzen gerührt dankte der Australier seinem Herrn, dass er soviele Jahre und Jahrzehnte später auf einen Schlag die Früchte seiner Arbeit sehen durfte.
Das zeigt sehr schön, dass Gott eben eine andere Perspektive hat. Er wird diejenigen belohnen, die sich für sein Reich einsetzen. Wann und wo, das wissen wir nicht. Aber wir dürfen glauben, dass es sich in jedem Fall lohnt.
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