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Apr 23 2009

Der Sohn des Schiffers

Geschrieben von under Evangelisation

Der Sohn des Schiffers, ein christliches Anspiel zum Thema Evangelisation für 7 Personen

Erzähler: Die Dämmerung ging langsam in Dunkelheit über, es regnete als die beiden sturmerprobten Schiffsleute dem hellerleuchteten Gebäude zuschritten. Es war ein alter Schiffer mit seinem Bootsmann. Der Schiffer war inzwischen grau geworden aber ungebrochen war seine Kraft. Aus dem von Wind und Wetter zerfurchten Gesicht schauten zwei ehrliche, milde Augen. Doch schien er eine schwere Last zu tragen, die ihm Sorgen bereitete.
Plötzlich näherte sich eine prunkvolle Kutsche in rasanter Fahrt dem Gebäude, mit einem Ruck stand sie still und die Tür flog auf. Einige junge Herren in edler Kleidung sprangen heraus und wandten sich zum Eingang.

Hermann: Voran meine Herren! Schnell herein, die Damen erwarten uns mit Ungeduld, und wir sind wahrscheinlich wieder die letzten.

Schiffer: Hermann, mein Junge, ich möchte dich gern einen Augenblick sprechen.

Erzähler: Der Klang dieser schweren, tiefen Stimme ließ Hermann zusammenzucken. Das Blut schoss dem jungen Mann ins Gesicht und färbte einen Augenblick seine Wangen dunkelrot. Aber sogleich gewann er seine Selbstbeherrschung wieder, fasste Anton Reubers am Ärmel und zog ihn schnell mit in den Eingang des Hauses. Hermanns Freunde merkten nicht das Geringste von dem Zwischenfall, aber dem Amerikaner war nichts entgangen. Er hatte die Worte des Schiffers deutlich vernommen und auch gesehen, wie Hermann plötzlich die Farbe wechselte.

Amerikaner: Van Maarle, hier, der Mann wünscht etwas von dir.

Erzähler:
Für einen Augenblick begegnete der eiskalte Blick Hermanns den treuen, ehrlichen Augen seines Vaters. Er sah den schmerzlichen Zug um dessen Mund, und wie ein Blitz durchzuckte es sein Gehirn.

Schiffer:
Kein van Maarle fuhr je unter falscher Flagge!

Erzähler: Aber das tat er schon zu lange. Der Teufel hatte ihn zu fest in seinen Klauen. Und wieder erlag er dem bösen Geist des Hochmuts und der falschen Scham. Mit einem Achselzucken wandte er sich ab und sagte:

Hermann: Was will der Mann denn. Er verwechselt mich mit einem andern. Doch kommt endlich, meine Herren, wir haben keine Zeit zu verlieren. (ein paar harte Klavierakkorde)

Erzähler: Ein schallendes Gelächter erklang und dann waren die drei Freunde in dem Eingang verschwunden. Nur der Amerikaner blieb zurück, um dem Kutscher Trinkgeld zu geben. Bleich wie ein Toter stand der arme Vater auf dem nassen Bürgersteig. Jede Farbe war aus seinem Gesicht gewichen.

Schiffer: O, Peter! Der Unglückliche will mich nicht kennen. Er verleugnet seinen eigenen Vater.

Erzähler: Aber als der Schiffer den Blick auf seinen treuen Gefährten richtete, fuhr er erschrocken zurück. Das Gesicht des Bootsmannes war völlig entstellt. Die Wut, die in ihm kochte, verzehrte seine Züge. Die Adern an Hals und Stirn traten wie dicke Stränge hervor, und seine Augen, die auf den Hauseingang gerichtet waren, funkelten wie die eines Tieres. Er ballte die Fäuste und wollte nach innen stürmen. Doch mit beiden Händen ergriff der Schiffer den rasenden Seeländer beim Arm und versuchte ihn zurückzuhalten.

Schiffer:
Peter, Peter! — Was hast du vor?

Peter: Was ich vor habe? Ich will den Burschen, der seinen Vater vor seinen nichtsnutzigen Freuden nicht kennen will, herausholen! Er soll heraus, selbst wenn ich sie alle zusammenschlagen müsste. Auf seinen Knien soll er um Vergebung bitten! Schiffer, lasst mich los!

Erzähler:
Van Maarle war ein starker Mann, und seine Hände umklammerte mit festem Griff den linken Arm des Seeländers, doch gegen dessen Riesenkraft, die durch die schier sinnlose Wut noch verdoppelt wurde, konnte der Schiffer nicht an. Der Ärmel von Peters Jacke war bereits eingerissen. Nur noch ein Ruck und Peter würde frei sein und nach innen stürmen, um wer weiß welches Unheil anzurichten. In diesem Zustand war er zu allem fähig.

Schiffer: Peter! Willst du meinen Schmerz vergrößern? Habe ich das verdient?

Erzähler: Mehr als die Worte brachte der tieftraurige Ton der Stimme den wüsten Seeländer zur Besinnung. Die starken, sehnigen Arme des Seeländers sanken herab, und wie jemand, der aus einem schweren Traum erwacht, sah er um sich auf die zusammengelaufene Menschenmenge.

Schiffer: Komm, Peter, wir gehen an Bord.

Erzähler: Solange er konnte, sah der Amerikaner den beiden nach. Hatten die Umstehenden von dem Vorgang auch nichts verstanden, so durchschaute doch er, Bill Darting, die ganze Sache.

Amerikaner: An diesen Abend sollst du dich noch lange erinnern, Hermann van Maarle!

(Musik)

Erzähler: An Bord angekommen, ging van Maarle gleich in die Kajüte, während Peter sich noch erst überzeugte, dass für die Nacht alles in Ordnung war. Dann folgte auch er. Das Haupt in die Hände gestützt, über seine alte Bibel gebeugt saß van Maarle. Peter ging zu Bett. Doch hörte er noch lange van Maarles flüsternde Stimme, der zu seinem Gott rief für sich selbst und – für den verlorenen Sohn, der ihm heute Abend das Herz schier zertreten hatte, aber der trotz allem für ihn doch noch “Vaters Junge” blieb.

(Musik)

Erzähler: In der schönen geräumigen Wohnung von Anton Reubers ging es wieder lustig zu. Der Freundeskreis war vollzählig und man spielte wieder Karten. Aber Hermanns bleiche Wangen fingen an zu glühen, und auf seiner Stirn bildeten sich Schweißtropfen. Derart griff ihn die innere Unruhe und die Angst vor der Entdeckung seines Falschspielens an. Die Karten zitterten in seiner Hand, aber er gewann trotzdem.

Anton: Van Maarle ist ein Glückspilz sondergleichen. Er ist unüberwindlich auf jedem Gebiet.

Hermann: Nur ein blinder Zufall. Heute ist das Glück mir günstig, morgen dem anderen.

Erzähler: Als Hermann die Hand ausreckte, um das gewonnene Geld an sich zu ziehen, stieß der Amerikaner plötzlich die Hand roh zurück. Hermann van Maarle, sonst stets so mutig, wurde bleich wie ein Toter. Er wollte etwas erwidern, aber kein Laut kam über seine Lippen, nur mit Mühe hielt er sich aufrecht. Einen Augenblick blieb es still in dem Zimmer. Alle starrten mit Entsetzen den Amerikaner an.

Benthorp: Ruhe meine Herren! Hier liegt wie ich hoffe ein Missverständnis vor. Bill Darting soll uns eine Erklärung über sein Benehmen geben.

Anton: Und eine deutliche Erklärung, sonst werfe ich ihn die Treppe hinunter!

Benthorp: Beruhige dich, Reubers und lasst uns nicht Partei ergreifen, bevor wir wissen was Darting zu sagen hat.

Amerikaner: Wenn dies für euch kein genügender Beweis ist, dass van Maarle ein Falschspieler ist, dann werde ich euch jetzt etwas erzählen, dass euch möglicherweise doch auf andere Gedanken bringen wird. Erinnert ihr euch, dass an dem letzten Ballabend, als wir vor dem Klub aus dem Wagen sprangen, uns oder besser van Maarle ein Mann ansprach? — Du stelltest dich, als ob du den alten Schiffer mit seinem grauen Bart nicht kanntest. Willst du in dieser Gesellschaft wiederholen, dass du diesen alten Mann wirklich nicht kanntest? Willst du es wagen, van Maarle, zum zweiten mal deinen Vater zu verleugnen?

Anton:
Aber sprich doch Hermann! Verteidige dich und sag dem Amerikaner, dass er ein Lügner, ein Lästerer ist. Was sollte ich sonst von dir denken?

Benthorp: Mach es kurz, van Maarle, und beantworte mir nur diese eine Frage. War der alte Mann dein Vater oder nicht?

Erzähler:
Jetzt trat Hermann hervor, und obwohl sein Gesicht kreideweiß aussah, erklang seine Stimme doch fest und klar, und seine schwarzen Augen funkelten wieder, als er sie auf Bill Darting richtete.

Hermann:
Du hast gewonnen, Bill Darting. Obwohl deine Triebfeder niedrige Rachesucht ist, kann mich das nicht entschuldigen und an der Tatsache nichts ändern. Ja, der alte Schiffer mit dem grauen Bart ist mein Vater, ein Vater, so groß und edel wie ich ein Feiger, erbärmlicher Schuft bin. –Ich werde euch alles erzählen. Mein Vater ist ein Schiffer auf einem Tjalkschiff, und so weit er zurückdenken kann, waren alle seine Vorgänger dasselbe gewesen. Wiederholt sagte mir mein Vater, als er an meiner Ehrlichkeit zu zweifeln begann.

Schiffer: Denke daran Hermann, kein van Maarle fuhr je unter falscher Flagge.

Hermann: Und ich Elender bin seit meinem ersten Besuch in eurem Haus, Anton, unter falscher Flagge gefahren. Kurz, ich bezog das Gymnasium, und Anton nahm mich mit zur Villa. Gleich am Anfang schon wurden meine Augen und mein Gemüt betäubt durch den Glanz des Reichtums, und als ich gefragt wurde, wer mein Vater wäre, gab ich zur Antwort, dass mein Vater Schiffsbesitzer sei. Das war so zweideutig wie möglich. Denn wohl war mein Vater ein Schiffsbesitzer, aber nur Schiffer auf seiner eigenen Tjalk und kein Reeder, wie man in eurem Hause vermutete, Anton.
Von dieser Zeit an trieb meine törichte Eitelkeit mich immer weiter auf der falschen Bahn. Ich brauche hierüber nicht mehr viel hinzuzufügen, denn ihr alle wisst, wie ich gelebt habe. Mein Vater, einst ein wohlbestellter Bürger, hat für mich bezahlt, solange er konnte, bis zum Schluss sein Fahrzeug und unser altes Schifferhaus so belastet waren, dass kein Geld mehr darauf zu bekommen war, und er mir nur mit der größten Mühe das allernötigste senden konnte. Ehe Darting erschien, war ich fest entschlossen, so schnell wie möglich mein Studium zu beenden und mir eine Stellung zu erobern – nötigenfalls eine reiche Heirat zu machen.
- Aber dann trat dieser Amerikaner in unsere Mitte, der, von seinem Hass angespornt, mich auf Unkosten trieb, die ich nie auf ehrliche Weise bezahlen konnte. So bin ich zum Falschspieler geworden, und als ich an jenem Abend meinem Vater gegenüberstand, sah ich mich vor die Wahl gestellt, entweder meinen Vater zu verleugnen, oder im letzten Augenblick alle Früchte meines jahrelangen Betruges preiszugeben.
– Ich erbärmlicher Feigling wählte das erste. Ich verleugnete den alten Mann und brach ihm sein edles Herz. Der Blick, mit dem er mich ansah, wird auf meiner Seele brennen bis in den Tod. Nun wisst ihr, wer Hermann van Maarle ist! Der schmutzigste Hafen ist nicht schmutzig genug, meine Schande darin zu ersäufen.

Erzähler:
Bevor einer der Studenten ein Wort äußern oder Hermann zurückhalten konnte, war dieser die Treppe hinab gestürzt. Da stand er jetzt in der dunklen Nacht auf der Straße, wandte noch einmal das bleiche Gesicht nach dem Haus, wo er so lange bei seinen Freunden als die Hauptperson gegolten hatte und aus dem er als ein Ehrloser geflohen war. Dann jagte er wie ein Verfolgter durch die dunklen Straßen der Universitätsstadt. Fort, nur immer fort, aber – wohin?(Musik)

Etwa ein Jahr war dahingeflogen. Es war ein schweres Jahr gewesen. Peter und van Maarle ließen keine Gelegenheit aus, sobald sie irgendwo anlegten, nach Hermann zu suchen. Aber alles war erfolglos. Wieder einmal lagen sie  auf einem Kanal vor Amsterdam. Peter ging nach Feierabend etwas in die Stadt um ein paar Besorgungen zu erledigen.

Schiffer: Du bist früh zurück, Peter. Was ist los? Du bist ja ganz abgehetzt.

Peter: Ich habe Hermann gesehen und bin ihm gefolgt. Ich weiß wo er jetzt ist.

Schiffer:
Wir wollen gleich zu ihm gehen. Ist er auch so tief gesunken, ich gebe ihn nicht auf, denn bei Gott ist Erbarmung, und Er war es, der dich meinen Hermann hat finden lassen. Gott hat meine Bitte erhört. Komm, Peter, wir wollen Hermann holen.

Erzähler:
Drei Treppen hoch, auf einer elenden Speicherkammer, wohnte Hermann van Maarle. Immer tiefer war er gesunken in Sünde und Schuld. Um nicht zu verhungern, war Herman gezwungen, sich nach Arbeit umzusehen, und es gelang ihm. Eine Zeitlang schleppte er sich so fort. Eines Abends hatte er sich so betrunken, dass er seine Wohnung nicht mehr fand und den größten Teil der Nacht auf dem Straßenpflaster schlief. Den nächsten Tag hatte er noch gearbeitet, obwohl ihn das Fieber schüttelte und ein scharfer, trockener Husten seine Brust schier zerriss. Dann hatte er sein erbärmliches Lager nicht verlassen können. An dem Abend, wo Peter ihn durch die Gasse schwanken sah, war die Not aufs höchste gestiegen. Viel zu krank um aufzustehen, hatte er sich zu dem Händler, dessen Bücher er in Ordnung halten sollte, geschleppt. Doch der hatte ihm sagen lassen, dass er seine Dienste nicht mehr wünsche. Noch nie hatte er sich so verlassen gefühlt, wie an diesem Abend. Ach, wenn doch der Tod käme und ihn von seinem Elend und Jammer befreite! Ein heftiger, schmerzhafter Hustenanfall unterbrach ihn in seinen verzweifelten Grübeleien. Kalter Schweiß trat auf seine Stirn, und als der Anfall endlich vorüber war, sank er todmüde auf seinen Stuhl zusammen. Eine furchtbare Angst überkam ihn. Waren das keine Zeichen des nahen Todes? –

Schiffer: Hermann, mein Junge!

Erzähler: Hermann starrte ihn an. Die Stimme versagte ihm. Der Schiffer umklammerte die feuchte Hand des Sohnes, der den Kopf auf die Brust sinken ließ und in haltloses Schluchzen ausbrach. (Musik setzt ein)

Schiffer: Armer, armer Junge, du hast Gott verlassen, aber Er hat das Gebet eines suchenden Vaters gehört und uns hierher geleitet.

Erzähler: Langsam erhob Hermann das todbleiche Antlitz. Er sah, wie sehr sein Vater in dem einen Jahr ergraut und gealtert war.

Hermann: Vater, o Vater, wenn du alles wüsstest, würdest du den Elenden von dir stoßen. Ich bin all die Jahre unter falscher Flagge gefahren, ich habe geheuchelt, gelogen und betrogen.

Schiffer: Hermann, ich weiß alles!

Hermann: Und trotzdem hast du mich, der ich nicht wert bin zu leben, noch gesucht? O Vater, ich habe dich verleugnet, ich habe deinen ehrlichen Namen geschändet durch mein elendes Betragen. Ich glaubte, mir einen ansehnlichen Platz in der Welt zu erwerben, und dafür habe ich meine Seele verkauft und dein Vermögen verschwendet. Bitter habe ich es bereuen müssen. Von Gewissensbissen und Reue getrieben, wollte ich meinem Leben ein Ende machen. Aber ich war zu feige. Bis zu meinem letzten Atemzug werde ich dir danken, Vater, dass du mich in diesem verlorenen Winkel aufgesucht hast, aber kehre jetzt mit Peter wieder an Bord zurück und erzähle Mutter nie, wie du mich angetroffen hast; es wird schnell mit mir zu Ende gehen.

Erzähler: Ein neuer Hustenanfall ließ ihn nicht weiter reden, und wieder färbte das Blut seine Lippen rot. Schnell wischte er es ab, aber der Schiffer hatte es bereits gesehen. Das Herz des Vaters schlug laut vor Schmerz und Mitgefühl.

Schiffer:
Still, Hermann, still, du hast viel gefehlt, aber trotzdem bist du noch “Vaters Junge.” — Komm, Hermann, wir gehen an Bord und morgen fahren wir, so Gott will, zusammen nach Hause.

Erzähler: —Wenige Wochen später konnte Hermann durch Ringen und Kämpfen endlich die Gnade Gottes fassen und ihm sein Herz übergeben. Nun war erst recht Freude im Schifferhaus, dass “Vaters Junge” in jeder Beziehung heimgefunden hatte. —Mit Hermann ging es bergab. Lange Hustenanfälle und Fieber ließen sein baldiges Ende voraussehen. Doch je mehr seine Kräfte abnahmen, umso ruhiger wurde es in seinem Inneren.

Hermann:
Vater, Mutter, ich sehe euch nicht mehr. Es wird sicher dunkel draußen, aber hier innen wird es Licht. Gott lob, es wird Licht!

Erzähler: Noch ein kurzer Seufzer, dann brachen seine dunklen Augen, und Hermann van Maarle war heimgegangen.

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Apr 23 2009

Der Fabrikant

Geschrieben von under Evangelisation

Der Fabrikant, ein christliches Anspiel zum Thema Evangelisation für 7 Personen

Fabrikant: Heute spür ich meine Lunge stärker als sonst. Es wird immer schlimmer! Ich muss mich hinlegen!

Frau: Soll ich den Arzt holen?

Fabrikant: Ja, mein Hausarzt ist ein guter Freund von mir. Lass ihn sofort kommen. Ihm kann ich wenigstens trauen.

Sprecher: Die Frau machte sich auf den Weg. Verschiedene Gedanken flogen ihr durch den Kopf. Sollte ihr Mann an einer schlimmen Krankheit leiden? Was wohl der Doktor sagen wird? Als der Arzt hörte, dass sein Freund krank ist, machte er sich sofort auf den Weg. Dort angekommen untersuchte er seinen Freund und sagte dann ruhig:

Arzt: So, ich gebe dir jetzt eine Spritze und du wirst sehen wie schnell du wieder auf den Beinen bist! Aber jetzt muss ich gehen. Tschüss!

Fabrikant: Tschüss, danke für deine Mühe.(Kurze Zeit später) Wie siehst du denn aus und wieso weinst du? Hat er dir etwa was anderes gesagt?

Frau: Ja! (traurig)

Fabrikant: (erschrocken) Was, so ein Lügner! Ruf sofort Professor Derksen an und bitte ihn schnell zu kommen, ich bekomme solche Beklemmungen.

Sprecher: Kurze Zeit später kam Professor Derksen. Nach der Untersuchung sagt er:

Professor: Wenn sie es genau wissen wollen – menschliche Hilfe ist hier völlig ausgeschlossen. Regeln sie so schnell wie möglich ihre Geschäfte, denn bald wird eine Bewusstlosigkeit eintreten, aus der sie nicht mehr aufwachen. Das ist alles was ich ihnen sagen kann. Auf Wiedersehen.

Fabrikant: Auf Wiedersehen, Herr Professor. Und vielen Dank. (zur Frau) Weine nicht. Mein Testament ist gemacht und meine Geschäfte sind geordnet. Und doch habe ich solch eine Angst vor dem Tode. Ich fürchte, dass es danach ein anderes Leben gibt – und ein Gericht vor Gottes Richterstuhl. Ich bin nicht mit Gott im Reinen. Lasse doch sofort Pfarrer Karo kommen, den Prediger unserer Kirche.

Sprecher: Um acht Uhr kam der Pfarrer, ein bekannter Redner und moderner Wissenschaftler. Er setzt sich aufs Bett und fing an, über allerlei interessante Erfahrungen zu reden. Heftig unterbrach ihn der Kranke.

Fabrikant:
Ich habe nicht mehr lange zu leben. Sagen sie mir bitte, Herr Pfarrer, ob es wissenschaftliche Beweise gibt, dass mit dem Tode alles aus ist.

Pfarrer: Beweise nicht so sehr, aber große Wahrscheinlichkeiten. Der Mensch lebt wohl weiter, aber nur in seinen Taten und Werken. Alles andere ist fromme Sage und symbolische Darstellung.

Fabrikant: Ja, so habe ich früher auch gedacht, aber jetzt, wo ich kurz vor dem Tode stehe, glaube ich bestimmt, dass ich vor dem Throne eines heiligen und lebendigen Gottes erscheinen muss. Oder haben sie überzeugende Beweise für ihre Lehre?

Pfarrer: Sie müssen sich zufriedengeben mit dem, was sie erlebt und getan haben.

Fabrikant: Aber das ist es ja gerade: Meine Taten klagen mich als Sünder an und sagen mir, dass ich verloren bin. Unehrlich in Geldgeschäften, untreu in meiner Ehe, hart gegen meine Arbeitnehmer. Können sie mir denn keine Hilfe bringen in meiner Not wegen meiner Sünden?

Pfarrer:
(steht auf) (böse) Bitten sie den Arzt um eine Spritze. Dann wird ihre Angst verschwinden und sie können schlafend hinübergehen.

Fabrikant: Hinüber – aber wohin denn? Ich werde sie vor Gottes Thron anklagen! In meinem Leben haben sie mich irregeführt und jetzt lassen sie mich ohne einen Trost zurück.

Pfarrer:
(achselzuckend) Unsinn, diese Argumente für die Vergeltung nach dem Tode! Von einem so gebildeten Menschen hätte ich das nicht erwartet. (er geht)

Fabrikant: Katrin, was soll ich nur machen? Ich habe Angst vor dem Gericht Gottes.

Frau: Unsere älteste Tochter sprach doch seinerzeit so lobend über den jungen Pfarrer Rosting. Er wohnt jetzt in unserer Stadt. Wollen wir ihn nicht bitten, ob er bereit ist, hierher zu kommen?

Fabrikant: Rosting? Ach ja, das ist so ein frommer Schwärmer. Aber auf jeden Fall weiß er, was er glaubt. Geh’ doch selbst mal zu ihm und erzähl ihm alles. Vielleicht kommt er, obwohl es schon sehr spät ist.

Sprecher:
Gegen elf Uhr nahm Prediger Rosting neben dem Sterbenden Platz und ergriff dessen bebende Hand. Der Kranke seufzte tief. Dann gab er eine ergreifende Schilderung seines Lebens ohne Gott, seiner Genuss- und Selbstsucht. Einige Male zuckte seine Frau zusammen, als ihr Mann seine Ungerechtigkeit bekannte. Als er erschöpft in die Kissen zurücksank, sagte der Prediger ruhig und sehr ernst:

Prediger: Dann sind sie zweifellos verloren.

Fabrikant: Verloren! – Ja, das sagt mir auch mein Gewissen.

Prediger: Aber Jesus Christus ist gekommen zu suchen und zu erretten was verloren ist. Sobald sie erkennen, dass sie nichts wieder gutmachen können und wie ein Ertrinkender in der Brandung untergehen müssen, dann sind sie reif für die Gnade Gottes. Jesus Christus hat für die Errettung gottloser Sünder so unendlich viel gelitten. Seine Arme strecken sich nach einem jeden aus, der ihn in der Not ausruft. Er nimmt die Sünden so vollkommen weg, als ob sie nie begangen worden wären.

Fabrikant:
(plötzlich sehr laut) ALLES ?

Prediger:
Ja, alles! Die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden bekommen können.

Sprecher: Es war sehr still im Raum. Danach beteten sie miteinander. Der Prediger las dem Sterbenden nun noch einige Stellen aus der Heiligen Schrift vor:

Prediger: Wer zu mir kommt den werde ich nicht hinaus stoßen. (Joh.6,37) Kommt denn und lasst uns miteinander rechten, spricht der Herr. Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, sollen sie weiß wie Schnee werden, wenn sie rot sind wie Karmesin, wie Wolle sollen sie werden.(Jes.1,18) Und das Blut Jesu Christi seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.(1.Joh.1,7b) (kleine Pause) Glauben Sie, dass Jesus alle ihre Sünden vergibt?

Fabrikant: Ja, ich glaube, dass er alles vergibt.

Sprecher: Er richtete sich ein wenig auf, seine Augen waren weit geöffnet, so als ob sie droben schon die Herrlichkeit sahen. Ein Seufzer noch und er war entschlafen. Die Hinterbliebenen waren tief beeindruckt. Wenn du Jesus Christus noch nicht kennst, so komme heute und bekenne deine Schuld, er wird dir Frieden und das ewige Leben geben. Warte nicht bis es dir erst schlecht geht, sondern komme jetzt, solange du noch jung und gesund bist.

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Apr 23 2009

Zwei für einen

Geschrieben von under Abendmahl-Karfreitag

Zwei für einen, ein christliches Anspiel zum Thema Jesu Leiden für 7 Personen

Erzähler: Es war eine unruhige Nacht. Draußen tobte und heulte der Sturm von strömendem Regen begleitet. Es war ein wahrer Orkan. Bäume wurden entwurzelt und alles was sich dem Sturm im Weg stellte wurde zerbrochen und niedergeworfen.
Anneliese saß schaudernd in ihrem kleinen Häuschen nahe dem Strand, denn sie hörte durch das Tosen und Donnern des Sturmes hindurch Hilferufe, die nur zu sehr zur Gewissheit machten, dass wieder ein Schiff mit den Wellen kämpfte.

Anneliese: Die armen Menschen da draußen im Sturm. Oh, wie gerne würde ich der Rettungsmannschaft jetzt auch helfen, aber was kann ich schwache Frau schon ausrichten.

Erzähler: Als der Morgen anbrach ging Anneliese an den Strand. Es war wunderbares Wetter, aber am Strand konnte man deutliche Spuren von Untergang und Verderben sehen.

Anneliese: Wie viele Menschen werden dem Tod wohl entronnen sein? Ob an Bord des Schiffes auch Leute waren, die im lebendigen Glauben an Jesus Christus gestanden haben? Oder sind sie alle ohne Hoffnung verloren gegangen?

Erzähler: Als sie noch auf die angeschwemmten Trümmer sah, näherte sich ihr ein Fischer.

Anneliese: Es war eine furchtbare Nacht, nicht wahr?

Fischer: Ja, wir waren mit der Rettungsmannschaft draußen auf See, aber trotz der kühnen Rettungsversuche wurden nur wenige gerettet.

Anneliese: Es ist traurig um die armen Menschen, die nicht gerettet werden konnten.

Fischer: Nehmen sie es mir bitte nicht übel, aber – sind Sie selbst gerettet, ich meine, kennen Sie den Herrn Jesus?

Anneliese: Ja, ich kenne den Herrn Jesus schon lange und ich freue mich, dass auch Sie ihn kennen.

Fischer: Ja, mir war der Herr wirklich sehr gnädig.

Anneliese: Erzählen Sie mir doch bitte, wie der Herr Sie fand!

Fischer: Es sind ungefähr fünf Jahre her, seitdem der Herr mich einem nassen Grab und meine Seele der Hölle entrissen hat. Ich vergesse es nie. Es hat viel gekostet. Es mussten zwei für mich sterben!

Anneliese: Zwei?

Fischer: Ja, zwei. Mein Heiland starb vor ca. 2000 Jahren für mich auf Golgatha, und mein Kamerad starb vor fünf Jahren, und das brachte mich zum Heiland.

Es war gerade eine solche Nacht wie gestern als ich mich an Bord der ,Ariadne” befand, die damals an einer Küste Schottlands strandete. Wir hissten die Notflagge und feuerten Kanonenschüsse ab, worauf auch einige Männer an Land Rettungsboote ins Wasser ließen und sich uns zu nähern versuchten. Wir zweifelten daran, dass sie es schaffen würden, aber sie gaben nicht auf und Gott half, daß es ihnen gelang. Mit Mühe brachten wir die Frauen und Kinder ins Boot, das dann wieder zurückfuhr. Das zweite Mal wurden die übrigen Reisenden mitgenommen. Dann erkannten wir, dass einige von der Mannschaft nicht mehr gerettet werden konnten, da bei der dritten Fahrt des Bootes nicht alle darin Platz finden würden und ehe es zum vierten Mal kam, musste, das stand  uns klar vor Augen, das Schiff in Trümmer gegangen sein.

(Szenenwechsel, kurzes Musikstück)

Matrose 1: Das Schiff geht gleich unter, es kommen nie alle ins Boot!

Matrose 2: Einige von uns müssen an Bord bleiben.

Matrose 1: Aber wer? Ich jedenfalls nicht!

Matrose 3: Kommt, lasst uns auslosen wer hierbleibt.

Fischer (2): Gut, aber beeilt euch!

Matrose 2: Hier jeder nimmt einen Zettel. Wer ein Kreuz drauf hat bleibt hier.

Matrose 1: Ich hab kein Kreuz, ein Glück! Und du Fritz?

Fischer (2): Ich muss an Bord bleiben, ich hab ein Kreuz.
(zu sich redend)
Ich muss sterben! … Aber was kommt dann?! …Gott … Wie soll ich vor Gott treten?
Ja, gleich kommt das Boot – und ich muss hier bleiben. Mein Freund Heinz hat mir immer wieder gesagt, dass ich mich doch bekehren sollte, aber ich wollte mir ja nie das Leben verderben lassen, wie ich immer sagte, und jetzt … gleich sterbe ich!
Seltsam, warum sagt Heinz denn gerade jetzt kein Wort von Jesus? (schaut zu Heinz) Er sieht seltsam ruhig aus. Pah, er hat gut lachen, er wird gleich gerettet werden.

Matrose 1: Das Boot kommt! Schnell hinein!

Matrose 2: Hey, Heinz! Du bist dran, na los!

Fischer (2): (zu sich) Wieso geht er nicht ins Boot? Er kommt auf mich zu …

Heinz: (fasst ihn am Arm und schiebt ihn vorwärts) Geh du für mich in das Boot, aber Fritz, dass ich dich im Himmel wiedersehe! Du sollst nicht sterben und verloren gehen; ich will gerne sterben, denn mit mir ist alles in Ordnung! Ich besitze die Hoffnung auf das ewige Leben (Matrosen setzen sich auf die erste Bank)

(Szenenwechsel)

Fischer: Ich zögerte, doch der Kamerad der nach Heinz einsteigen wollte trieb mich an. Heinz wusste, dass es so kommen musste, und ich hatte so falsch von ihm gedacht.
Als wir gerade im Boot waren sank das Schiff in die Tiefe und mit ihm Heinz, mein lieber, treuer Kamerad.
(traurige Musik)
Ich weiß, er ging zu Jesus, aber er starb für mich! Ja, für mich starb er! Sagte ich Ihnen nicht die Wahrheit? Für mich sind zwei gestorben.

Erzähler: Einen Augenblick hielt er inne; seine Augen füllten sich mit Tränen. Er versuchte nicht sie zu verbergen. Es waren Dankestränen. Dank gegen den, der für ihn in den Tod ging!

Anneliese: Und dann?

Fischer: Dann, als ich das Schiff sinken sah, sprach ich in meinem Herzen zu Gott: Wenn ich glücklich an Land komme, soll Heinz nicht umsonst gestorben sein. Oh, Gott, lass mich ihn droben wiedersehen.

Anneliese: Dauerte es lange bis Sie den Heiland fanden?

Fischer: Es dauerte nicht lange. Erst wusste ich nicht, was ich tun sollte. Dann fiel mir ein, dass Heinz immer in der Bibel las und so kaufte ich mir eine. Ich schlug die Bibel auf; ich las und las und hörte nicht auf zu lesen. Jede freie Minute las ich in der Bibel bis ich an die Geschichte mit dem Schächer kam, der noch am Kreuz Gnade fand.
Und zum ersten Mal fiel ich auf die Knie und betete: „Herr, ich bin so schlecht wie jener Schächer, willst du mich nicht auch retten, wie ihn?“ Als ich vom Gebet aufstand fiel mein Blick auf die Worte: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein.“ Ich nahm sie als Antwort auf mein Gebet und glaubte nun, dass der Herr mich aufgenommen hatte; denn ich war fest überzeugt, Jesus habe mir die Worte sagen lassen, um mich der Vergebung meiner Sünden gewiss zu machen. Ich fiel nochmals auf meine Knie und dankte ihm von ganzem Herzen. Seitdem lebe ich in Hoffnung, einmal meinen treuen Freund Heinz wiederzusehen, aber vor allem die Hoffnung ja vielmehr die Gewissheit ewig bei Christus zu sein. Dadurch hat mein Leben erst einen Sinn bekommen.

Gott aber erweist seine Liebe gegen uns darin, dass Christus, da wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist.  Römer 5,8

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