Mrz 20 2009
Das leere Kreuz
Das leere Kreuz, eine christliche Prosa zu Ostern für 2 Lektoren
L2: Das leere Kreuz
L1: In vielen öffentlichen Gebäuden, sei es in Schulen, Krankenhäusern oder Kirchen, trifft man das Kruzifix an; ein Kreuz mit dem toten Christus. In der frühen christlichen Kunst wurde der Leib Christi am Kreuz nicht abgebildet – zum Einen lehnte die Kirche die bildliche Darstellung ab, zum Anderen symbolisierte das leere Kreuz die Auferstehung von Jesus. Im 7. Jahrhundert war man aber dazu übergegangen, Christus als ganze Figur darzustellen; zunächst als triumphierenden Christus, später wurde jedoch der leidende Christus vermehrt betont – mit einem Lendentuch und einer Dornenkrone ans Kreuz festgenagelt.
L2: Genau dort wollen ihn auch viele Menschen haben: festgenagelt ans Kreuz, hilflos, machtlos. Jesus soll nicht als der Herrscher auftreten, der den Tod mit seiner Auferstehung besiegt hat. Womöglich will er dann auch noch über mein Leben herrschen? Viele lassen Jesus einfach am Kreuz, oder auch im Grab…
L1: Wir aber rühmen uns nicht des Kreuzes mit dem toten Erlöser, sondern des leeren Kreuzes dessen, der aus dem Grab auferstanden ist.
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