Archive for November 21st, 2008

Nov 21 2008

Der Weihnachtsbrauch unter der Lupe

Geschrieben von under Wissenswertes

Lieber Leser, jedes Jahr feiert die Christenheit Weihnachten um damit an die Geburt seines Retters zu denken. Als Christen sind wir von einer Freude erfüllt, das Gott uns seinen Sohn gab, den verheißenen Messias, der für unsere Sünden starb und uns das Heil erwarb. Die ganzen Feierlichkeiten werden von der Welt jedoch anders genutzt. Man kauft ein, stellt den Weihnachtsbaum auf und macht den Kindern Geschenke. Die Wirtschaft denkt sich jedes Jahr neue Aktionen und Produkte zu Weihnachten aus und freut sich schon auf die satten Gewinne. Für einen Retter ist da kein Platz. Auch uns Christen droht die Gefahr sich zu sehr mit den irdischen Vorbereitungen zu verstricken, all die Vorschriften für ein gelungenes Weihnachtsfest einzuhalten, damit ja auch alle glücklich sind. Doch liegt das Glück im Kerzenschein und dem Weihnachtsbraten? Ich hoffe nicht!
Ich habe mir daher die Mühe gemacht, die Entwicklung des Weihnachtsbrauchs kurz zu beleuchten.
Widmen wir uns zuerst dem Datum. Wurde Jesus tatsächlich in der Nacht vom 24.12. auf den 25.12. geboren? Sicher nicht, in der Bibel steht nichts davon. Doch warum hat man dann dieses Datum gewählt? Schon früher hatten heidnische Völker einen Sonnengott den sie anbeteten, das änderte sich auch nicht, als das römische Imperium in der Antike zahlreiche Staaten eroberte und sie in sein Imperium integrierte. Zahlreiche Sonnengottkulte, insbesondere der griechische und syrische, verschmolzen zu einem einflussreichen Kult, so dass römische Kaiser diesen Kult zur Reichsreligion erhoben. Ende des Jahres 274 n. Chr. weihte Kaiser Aurelian diesem Gott einen neuen Tempel und setzte den 25. Dezember zum staatlichen Festtag des Sonnengottes ein. Diesem Gott zu Ehre wurden riesige Feiern veranstaltet. Zahlreiche Kaiser ließen in ihren Legislaturperioden auch Münzen mit dem Sonnengott prägen. Als das Christentum seinen Siegeszug antrat und schließlich 380 zur römischen Staatsreligion wurde, musste etwas gegen den bestehenden Sonnenkult getan werden. Da die Bevölkerung gewohnt war am 25.12. frei zu haben und zu feiern, hat man sich entschlossen, dieses populäre Fest zu verdrängen oder auch anders gesagt zu „christianisieren“ in dem man die Geburt Jesu auf diesen Tag festsetzte.
Kommen wir nun zu dem Weihnachtsbaum. Auch hiervon ist in der Bibel nichts erwähnt. Die Entwicklung des Christbaumes hat keinen eindeutigen Anfang, sondern setzt sich aus Bräuchen verschiedener Kulturen zusammen. In immergrünen Pflanzen steckt Lebenskraft und darum glaubte man, Gesundheit ins Haus zu holen, wenn man sein Zuhause mit Grünem schmückte. Bereits die Römer bekränzten zum Jahreswechsel ihre Häuser mit Lorbeerzweigen. Einen ganzen Baum zur Wintersonnenwende aufzustellen und zu schmücken, also am 25.12., ehrte auch den Sonnengott und war Teil des Sonnengott-Kultes. Auch in nördlichen Gegenden wurden im Winter schon früh Tannenzweige ins Haus gehängt, um bösen Geistern das Eindringen und Einnisten zu erschweren und das Grün gab Hoffnung auf die Wiederkehr des Frühlings. Ab etwa 1521 gibt es schriftliche Quellen, die belegen, dass in vereinzelten Städten reiche Bürger einen Weihnachtsbaum mit Weihnachtsschmuck in ihren Häusern aufstellten. Seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann dann die richtige Massenaufstellung der Weihnachtsbäume, denn immer mehr Leute konnten sich einen Weihnachtsbaum und Weihnachtsschmuck leisten. Achtung, jetzt kommt ein Zitat: „Die Kirche, der große Waldgebiete gehörten, schritt gegen das Plündern des Waldes zur Weihnachtszeit ein und billigte diesen „heidnischen“ Brauch nicht. Mit der Zeit aber gab sie den Widerstand gegen den Brauch langsam auf.“ Das heißt, die katholische Kirche hielt zu Beginn das Aufstellen des Weihnachtsbaumes für einen heidnischen Brauch und war dagegen. Woher kam die Wende, dass es später gebilligt wurde? Dazu später mehr. Das Aufstellen des Weihnachtsbaumes, war historisch betrachtet eine deutsche „Erfindung“. Es ist nachgewiesen, das dieser Brauch zunächst nach ganz Europa exportiert wurde und später auch auf die anderen Kontinente überschwappte.
Vor dem Weihnachtsbaum war es schon etablierter Brauch zu Weihnachten Krippen aufzustellen. Da es damals keine Bilder, Fotos, Computer und Fernsehen gab, hat man so versucht den Menschen die Geschichte von der Geburt Jesu näher zu bringen. Doch auch dieser Brauch wurde nach und nach stark kommerzialisiert, es kamen immer mehr Figuren hinzu und die Reichen trachteten danach sich gegenseitig zu überbieten, wer die größte und beste Krippe hatte. Ab 1517 begann in Deutschland die Frühphase der Reformation. Die Reformatoren brachen mit dem Brauch des Krippenaufstellens, so dass dieser Brauch zunächst hauptsächlich nur in der katholischen familiären Weihnachtsfeier übrig blieb. Ab da war es auch der evangelische Norden Deutschlands, der als erster mit der Aufstellung des Weihnachtsbaums begann. Dieser Brauch wurde nach und nach so stark, dass die katholische Kirche ihren Widerstand dagegen aufgab und auch den eigenen Kirchenmitgliedern erlaubte Weihnachtsbäume aufzustellen, um sie nicht als Kirchenmitglieder zu verlieren. Der Grund warum sich der Weihnachtsbaum bei den Evangelischen verbreitet hatte war folgender:
Seit dem 6. Jahrhundert verehrt die Russisch-Orthodoxe Kirche, Nikolaus von Myra, einen Bischof, der im 4. Jahrhundert lebte und wirkte, als ihren größten Heiligen. In vielen anderen Ländern ist Nikolaus auch unter folgenden Namen bekannt: Sint Nicolaas oder Sinterklaas (Niederlande und Flandern), Saint Nicholas (England und Irland), Santa Claus (Nordamerika), Святой Николай / Sviatoi Nikolai (Russland).
Nikolaus von Myra starb am 6. Dezember, das wurde nachher auch sein Namenstag. Die katholische Kirche übernahm die Verehrung dieses Heiligen und die mit der Verehrung verbundenen Bräuche ungefähr ab dem 10. Jahrhundert. Diese begannen dann sich auch in Deutschland zu etablieren. Ein Teil des Brauchs war die Gabenverteilung am 6. Dezember an Arme und Bedürftige. Daraus entwickelte sich die Bescherung der eigenen Kinder in einer Familienfeier. So traurig es für die Kinder auch klingen mag, aber vor dem 15. Jahrhundert gab es überhaupt keine Geschenke an Weihnachten, höchstens ab dem 10. Jahrhundert am 6. Dezember, wo sich der Brauch bereits etabliert hatte. Folgendes ist davon auch heute als Brauch bekannt:
Der Einlegebrauch, das heißt das nächtliche Füllen der Schuhe, die die Kinder vor die Tür stellen sollen und der Wunschzettelbrauch, das heißt die Kinder werden angehalten, ihre Geschenkwünsche auf einem Wunschzettel festzuhalten.
Da die reformierte Kirche keine Heiligen Verehrung praktiziert und auch deren Namenstage nicht feiert, verlegte Luther höchst persönlich die Bescherung auf Heiligabend. Da der evangelische Gabenbringer auch nicht mehr St. Nikolaus heißen konnte, änderte Luther den Namen in „ der Heilige Christ“, später entstand daraus die Bezeichnung Christkind. Nach 1800 wurde aus Knecht Ruprecht, ursprünglich der strafende Begleiter von Nikolaus und Christkind, allmählich der Weihnachtsmann. Ursprünglich hat man nur die Kinder beschert, erst in jüngerer Zeit beschenken sich auch Erwachsene.
Da die Bescherung im evangelische Norden nun auf die Nacht vom 24. auf den 25. Dezember verlegt wurde, machte es Sinn, die Geschenke wie im katholischen Brauch irgendwo zu verstecken, um dem Brauch eine feierliche und spannungsvolle Note zu geben. Und da kaum der alte Brauch von einem geschmückten Tannenbaum eben recht und wurde ebenfalls „christianisiert“. Da diese Art des Feierns gut ankam, übernahmen auch Katholiken das Aufstellen des Weihnachtsbaums und die Bescherung am 24.
In unserer heutigen Zeit gibt es keine Rivalität mehr zwischen Katholisch oder Evangelisch. Sondern beide Bräuche haben sich vermischt. Je nach Möglichkeit stellt man eine Krippe und einen Weihnachtsbaum auf, je nach Möglichkeit beschenkt man die Kinder am 6. 12. und auch am 24. 12. Doch lasst uns nun diese historisch, politisch, religiöse Entwicklung des Weihnachtsfestes bei Seite tun und uns nochmal auf das wesentliche Geschenk besinnen, was uns Gott gemacht hat. Er gab uns seinen Sohn aus Liebe, damit wir ewiges Leben haben können. Hast du, lieber Leser, dieses Geschenk schon angenommen? Wenn ja, nutzt du es oder hast du es schon vergessen und verloren wie man manchmal irdische Geschenke verliert?

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Nov 21 2008

Vergiss nicht zu danken

Geschrieben von under Kindergeschichten

Vergiss nicht zu danken, eine christliche Geschichte für Kinder

Ein gottesfürchtiger König mit Namen Alphons bemerkte mit Missfallen die zunehmende Gottlosigkeit bei den zahlreichen Edelknaben, die an seinem Hofe dienten. Er stellte fest, dass keiner mehr von ihnen bei Tisch die Hände faltete, um zu beten. Er lud die gottlose Gesellschaft deshalb einmal an eine große Festtafel. Als nun auf seinen Wink die Speisen aufgetragen wurden, begannen alle, ohne das Haupt zu neigen und die Hände zu falten, gierig die köstlichen Speisen zu verzehren. – Da kam es zu einem Zwischenfall. Ein schmutziger, ganz zerlumpter Mann trat in den Speisesaal und setzte sich, ohne zu fragen oder zu bitten, mitten unter die Edelleute und begann laut schmatzend von den Speisen zu essen. Die Höflinge waren schockiert, zornig blickten sie auf den ungehobelten Gast. Dann schauten sie erwartungsvoll zum König und meinten, er würde veranlassen, den unverschämten Fremden hinauszuwerfen.
Der König hatte diesen Mann selbst ins Schloss gebeten und ihm vorher dieses Verhalten genau einstudiert. Deshalb verhielt sich der König vollkommen ruhig und ließ den zerlumpten Bettler weiterschmatzen. Nachdem der Fremde sich recht unanständig mit der Hand den Mund abgewischt
und den Teller abgeleckt hatte, verschwand er wieder mit geräuschvollem Gestampfe, ohne sich vor dem König zu verneigen oder irgendjemand zu grüßen.
»Das war ein unverschämter, frecher Bursche!« riefen jetzt die Edelknaben, »man sollte ihn bestrafen!«
»So?« sprach der König, »hat euch dieser Bettler nicht gefallen? Nun, dieser Mann hat genau dasselbe getan wie ihr. Er hatte vor dem König keine Ehrfurcht und keine königlichen Tischmanieren. Als das Essen begann, habe ich keinen von euch gesehen, der zu Tisch gebetet hätte. Ihr habt dem himmlischen König keine Ehre erwiesen und ihm nicht für alle guten Gaben gedankt. Nein, gierig habt ihr zugegriffen und Gott, den Geber aller Gaben, völlig vergessen. Schämt euch, ihr gottloses Gesindel – faltet gefälligst eure Hände, ehe ihr zu essen beginnt!« rief der König. Das war ein Königswort, welches mehr wert gewesen als Gold und Perlen.

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Nov 21 2008

Übermut tut selten gut!

Geschrieben von under Kindergeschichten

Übermut tut selten gut, eine christliche Geschichte für Kinder

Eine Witwe hatte eine einzige Tochter, die hieß Elisabeth. Gewöhnlich nannte man sie kurz Lisbeth. Die Mutter war eine einfache Frau, die nur einen Acker besaß und eine Ziege im Stall hatte. Ihr tägliches Brot verdiente sie als Putzfrau bei reichen Leuten. Ihre Tochter aber war sehr ehrgeizig, sie lernte in der Schule fleißig und brachte gute Zensuren nach Hause. Sie war ein sehr, sehr hübsches Mädchen und wurde durch die vielen Schmeichelworte recht eitel und überheblich. Mühelos konnte sie Gedichte auswendig lernen, sie besaß eine wunderschöne Stimme, und liebte die deutsche Sprache. Bei Aufsätzen hatte sie immer die besten Noten. Sie war der Stolz des Klassenlehrers, der sie nur die »kluge Else« nannte.
Zur Schulentlassung bekam sie eine besondere Auszeichnung vom Schulrat. Zunächst wollte Elisabeth in einem vornehmen Haushalt arbeiten, um einst ihre Talente noch besser glänzen lassen zu können. Eine Gräfin erteilte ihr Sprachunterricht im Englischen und im Französischen. Die Mutter gab ihrer Tochter manchen guten Rat mit auf den Weg, sie möge recht achtsam sein und fleißig jede Arbeit verrichten.
»Aber Mutter«, sagte Elisabeth, »das ist doch selbstverständlich!« Im Stillen aber dachte sie: Das braucht man mir doch nicht extra zu erklären, ich bin doch die »kluge Else«, ich weiß sehr gut, was ich zu tun habe.
Als sie nun in das Haus der Gräfin kam, herrschte ein strenger Winter, es schneite unentwegt und fror, dass alles zu Eis erstarrte. Elisabeth musste schon um sechs Uhr aufstehen, um das Feuer im Küchenherd anzuzünden und das Frühstück zuzubereiten. Da das Holz aber nicht gleich brennen wollte, weil es noch sehr feucht war, lief sie zur Nachbarin, um von dort etwas trockenes Holz zu holen. Sie nahm eine Laterne, um im Finstern besser sehen zu können. Bald lief sie mit einem Arm voll trockener Holzscheite den Weg zurück. An einer vereisten Stelle kam sie ins Rutschen, fiel auf den Boden und zerbrach dabei die Laterne. Darüber war sie sehr traurig, aber die Gräfin beruhigte sie: »Nun, so etwas kann passieren, du musst eben ein andermal vorsichtiger sein. Jetzt geh doch schnell in den Keller und hole zehn Eier, wir wollen zum Mittagessen Pfannkuchen backen.« Als die kluge Else im Keller war, huschte ihr ein Mäuslein über den Weg. Vor Mäusen hatte sie eine schreckliche Abscheu. Sie schrie ganz laut und ließ dabei die Schüssel mit den Eiern fallen. Ganz verweint kam sie zur Gräfin und klagte über ihr Missgeschick. Die Gräfin war natürlich darüber auch nicht erfreut, sagte aber: »Geh doch schnell zur Nachbarin und bring ihr die Kanne mit der Milch, ich habe sie ihr versprochen.« Als das Mädchen um die Ecke des Hauses bog, verfing sich ihr Haar in einem großen Eiszapfen, der von der Dachrinne des Hauses herunterhing. Dabei entglitt ihr die große Milchkanne und die kostbare Milch floss in den Schnee. Das war nun schon das dritte Unglück innerhalb einer Stunde. Ja, so kann es gehen, wenn man so hochmütig und stolz ist. Jetzt schimpfte die Gräfin: »Solch ein ungeschicktes Mädchen ist mir in der ganzen Welt noch nicht begegnet. Pack deine Sachen zusammen und geh wieder zu deiner Mutter zurück. Ich kann dich nicht gebrauchen.« Oh, das gab ein trauriges Wiedersehen bei der Mutter. Die »kluge, stolze Else« wurde dadurch sehr gedemütigt.
»Übermut tut selten gut!« Deshalb sollen wir immer ein demütiges und bescheidenes Herz haben, den dann kann Gott uns segnen.

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Nov 21 2008

Sünde bekennen

Geschrieben von under Kindergeschichten

Sünde bekennen, eine christliche Geschichte für Kinder

An einem herrlichen Sommermorgen gingen einst zwei Jungen im Wald spazieren. Sie hießen Johannes und Michael. Als sie eine Strecke gegangen waren, bemerkte Michael in den Ästen eines alten Baumes ein Vogelnest.
Beide Jungen wurden sich einig, auf den Baum hinaufzuklettern, um die Eier wegzunehmen. Während sie hinaufkletterten, erinnerte sich Johannes, dass sein Vater ihm gesagt hatte, es wäre eine große Sünde, Vogelnester auszunehmen. »Michael«, sagte er, »weißt du auch, dass es eine Sünde ist, wenn wir das Nest plündern? Mein Vater hat mir gesagt, Gott beobachte jeden, der so etwas tut.«
»Blödsinn, du bist ein Feigling, du hast nur Angst, die Äste könnten brechen. Solch ein Quatsch, niemand sieht uns. Es ist weit und breit kein Mensch zu sehen. Los, komm und hilf mir!« Johannes ließ sich überreden, er kletterte weiter, obwohl sein Gewissen ihn mahnte. Endlich erreichten sie das Nest. Fünf schöne Eier lagen darin. Zwei bekam Johannes und drei behielt Michael. Nachdem sie die Eier in ihre Taschen verstaut hatten, zerstörten sie das Nest und warfen es herab.
Beim Zurückklettern rutschten sie auf einem morschen Ast, der plötzlich brach. Die Jungen stürzten beide kopfüber hinunter. Dort blieben sie eine Zeitlang bewusstlos liegen. Als die beiden erwachten, stellten sie fest, dass Michael sich den Fuß verstaucht hatte und Johannes den Arm gebrochen. Ja, liebe Kinder, so kann viel passieren, wenn man nicht gehorsam ist.
Unter großen Schmerzen schlichen die beiden nach Haus. Doch einer Sünde folgt meistens noch eine andere.
»Wenn mein Vater mich fragt, was ich an meinem Fuß habe, sage ich: ich sei ausgerutscht und habe mir ein wenig am Fuß wehgetan. Du sagst einfach, du seist hingefallen und hast den Arm dabei aufgeschlagen, hörst du!«
»Das werde ich nicht tun«, erwiderte Johannes. »Es ist schlimm genug, dass wir das Vogelnest geplündert haben. Ich will nicht noch lügen.«
Als Michael daheim war, fragte ihn der Vater, warum er so stark hinke.
»Ich bin ausgerutscht und in einen Graben gefallen, als ich mit Johannes im Wald spielte. Es ist nicht so schlimm, ich glaube, morgen wird der Schmerz schon vorüber sein.« Doch der Fuß schwoll kräftig an, und Michael konnte es vor Schmerzen kaum noch aushalten. Die Eltern holten den Arzt. Der besah sich den Schaden und meinte: »Es tut mir leid, dass sie mich nicht früher gerufen haben, der Fuß wird wohl nicht mehr zu heilen sein.« Als nach Wochen die Schwellung zurückgegangen war, stellte es sich heraus, dass Michael für immer am Stock gehen müsse, sein Fuß blieb kürzer als der andere.
Johannes erzählte daheim sofort, was sie im Wald getan hatten, wie sie auf den Baum geklettert seien, um das Vogelnest auszunehmen. Danach seien sie heruntergefallen. Der Arzt konnte seinen Arm sofort behandeln. Dadurch blieb kein Schaden zurück. Nach vielen Wochen war sein Arm mit Gottes Hilfe wieder heil.
Seht ihr, liebe Kinder, wenn man etwas Böses getan hat, ist es am besten, gleich die Wahrheit zu sagen, sonst macht man die Sache noch viel schlimmer. Deshalb lesen wir in der Bibel: »Wenn wir behaupten, ohne Schuld zu sein, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit kann nicht in uns wirken.
Wenn wir aber unsere Schuld eingestehen, dürfen wir uns darauf verlassen, dass Gott Wort hält: er wird uns dann unsere Verfehlungen vergeben und alle Schuld von uns nehmen, die wir auf uns geladen haben.«

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