Archive for November, 2008

Nov 29 2008

In einer westdeutschen Stadt…

Geschrieben von Christ under Freiheit

In einer westdeutschen Stadt…, ein christliches Anspiel zum Thema Freiheit für 5 Personen

Autor: In einer westdeutschen Stadt befand sich eine von bibelgläubigen Christen gegründete Gemeinde, deren Mitglied auch der 22-jährige Andreas Müller war. Er besuchte häufig die Andachten, sang im Gemeindechor mit und spendete seiner Meinung nach, viel in die Gemeindekasse. Die Jugend dieser Gemeinde wartete gerade auf den Jugendleiter, der gewöhnlich früher, heute aber knapp vor 7 Uhr in Begleitung von 2 Unbekannten kam. Nach dem Anfang standen der fremde junge Mann und ein noch jüngeres Mädchen – der Geste des Leiters folgend – auf, wodurch sie die Aufmerksamkeit der neugierigen Jugend auf sich lenkten.

Walter:
Wie ihr seht, liebe Geschwister, bin ich heute zum ersten Mal unter euch. Ich heiße Walter Schneider und bin 23 Jahre alt. Meine Schwester Monika ist 20. Wir sind mit den Eltern und jüngeren Geschwistern in die Berlinergasse 7 gezogen und hoffen, hier bald Gemeindemitglieder zu werden.

Autor:
Auf Fragen seitens der Jugend antwortete Walter und beteiligt sich dann auch mit Monika an der Bibelarbeit.
Andreas war der offene, aber auch freundliche Neue sympathisch erschienen; deshalb war er auch der erste, der ihn nach der Jugendstunde ansprach:

Andreas: Walter, du wirst sicher zu Hause noch zwei Stunden aufbleiben und die könntest du heute bei mir verbringen.

Walter: Danke für die Einladung, aber ich kenne noch gar nicht deinen Namen und muss außerdem meine Schwester nach Hause fahren.

Andreas: Also, ich heiße Andreas Müller, um deine Schwester brauchst du dir keine Gedanken zu machen, sie kann ja mitkommen.

Walter: Gut, ich frage sie gleich.

Autor: Monika musste unbedingt zu Hause um noch etwas Wichtiges zu erledigen. Er fuhr sie also erst nach Hause und informierte bei Gelegenheit die Eltern, bevor er sich zu Andreas begab, der ihm den Weg gut beschrieben hatte. Schon eine Viertelstunde später saß er in Andreas Zimmer und betrachtete den vor dem Fenster stehenden Profi – Synthetik sitze und die daneben hängende E – Gitarre.

Walter:
Andreas, du musst ein rechter Hobby – Musiker sein!

Andreas: Nein, ich hatte das alles gekauft, als ich mich noch dafür interessierte. Jetzt habe ich keine Lust mehr darauf zu spielen. Es dauert mir auch zu lange bis ich sie spielen kann. Außerdem habe ich viel zu wenig Zeit. Ich komme höchstens zweimal im Monat dazu, meine paar Akkorde an den ungestimmten Saiten zusammenzubasteln. Ansonsten erinnern mich die Sachen daran, dass ich wieder einmal unnötig Geld ausgegeben habe.

Walter: Du hast wenig Zeit? Liegt das an deinem Beruf? Was machst du eigentlich?

Andreas:
Ich bin Karosseriebauer. Der Beruf an sich raubt mir nicht so viel Zeit; aber er gibt mir die Möglichkeit, noch nebenbei etwas zu verdienen. Da ich aber Geld für solche Sachen wie Kleider und ähnliches brauche, nutze ich die Gelegenheit aus, mir nebenbei noch etwas zu verdienen. Da kommt man manchmal ganz schön in Stresssituationen.

Walter: Aber du verdienst doch auch Hauptberuflich sicher genug?

Andreas:
Das stimmt, aber ich gebe eine bestimmte Summe den Eltern. Und was ich behalte, reicht mir nicht immer aus.

Autor:
Auch Walter gab den größten Teil den Eltern für Miete und ähnliches ab. Als er dann aber erfuhr, dass Andreas mit fast der Hälfte seines Monatseinkommens nicht auskam, war er natürlich erstaunt.

Walter:
Aber Andreas, mir reichen 2/3 dieser Summe aus.

Andreas:
Was? Das kann wohl kaum sein. Und doch bist du ordentlich gekleidet. Weißt du, was ich für Klamotten ausgebe? Wenn man die Bodybuildingskosten und sonstige monatliche Ausgaben dazu addiert, macht es das aus, was ich von meinem Lohn für mich behalte. Dann muss ich noch nebenbei die Kosten für einen guten Urlaub bestreiten. Das alles braucht man doch!

Walter: Aber wozu gibst du eine so relativ hohe Summe aus?

Andreas:
Walter, tu doch nicht so, als hättest du davon keine Ahnung. Man muss schon jetzt gut aussehen und immer fit sein, wenn man einst gut verheiratet sein will. Außerdem will man ja auch nicht so rumlaufen wie ein Bettler, oder? Für mich selber akzeptiere ich nur Markenkleidung. Ach, was ich noch vergessen habe: Ich unterstütze ja auch die Gemeinde und spende in ein Missionswerk. Das macht auch etwas aus.

Walter: Ich bin da anderer Meinung, Andreas. Um glücklich verheiratet zu sein, sollte man zwar nicht den Eindruck verleihen; ungepflegt zu sein. Aber es reicht zum ordentlichen Aussehen, wenn man gepflegt ist. Du brauchst also weder kostspielige Kleidung noch sündhaft teures Parfum dazu. Außerdem ist ein Gebet um die richtige Partnerin viel wirksamer, als eigenes Bemühen. Was das Spenden. angeht, spende ruhig weiter, denn so sammelst du dir Schätze im Himmel wo weder Rost noch Motten sie fressen können.

Andreas: Du magst in bestimmtem Dingen recht haben. Ich bin jetzt aber nicht in der Verfassung, mit dir darüber zu diskutieren. Aber tu nicht so, als ab ein wahrer Christ nicht reich sein möchte.

Walter: Du hast recht, wenn du das Gegenteil behauptest. Jeder wahre Christ will reich an Früchten für das Reich Gottes sein. Und er ist es schon in Gott und seiner Liebe. Du meinst aber sicher irdischen Reichtum. Nun, es gibt Christen, die reich sind, ihr Vermögen aber Gott zur Verfügung stellen und selbst möglichst wenig davon genießen wollen; denn es steht in Matthäus 13… – gleich habe ich es -… hier 22. Es ist über den Samen auf der vierfachen Acker: „Das aber unter die Dornen fiel, das ist wenn jemand das Wort hört, und die Sorge dieser Welt und der Betrug des Reichtums ersticken das Wort und er bringt nicht Frucht.“ Der Reichtum ist aber nicht nur für die Frucht, wie Jesus hier sagt, sondern auch für die Seele schädlich. Das wissen wir aus dem Gleichnis von dem Reichen Jüngling.
Deshalb glaube ich, dass kaum ein wahrer Christ sich diesen Reichtum wünscht. Wenn er nämlich dies täte, um ihn Gott zu weihen, würde er sich indirekt eine Anfechtung oder Glaubensprüfung herbeiwünschen, obwohl man sowieso schon fast täglich geprüft wird, und oft nicht besteht.

Autor:
Solche Worte hatte Andreas von seinem Gast nicht erwartet. Ihm wurde nahezu in allem widersprochen. Und als Walter ihn dann einlud, übermorgen zu ihm zu kommen, willigte er zwar ein, doch in seinem Inneren wehrte sich alles dagegen. Es wurde ihm sogar recht unbehaglich, einerseits seinem Gast höflich zuzuhören und andererseits schon solch eine Abneigung ihm gegenüber zu haben. Als Walter dann nach Hause musste, begleitete Andreas ihn um nicht unfreundlich zu erscheinen zum Auto, wo Walter ihm noch etwas zu sagen hatte:

Walter:
Also, vergiss nicht, mich Freitags zu besuchen. Und zu unserem ersten Thema hätte ich noch etwas. Ich rate dir nicht, nebenberufliche Arbeit. Aber auch Bodybuilding nur dann, wenn es deiner Gesundheit dient. Solange du alles zum Leben hast, strebe nicht nach Geld, sondern wie du die Zeit auskaufen könntest. Machs gut! Gute Nacht!

Andreas: Gute Nacht.

Autor:
Während Walter losfuhr, glaubte Andreas einen Fehler gemacht zu haben, als er Walter einlud. Seiner Meinung nach, nahm dieser alles zu ernst und gönnte keinem anderen eine freie Meinung. Er hätte ja gleich ins Kloster gehen können, dann würde er unter denen, die Gott in der Freiheit dienen wollen, wenigstens keine entmutigenden Botschaften verbreiten, dachte Andreas.
Da ihm aber keine Ausrede einfiel, machte er sich dann doch Freitagabends auf den Weg, in der Hoffnung Monika anders kennen zu lernen. Bei Walter lernte er dann auch die ganze 7-köpfige Familie kennen. Während Monika den Tisch deckte, unterhielten sich die jungen Männer über die vergangene Singstunde, die auch von dem Neuen besucht worden war. Als alles fertig war, begaben sich alle zu Tisch. Nachdem das Tischgebet gesprochen war, wurde es wieder ganz still. Andreas wurde diese Stille unbehaglich und er suchte nach einem passenden Gesprächsstoff um die Stille zu brechen. Doch er wurde rechtzeitig dieser Aufgabe entledigt.

Monika: Habt ihr eigentlich auch ein Orchester in der Gemeinde?

Andreas:
Ja, zwar kein großes, aber wir haben trotzdem regelmäßig Montag um 7 Uhr Übstunde. Ich bin kein Mitglied, weil ich zu wenig Zeit dazu habe.

Autor: Monika hatte von Walter schon erfahren, wie es um Andreas freie Zeit stand und fragte deshalb nicht weiter. Dafür hatte aber Andreas eine Frage auf den Lippen:

Andreas: Ach, was ich euch fragen wollte: Es ist schon ziemlich sicher, dass ihr Gemeinde und Jugendmitglieder werdet. Wollt ihr da vielleicht am diesjährigen Urlaub mitmachen? Um genauer zu sein: es sind schon 3 verschiedene geplant.

Autor: Nun berichtete Andreas, dass die erste Freizeit offiziell von der Jugend organisiert worden war und in Österreich stattfinden sollte. Die zweite sei für Leute, die in einem Missionswerk aushelfen wollten. Und die dritte sei von Alexander und ihm organisiert worden und liefe privat. Das Ziel sei Spanien.

Monika: Wir haben noch gar nicht an Urlaub gedacht, aber ich würde mich ganz besonders für das Missionswerk interessieren.

Andreas: Oh, dann kennst du dich schlecht aus. Da fahren nur Schüler die viel Zeit haben und einige ältere scheinheilige mit. Die mit der ganzen Jugend fahren, sind auch so langweilige Typen. Dafür geht in Spanien was ab. Da hat uns keiner etwas zu sagen, und wir können machen was wir wollen. Es wird zwar teuer, aber wozu verdient man sich sein Geld? Meer, Sand und Sonne habe ich schon lange nicht mehr genossen. Das letzte Mal waren wir in so einem einsamen, von der Welt abgeschlossenen Gebirgsdorf. Ein glatter Reinfall auf eine Werbung.

Monika:
Andreas, findest du nicht, dass euer Plan ein wenig verantwortungslos aufgebaut ist? Du kannst es dir wohl gar nicht vorstellen, was auf so einer weiten Reise alles passieren kann, wenn man nicht jemanden mit hat, der für alles Tun und Lassen gerade steht. Ich sage es dir aus eigener Erfahrung. Als Walter noch unbekehrt und ich mit halbem Herzen für Gott da war, haben wir auch solche Reisen unternommen. Ich hoffte auf diesen Reisen endlich mal meine modischen Kleider anziehen zu dürfen, die in der Kirche zum Anstoß waren. Meine Haarspraydose habe ich sicher genau so oft und lang, wie eine Frisöse für ihre Kunden, benutzt. Es fragt sich, ob eine Theaterdame mehr Parfüm und Schminke benutzt, als ich damals auf einer Reise verbraucht hatte. Ich wollte auch etwas mit Jungs erleben, doch Gott hatte mich davor bewahrt, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Das alles ist mir jetzt zuwider, weil es mir zwar augenblickliche Freude, aber ein unglückliches Leben geben würde. Vor Autopannen, Krankheit, unabsichtliche Verwicklung in einen kriminellen Fall und unverantwortliche Freundschaften seid ihr, wie auch wir damals, nicht sicher. Wie gut war es für mich, als ich später eine solche Reise unter der Leitung unseres Jugendleiters unternahm. Ich wollte zwar auf dieser Reise das gleiche tun wie auf den vorigen; er aber hat mich durch sein ernstes Wort und die Bibel vor manchem Unrecht gegenüber meinem Heiland, der ja alles sah, zurückgehalten. Nach dieser Reise habe ich mich durch Gottes Hilfe geändert. Ich würde auch euch nicht raten, wegzufahren, ohne einen in der Bibel gegründeten und vertrauensvollen aber auch autoritären Bruder der euch betreuen könnte mitzunehmen.

Autor: Monika und Walter erzählten ihm noch manches Erlebnis aus ihrem Leben, das mit Motiven, die ihm sehr bekannt waren, weil es zum Teil seine eigenen waren, begann und böse endete. Doch er konnte ihnen nicht glauben, dass seine Einstellung gegenüber Gott falsch ist. Als er dieser Rede innerlich satt nach Hause wollte, wurde er von ihnen zum Auto begleitet. Die nächsten zwei Wochen versuchte er mit allen möglichen Mitteln, eine Begegnung mit den Geschwistern zu vermeiden. Umso mehr unterhielt er sich in dieser Zeit mit anderen Jugendlichen, die die Neuen auch schon kennengelernt hatten. Eines Tages trifft er seinen Freund Alexander.

Alexander:
Hallo Andy, wie geht’s?

Andreas: Hallo Alex. Na ja, leidlich. Ah, jetzt fällt mir wieder ein, was ich dich gestern schon fragen wollte. Wie gefallen dir eigentlich Walter und Monika?

Alexander:
Mit Walter habe ich mich noch nicht ganz bekannt gemacht. Nur vom Sehen, Hören, Grüßen weiß ich wie er ist. Nämlich genauso wie seine Schwester, die ich vorgestern kennengelernt habe. Du weißt ja, sie sind schon letzte Woche in die Gemeinde aufgenommen worden. Nun war sie am Montag schon auf der Orchesterprobe. Sie spielt Gitarre, Akkordeon und Flöte, was dich freilich nicht interessiert. Also, nach der Übstunde habe ich sie gefragt ob ich sie heimfahren soll, da sie keine Möglichkeit hatte nach Hause zu kommen. Sie willigte ein und so nahm ich sie mit. Ich legte gleich meine beste Kassette mit den englischen Liedern ein und fragte sie dann, wie sie ihr gefallen würden. Und weißt du, was sie mir geantwortet hat?

Monika: Alexander, nimm es mir nicht übel, aber diese Lieder reizen viel mehr den Körper, als dass sie die Seele erbauen. Vielleicht siehst du keine Gefahr in dieser Musik, aber ich bin schon den Weg gegangen, den alle jugendlichen gehen müssen, die sich erst für betonungsverschobene Rhythmen, dann für Rock ähnliche Schlagzeugbeteiligung und schließlich ganz für die Rockmusik interessieren. Ich hatte mich auch für diese Lieder interessiert, und bin dann sehr schnell den Weg abwärts gestiegen. Ich habe am Ende sogar christliche Rockmusik gehört, deren sogenannt christliche Konzerte zu einer Disco wurden. Wenn wir als Christen in dieser Musik Gott suchen, dann sind wir wahrscheinlich auf einem größeren Irrweg, als Anhänger von manchen Irrlehren.

Alexander:
Dann hat sie mir geraten, nie Lieder anzuhören deren Bedeutung ich wegen der Sprache nicht verstehe. Da man womöglich sogar an einer Gotteslästerung die man hört, beteiligt wäre. Sie versprach mir dann noch, einige Bücher die das Thema noch ausführlicher beschreiben sollten zu geben. Dann bedankte und verabschiedete sie sich. Also ich finde, irgendwie nehmen die alles viel zu eng.

Autor: Dieser Meinung war Andreas, wie schon erwähnt, auch. Doch diese zwei Wochen der Trennung, von den neuen waren schwere Wochen für ihn. Er brauchte Geld, denn seine Monatsration war wieder einmal ausgegangen. Er nahm also wieder Privataufträge an, was ihm die Meidung der Neuen erleichterte, denn er war jetzt seltener in der Kirche und fuhr eilig wieder fort, wenn er sich mal sehen ließ. Er kam selten vor Mitternacht nach Hause und da er Schlaf trotzdem brauchte, verzichtete er aufs Bibel lesen, Stille Zeit und auf alles, was ihm, wenn er nur hauptberuflich arbeitete, angeblich viel Zeit wegnahm. So kam er in Stress, dass er des Öfteren an Walters Worte denken musste. Vielleicht hatte er ja recht, wenn er sagte, dass es keinen Sinn hätte, soviel Geld für Vergnügen und Kleidung auszugeben. Andererseits war er ja bekannt, als einer der immer die besten und teuersten Klamotten hatte: also einer, der immer die besten Mittel für ein Unternehmen stellte und als einer der das schönste, teuerste und am besten ausgestattete Auto hatte. Das erfüllte ihn mit Stolz. Und sollte er nun auf dies alles verzichten? Nur um etwas mehr Zeit für die Bibel zu haben. Nein, er war ja sowieso einer der keinen Bibelvers auswendig lernen konnte, und nach 5 Minuten vergaß, was er soeben gelesen hatte. Nein, er lebte nicht davon. Natürlich hatte er keinen Grund auf alles zu achten. Er brauchte ja keine Buße mehr zu tun – und Heiligung sei sowieso etwas für die Alten. Aber eine Predigt die ihn anging, konnte er nach Monaten später nacherzählen. Zum Beispiel interessierte ihn, was Gott von denen hält, die häufig spenden oder im Kirchenchor singen. Das war so sein Gedankengang, als er plötzlich gestört wurde. Ein Streifenwagen hatte seinen BMW soeben überholt und gehupt. Er hatte wieder einmal die Geschwindigkeit überschritten. Normalerweise waren es immer riskante überhol Manöver mit seinem PS-starken Wagen, die die Aufmerksamkeit der Ordnungshüter schon oft auf ihn gelenkt hatte. Heute war er einfach aus Gewohnheit den Verkehrsschildern nicht gefolgt und war so in Gedanken versunken, dass er den folgenden Polizeiwagen erst jetzt bemerkte.
Den darauffolgenden Samstag veranstaltete die Jugend einen Ausflug zu einem nahegelegenen Grillplatz. Auch der gestresste Karosseriebauer nahm teil. Nach einigen Stunden fröhlichen Spieles waren alle damit beschäftigt, das Grillen zu beschleunigen und bald schon durfte die Jugend nach einem Gebet für die Speise zu den Würstchen langen. Monika, Walter und Andreas setzten sich zusammen an einen Tisch, denn Andreas wollte sie nach der Trennung wieder sprechen. Es war nicht seine Absicht, ihnen vorzugaukeln, er hätte nichts gegen sie. Nein, er suchte ein ernstes Gespräch welches er eigens einleitete:

Andreas: Walter, ich habe über eure Worte nachgedacht. Ich gebe zu, dass mein Leben nach biblischem Sinn nicht ganz in Ordnung ist. Meine Wünsche sind so zeitlich und gerade ich muss auch viel Geld für sie ausgeben. Ich habe von allem vielleicht das beste in der ganzen Jugend, und doch macht es mich um so leerer im Innern wenn ich nachdenke, dass ich für mein Auto, meine Kleider und manches mehr, soviel gearbeitet und manche Andacht versäumt habe obwohl mich keine Schulden dazu zwangen. Ihr könnt es euch gar nicht vorstellen, welchen Stress ich in den letzten zwei Wochen hatte, weil ich wieder mal nebenbei verdiente. Und was konnte ich mit dem Geld anfangen, das ich unter Aufopferung der Andachten und der Stillen Zeit verdient habe? Eine Geldbuße wegen verkehrswidrigem benehmen, einige überflüssige Kleider, die meinen Kleiderschrank sowieso schon wölben und ich konnte noch etwas für den Urlaub zurücklegen. Meine Seele ist manchmal davon umso leerer, wenn ich mal darüber nachdenke. Aber andererseits, was würdet ihr mir vorschlagen? Soll ich etwa in Zukunft Mönch werden und durch die Straßen mit einer großen Bibel in der Hand und einem frommen Kopf laufen? Es bringt doch auch nichts, eine Gesetzeslast auf sich zu laden die ganz der Natur widerstrebt. Dann fühle ich mich sicher auch nicht besser als bisher.

Monika: Andreas, ich glaube dir fehlt die Liebe, 1.Joh. 5,3. Du musst das „halten von Gottes Geboten“ falsch verstanden haben. Es gibt zwar Menschen die die Gebote befolgen, obwohl es eine Last für sie ist. Doch sie sind geübt darin. Aber für uns gilt etwas anderes: 1.Joh. 4,9 + 10. Die Dankbarkeit für sein Erlösungswerk am Kreuz auf Golgatha gibt uns die Liebe zu Jesus und dem Vater, so dass wir gern bereit sind auf alles zu verzichten, was der Seele schadet. Wer dazu nicht fähig ist, dem fehlt die Liebe, die doch die größte Gabe ist, damit wir in Christus bleiben, 1.Joh. 4,16. Wenn du das Gesetz auf dich nimmst, um dir den Himmel und ein gutes Gewissen zu verdienen, fällt es dir zur Last. Aber aus Liebe zum Erlöser findest du Freude an einem Leben das zwar nicht auf Rosen gebettet ist, aber dich doch viel glücklicher macht.

Autor: So sprachen sie noch einige Zeit miteinander bis Andreas den Wunsch äußerte, in der Stille mit ihnen zu beten. Nach diesem Gebet änderte sich vieles in Andreas Leben. Es machte ihm keinen Spaß mehr, von allem das teuerste und beste zu haben um aufzufallen. Auch den Urlaub schrieb er ab, weil er die Gefahren jetzt auch erkannte, denen sich die gemeldeten drei jungen Männer und zwei Mädchen aus der Jugend aussetzen würden, wenn sie auf eigene Faust einen längeren Aufenthalt alleine in einem fremden Land wagen würden. Auch an Bodybuilding hatte er kein Interesse mehr, da er kerngesund war und diese Sportart ihm früher viel Zeit geraubt hatte. Und da er jetzt Haupt- oder nebenberuflich mehr verdiente als er dringend brauchte, weihte er den Überschuss aus Dankbarkeit seinem Erlöser, den er neu lieb gewonnen hatte. Er sah jetzt auch ganz allgemein ein, dass seine Wünsche, sein Denken und sein Handeln nicht mit dem seines Herrn übereingestimmt hatten. Also begann er ein neues glückliches Leben indem er jetzt für den Herrn da war und nicht für sich und seine Wünsche.

Lieber Zuhörer, diese Geschichte soll uns nicht dazu führen, unsere Autos, Kleider und unseren auch manchmal erholungsbedürftigen Körper verkommen zu lassen. Aber sie will uns auffordern diese Wünsche ganz und gar Nebensache sein zu lassen und unsere wichtigen und wichtigsten Wünsche, denen des Herrn zu unterstellen. Lasst uns wie es in Matthäus 6,33 steht, zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit trachten, so wird uns auch alles andre zufallen.

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Nov 29 2008

Gute Eisbahn

Geschrieben von Christ under Weihnachten

Gute Eisbahn, ein christliches Anspiel zu Weihnachten und zum Thema Gehorsam für 6 Personen

Sprecher: Es war ein herrlicher Wintertag. Blitzblank funkelte die Eisbahn im Sonnenschein und lud Jungen und Mädchen zum Schlittschuhlaufen ein. Wie gut, dass heute Samstag war und ein schulfreier Nachmittag!
Unter den eifrigsten, die gleich nach dem Essen auf dem Eis erschienen, waren auch Otto Schmidt und sein jüngerer Freund Paul Maler. Otto hatte heute wieder mal einen besonderen Plan ausgeheckt, in den er nun seinen Freund einweihte.

Otto: Weißt du, Paul, so schön wie heut bekommen wir es nicht wieder. Das muss ausgenutzt werden. Was meinst du dazu, wenn wir einen richtigen Ausflug machen? Im Sommer bin ich mal mit meinem großen Bruder im Kahn bis nach Bublitz gerudert, fein war das! Da sind wir in einem gemütlichen Gasthof eingekehrt und haben frisches Landbrot mit Hartkäse gegessen, das hat geschmeckt, sag ich dir! Wie wär’s wenn wir heute auf unseren Schlittschuhen hinliefen? Ich hab extra ein paar Groschen mitgebracht. Und so weit ist es auch nicht. Ungefähr zwei Stunden hin, eine Stunde Pause, und zwei Stunden zurück – dann sind wir gegen sieben wieder hier! Komm, das machen wir!

Sprecher: Paul überlegte. So sehr ihn der Vorschlag auch lockte, so widerstrebte es ihm doch, ohne die Zustimmung seiner Mutter einen solchen Ausflug zu unternehmen. Seine Mutter war Witwe und er war ihr einziges Kind.

Paul: Meine Mutter will aber, dass ich rechtzeitig zu Hause bin. Sie mag es nicht, wenn ich im Dunklen draußen bin. Sowieso – ich darf auf dem Eis nur soweit laufen, dass ich das Dorf noch sehen kann!

Otto: Ach, kleiner, meinst du denn, ich dürfte soweit laufen? Wir fragen erst gar nicht, dann verbietet es uns auch keiner. Einmal ist keinmal!

Sprecher: Paul zögerte immer noch.

Paul: Meine Mutter legt aber sehr viel Wert darauf, dass ich meine Schulaufgaben am Samstag mache! Damit der Sonntag für andere Dinge zur Verfügung steht.

Sprecher: Und doch – die Versuchung war zu groß, und schon liefen sie los über die blanke Fläche.
Die erste Stunde verging wie im Flug, die zweite wurde ihnen schon länger, und sie begannen sich nach dem Ziel, und damit nach Rast, Ausruhen und einer guten Mahlzeit, zu sehnen.

Paul: Wir sehen das Dorf ja immer noch nicht!

Otto: Wie kommt das nur? Damals bei der Kahnfahrt kam es mir doch auch nicht so lange vor!

Sprecher: Und nun – wieder eine halbe und eine ganze Stunde verging.

Otto: Bublitz ist ja immer noch nicht zu sehen!

Paul: Ich werde langsam müde und die Dunkelheit bricht auch schon herein.

Sprecher: Der Aufenthalt auf dem Eis wurde von Minute zu Minute unangenehmer. Paul begann zu weinen und auch Otto, so sehr er sich auch dagegen wehrte, bekam es langsam mit der Angst zu tun.

Otto: Was sollen wir machen? Umkehren und den Weg zurück laufen?

Paul: Nein, es ist doch schon viel zu dunkel und außerdem sind wir schon viel zu müde.

Otto: Also vorwärts, Bublitz muss doch bald in Sicht kommen.

Sprecher: Aber schlimm blieb die Sache auch dann. Kein Gedanke daran, heute noch nach Hause zu kommen – sie hofften, dass sie noch eine Unterkunft im Dorf finden würden.

Otto: Wie werden sich die Eltern wohl ängstigen?

Paul: (ganz verweint und jämmerlich) Endlich, endlich…!

Sprecher: Blinkten in der Nähe des Ufers nicht Lichter auf?

Otto: Endlich!!!

Sprecher: Mühsam schnallten die beiden mit ihren vor Kälte starren Fingern die Schlittschuhe von den schmerzenden Füßen und humpelten ins Dorf.

Otto: Da ist ja eine Gaststätte! (klopfen)

Wirt: (kritische Blicke auf die Jungen) Wo kommt ihr denn her? Seid ihr von daheim fortgelaufen?

Sprecher: Auf Ottos kleinlaute Erklärung hin nickte der Wirt ein paar Mal und sagte dann:

Wirt: So geht’s, wenn man auf eigenen Füßen stehen will und eine Rücksprache mit den Eltern nicht mehr nötig zu haben glaubt. – Nach Bublitz habt ihr gewollt?
Da hättet ihr dem Fluss auf der anderen Seite folgen müssen. Dies hier ist Friedrichshagen. Das ist mehr als doppelt so weit! Ihr könnt froh sein, dass die Sache noch so abgelaufen ist. Und nun wollt ihr hier übernachten? Habt ihr denn Geld dafür?

Sprecher: Zaghaft zog Otto die vier Groschen aus der Tasche und hielt sie dem Wirt hin – ob das wohl reichte? Der Wirt schüttelte den Kopf.

Wirt: Das reicht bei Weitem nicht, denn ich wette, ihr habt bestimmt großen Hunger und Durst, und morgen werdet ihr euch auch nicht mit leerem Magen auf den Weg machen wollen – wenn ihr überhaupt im Stande dazu sein werdet.

Sprecher: Die Jungen ließen die Köpfe hängen. Auch Otto, der sonst nicht so leicht in Verlegenheit geriet, hatte alle Zuversicht allen und Mut verloren.

Wirt: Nun. (Pause) Auf einen Schlafplatz und einen Schluck Milch mit Brot soll’s mir nicht ankommen. Aber ich hoffe, ein zweites Mal macht ihr solch einen Streich nicht wieder!

Sprecher: Er setzte ihnen warme Milch, Brot und Käse vor – ach, wie anders hatten sie sich dieses „Päuschen“ ausgemalt! Als sie gegessen hatten, machte der Wirt ihnen in der Scheune neben dem Gasthof ein warmes Strohlager zurecht und gab ihnen ein paar dicke Decken.
Otto und Paul sanken vor Erschöpfung bald in tiefen Schlaf.

Sprecher: Am nächsten Morgen weckte der Wirt die beiden.

Wirt: Nun, wie ist’s? Ich habe meinen Wagen angespannt und will euch nach Hause fahren. Auf Schlittschuhen kämet ihr heute nicht mehr hin. Um eurer Eltern willen tu ich’s. Ich habe selbst Kinder und weiß, wie das ist, wenn man sich Sorgen macht um solche Taugenichtse!

Sprecher: Ach ja, die Eltern! Das Herz wurde den beiden Jungen schwer bei den Gedanken an das bevorstehende Wiedersehen. Und doch mussten sie dem freundlichen Wirt dankbar sein, dass er sie so schnell wie möglich nach Hause befördern wollte.

Wirt: Da, die ersten Häuser aus eurem Dorf!

Paul: Da, unser Haus.

Sprecher: Ein Nachbar hatte sie gesehen und sagte es den Eltern.

Otto: Sie haben uns wahrscheinlich im ganzen Dorf gesucht und die ganze Nacht vergeblich gerufen!

Sprecher: Sie schämten sich maßlos.
Auch Pauls Mutter hatte die Heimkehrenden bemerkt. Eilig stürzte sie hinaus, nahm den vom Wagen springenden Paul in die Arme und drückte ihn wieder und wieder ans Herz.

Mutter: Mein Junge, mein Kind, hab ich dich wieder! Wie konntest du mir solchen Kummer machen!

Sprecher: Der Wirt, der sich verstohlen die Augen wischte, wendete und fuhr davon, während Otto, der gleichzeitig mit Paul abgestiegen war, bedrückt und beklommen nach Hause ging. Zögernd öffnete er die Zimmertür und sah den Vater mit einem übernächtigten, bleichen Gesicht am Schreibtisch sitzen. Die trüben, traurigen Blicke straften ihn härter als die größte Strafe. Was konnte er vorbringen, sich zu entschuldigen, sie zu versöhnen?

Otto: Vater, – ich hab das nicht gewollt. Nie hätte ich euch absichtlich Angst und Sorge gemacht! Wir wollten ja nur nach Bublitz, wollten am selben Tage noch zurückkommen. Es war eine Riesendummheit von uns, dass wir nicht umgedreht haben und in die andere Richtung gelaufen sind. Wir haben soviel Angst ausgestanden! – Ach, bitte, vergebt mir!

Vater: Leichtsinn führt immer in die falsche Richtung, Otto, und diesmal hat es dich hart getroffen. Ich hoffe, dass diese Lehre dir für die Zukunft zur Warnung dient. – Deine Schlittschuhe bleiben die nächsten acht Tage auf ihrem Regal.

Sprecher: Otto schluckte an seinen Tränen. Eine ganze Woche nicht aufs Eis! Vielleicht taute es dann schon bald, und er konnte überhaupt nicht mehr Schlittschuhlaufen! Aber es geschah ihm, das fühlte er, nur Recht.
Mit nassen Augen reichte er die Schlittschuhe dem Vater hin.

Otto: Nimm sie, Vater – nur sei wieder gut!

Sprecher: Dann ging Otto in sein Zimmer. Vor seinem Bett kniete er nieder und bekannte auch Jesus seinen Ungehorsam. Es war ihm voll bewusst, dass er sich nicht nur seinen Eltern gegenüber unrecht verhalten, sondern dass er auch Gottes Wort missachtet hatte und die Vergebung durch den Herrn Jesus brauchte. Er kannte den Bibelvers:

Otto: Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern in allem, denn dies ist wohlgefällig vor dem Herrn.

Sprecher: Gab es Menschen in der Welt, die es besser mit ihm meinten, als seine Eltern? Und lag nicht ein besonderer Segen darin, ihnen zu vertrauen und ihnen unnötigen Kummer zu ersparen? Er wusste, so wollte es auch der Heiland. Von ganzem Herzen demütigte er sich vor ihm. Als er von seinen Knien aufstand, konnte er sich wieder freuen.
Die Erinnerung an diesen Wintertag hat Otto später vor manchen unbedachten Streichen zurückgehalten.

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Nov 29 2008

Das Weihnachtsgeschäft

Geschrieben von Christ under Advent, Weihnachten

Das Weihnachtsgeschäft, ein christliches Anspiel zu Weihnachten oder Advent für 8 Personen

Sprecher 1: Die kleine Stadt war ganz in Weiß gehüllt und wirkte wie ein Märchendorf. Das brachte die Leute richtig in Stimmung. Mütter eilten noch einmal über den Weihnachtsmarkt und gingen bepackt wieder nach Hause. Einige Männer schleppten Weihnachtsbäume und sahen aus wie der Nikolaus. Die Kinder hatten ihren Spaß am Schnee, sie waren an diesem herrlichen Tag am Rodelberg anzutreffen. Nur in der Amselstraße sah man an diesem Tag am Fenster der Erdgeschosswohnung eine plattgedrückte Nasenspitze. Dani Dopsa war wohl der einzige Junge, der sich nicht im Schnee tummelte. Er saß am Fenster, schaute hinunter auf die Straße und beobachtete die Leute. Er kannte alle Einwohner der Amselstraße. Es war keine große Straße. An anderen Tagen hatte er den Vorübergehenden zugewunken oder einen Gruß aus dem Fenster gerufen. Heute hatte er keine Lust.
Dani ärgerte sich über die Leute. Wenn er in ihre frohen Gesichter sah, wenn er die Weihnachtsbäume anschaute, welche die Väter für ihre Familien nach Hause schleppten, wurde er ärgerlich und neidisch. Als dann eine Schar Kinder mit ihren Schlitten an seinem Fenster vorbeizog, da war es aus mit seiner Fassung. Eine dicke Träne des Ärgers und auch des Selbstmitleids rann über sein Gesicht.

Dani: Warum ist bei mir alles so anders? Warum kann ich nicht mit ihnen spielen?

Sprecher 1: Dieses „Warum?“ hatte ihn schon oft beschäftigt, aber Grübeleien nutzten nichts. Dani war gelähmt und er wusste, dass kein Arzt ihm helfen konnte. Er wusste, dass er niemals seine Beine würde gebrauchen können.
Früher, noch vor einem Jahr, war das nicht ganz so schlimm für ihn. Da wohnte Vati noch bei ihm. Er hatte immer lustige Späße auf Lager und spielte am Abend „Mensch ärgere dich nicht“ und „Elfer raus“ mit ihm. Dabei hatte Vati meist verloren. Und in der Adventszeit, da sägten sie miteinander Figuren aus und malten sie an.
Aber nun waren seine Eltern geschieden. Er sah den Vater nur einmal im Monat, und da war dann alles anders als früher, als sie noch eine Familie waren.

Dani: (sitzt und überlegt) (Seufzer) Ach, es ist wirklich schrecklich. Die anderen Kinder können jetzt draußen rumtoben, und ich… Und dazu auch noch die Sache mit Mama und Papa, einfach schlimm! Ich sitze hier den ganzen Tag nur herum und tue gar nichts… (Pause) Jaaa, genau! Jetzt weiß ich was mir fehlt. Ich brauche einen Freund – das ist es!

Sprecher 2: Ja, da hat Dani doch wirklich eine tolle Idee bekommen, einen Freund wollte er haben. Aber wie sollte er das anstellen? Bis jetzt hatte er doch keine Freunde. Und er konnte sich doch keinen einfach so mal zu Weihnachten wünschen! Doch auch für dieses Problem fand er eine Lösung.

Dani: Genau, so mach ich es. Ich werde aus meinem Goldpapier kleine Sterne ausschneiden, und auf die weiße Rückseite etwas draufschreiben. Und dann werfe ich die Sterne aus dem Fenster, wenn ich Kinder unter meinem Fenster bemerke.

Sprecher 2: Gedacht – getan. Schnell gab er seinem Rollstuhl einen Schubs und lenkte ihn zu seinem Schreibtisch. Nach einigem Kramen zog er ein Stück Goldpapier aus seinem Fach. Daraus schnitt er zwanzig kleine Sterne. Auf die weiße Rückseite schrieb er dann: „Ich suche einen Freund! Wer will mit mir spielen und basteln? Dani Dopsa, Amselstraße 1.“ Ob das eine gute Idee war?
Dann richtete er sich entschlossen in seinem Rollstuhl auf und steuerte zurück zu seinem Fensterplatz. Jedesmal, wenn er Kinderstimmen hörte, warf er einige Sterne aus dem Fenster. Er sah auch, wie sich Kinder bückten und seine Sterne aufhoben. Ein Junge winkte zu ihm herauf. Ein anderer aber zerknüllte den Stern und warf ihn in den Schnee. Dani war es, als würden sie ihn selbst in den Schnee werfen. Keiner wollte Freundschaft mit ihm haben. Wieder stieg Hass in seinem Herzen auf. Alle freuten sich auf Weihnachten, alle schmiedeten Pläne. Nur er saß traurig da.

Dani: (sitzt zunächst niedergeschlagen, schreckt dann plötzlich auf) War da nicht eben etwas? Ach ja, die Klingel. Ist es Mutti? Ach nein, kann nicht sein; sie kommt erst nach sechs Uhr!

Sprecher 2: Mit zittriger Hand nahm er den Hörer der Sprechanlage. Würde sich gleich sein neuer Freund anmelden? Bevor Dani sich zu erkennen geben konnte, hörte er eine fröhlich Stimme aus dem Hörer.

Stefan: Ist dort Dani Dopser? Hier spricht Stefan Köhler. Mach bitte auf, ich will mit dir basteln.

Sprecher 2: Kaum hatte Dani den Knopf gedrückt, da stand Stefan mit einem Koffer schon vor ihm.

Stefan: (begeistert) Dani, ich habe eine Idee! Wir beide starten eine Weihnachtsaktion.

Dani: (erstaunt) Eine Weihnachtsaktion?

Stefan: Ja, genau. In unserer Straße gibt es so viele Leute, die einsam und traurig sind, denen machen wir eine Weihnachtsfreude.

Sprecher 2: Der gelähmte Junge schaute erstaunt auf. Er hatte noch nie daran gedacht, dass außer ihm noch jemand traurig sein könnte.

Dani: (skeptisch) Und an wen denkst du?

Stefan: (ohne zu zögern) Genau gegenüber von dir wohnt Monika, sie hat den Fuß gebrochen. In Haus Nr. 5 wohnt Oma Lüdke, die bekommt fast nie Besuch; sie ist sehr einsam. In Nr. 7 ist eine Familie neu zugezogen, die fühlen sich bestimmt noch fremd…

Sprecher 3: Stefan sprudelte richtig über. Dann fertigten sie beide eine Liste an. Zehn Leute wollten sie überraschen. Weihnachtssterne, Tannenzweige, einen Goldengel und eine Karte mit einem Vers sollten die Leute bekommen. Als der Plan fertig war schaute Dani seinen Freund fragend an.

Dani: Stefan, wie bist du auf diese Idee gekommen?

Stefan: Weil ich selber traurig und einsam war. Ich wohne noch nicht lange hier. Meine Eltern sind auch geschieden. Weil meine Mama arbeiten geht, bin ich viel alleine. Ich tat mir immer Leid und dachte, ich wäre der ärmste Junge auf der Welt.

Dani: (reißt vor Erstaunen den Mund auf während Stefan redet, dann leise) Dem geht es ja genau wie mir! Und ich dachte, ich wäre der Einzige…

Stefan: Eines Tages las ich in meiner Bibel, dass Jesus in die Welt gekommen ist, um unser Freund zu sein. Ich bat ihn, dass er mir die Sünden vergibt und mich seien Liebe spüren lässt. Es ist in meiner Familie alles beim Alten geblieben – Vati kam nicht zurück, Mutter musste weiterhin arbeiten – aber Jesus gab mir Freude, als ich traurig war. Er hat mich auch daran erinnert, dass es noch mehr einsame Menschen gibt, die er froh machen will.

Sprecher 3: Dani wurde plötzlich still. Er hätte nie gedacht, dass dieser Stefan an Jesus glaubte. Er sehnte sich danach, Jesus ebenso als Freund kennen zu lernen. Als er wieder aufschaute, hielt Stefan ihm eine kleine Bibel unter die Nase. Er hatte die Weihnachtsgeschichte aufgeschlagen. Dani las die Geschichte, die er schon so oft gehört hatte. Aber diesmal war es anders. Es war, als würde während des Lesens Jesus mit ihm reden.

Stimme: „Dani, auch für dich kam ich zur Welt, auch für dich bin ich dann gestorben und für dich bin ich auch auferstanden. Ich verstehe dich, weil ich auch einmal einsam war.“

Sprecher 3: In Danis Herz zog Freude ein und er nahm sich vor, in der Adventszeit nicht an seine Sorgen zu denken, sondern an andere, die auch einsam waren. Sein zweiter Vorsatz war, in der Bibel mehr über Jesus zu lesen, weil er allein ihn froh machen konnte.

Sprecher 4:
Aus Oma Lüdkes Küchenfenster zogen verheißungsvolle Düfte. Die alte Frau wirtschaftete mit hochroten Wangen in ihrer Küche. Ab und zu blieb sie stehen und warf einen Blick aus dem Fenster, dann ging ein verschmitztes Lächeln über ihr faltiges Gesicht. Sie musste an den Vorabend denken.
(Pause)
Es hatte plötzlich Sturm geläutet. Als sie zur Tür kam…

Oma: Wer ist da? Ist denn niemand da? Seltsam. Nanu, was glitzert denn da im Licht der Lampe? O, ein kleiner Goldengel auf einem Tannenzweig mit vielen goldenen Sternen um sich herum! Wie niedlich!

Sprecher 4: Ja, so entdeckte Oma Lüdke die Weihnachtsüberraschung der beiden Freunde. Tränen traten ihr vor lauter Freude in die Augen. Es hatte jemand an sie gedacht, an sie, die alte, einsame Oma. Als sie dann im Lehnstuhl saß und die Karte las, musste sie an ihre Kindheit denken.

Oma: Ich habe vergessen, dass Jesus der Grund meiner Weihnachtsfreude ist. Ich habe nicht mehr daran gedacht, dass er auch für mich, eine alte, einsame Frau, in diese Welt gekommen ist.

Sprecher 4: Plötzlich zog eine große Freude in ihr Herz. Sie faltete die Hände und dankte dem Herrn Jesus, dass er auch für sie gekommen war.
Dann hatte sie eine Idee. Mit großen, zittrigen Buchstaben schrieb sie ein Plakat und heftete es an ihren Gartenzaun. Die Vorübergehenden schauten es staunend an. Einige schüttelten den Kopf, andere sagten: „Ich glaube, Oma Lüdke wird wunderlich.“ Die Leute konnten den Satz nicht verstehen. Nur einer, ein hochgewachsener Junge, schaute drauf und wusste Bescheid. Es war Stefan Köhler. Auf dem Plakat stand nämlich: „Ich suche meinen Weihnachtswichtel.“
Stefan, der ja selbst der Weihnachtswichtel war, ließ Oma Lüdke lange warten. Er musste zuerst Dani Dopsa Bescheid sagen, und dann wollte er warten, bis es schon etwas dunkel geworden war. Die Sache musste vorsichtig angepackt werden, er durfte von niemandem in der Amselstraße als Weihnachtswichtel erkannt werden.
Oma Lüdke schaute den ganzen Tag aus dem Fenster. Sie wollte schon die Hoffnung aufgeben. Endlich, kurz vor 6 Uhr, klingelte es.

Stefan: (lächelnd) Hallo, ich bin Ihr Weihnachtswichtel, aber nicht ich alleine, Dani Dopsa gehört auch dazu. Bei dem Glatteis konnte er aber nicht mitkommen.

Oma: Macht nichts, Stefan. Aber komm nur herein. Du kannst es dir nicht vorstellen, wie froh ich über euer Geschenk bin! Wie lieb von euch, dass ihr an so eine einsame, alte Frau denkt.

Stefan: Ja, wir haben uns vorgenommen, in der Adventszeit in diesem Jahr möglichst vielen Leuten eine Freude zu machen.

Oma: Das ist aber fein!

Stefan: Mh, das riecht aber lecker! Da läuft einem ja das Wasser im Mund zusammen.

Oma: Findest du wirklich? Hier, die sind für euch.

Sprecher 4: Mit diesen Worten stellte Oma Lüdke drei große Dosen, gefüllt mit goldgelben, köstlich duftenden Weihnachtssternen vor ihn auf den Tisch. Über das alte Gesicht ging dabei ein Strahlen, und bevor Stefan etwas fragen konnte, erklärte die Frau ihr Handeln.

Oma: Ich will in euren Wichtelclub eintreten. Nimm die Sterne mit und verschenkt sie weiter. Wenn ihr noch etwas braucht oder ich irgendwie helfen kann, dann gib mir bitte Bescheid.

Sprecher 4: Mit schnellen Schritten eilte Stefan zu Dani, jetzt gab es viel Arbeit. Sie mussten ihre Liste erweitern, neue Karten schreiben; ihr Weihnachtsgeschäft lief auf Hochtouren.

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Nov 29 2008

Das Weihnachtsspiel mit einer Botschaft

Geschrieben von Christ under Weihnachten

Das Weihnachtsspiel mit einer Botschaft, ein christliches Anspiel zu Weihnachten für 9 Personen

Autor: Auch dieses Jahr wurde es soweit. Bald war Weihnachten. In der kleinen Gemeinde liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Es musste ein Krippenspiel mit den Kindern organisiert werden. Nach der Mitarbeiterbesprechung kam Vera nach Hause und sprach mit ihrem Mann Lucas.

Vera: Lucas, wir haben mit Onkel Jan und den anderen Mitarbeitern beschlossen, dass du dieses Jahr das Krippenspiel mit den Kindern einübst.

Lucas: Aber Vera, ich habe noch nie mit den Kindern gearbeitet, ich kann das nicht und außerdem hab ich wirklich nicht so viel Zeit, das weißt du doch.

Vera: Natürlich, ich weiß dass du sehr beschäftigt bist, das hab ich den anderen auch erklärt. Doch das kommt sicher daher, weil du so viele Talente hast. Du bist eben künstlerisch begabt. Und zudem, wer, wenn nicht du, sollte es sonst machen, du bist doch vom Fach, du bist Regisseur!

Lucas: Also gut… Aber wenn ich es mache, dann habe ich meine Bedingungen. Es muss viel besser werden, als in den letzten Jahren. Wir müssen es so anpacken, dass es perfekt aussieht.

Vera: Ja, sicher, sonst hätten wir dich ja nicht gefragt.

Lucas: Ich will eine gute Beleuchtung und vor allem eine gute Toninstallation, damit man auch ganz hinten im Saal versteht, was auf der Bühne gesprochen wird. Zudem müssen die Kostüme stimmen. Ich will keine Verkleidungsstücke mit alten Leintüchern. Ich will ein Weihnachtsspiel mit einer Botschaft!

Vera: Das ist genau das, was wir auch möchten. Ein Weihnachtsspiel mit einer Botschaft!

Autor: So war es geschehen, dass er, Lucas Weiß, Regisseur von einem Kinderweihnachtsspiel wurde. Bei der ersten Besprechung zählte er gleich auf, was ihm alles wichtig war. Sie mussten damit rechnen, dass er alles ganz perfekt machen wollte. Er wiederholte, dass das wichtigste die Botschaft des Spiels sei. Alle waren damit einverstanden. Lucas wurde immer begeisterter. Vor allem, als er merkte, dass er ein paar ganz brauchbare Leute dabei hatte. z.B. Arnie, er war ein richtiger Tonfanatiker. Er kannte all die Tricks und Kniffe, dass man wirklich jedes Stimmchen im Saal hören würde. Er besorgte Lautsprecher und Mikrophone. Eine Sorge weniger für Lucas. Lucas wollte auch, dass die Kleidung der Kinder möglichst naturgetreu nachgemacht wurde. Eine riesige Arbeit, doch es würde sich bestimmt lohnen. Alle waren von Lucas’ Ideen begeistert. Alle, außer Onkel Jan, einem älteren Mann. Lucas fragte ihn.

Lucas: Onkel Jan, du sagst ja gar nichts. Findest du meine Vorschläge nicht gut?

Jan: Gut finde ich die eigentlich schon. Aber wir dürfen die Kinder nicht vergessen; die müssen es schließlich vorführen.

Autor: Ja, die Kinder! Als Lucas mit ihnen anfing zu proben, verlor er beinahe den Mut. 40 Jungen und Mädchen, die solch einen Lärm veranstalteten, dass man meinte, eine Revolution wäre ausgebrochen. Glücklicherweise war Onkel Jan da. Er studierte Lieder mit den Kindern ein und begleitete sie auf dem Klavier. Auf ihn hörten die Kinder, es gelang ihm ohne Mühe, die Schar zur Ruhe zu bringen. Nach einiger Zeit, mit viel Mühe, hatte Lucas die Rollen verteilt. Alle jene, die er nirgends unterbrachte, durften im Engelchor mitsingen. Doch ein Junge, der kleine Rene, sang so falsch, dass ihn Lucas zum Hirten ernennen musste. Lucas Begeisterung steckte schon bald die Kinder an. Es lag ihm viel daran, dass sie begriffen, was er von ihnen erwartete und was die Bedeutung des Spiels war. Oft wiederholte er:

Lucas: Kinder, ich möchte, dass ihr eins begreift: ich will ein Weihnachtsspiel mit einer Botschaft! Wisst ihr, was ich meine? Ich will, dass ihr so singt und spielt, dass die Zuschauer verstehen, warum Herr Jesus in diese Welt gekommen ist.

Autor: Lucas bekam immer mehr Spaß beim Proben mit den Kindern. Nur ein Kind bereitete ihm Sorgen – der kleine Rene. Nicht, dass er nicht gewollt hätte, aber im entscheidenden Moment schien er überhaupt nicht bei der Sache zu sein. So war es auch dieses Mal beim Proben: der Engelchor fing leise an zu singen und eigentlich wäre der Rene jetzt dran.

Lucas: Hirte, was träumst du? Ja, du Rene. Du bist wieder zu spät mit deinem Einsatz. Was musst du jetzt sagen? Na?

Rene: Ich sage, ich sage…

Lucas: (unterbricht) Du musst nur sagen: “Schaut, es wird hell!”

Autor: Doch es war hoffnungslos. Rene schaffte es einfach nicht. Nach der Probe sagte Lucas zu Onkel Jan.

Lucas: Ich werde Rene’s Rolle einem anderen geben müssen. Wie oft haben wir schon geübt. Er schafft es einfach nicht.

Jan: Nein, tu es nicht. Rene ist halt ein Träumer. Der Text macht ihm keine Mühe, und wenn schon. Vera ist ja da, sie kann es ihm sonst vorsagen.

Lucas: Aber ich will nicht, dass das ganze Spiel nur wegen einem Jungen verdorben wird.

Jan: Ach, komm schon, das wird schon gehen. Sonst müssen die anderen einfach weitermachen. Die Botschaft wird darunter schon nicht leiden.

Autor: Lucas musste sich geschlagen geben. Onkel Jan war wirklich jedes einzelne Kind wichtig. Eine Woche vor der Aufführung wurde Rene krank. Am Tag als die Probe stattfinden sollte, sagte ihm die Mutter.

Mutter: Rene, du bleibst heute zu Hause.

Rene: Nein, Mama, ich muss unbedingt hin. Das ist wahrscheinlich die letzte Probe und bei mir hat es noch nicht richtig geklappt. Der Lucas wird bestimmt wieder schimpfen.

Mutter: Eine einzige Probe zu verpassen ist bestimmt nicht so schlimm und du bist noch nicht ganz gesund. Ich werde dich schon entschuldigen.

Autor: Was die Mutter sagte, hielt sie auch ein. Rene musste da schon gehorchen, doch er war keineswegs beruhigt. Er wusste, dass er kein guter Schauspieler war. Eigentlich war er selbst schuld daran, und doch konnte er nichts dafür. Er wusste genau, was er beim Spiel sagen musste, doch wenn Onkel Jan auf dem Klavier spielte und die Kinder so schön sangen, vergaß er alles um sich her. Ihm war, als ob er echte Engel und Hirten sähe. Dann war er in Bethlehem und dachte an den Herrn Jesus. Und dann sollte er plötzlich etwas sagen, aber so schnell konnte er sich nicht erinnern und Lucas schimpfte jedesmal. Doch jetzt nahm er sich vor:

Rene: Bei der Aufführung wird es schon klappen. Wenn alle Leute zuschauen, dann werde ich mich ganz fest zusammenreißen und aufpassen. Ich will es richtig machen, damit alle Zuschauer verstehen, weshalb der Herr Jesus auf die Welt gekommen ist. Onkel Jan hat uns davon erzählt. Jesus ist gekommen, um in den Herzen der Menschen zu wohnen, aber die meisten wollten ihn nicht empfangen. Er fand nur Platz in einem Stall. Aber ich will den Herrn Jesus aufnehmen. Onkel Jan hat gesagt, wenn man ihn liebt, soll man ihn bitten, dass er ins Herz kommt. Dann tut Jesus das auch und bleibt für immer drin. Und Lucas sagt auch immer, dass das die Botschaft vom Weihnachtsspiel ist.

Autor: Weil der Rene nicht zur Probe kam, ersetzte ihn der Lucas durch einen anderes Jungen, der den Wirt spielte und es klappte ausgezeichnet. Dann kam der Abend des Weihnachtsspiels. Lucas war noch nie so nervös gewesen und es gab noch so viel zu tun. Die Bühnenbilder waren ein großer Erfolg. Alles sah so echt aus. Fast fühlte man sich 2000 Jahre zurückversetzt, in den Straßen von Bethlehem. Arnie hatte auch nicht zu viel versprochen, die Tonqualität war ausgezeichnet. Die Mikrophone waren so gut verteilt, dass man jedes Kind, das auf der Bühne etwas sagen musste, im ganzen Saal hörte. Kurzum, alles lief planmäßig. Dann strömten die erwartungsvollen Zuschauer in den Saal. Lucas war furchtbar aufgeregt. Er hatte alle Hände voll zu tun, die Kinder zu beruhigen. Zum Glück war Onkel Jan auch da. Und dann stand plötzlich Rene vor ihm. Lucas hatte gar nicht mehr an ihn gedacht, er war froh gewesen, ihn so einfach los zu sein. Mit großen, erwartungsvollen Augen schaute Rene Lucas an.

Rene: Hallo, Lucas, ich bin wieder gesund.

Lucas: Schön, Rene, aber ich musste deine Rolle einem anderen geben.

Rene: Aber, aber… ich kann es bestimmt…

Lucas: Das geht jetzt nicht. Setz dich zu den Zuschauern, dann kannst du alles genau sehen.

Autor: Rene’s Augen füllten sich langsam mit Tränen. In diesem Moment kam der Onkel Jan und sagte leise zu Lucas.

Jan: Das kannst du nicht machen. Schau dir doch den Jungen an. Seine ganze Welt bricht zusammen, er hat sich so auf diesen Abend gefreut.

Lucas: Und wenn es nicht klappt???

Jan: Dann geht die Welt auch nicht unter. Aber ich glaube, dass Rene es bestimmt schafft!

Lucas: Also gut. Er kann mitspielen, aber nicht als Hirte.
(zu Rene gewandt) Rene, hör gut zu. Den Hirten spielt Andreas, das kann ich jetzt nicht mehr ändern. Aber du kannst seine Rolle übernehmen, den Wirt der Herberge. Wenn Josef und Maria kommen und nach einem Nachtlager fragen, brauchst du bloß den Kopf zu schütteln. Hast du verstanden? Du hast es ja in den Proben oft genug gesehen. Du musst nur im richtigen Moment den Kopf schütteln.

Autor: Rene wurde blass, doch er konnte nichts mehr erwidern, denn Lucas war schon davon gerannt. Es gab ja noch so viel zu tun. Punkt um acht Uhr hob sich der Vorhang und das Stück begann. Alles klappte prima. Seitlich der Bühne stand Lucas und beobachtete. Die Kinder spielten ausgezeichnet und die Engel sangen wunderbar. Langsam beruhigte sich Lucas. Das mühsame, wochenlange Proben hat sich gelohnt. Alles lief wie am Schnürchen. Maria und Josef kamen in Bethlehem an. Sie sahen wirklich so müde aus, als ob sie tagelang unterwegs gewesen wären. Sie klopften bei der Herberge an und der Wirt mit seiner Frau traten heraus.

Josef: Wir kommen von weit her und sind so müde, zudem bekommt meine Frau ein Baby. Haben Sie nicht einen Platz, wo wir für die Nacht bleiben können?

Autor: Wie versteinert stand Rene da, seine Augen vor Entsetzen geweitet. Er öffnete seinen Mund, als ob er etwas sagen wollte, brachte aber keinen Ton heraus. Die Spannung im Publikum stieg. „Nein“- flüsterte ihm die Vera zu, doch Rene reagierte nicht. Tränen rannten über seine Wangen, als er Maria und Josef anschaute. Dann rettete die Wirtin die Situation.

Wirtin: (laut) Nein! Wir haben kein Platz!

Autor: Sagte sie laut, packte Rene am Arm, zog ihn in die Hütte und schlug die Tür zu. Und dann hörte man herzzerbrechendes Weinen.

Rene: Ich kann ihn nicht draußen lassen! Ich will den Herrn Jesus nicht wegschicken!

Lucas: Oh nein, dieser Bengel! Das ganze Spiel hat er vermiest. Ich habe es gewusst. Und diese perfekte Toninstallation, jetzt hat jeder im Saal das Weinen des Jungen gehört. Meine ganze Arbeit ist umsonst…

Autor: Wütend wandte sich Lucas zu Onkel Jan, doch er brachte kein Wort mehr heraus, als er die Tränen in den Augen des alten Mannes sah. Dieser flüsterte:

Jan: Du wolltest ein Weihnachtsspiel mit einer Botschaft, dein Wunsch ist in Erfüllung gegangen…

Autor: Und jetzt erst bemerkte Lucas, wie still es im Saal geworden war, denn in allen Ohren klangen noch die Worte:

Rene: (mit Echo) Ich kann ihn nicht draußen lassen! Ich will den Herrn Jesus nicht wegschicken!

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