Okt
31
2008
Unter Wölfen hat Gott bewahrt, eine christliche Kindergeschichte
Im Riesengebirge lebte eine arme Frau, die ein kleines Kind hatte. Die Frau hütete für andere Leute eine Viehherde. Einst saß sie mit ihrem Kind im Wald. Sie fütterte ihr Töchterchen mit süßem Brei, den sie in einem Napf mitgenommen hatte. Da entdeckte sie, wie einige Kühe von ihrer Herde in den Wald gingen. Deshalb lief die Frau sehr schnell den Tieren nach, um sie wieder zu ihrer Herde zurückzutreiben.
Zur gleichen Zeit kam eine große Wölfin aus dem Dickicht des Waldes, schlich sich an das Mädchen heran, packte es an seinem Röckchen und schleppte es in das Innere des Waldes. Als die Mutter aus dem Wald zurückkehrte, fand sie ihr Kind nicht mehr, auch der große Esslöffel war verschwunden. Die Mutter lief ins Dorf zurück und alarmierte die Bewohner des Ortes. Sie bat die tatkräftigen Männer dringend um Hilfe.
Zur gleichen Zeit kam ein Bote durch den Wald gegangen und verirrte sich. Plötzlich vernahm er aus einem Gebüsch die Worte: „Geh, oder ich geb dir eins! Geh, oder ich geb dir eins!“
Er ging in das Gebüsch und fand auf dem Boden ein kleines Mädchen von sechs jungen Wölfen umgeben. Die jungen Wölfe schnappten nach den Händen des Kindes, aber es schlug ihnen stets mit dem hölzernen Löffel auf die Nase und sagte dabei die Worte: „Geh, oder ich geb dir eins!“ –
Der Bote erkannte die Gefahr. Er nahm das Kind auf die Arme und trug es so schnell er konnte aus dem Gebüsch. Am Ende des Waldes kamen ihm Bauern mit Heugabeln und Dreschflegeln entgegen, um den Wolf zu erlegen. Die Mutter nahm überglücklich ihr liebes Kind aus dem Armen des Botes und weinte vor Freude, dass Gott es so wunderbar bewahrt hatte.
Okt
31
2008
Das Öl der Liebe Christi, eine christliche Kindergeschichte
Ein frommer Bauer hatte einen reichen Nachbarn, der sich alles leisten konnte, der aber sehr unglücklich war. Wenn nicht alles nach seinem Wunsch verlief, wurde er sehr zornig und gewalttätig. Deshalb verließen ihn seine Diener und Arbeiter, weil sie sein mürrisches, ungeduldiges Wesen nicht ertragen konnten. Eines Tages kam der reiche Mann zu seinem friedlichen Nachbarn, um ihm seine Not zu klagen.
„Meine Knechte und Mägde verlassen mich, ich habe immer nur Ärger mit ihnen. Woran liegt das?“ wollte er wissen.
„Ich denke, es würde nicht schaden, wenn Sie sich ein wenig einölen würden!“ meinte der Bauer. –
„Mich einölen?“ fragte der Reiche verwundert. „Wie meinen Sie das?“
„Ja, sehen Sie gnädiger Herr, vor einiger Zeit knarrten in meinem Haus mehrere Türen. Sie quietschten so entsetzlich, dass es niemand mehr aushalten konnte. Da habe ich die Ölkanne genommen und goss überall einen Tropfen Öl auf die quietschenden Türangeln. So gab es bald Ruhe. Niemand beschwerte sich mehr.“
„Sie meinen also, ich sei wie eine knarrende, quietschende Tür?“ fragte der Reiche. „Wie soll ich mich denn einölen?“
„Das kann sehr leicht geschehen“, erwiderte der fromme Nachbar, „wenn Sie wieder Knechte und Mägde anstellen, bitten Sie Gott um das Öl der Liebe Christi und um Sanftmut; reden Sie freundlich mit Ihrem Personal; loben Sie Ihre Angestellten, wenn sie etwas sehr gut gemacht haben, und üben Sie Geduld, wenn Ihnen etwas misslingt. Unser Herr und Heiland hat mit uns auch so viel Geduld und ist von Herzen sanftmütig. Ihre Dienstboten, die Diener und die ganze Familie wird es Ihnen danken. Sie werden spüren, wie das Öl der Liebe Jesu Frieden im Herzen schafft. Alle unangenehmen Gedanken, jeder Krach und Streit muss dann verstummen!“
Der Reiche ging nachdenklich in sein Haus, er beherzigte den Rat des frommen Bauern, las täglich in der Bibel und betete allezeit zu Gott. Von dieser Zeit an hörte man nie mehr ein unfreundliches Wort aus seinem Munde.
Okt
31
2008
Giftpilze, eine christliche Kindergeschichte
Die kleine Jutta sollte eines Tages in der Stadt etwas einkaufen. Die Mutter gab ihr einen großen Beutel mit und bat sie Mehl, Brot und Butter zu kaufen. Auf dem Heimweg sah Jutta zwischen den Bäumen herrliche Blumen stehen. Schell kniete sie sich nieder und pflückte einen schönen Strauß. Als sie aber in die Nähe des kleinen Baches kam, entdeckte sie noch schöne Pilze. Die waren so wunderschön rot, deshalb sammelte sie alle roten Pilze in den Beutel hinein, und dachte, die Mutti würde sich darüber sehr freuen, wenn sie die schönen roten Pilze sähe. Die unansehnlichen grauen Pilze ließ sie aber stehen.
Als Jutta nun von ihrem Einkauf zurückkam, rief sie: „Mutti, sieh mal, was ich schönes gefunden habe. Hier, sieh nur einmal!“ Und dabei öffnete sie ihren Beutel, „ich habe Pilze gesammelt, die sind alle so schön rot und mit weißen Perlen besetzt. Ich habe auch hässliche Pilze gesehen, wie der Vati gestern gesammelt hat, aber die waren nicht so schön. Ich habe nur die hübschen roten Pilze gesammelt.“
„Jutta“, schrie Mutter, „du hast ja Giftpilze gesammelt! Diese roten Pilze mit den weißen Flecken sind ganz giftig, wer davon isst, muss unter großen Schmerzen sterben. Die grauen und bräunlichen, die du stehen gelassen hast, waren wahrscheinlich gute Pilze. Koste niemals von den Giftpilzen, denn es sind schon viele Menschen gestorben, weil sie nichts von Pilzen verstanden haben. Kinder sollen niemals Pilze sammeln, ob sie nun hässlich aussehen oder bunt und schön. Es gibt viele giftige Pilzarten, da ist es immer besser, wenn man erst die Eltern fragt, ehe man sie anfasst.“
Ja, liebe Kinder, es ist nicht alles Gold was glänzt. Es gibt so viele Dinge in der Welt, die sehen sehr schön und verlockend aus, aber sie können auch sehr zum Schaden sein. So ist es mit der Sünde auch. Oft denken wir, wenn ich dieses oder jenes haben könnte oder von diesem oder jenem essen oder trinken könnte, dass muss sehr gut sein und merken erst zu spät, dass es für uns nicht gut war, wenn wir ein schlechtes Gewissen bekommen. Die Sünde ist auch so ein Giftpilz, der die Menschen verderben will, aber das Wort Gottes ist die rechte Speise.
Okt
31
2008
Unschuld, eine christliche Geschichte für Kinder
Ein frommer, alter Mann wurde eines Tages des Diebstahls beschuldigt. Es klopfte. Als der Mann öffnete, standen mehrere Polizisten vor der Tür und wollten in seiner Wohnung nach den gestohlenen Gegenständen suchen. Der alte Mann sagte: „Hören Sie, ich gehe immer treu in die Kirche und besuche alle Gottesdienste, wie können Sie nur glauben, ich hätte etwas gestohlen. Bitte kommen Sie nur herein und durchsuchen Sie alle Schränke und Truhen.“ Die Polizisten gingen ans Werk. Im Keller fanden sie die gestohlenen Wertsachen.
„Nun, was sagen Sie jetzt?“ rief einer der Beamten schadenfroh, „erst spielen Sie so fromm, und jetzt finden wir das gestohlene Gut in Ihrem Hause!“ Der alte Mann wusste sofort, diese Gegenstände konnte nur sein Sohn gestohlen haben, denn er lebte in einer sehr schlechten Gesellschaft. Als der alte Mann nun vor dem Richter stand, sagte er nur: „Ich bin unschuldig!“ weil er ja nicht lügen wollte. Er sagte aber nicht, dass er den Verdacht habe, sein Sohn hätte diese Sachen gestohlen. So wurde der alte Mann ins Gefängnis geworfen. Der Gefängniswärter kannte den alten Mann und war auch überzeugt, dass er unschuldig sei. Deshalb machte er dem alten Mann das Leben im Gefängnis so angenehm wie er nur konnte. Auch er ahnte, dass der Sohn der Dieb war. Nachdem der alte Vater zum Wärter Vertrauen gewonnen hatte, sagte er eines Tages zu ihm: „Ich bin ein alter Mann und habe nur noch kurze Zeit hier auf Erden zu leben, deshalb fällt es mir nicht schwer, die Strafe für meinen Sohn abzusitzen. Mein Sohn ist jung, wenn er verurteilt wäre, würde sein ganzes Leben verpfuscht sein!“
Geduldig erlitt er die Strafe. Als er die Zeit bald abgesessen hatte, schickte der Gefängniswärter einen Diener zu dem feigen, ungeratenen Sohn. Wie der seinen Vater dort in Ketten auf dem Stroh liegen sah, fiel er ihm weinend zu Füßen und gelobte ihm, nie wieder solche Sünden zu begehen. Der Vater vergab seinem Sohn alles.
Auch Jesus litt unschuldig an unserer statt. Sind wir ihm heute dankbar dafür?