Archive for Oktober 29th, 2008

Okt 29 2008

Geben macht glücklich

Geschrieben von under Kindergeschichten

Geben macht glücklich, eine christliche Geschichte für Kinder

Die kleine Helene hatte schon 150 Mark in ihrer Sparbüchse. Von den Eltern und Verwandten bekam sie öfter etwas Geld, weil sie ein fleißiges und freundliches Mädchen war. Was sollte das Mädchen nun mit dem ersparten Geld anfangen? Sie hätte sich ein schönes Kleid kaufen können oder einen neuen Mantel. Als der Großvater Geburtstag hatte, fuhren die Eltern mit ihr für eine Woche aufs Land. Hier war es sehr schön, Helene spielte auf dem Hof, im Garten und im Wald. Sie freute sich an den schönen Blumen und am Gesang der Vögel. Eines Tages sah sie unter einem Baum ein Mädchen sitzen, das einen sehr schönen Blumenkranz zusammenbad. Um sie herum sprang eine Schafmutter mit ihren Jungen und ein anderes Schaf lag neben ihr im Gras.
Helene ging zu diesem Kind und sagte: „Du hast so schöne Schafe und Lämmer, gehören sie dir?“ „Ja“, sagte das fremde Mädchen, „wenn die Schafe groß sind, verkaufen wir sie, um uns etwas dazuzuverdienen. Mein Vater ist gestorben, und die Mutti muss viel arbeiten, damit wir satt zu essen haben.“
Von diesem Tag an spielte Helene mit der kleinen Käthe, denn so hieß das Mädchen. Sie hatten sich beide sehr lieb. Eines Morgens kam Helene wieder zu dem Eichbaum am Bach, aber die Käthe war nicht dort. Helene eilte schnell zu der Wohnung, in der Käthe mit ihrer Mutter wohnte. Aber Käthe war auch nicht in der Wohnung. Endlich fand Helene das Mädchen im Stall. Das arme Kind saß auf dem Boden, die zwei Schafe lagen im Stroh und rührten sich nicht. Nur die beiden Lämmer sprangen ganz lustig umher und schmiegten sich an die Käthe. Sie weinte bitterlich und betete: „Ach, was sollen wir nun anfangen, himmlischer Vater? Lieber Herr Jesus, hilf uns doch weiter!“
Als Helene dies sah, fragte sie: „Wie ist das geschehen? Gestern sprangen die Schafe doch noch munter am Bach herum?“
„Ja, sie haben wahrscheinlich giftige Kräuter gegessen, heute früh haben sie ganz jämmerlich geblökt, und dann sind sie gestorben. Was sollen wir jetzt machen, die beiden Lämmer müssen sterben, wenn sie keine Milch bekommen, und die Mutti hat kein Geld mehr.“
Was meint ihr wohl, liebe Kinder, was die Helene jetzt getan hat? – Na, könnt ihr es erraten?
Jawohl, sie hat ihr Geld aus der Sparbüchse geholt und dafür eine neue Schafmutter kaufen lassen. Am Morgen, als Käthe und ihre Mutter ganz traurig am Tisch saßen, blökte es plötzlich vor der Tür. Da stand Helene mit der Schafmutter, die hatte einen Blumenkranz um den Hals und auf einem Zettel standen die Worte: „O macht mir auf und lasst mich ein, ich will nun eure Hilfe sein!“ – Helene sorgte damit dafür, dass die beiden Lämmer nun täglich ihre Milch bekamen. Wer war wohl die glücklichste von den drei Menschen? -

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Okt 29 2008

Eine schmerzhafte Lehre

Geschrieben von under Kindergeschichten

Eine schmerzhafte Lehre, eine christliche Geschichte für Kinder

Postillion – so nannte man früher den Kutscher des Postwagens. Eine Postkutsche sehen wir heute nicht mehr auf der Straße, aber viele Postbusse bringen die Kinder zur Schule.
Ein Postillion hat seine drei Pferde ausgespannt, um mit ihnen zur Schwemme zu reiten. Eine Schwemme war früher eine flache Wasserstelle in einem Fluss oder Teich, wo die Pferde gewaschen wurden und sie sich dabei gleich satt trinken konnten. Mit dem Postillion reitet auch der kleine Robert auf seinem Holzpferdchen. Aber Robert war ein recht böser Junge: er belog seine Eltern und stahl wie eine diebische Elster. Alles, was ihm gefiel, steckte er heimlich in seine Tasche. An diesem Tag hatte er gerade von einem Kalkwerk etwas ungelöschten Kalk in seine Weste gesteckt, weil die Taschen schon mit gestohlenem Obst gefüllt waren. Als er nun mit dem Postillion an der Schwemme angekommen war, fragte ihn der Postkutscher: „He, Robert, willst du eines meiner Pferde in die Schwemme reiten?“
„Ja, sehr gern!“ rief der Junge und sprang wie ein geölter Blitz auf das Tier. Mit übermütiger Freude trieb er das Pferd ins tiefe Wasser.
Der Postillion schrie noch: „Pass auf Robert, sei nicht so wild und eigensinnig, sonst fällst du ins Wasser!“ In diesem Augenblick rutschte das Pferd aus und der kleine Dieb fiel ins Wasser. Er begann zu schwimmen, aber gleich fing er jämmerlich an zu schreien: „Helft mir, helft mir, ich verbrenne!“
Die Leute am Ufer lachten und dachten: Robert mache einen üblen Scherz, weil ja kaltes Wasser nicht brennen kann. Sie wussten nicht, dass Robert in seiner Weste ungelöschten Kalk hatte. Wenn ungelöschter Kalk mit Wasser in Verbindung kommt, fängt es auf der Haut an zu brenne, deshalb schrie Robert aus Leibeskräften um Hilfe. Endlich gelang es ihm, sich an das Ufer zu schleppen, wo er ermattet liegenblieb. Als seine Kameraden ihm die Kleider vom Leib zogen, da sahen sie, wie seine Haut von dem gestohlenen kalk stark verbrannt war. Er musste schnellstens in Krankenhaus gebracht werden und hatte noch wochenlang heftige Schmerzen.
Deshalb merke dir: Was nicht dein ist, das rühre nicht an, denn es brennt, nicht immer auf der Haut, aber in deinem Gewissen.

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Okt 29 2008

Ein Befehl

Geschrieben von under Kindergeschichten

Ein Befehl, eine christliche Geschichte für Kinder

Kinder wollen oft klüger sein als die Eltern, deshalb heißt ein Sprichwort: „Die Eier wollen klüger sein als die Henne!“
Am Morgen hielt ein frommer Bauer mit seiner Frau und seinen Kindern die Morgenandacht. Sie beteten zu Gott, dem Helfer, denn gerade zur Zeit der Ernte ritten die Grafen und Herzöge über die Felder und richteten dort oft großen Schaden an. Da der Landmann schon am Tag vorher die Jäger über das Land reiten sah, stellte er seinen Sohn an das Gittertor, das zum Feld führte und befahl ihm, unter keinen Umständen das Tor zu öffnen. Der kleine Junge tat, wie ihm der Vater befohlen hatte. Doch kaum stand er auf seinem Posten, als auch schon die Jäger angebraust kamen und von ihm verlangten, unverzüglich das Tor zu öffnen. – Der Knabe weigerte sich entschieden und berief sich dabei auf das Verbot des Vaters: „Ich will unter keinen Umständen dem Befehl meines Vaters ungehorsam sein!“ fügte er hinzu.
Die Jäger versprachen ihm Geld, sie drohten mit Schlägen und Strafen, aber der Junge blieb standhaft. Endlich ritt einer der vornehmsten Jäger vor den Knaben und sprach in befehlendem Ton: „Junge, kennst du mich? Ich bin der Herzog von Wellington, der den großen Kaiser Napoleon besiegt hat. Ich bin nicht gewohnt, dass mir jemand im Wege steht; öffne das Tor, damit meine Freunde und ich durchreiten können.“ –
Der Knabe nahm seine Mütze vom Kopf und stellte sich aufrecht vor Englands größten Siegeshelden hin. Dann antwortete er: „Ich bin gewiss, der Herzog von Wellington würde nicht von mir verlangen, meinem Vater ungehorsam zu sein. Ich bin hierhergestellt worden, um dieses Tor geschlossen zu halten und darf es nicht öffnen!“ Wellington hob seinen Hut und lächelte. Dann sagte er: „Ich ehre den Knaben oder Mann, der sich nicht einschüchtern noch überreden lässt, seine erhaltenen Befehle zu übertreten. Mit einer Armee solcher Soldaten wollte ich die ganze Welt einnehmen.“ Er reichte dem Knaben ein Geldstück und die Jäger ritten davon. – Als der Herzog verschwunden war, rief der Knabe laut: „Hurra, hurra, was Kaiser Napoleon nicht konnte – ich habe dem Herzog von Wellington widerstanden!“
Wie gut, dass die Familie des Bauern am Morgen gesungen hatte: „Wach auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem treuen Menschenhüter.“
Dieser Menschenhüter hatte den Knaben bewahrt, er war klüger als die Grafen und Herzöge, weil er den Befehl des Vaters ausgeführt hatte.
Ob wir heute auch den Geboten Gottes folgen wollen? Dann sind wir klüger als manch älterer Mensch, der die Befehle Gottes nicht beachtet und hält.

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Okt 29 2008

Du sollst nicht stehlen!

Geschrieben von under Kindergeschichten

Du sollst nicht stehlen, eine christliche Kindergeschichte

In einem Dorf saß Tag für Tag eine alte Frau nicht weit von der Dorfkirche an der Straße, um ihr Obst zu verkaufen. Sie war eine arme Witwe, die sich durch diesen kleinen Handel ein paar Pfennige für ihren Lebensunterhalt verdiente. Mittags, wenn die Kinder aus der Schule kamen, musste sie sehr aufpassen, denn es gab einige bösartige Jungen unter ihnen, die ihr nur zu gern etwas stahlen. Während die einen in ihren Obstkörben herumwühlten, steckten die anderen schnell etwas in ihren Schulranzen und liefen davon.
Der schwarze Rabe, den die Frau gezähmt hatte, schrie dann aus voller Kehle: „Haltet den Dieb, Spitzbub, alter dreckiger Spitzbub, haltet den Dieb!“ Darüber lachten dann die Kinder und wussten gar nicht, wie traurig die alte Frau darüber wurde, denn sie war eine fromme Frau, die alle Tage für diese Kinder betete. Oftmals hatte sie ihnen schon gesagt, dass sie nicht stehlen sollen, denn, wer es im Kleinen beginnt, kann später als großer Dieb sein Leben lang in einem Gefängnis sitzen müssen. „Lieber schenke ich euch einen Apfel, als dass ihr eine Sünde tut“, sagte sie immer zu ihnen.
Eines Tages trieben es die Jungen gar zu toll, denn sie stießen der Frau mutwillig einen Korb mit frischen Eiern um. Dann liefen sie lachend fort. Das sah ein anderer Junge und wurde darüber ganz zornig. Mit geballten Fäusten lief er den beiden Bösewichten hinterher. Die bekamen es jetzt mit der Angst zu tun und flohen sehr schnell davon. Aber plötzlich blieb der mutige Junge stehen, besann sich, kehrte um und lief nach Hause.
Als er wieder zu dem Platz kam, an dem die arme Bauersfrau noch immer über ihre zerbrochenen Eier weinte, strich er der Frau mit der kleinen Hand über die Schulter und schüttete den Inhalt seiner Sparbüchse in ihre Schürze. Diese kleine Hand, die sich eben noch im Zorn über die beiden Spitzbuben geballt hatte, tat jetzt ein gutes Werk. Der Junge hatte seine letzten Kreuzer hergegeben und lief schon wieder davon, ehe sich die arme Frau bedanken konnte. Sein Name war Oberlin – er wurde später der bekannte Pfarrer im Steintal, der vielen Menschen zum Segen wurde und gar manchen aus großer Not half.
Viele Kinder gehen heute in die Warenhäuser, um sich etwas zu stehlen. Meistens aber werden sie erwischt, weil überall verstecke Kameras eingebaut sind, durch die es der Warenhausdetektiv sieht. Einer sieht es aber immer, Gott der Herr, dem wir einst über alles Rechenschaft geben müssen.

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