Archive for Oktober 29th, 2008

Okt 29 2008

Urwalderlebnisse

Geschrieben von under Gottes Führung

Urwalderlebnisse, ein christliches Anspiel zum Thema Gottes Führung für 7 Personen

Sprecher: Daniel und Dorothea hießen die Kinder einer Missionarsfamilie in Afrika. In ihren Schulferien durften sie oft zu Tante Kathia gehen, die im Urwald eine Missionsstation betreute. Schon in den ersten Tagen dieser Ferien verletzte sich Kathia ihren Fuß mit einem spitzen Stein, so dass sie einige Tage das Bett hüten musste. Für Daniel wurden diese Tage etwas langweilig. Er wäre doch so gerne im Urwald herum gestrolcht mit seinem Schwesterchen. So bat er eines Tages Tante Kathia, ob er nicht mit Kumar, das war ihr Hausboy, dieser war ein paar Jahre älter als Daniel, am nächsten Tag mit ihm in den näher gelegenen Wald gehen dürfte. So gab ihnen Tante Kathia einige wichtige Ratschläge über alles, was sie nicht tun durften:

Kathia: Also, keine hohen Bäume oder gefährliche Felsen erklettern, aber auch nicht zu tief in den Wald eindringen wegen den wilden Tieren.

Sprecher: Beide Jünglinge hatten ihr Herz schon dem Herrn Jesus übergeben, darum setzte die Tante Vertrauen auf die beiden Jungen. Die Buben willigten gerne ein, die Hinweise zu befolgen.
Am nächsten Tag ging’s dann los. Proviant durften sie in Genüge mitnehmen.

Daniel: Komm, Kumar, wir wollen einen neuen Weg ausfindig machen! Diesen und jenen Weg sind wir nun schon oft gegangen!

Sprecher: Daniel wies auf verschiedene Spuren hin, die an bekannten Bäumen vorbeiführten. Man konnte nicht recht feststellen, ob die Stege von Menschen oder von Tieren festgetrampelt worden waren.

Daniel: Komm, wir wollen hier dieser Spur folgen.

Sprecher: Und siehe da, Daniel entdeckte als erster eine kleine Waldlichtung. Wohl hatten sie schon einige lichte Stellen gefunden, aber diese hier war anders als alle anderen. In der Mitte des Platzes befand sich etwas wie eine Hütte, die aus Steinen aufeinandergeschichtet worden war. Oben drauf lagen Dinge, die im hellen Licht der Sonne glitzerten.

Daniel: (erstaunt) Was ist denn das?

Kumar: Ach, ich denke, es ist ein Altar, und zwar ein heidnischer Altar. Lass ihn in Ruhe!!

Daniel: Den will ich näher auskundschaften.

Kumar: Nein, lass ihn, vielleicht ist jemand in der Nähe, der uns sieht!

Sprecher: Daniel achtete nicht auf Kumar. Er umfasste mit der einen Hand seinen festen Stock und mit der anderen sein Messer. Unerschrocken schritt er auf den Götzenaltar zu, der von Menschenhänden errichtet worden sein musste. Kumar folgte ihm mit Tränen in den Augen. Es waren nicht Tränen der Trauer, sondern Tränen der Freude, und doch hatte er ein gewisses Zittern in seinen Gliedern. Seitdem er sein Leben dem Herrn Jesus übergeben hatte, war er frei und glücklich und von allem heidnischen Wesen los. Denn auch er war einer der Unglücklichsten gewesen, die die dämonischen Mächte fürchteten, und lange genug war er mit einem solchen Altar vertraut gewesen. So hatte er ein tiefes Mitleid mit den Menschen, die diesen Altar gebaut hatten, und die hier ihre Götter anbeteten. Kumar hätte sich abgewandt und wäre weitergegangen. Aber Daniel erinnerte sich plötzlich an eine Geschichte im Alten Testament. Er dachte an den Altar des falschen Gottes Baal, und er selbst fühlte sich gedrungen wie Gideon, welchen Gott gesandt hatte, um den Altar zu zerstören. Er wusste, Jesus Christus ist gekommen, um mit einem Opfer die Sündenschuld aller Menschen zu tragen. Dieser Götzenaltar hier musste nun zerstört werden, und er wollte es tun. Noch bevor Kumar begriff, was da vor sich ging, hatte Daniel die Kupfergefäße mit seinem Stock vom Altar weggeschleudert. Dann machte er sich daran, die Steine auseinanderzureißen.

Kumar: Hör auf, hör auf, du wirst die Götter erzürnen.

Sprecher: Plötzlich hatte ihn der alte, böse Aberglaube wieder ergriffen. Daniel hielt inne von seinem Zerstörungswerk und schaute Kumar entsetzt an.

Daniel: Kumar, wie kannst du so etwas sagen!? Du als Christ, der den lebendigen Gott anbetet! Ich bin von deinem Benehmen ganz enttäuscht!

Sprecher: Noch bevor der arme, verwirrte Kumar eine Antwort geben konnte, durchdrang ein unheimliches Geheul die Luft. – Es war ein erschütternder, heidnischer Schrei, der aus dem Wald heraus hallte. Er kam aus jener Richtung, aus der die Jungen eben gekommen waren. Beide Jünglinge standen wie angewurzelt da. Das Geheul ließ ihnen fast das Blut in den Adern stocken. Dann rannten die beiden kopflos über die Lichtung und sausten auf der anderen Seite einen Pfad hinunter, um möglichst rasch von diesem markerschütternden Geheul wegzukommen und in Sicherheit zu geraten. Jetzt blieben sie stehen und starrten einander an.

Daniel: Was nun?

Sprecher: Kumar erinnerte sich an die Ermahnungen seiner weißen Meisterin und fühlte sich unbehaglich.

Kumar: Du hättest den Altar nicht beschädigen dürfen.

Daniel: Vielleicht nicht.

Kumar: Wir gehen nicht hier zurück. Wir werden hier herumgehen. Dann treffen wir weiter unten wieder auf unseren Pfad, den wir kennen.

Sprecher: Aber ohne Kompass, ohne Wegzeichen war es bei der stets wechselnden Landschaft fast unmöglich, einen geraden Kurs einzuhalten. Die beiden Jungen waren schon ein ziemliches Stück gewandert, bis sie endlich feststellten, dass sie sich hoffnungslos verirrt hatten. Beide verspürten Hunger und Müdigkeit, und es war selbst im tiefen Wald sehr heiß. Was sollten sie nur tun?

Daniel: Komm, wir wollen beten.

Sprecher: Gemeinsam sanken sie auf ihre Knie. Mit reuevollem Herzen bekannte Daniel dem Herrn Jesus, dass er an allem Schuld sei, was geschehen war. Gemeinsam baten sie den Herrn um Hilfe, dass sie den Heimweg finden könnten. Sie standen auf und setzten ihren Weg fort im festen Glauben und Vertrauen zu ihrem himmlischen Vater, der sie den rechten Weg führen würde. So fanden sie einen Trampelpfad. Dieser machte eine scharfe Biegung nach links. Sonst war kein anderer Weg zu erblicken. So folgten sie diesem. Die Bäume wurden lichter, und Sonnenstrahlen fielen auf die rötliche Erde. Vor ihnen ragte eine senkrechte Felswand empor. Auf halber Höhe klaffte das riesige “Maul” einer Höhle. Aber wie man dort hinauf und wieder hinunterkommen konnte, konnten sie sich nicht vorstellen.

Mann: Hallo, ihr jungen Herren! Was hat euch in dieses Gebiet geführt?

Sprecher: Es war eine raue Stimme eines Mannes, die sie in englisch von hinten erschreckte. Sie wandten sich um – da stand ein Mann von ungefähr zwei Metern Länge vor ihnen, und er trug einen Vollbart. Die zwei Knaben kamen sich gleich wie Zwerge vor, diesem großen Mann gegenüber. Der Riese hatte weiße Haut. Zaghaft schauten die beiden an ihm hinauf, wohl etwas unbehaglich. Dann öffnete dieser seine großen Hände. Darin lagen das Lämpchen, das Ölkännchen und die kleine Glocke vom zerstörten Altar.

Mann: Habt ihr diese Dinge schon einmal gesehen?

Daniel: (zaghaft, stotternd) Mein Herr, wir wussten nicht, dass diese Gegenstände Ihnen gehören!

Mann: (grollend) Warum habt ihr den Altar zerstört?

Sprecher: Daniel holte Luft, bat schnell den Herrn Jesus um Kraft, um ein Zeugnis für Ihn zu sein. Alsbald antwortete Daniel dem Riesen:

Daniel: Kumar und ich glauben nicht an die Mächte der Dämonen. Wir verehren keine heidnischen Götter. Wir beten den einzigen, wahren Gott und Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn an. In der Bibel steht geschrieben, dass solche Altäre zerstört werden müssen. Und deshalb – deshalb habe ich ihn niedergerissen! — Es ist erstaunlich, dass Sie an einen solchen Unsinn glauben, mein Herr!

Mann: Ich glaube gar nichts, mein Junge, aber mein Hausboy tut es. Du hattest kein Recht, seinen Altar zu zerstören. Du musst dich bei ihm entschuldigen. – Es ist am besten, ihr kommt gleich mit mir mit und tut das.

Sprecher: Er zeigte auf die Höhle im Felsen und nahm jeden der Knaben an einen Arm, damit sie sich nicht davonmachen konnten. Daniel verspürte plötzlich, dass es Gottes Wille sei, dem großen Mann zu folgen. Munter und fröhlich fragte Daniel:

Daniel: Wie kommen wir denn dort hinauf?

Sprecher: Kumar staunte nur noch mit offenem Mund und starrte seinen Freund an. Der große Mann lachte und pfiff schnell durch die Finger. Und schon erschien die Gestalt eines braunen Jungen in der Öffnung der Höhle, und eine lange Strickleiter wurde hinuntergelassen.

Mann: Wie heißt du?

Daniel: Daniel.

Sprecher: Dann wandte er sich an Kumar in der Eingeborenensprache. Daniel gab sich alle Mühe, um auf gutem Fuß mit dem “Riesen” zu bleiben, wenn sie jemals wieder nach Hause gelangen wollten. Als sie oben am Rand der Höhle saßen, sprach der “Große”:

Mann: Ich wusste gar nicht, dass ich Nachbarn in meiner Nähe habe.

Sprecher: Daniel spürte aber aus seinem Tonfall, dass er darüber nicht sehr erfreut war, gab dann aber sofort zur Antwort, dass sie nur für ein paar Wochen hier in den Ferien bleiben würden. Er erklärte ihm, was sich mit Tante Kathia zugetragen hatte, darum seien sie hier. Dann bat Daniel den “Riesen”, ob er ihnen vielleicht sagen könnte, wie sie den Heimweg wieder finden können. Der “Riese” rief seinen kleinen Diener “Arul”. Dieser kam und stellte sich neben Kumar.

Mann: Die beiden sind gekommen, um sich bei dir zu entschuldigen, sie haben deinen Opferaltar beschädigt, kannst du ihnen vergeben?

Sprecher: Da Arul dies bejahte, sprach der “Riese”:

Mann: Welch ein großer Unterschied ist es, eure beiden Gesichter zusehen, Aruls und Kumars!

Sprecher: Dies bemerkte er in englischer Sprache.

Daniel: Dies ist, weil Kumar sein Herz dem Herrn Jesus geschenkt hat. Er kann sich jetzt immer freuen, weil Jesus ihm seine Sünden vergeben hat.

Mann: Unter einer Bedingung will ich euch heimlassen, und Arul wird euch ein Stück weit begleiten, wenn ihr mir versprecht, dass ihr morgen wieder herkommt und die Steine vom Altar wieder aufschichtet, wie sie gewesen sind. Und zudem sagt bitte niemandem etwas, dass ihr hier Menschen getroffen habt.

Sprecher: Daniel und Kumar schauten sich einige Augenblicke an, dann versprachen sie es. Denn beide fühlten, dass sich eine Gelegenheit bieten würde, zwei Menschen das Evangelium sagen zu können.

Kumar: Dürfen wir Arul von Jesus erzählen, wenn wir morgen wiederkommen?

Mann: Ihr dürft ihm erzählen, was ihr wollt, und wenn er euch glaubt, ist es mir auch egal!

Sprecher: So begleitete Arul die beiden Jungen an den Waldrand und zeigte ihnen den Weg, sie versprachen sich gegenseitig, sich am gleichen Ort am nächsten Tag wieder zu treffen.
Am Abend, als dann die ganze Schar um Tante Kathias Tisch saß und die Bibel gelesen wurde, sagte Daniel:

Daniel: Tante, ich möchte Missionar werden wie mein Vater. Ich möchte schon jetzt anfangen, den Menschen von Jesus zu erzählen. Kannst du mir ein paar Bibelteile in der Eingeborenensprache geben? Wir möchten morgen nochmals in den Wald gehen. Wer weiß, ob der Herr Jesus uns nicht plötzlich Menschen in den Weg führt.

Sprecher: Daniel benahm sich ganz still, erzählte nichts von all dem Erlebten, und auch Kumar betete im Stillen, dass der Herr alles führen und segnen möchte.
Indem Daniel am nächsten Tag den Steinaltar wieder aufbaute, erzählte Kumar seinem Landskameraden in seiner eigenen Sprache von Jesus Christus, wie er selbst durch sein Erlösungswerk am Kreuz auf Golgatha Frieden gefunden habe.
Es war einige Tage später. Tante Kathia wollte gerade mit ihren Ferienkindern aufbrechen zu einer Wanderung, als Dorothea von der Veranda hereingerannt kam. Ihre Augen waren vor Entsetzen weit aufgerissen.

Dorothea: Dort draußen ist ein großer Mann mit langen Haaren und einem Bart. Er fragte, ob hier ein Junge, namens Daniel wohnt.

Daniel: Das ist der Riese.

Kathia: (verblüfft) Wer?

Daniel: Der große Mann in der Höhle im Felsen. Weißt du Tante, ich habe Dir nichts davon erzählen dürfen! Was will er wohl? Ich dachte nicht, dass er einmal zu uns kommen würde. Komm, wir fragen ihn, ob er zu uns herein kommen will.

Kathia: Was habt ihr wohl angestellt, Buben?

Sprecher: Da steht er am Rande der Veranda, der große Mann mit schmerzverzerrtem Gesicht und bittenden Augen. Wie sie ihn näher betrachtet, entweicht die Angst sofort von Kathia.

Kathia: Können wir ihnen helfen?

Mann: Ob Sie das wohl können? Mein Junge Arul ist krank, sehr krank, und ich habe keine Medizin mehr. Ich fürchte, er ist dem Tode nahe. Vielleicht haben Sie noch Medizin, die ihm helfen könnte.

Kathia: Kommen Sie herein und erzählen Sie mir alles!

Sprecher: Die Jungen blieben auf der Veranda und beteten von tiefstem Herzen für Arul. Der “Riese” entdeckte sie nicht beim Weggehen. Tante Kathia betete ebenfalls für den Kranken und gab dem Mann die gewünschte Medizin.
Vom Ausflug wurde nichts mehr an diesem Tag. Dafür erzählten jetzt Kumar und Daniel alles, was sie erlebt hatten, und dankten dem Herrn Jesus für seine Liebe.
Schon zwei Tage später erschien der “Riese” und erzählte, dass es Arul wieder viel besser gehe. Dann schaute er auf Daniels Gesicht, das auf den Mann gerichtet war.

Mann: Vielen Dank dafür, Daniel, vielen Dank für alle eure Hilfe!

Sprecher: Tante Kathia ging mit dem Mann zur Seite, um etwas mit ihm zu besprechen.
Als der “Große” wieder gegangen war, hatte sie eine wunderbare Neuigkeit für die jungen Leute:

Kathia: Sobald Arul transportiert werden kann, will der “Riese” ihn aus der Höhle zu uns auf die Missionsstation hinuntertragen.

Sprecher: Die Freude, die jetzt die kleine Gesellschaft erfüllte, war nicht zu ermessen.

Daniel: Gott hat uns geführt, Kumar! Sind das nicht wunderbare Wege?

Sprecher: Ein paar Tage später war es soweit, und Arul fand eine neue Heimat. Hier wurde er gut gepflegt und mit viel Liebe umgeben. Wohl hatte er noch eine zu schwache Stimme, um zu sprechen, dazu quälte ihn noch das Heimweh nach dem “Riesen”.
Eines Tages, als Dorothea zu dem Patienten hinüber schaute, sah dieser in ihr lächelndes Gesicht und sagte leise:

Arul: Ich möchte auch Jesus Christus als meinen Freund und Erlöser haben.

Sprecher: Aruls Bitte erfreute Daniels und Dorotheas Herz mächtig. Der Kranke verlangte, mit seinem braunen Freund, Kumar, zu sprechen.
Als Tante Kathia ins Krankenzimmer kam, erkannte sie sofort, dass Aruls Gesicht strahlte. Er sagte zu ihr:

Arul: Jesus-Freund, ich möchte wie Du sein! Sage mir, wie das möglich ist!

Sprecher: In diesem Augenblick trat ein Mann über die Türschwelle, und der “Riese” stand vor ihnen. Tante Kathia wandte sich mit Tränen in den Augen zu ihm:

Kathia: Jetzt hat Arul das erste Mal wieder gesprochen!

Mann: Was hat er denn gesagt?

Kathia: Er äußerte sich, dass er auch Jesus als seinen besten Freund haben möchte, und bat: “Sage mir bitte den Weg dazu!” Und Kumar erzählte Arul auf seine Bitte hin, wie er ein Freund von Jesus werden könne, und wie dieser ihm alle seine Sünden vergebe und ihm tiefen, inneren Frieden schenken werde.

Sprecher: Das strahlende Gesicht von Tante Kathia hatte den großen Herrn ganz aus der Fassung gebracht. Bald einmal verabschiedete er sich von der Missionsstation und verschwand wieder in den Urwald. Arul fand Frieden mit Gott und erlebte die Vergebung seiner Sünden. Ja, nun war der Herr Jesus auch sein bester Freund geworden. Wie freuten sich Daniel und Kumar, dass ihr erlebtes Abenteuer im Urwald solch kostbare Früchte trug.

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Okt 29 2008

Gefunden!

Geschrieben von under Kindergeschichten

Gefunden, eine christliche Geschichte für Kinder

An einem schönen, warmen Sommerabend spielte Maria mit ihrem Spielzeug im Garten. Da sah sie, dass die Gartentür offenstand. Schnell sprang sie auf die schöne große Wiese hinaus, um einen farbenprächtigen Blumenstrauß für die Mutti zu pflücken. Dabei vergaß sie das Gebot der Mutter, nie allein vom Hause fortzugehen, ohne die Mutter gefragt zu haben. Sie pflückte eine Blume nach der anderen und kam immer weiter vom Weg ab. Auf einmal erblickte sie einen wunderschönen Vogel mit blauen Federn und einem langen Schwanz, der an einem Bächlein hin und her flog. Maria dachte: vielleicht kann ich den Vogel fangen und ihn dann in einen Käfig sperren. Aber der Vogel flog immer davon, und so kam sie immer weiter von zu Hause fort. Die Sonne war schon hinter den großen Bäumen untergegangen, es wurde schnell dunkel. Ängstlich schaute nun das kleine Mädchen umher, ob nicht jemand da sei, der sie wieder nach Hause bringen könnte. Jetzt fing das arme Kind an zu weinen und jammerte: „Vati, hol mich nach Hause! Mutti, ich finde den Weg nicht zurück!“ Aber alles war still geblieben. Nun kam schon der Mond hinter dem dunklen Wald hervor und leuchtete durch die Zweige.
Ach, dachte das Mädchen, wenn mich Vater und Mutter nicht hören, so hört mich doch der Vater im Himmel, ich will jetzt zu ihm beten. Sie kniete im Gras nieder und bat um Vergebung, dass sie so ungehorsam war und einfach von zu Hause fortlief. Sie bat den Heiland ganz flehentlich, sie doch wieder zu ihren Eltern zurückzuführen. Als sie sich wieder aufgerichtet hatte, sah sie ein schönes, weißes Lamm ganz in ihrer Nähe stehen. Offenbar hatte sich das Tier von der Herde verirrt. Wie freute sich Maria, dass sie nun nicht mehr ganz allein in der Dunkelheit war; das Lamm schien sich auch zu freuen, dass Maria ihm Gras zu fressen gab, es blökte und fraß aus ihrer Hand. Maria umarmte vor Freude das kleine Tierchen, das nun fröhlich an ihrer Seite hüpfte. Maria war überzeugt, dass Gott ihr das Lamm gesandt hatte, damit es ihr den Weg nach Hause zeigte, so lief sie immer dem Tier nach.
Inzwischen bemerkten die Eltern, dass Maria nicht mehr im Garten spielte. In großer Sorge suchten sie überall das Kind. Es war eine friedvolle Nacht, hinter den Büschen schwärmten die kleinen Glühwürmchen. Die Eltern riefen hin und wieder nach ihrem Töchterchen: „Maria!“ Aber sie bekamen keine Antwort. Plötzlich sahen sie eine unheimliche Männergestalt aus dem Wald kommen. Da bekamen die Eltern große Angst, sie meinten, es sei vielleicht ein Verbrecher, der die kleine Maria entführt habe. Aber es war der Hirte, der sein verlorenes Schäflein suchte. So suchten sie nun zu dritt.
„Vielleicht gehen wir einmal in diese Richtung“, meinte der Mann zu seiner Frau. Da hörten sie plötzlich ein jämmerliches Blöken. „Das ist mein Schäflein!“ schrie der Hirte und rief es. Da kam das Schäflein schnell durch das Gebüsch gelaufen. Aus derselben Richtung vernahmen die Eltern ein jämmerliches Weinen: „Lauf doch nicht fort, mein liebes Schäflein!“ Nun hatten auch die Eltern ihr Kind gefunden. Alle falteten ihre Hände und dankten Gott für das wiedergefundene Kind und auch für das Schäflein.

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Okt 29 2008

Stehlen lohnt sich nicht

Geschrieben von under Kindergeschichten

Stehlen lohnt sich nicht, eine christliche Geschichte für Kinder

Ährensammeln ist eine mühsame Arbeit. In der großen Hungerszeit, nach dem letzten großen Krieg, kamen die Menschen in großen Scharen aufs Land, um alle liegengebliebenen Ähren aufzulesen. Brot bekamen sie nur, wenn sie Lebensmittelkarten hatten oder eine bestimmte Menge Korn beim Bäcker oder Müller eintauschten. Unsere Lebensmittelkarten waren immer sehr bald verbraucht. Dann sagte unsere Mutti immer, wenn Erntezeit war: „Kommt, wir gehen auf die abgeernteten Getreidefelder, um Ähren aufzulesen.“ Mein Bruder Peter war immer dabei der Fleißigste. Wir anderen konnten unser Säcklein nicht so schnell vollsammeln. Wenn die Sonne heiß von Himmel herunterbrennt, dann ist es sehr mühsam, sich wegen jeder einzelnen Ähre zu bücken. Denkt euch nur, wie viel tausend Ähren gesammelt werden müssen, um das Korn für ein Brot zusammenzubekommen. Die Ähren wurden daheim in einen großen Sack getan, und mit einer Holzkeule klopfte man die Körner heraus.
Einmal hatten wir keine Lust zum Ähren sammeln, deshalb verschwanden wir drei Brüder einfach und liefen zu einem Feld, auf dem Mohrrüben wuchsen. Dort fanden wir noch andere Kinder aus dem Dorf, die fleißig dabei waren, diese roten, spitzen Wurzeln aus der Erde zu ziehen, um später den gestohlenen Vorrat aufzuessen. Es war ein kleiner Witzbold dabei, der rief immer: „Achtung, Achtung, der Bauer kommt!“ Erschrocken blickten wir empor, aber erkannten, dass uns unser Kamerad belogen hatte. Er rief immer wieder: „Achtung, Achtung, der Bauer kommt!“ Weil wir inzwischen wussten, dass das nur ein Scherz war, blickte keiner mehr auf.
Ich hatte mir gerade wieder eine Mohrrübe aus der Erde gezogen und schaute ganz zufällig über das weite Feld. Da sah ich nun wirklich einen Bauern auf einem Fahrrad den Feldweg entlangkommen. Ich schrie: „Da kommt der Bauer, los wir müssen fliehen!“ Nun dachten aber die anderen, ich würde auch nur scherzen und blieben auf dem Feld. Ich packte schnell meine Schuhe und rannte den Feldweg entlang. Während des Laufens verlor ich einen Schuh, da aber der Bauer mit dem Fahrrad viel schneller war als ich, sprang ich über einen breiten Jauchegraben und rannte durch ein Kornfeld, das noch nicht abgeerntet war. Die anderen Buben taten das Gleiche. Jetzt schrie der Bauer: „Elende Diebe, jetzt treten sie mir noch das Korn nieder!“ Alle konnten entwischen, nur mein Bruder war nicht schnell genug. Ihn erwischte der Bauer. Er wollte von ihm wissen, wer alles beim Mohrrüben stehlen dabei war, aber er hat keinen verraten. Als wir wieder zur Mutti auf das Stoppelfeld kamen, heulten wir alle, weil wir ja barfuß waren und auch kein Hemd anhatten, als wir bei der Flucht durch hohe Brennesselbüsche laufen mussten. Au weh, wie hat das am ganzen Körper gebrannt.
„Wenn ihr fleißig mit mir Ähren aufgelesen hättet, wäre euch das nicht passiert, und ihr hättet jetzt auch keine Schmerzen“, sagte die Mutti, und sie hatte vollkommen recht, stehlen lohnt sich nicht, es ist besser, fleißig für etwas zu arbeiten.

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Okt 29 2008

Die falsche Arznei

Geschrieben von under Kindergeschichten

Die falsche Arznei, eine christliche Geschichte für Kinder

Ein Apotheker hatte Nachtdienst in der Stadt und wurde schon dreimal geweckt, weil irgendein Kunde mit einem Rezept vom Arzt kam, um sich eine Arznei zubereiten zu lassen. „Wenn es zum vierten mal klingelt, dann hol mich der Teufel!“ fluchte der Apotheker. Ach, wie oft sprechen die Menschen böse Flüche aus, und dann kommen sie in furchtbare Schwierigkeiten. Wirklich, es klingelte zum vierten Mal, gerade als der Mann sein Deckbett wieder über die Ohren gezogen hatte. Es half nichts, der Apotheker musste hinunter und die Tür öffnen. Ein Knabe, der über das Gebirge gelaufen war, hielt ein Rezept in der Hand, das der Arzt für die kranke Mutter geschrieben hatte. So war der Apotheker gezwungen, die verschriebenen Tropfen zu mischen.
„Musst du gerade jetzt kommen, wo ich eben ins Bett gekrochen bin? Vor einer halben Stunde war schon jemand da, hättest du nicht eher kommen können, dann brauchte ich nur einmal aufzustehen!“ schimpfte der Mann, der im Schlafrock den verschüchterten Knaben in die Apotheke führte.
Als nun die Medizin fertig war, stürmte der Junge, so schnell er konnte, zur Tür hinaus. Der Apotheker räumte eben noch die Flaschen fort. Dabei entdeckte er mit großem Schrecken, dass er in die Medizin, ohne das er es gemerkt, ein schreckliches Gift gemischt hatte. Er wusste genau, wenn die Mutter diese Tropfen nehmen würde, müsste sie sterben. – In großer Todesangst kniete der Apotheker nieder und rief zu Gott: „Herr, erbarme dich! Herr, erbarme dich, damit kein Unglück passiert. Rette diese Frau und mich damit durch meine Fahrlässigkeit kein Mensch sterben muss und ich zum Mörder werde.“
Da erklang zum fünften Mal die Klingel an der Ladentür. Zitternd und weinend stand derselbe Knabe vor der Tür: „Ach bitte, seien Sie nicht böse, dass ich noch einmal störe“, bat der Junge, „aber ich bin im Dunkeln gefallen, und dabei ist die Flasche zerbrochen – bitte machen Sie die Arznei noch einmal zurecht, damit meine Mutter nicht stirbt!“
Mit großer Freude empfing der Apotheker jetzt den Jungen. Diesmal gab er ihm die richtige Medizin. Nein, nicht der Teufel hat ihn geholt, sondern Gott ließ ein großes Wunder geschehen, indem er die Flasche mit dem Gift zerbrechen ließ. Wenn wir in Not sind, sollen wir immer gleich den Herrn um Hilfe bitten.

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