Archive for Juni, 2008

Jun 13 2008

Die zerbrochene Vase

Geschrieben von under Kindergeschichten

Die zerbrochene Vase, eine christliche Kindergeschichte

An einem Samstagnachmittag wollte das Ehepaar Markow jemandem einen Besuch abstatten. Ihre Kinder blieben alleine zu Hause. Deshalb sagte die Mutter vor dem Weggehen:
„Seid artig, Kinder, und tobt nicht so wild herum!“, dabei zeigte sie auf die große schöne Vase, die auf dem Tisch stand, und fügte noch hinzu:
„Achtet besonders auf die Vase und zerschlagt sie nicht. Michael, du stellst sie am besten auf den Schrank. Ihr könntet sie aus Versehen von Tisch stoßen und dann…“
„Mutti, lass die Vase hier stehen“, bat Waldemar, „so sieht es viel schöner aus.“
„Wir passen schon auf, dass nichts passiert“, versicherte Michael.
Die Eltern gingen aus dem Haus. Michael schloss die Tür ab und wollte etwas sagen, doch Vera kam ihm zuvor:
„Wollen wir <Gottesdienst> spielen?“
Die Jungen waren einverstanden.
„Setzt euch!“ befahl Michael.
„Du, Viktor, wirst der Chordirigent sein und ich bin jetzt der Prediger.“
„Waldemar und ich, wir sind der Chor“, sagte Vera eifrig und stellte die Hocker zurecht.
„Wir werden alle zusammen den Chor bilden“, verbesserte Michael. „Auch ein Prediger kann im Chor mitsingen.“
Sie spielten den Gottesdienst nach, den sie immer mit ihren Eltern besuchten. Zuerst beteten sie, dann sangen sie das Lied: „Gott liebt die kleinen Kinder.“
Danach stellte sich Michael in die Mitte des Zimmers.
„Ich lese jetzt den 16. Vers aus dem 3. Kapitel des Johannesevangeliums“, sprach er. „Also hat Gott die Welt geliebt, dass Er Seinen eingeborenen Sohn gab, auf das alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Michael machte die Bibel zu und legte sie vorsichtig auf den Tisch.
„Gott liebt alle Menschen, obwohl sie oft sündigen“, er sprach wie ein richtiger Prediger. „Damit wir nicht verloren gehen, sandte Gott Seinen Sohn Jesus Christus in unsere Welt. Obwohl Er selbst keinerlei Schuld hatte, ließ er sich trotzdem für uns und unsere Sünden kreuzigen. So tilgte Jesus unsere Schuld…“, dann stockte Michael einen Augenblick, denn er wusste nicht mehr, was er weiter sagen sollte. So schloss er mit einem „Amen“ ab.
„Amen“, wiederholte gemeinsam die kleine Versammlung.
„Lasst uns nun das Lied: ,Herr, ich bin ein kleines Kind` singen“, bat Vera.
„Aus Liebe zu mir verlorenen Menschen, wurdest Du ein Kind. Und hast mich mit Deinem Blut erkauft…“, sangen die Kinder vereint. Dann beteten sie zum Abschluss.
Die „Versammelten“ waren noch nicht auseinander gegangen, als Waldemar ausrief:
„Und jetzt spielen wir Blinde Kuh!“
Alle freuten sich.
Als sie Michael die Augen zugebunden hatten, verteilten sie sich im Zimmer.
„Aber nicht in ein anderes Zimmer gehen!“ forderte Michael sie auf. Er breitete seine Arme aus und ging langsam in die Richtung des Zimmers, aus der leise Geräusche kamen. Dort hatte sich Vera ganz klein gemacht und saß zusammengekauert auf dem Boden. Sie hoffte, dass Michael sie so nicht finden und berühren würde. Aber er tastete die Wand bei ihr sorgfältig ab und ließ plötzlich seine Hände schnell fallen, gerade auf ihren Kopf. Doch Vera raffte sich sofort zusammen und schlüpfte unter den Tisch. Michael folgte eilig ihren Geräuschen. Als Vera an der anderen Seite unter dem Tisch hervorkroch, stieß sie in der Hast an ein Tischbein… – Die Vase kippte durch diese Erschütterung um, und bevor die Kinder zur Besinnung kamen, fiel sie auf den Fußboden und zerbrach mit einem harten Knall beim Aufschlag in viele Scherben.
Vera stieß einen grellen Schrei aus und presste sich vor Schreck die Hände auf den Mund.
„Wer hat das gemacht?“ schrie Michael bestürzt und riss sich die Binde von den Augen.
„Sie!“ zeigte Viktor sofort auf Vera.
„Du kriegst aber heute was von Papa…“
„Warum bist du nur unter den Tisch gekrochen?“ sagte auch Waldemar vorwurfsvoll.
Vera weinte laut los. Es tat ihr nicht nur um die Vase sehr leid, sie hatte sich auch heftig erschreckt. Sie wusste, dass auch am heutigen Abend, wie auch sonst immer, der Vater die versammelten Kinder fragen würde, was im Laufe des Tages alles vorgefallen sei und dann würde die zerbrochene Vase besonders zur Sprache kommen.
Viktor sammelte vorsichtig die Scherben auf.
„Michael, du bist auch schuld“, bemerkte er.
„Hättest du die Vase auf den Schrank gestellt, wie Mama es gesagt hat, dann wäre dieses nicht passiert.“
Die Freude am Spiel war den Kindern völlig vergangen. Jeder zog sich mit einer Beschäftigung an irgendein Plätzchen zurück. Im Haus war es mäuschenstill geworden. Man hörte nur das regelmäßige Ticken der Uhr.
„Wer ist nun eigentlich schuld?“ fragte sich Michael selbst erneut.
„Wahrscheinlich Vera, weil sie ja den Tisch angestoßen hat und der Vater wird sie deshalb bestrafen…“
Er atmete tief auf. Ihm tat die Schwester leid.
„Wie ist es, wenn ich die Schuld auf mich nehme…?“, dachte er.
Zwei entgegengesetzte Stimmen kämpften in Michaels Herz: „Wenn ich die Schuld auf mich nehme, werde ich bestraft. Und wofür? Ich habe die Vase doch nicht kaputtgemacht!“ Er wollte sich schon mit dem letzten Gedanken ganz beruhigen, als ihm die Worte, die er vor kurzem während ihrer Versammlung gesagt hatte, wieder einfielen.
„Jesus hat die fremde Schuld auf sich genommen…“ Da hob er entschlossen den Kopf und sagte: „Weine nicht mehr, Vera! Papa wird dich nicht bestrafen. Ich nehme deine Schuld auf mich.“
Die Kinder schauten sich erstaunt an. So etwas hatte es bei ihnen noch nie gegeben.
„Wieso – eine fremde Schuld auf sich nehmen? Geht denn das überhaupt?“ schluchzte Vera und wischte sich die Tränen ab. „Ich bin doch eigentlich schuld und du bist unschuldig.“
„Na und! Jesus hatte ja auch keine Schuld und ist für uns ans Kreuz gegangen.“
„Warum willst du allein Veras Schuld auf dich nehmen?“ warf Viktor überraschend ein. „Ich will es vielleicht auch.“
„Nicht du, ich war es, der nicht auf Mama gehört hat“, antwortete Michael bestimmt.
Doch Viktor wollte auch gern seinem Schwesterchen helfen und so verteidigte er sich weiter: „Jesus hatte auch nicht Böses getan. Er nahm einfach die Sünden aller Menschen auf sich. So war es.
Vera, ich möchte auch deine Schuld mittragen.“
„Ja willst du denn lügen?!“ Michael wurde unruhig.
„Papa wird fragen, ,Wer hat die Vase zerschlagen?` , und was wirst du antworten?“
Daran hatte Viktor gar nicht gedacht. Es schien, dass es doch nicht so einfach war, die Schuld eines anderen auf sich zu nehmen.
„Und was wirst du sagen?“ wiederholte er fragend.
„Ich sage, dass ich schuld bin. Ich habe ja tatsächlich nicht auf Mama gehört. Und Vera soll dann einfach schweigen“, meinte Michael.
Vera hörte dem Gespräch aufmerksam zu und weinte nicht mehr. In ihrem Herzen gab es einen schweren Kampf. Alles bekennen – davor hatte sie Angst, aber schweigen – das gleicht einer Lüge.
„Nein, ich erzähle alles so wie es war“, entschloss sie sich. „Ich habe den Tisch angestoßen, dass die Vase herunterfiel und…“
In diesem Moment klopfen die Eltern an die Haustür. Michael öffnete und ging zurück ins Wohnzimmer, wo Viktor, Waldemar und Vera verwirrt saßen.
Papa und Mama wunderten sich über die ungewöhnliche Stille im Haus. Sie folgten Michael.
„Warum seid ihr alle so bedrückt?“ lächelte der Vater.
Die Kinder schwiegen.
„Ist etwas passiert?“ fragte die Mutter beunruhigt.
„Wir haben die Vase zerschlagen…“, gab Michael zu, „ich bin schuld, weil…“
„Nein, Papa, ich bin schuld!“ unterbrach Vera ihn.
„Michael, erkläre bitte, wie es dazu kam und wer tatsächlich Schuld hat“, forderte der Vater ihn auf.
Michael musste nun alles erzählen, wie sie „Blinde Kuh“ gespielt hatten und wie die Vase dabei entzwei ging.
„Verzeih mir, Mama, dass ich nicht auf dich gehört habe…“, sagte er.
Der Vater stand auf und ging eine Weile im Zimmer hin und her. Fragend schwiegen die Kinder, denn sie sahen beim Vater einen gütigen Gesichtsausdruck. Mit einem mal war ihnen klar, dass heute keiner bestraft würde.
Der Vater konnte seine Kinder einfach nicht wieder erkennen. Gewöhnlich, wenn etwas passiert war, versuchte einer dem anderen die Schuld zuzuschieben, und es war meist schwer herauszufinden, wer tatsächlich der Schuldige war. Aber heute war es ganz anders. Eine langersehnte Veränderung war bei den Kindern eingetreten.
„Natürlich ist es sehr schade um die schöne Vase“, sagte der Vater, jedes Wort wählend, „aber für Mama und mich ist es noch wichtiger, dass ihr nicht lügt und die Schuld dem anderen in die Schuhe schiebt. Es wäre schön, wenn ihr immer so handeln würdet.“

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Jun 10 2008

Die Engel behüten uns…

Geschrieben von under Kindergeschichten

Die Engel behüten uns…, eine christliche Kindergeschichte

Zwei Kinder waren auf dem Feld, um bei der Ernte zu helfen. Sehr schnell zog ein furchtbares Gewitter auf. Am Himmel wurde es so dunkel, dass man Angst bekommen konnte. Die Pferde scheuten und gingen dem Bauern durch. Alles rannte panikartig vom Feld, nur Johanna und der kleine Stephan konnten nicht so schnell fliehen. Donner und Blitz wechselten ununterbrochen ab. Die Kinder fürchteten sich sehr. Stephan fragte die Johanna: »Was sollen wir nur tun? Wir werden ganz nass, und wenn ein Blitz einschlägt, dann sind wir tot.«
»Hab nur keine Angst, kleiner Stephan!« sagte Johanna, »der Heiland hat seinen Engeln befohlen, dass sie uns behüten. Wir laufen dort hinüber in die Feldscheune und beten zum Vater im Himmel. Der allmächtige Gott wird uns behüten!« Grell zuckten die feurigen Blitze zur Erde. Die beiden rannten in die Scheune und knieten dort nieder. Ständig wurde das Gebäude von neuen Blitzschlägen erschüttert. Johanna deckte den kleinen Stephan mit ihrem großen Tuch zu und rief zum Herrn: »Lieber Herr Jesus, du hast doch damals deine Jünger auch aus dem furchtbaren Unwetter gerettet. Hilf du uns auch jetzt aus der großen Not!« Der Sturm heulte um die Feldscheune, es schien, als würde das Dach davon gerissen werden. Die Blitzschläge kamen immer näher. Als Johanna empor sah, erblickte sie am Scheunentor eine leuchtende Gestalt, die ihr zuwinkte, die Scheune zu verlassen. Was sollten die Kinder tun? Noch nie hatte Johanna solch eine herrliche Gestalt gesehen. Der Engel Gottes winkte ganz intensiv und blickte sie liebevoll an.
»Stephan, komm, wir müssen aus der Scheune fliehen!« rief Johanna.
»Aber wohin sollen wir denn bei diesem furchtbaren Regen gehen?« fragte er mit angsterfüllter Stimme.
»Komm, Stephan, der Herr Jesus wird uns behüten!« Schnell liefen die Kinder zum Scheunentor hinaus. Es hagelte jetzt heftig vom Himmel. Der Sturm war so stark, dass ihnen fast der Atem wegblieb. Einige Meter von der Scheune entfernt stand ein alter Erntewagen. Unter diesen Wagen krochen die Kinder und beteten laut zum Vater im Himmel: »Herr Gott, hilf uns doch bitte, Jesus Christus, hilf uns, wir haben solche Angst! Bitte, bitte, hilf uns!«
Plötzlich gab es einen ohrenbetäubenden Knall, der Blitz schlug in die Feldscheune ein. In Sekundenschnelle stand das ganze Stroh lichterloh in Flammen. – Bald hörte das entsetzliche Gewitter auf. Die Scheune brannte in wenigen Minuten bis auf den Grund nieder. Aber die Kinder waren durch den Dienst der Engel Gottes gerettet. Ihre Eltern umarmten sie und weinten vor Freude, als sie hörten, wie herrlich der allmächtige Gott sie aus der größten Not gerettet hatte.

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Jun 10 2008

Der unglückliche Reiche

Geschrieben von under Kindergeschichten

Der unglückliche Reiche, eine christliche Kindergeschichte

Auf einem Schulhof stehen die Kinder und prahlen: »Mein Vater hat einen Mercedes!« – »Und meiner hat einen Porsche, der ist viel schneller!« – »Wir haben eine Villa!« – »Meine Eltern besitzen ein Schloss!« – »Mein Vater ist Bürgermeister!« – »Mein Vater ist Oberregierungsrat!« – »Und was ist denn dein Vater?« fragen sie einen armen Jungen. »Mein Vater ist Klamotteur!« – »Was ist denn das für ein Beruf?« wollten sie wissen. »Das sage ich euch nicht«, rief der Arme und verschwand. Sein Vater war arbeitslos und musste nun beim Straßenbau Klamotten, das heißt Steine fahren. Deshalb schämte sich der Junge und sagte, sein Vater sei »Klamotteur«.     .
Der Lehrer, der dieses Gespräch gehört hatte, las den Kindern eine lehrreiche Geschichte vor: »Kunz ging einmal über Land und kam matt und verdrossen bei einem Gasthof an, wo er sich einen Krug Bier und ein Stück schwarzes Brot geben ließ. Er war unzufrieden, dass er seine Reise zu Fuß machen musste und dabei nichts Besseres essen konnte.
Kunz saß noch nicht lange im Gasthof, da kam ein schöner Wagen gerollt, in dem ein reicher Mann saß, der sich ein Stück kalten Braten und eine Flasche Wein reichen ließ, was er in seinem Wagen verzehrte. Kunz sah ihm neidisch zu und dachte, wenn er es doch auch so gut hätte. Der Reiche merkte es und sagte zu ihm: >Hättest du wohl Lust, mit mir zu tauschen?< – >Das ist doch gar keine Frage. Natürlich würde ich gern tauschen<, antwortete Kunz, ohne sich lange zu bedenken. >Geben Sie mir Ihre Kutsche, und ich will Ihnen alles geben, was ich besitze.<
Jetzt befahl der Reiche seinen Dienern, dass sie ihn aus dem Wagen heben sollten. Welcher Anblick! Seine Füße waren gelähmt, er konnte nicht stehen, sondern musste sich von seinem Diener so lange halten lassen, bis die Krücken herbeigebracht waren, auf die er sich stützte. >Nun<, fragte der Reiche, als er sich zu Kunz an den Tisch gesetzt hatte, >hast du noch immer Lust, mit mir zu tauschen?<
>Um alles auf der Welt, nein!< gab der erschrockene Kunz zur Antwort. >Ich will lieber schwarzes Brot essen und mein eigener Herr sein; als Wein und Braten haben und mich wie ein kleines Kind von anderen umhertragen zu lassen. Gott behüte euch!< Mit diesen Worten stand er auf und ging fort.
>Hast recht!< rief ihm der Reiche nach, >könntest du mir deine gesunden Beine geben, du solltest meinen Wagen, meine Pferde, mein Geld, alles dafür haben. Ein gesunder armer Mann ist glücklicher als ein steinreicher Krüppel.<<<     .
Ach Kinder, wir wollen immer dankbar sein und daran denken, Gesundheit ist ein großes Gut. »Dich allein – denn alle Freuden hab ich, wenn ich Jesum hab. Leben, Wohlsein, alles, alles geb ich hin für diese Gab. Dich allein, dich allein, Herzensheiland, dich allein!«

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Jun 10 2008

Der Schatz der Schnecke

Geschrieben von under Geschichten aus dem Leben

Die Tiere hielten eine Versammlung ab und begannen sich darüber zu beklagen, dass die Menschen ihnen immer wieder Dinge wegnähmen.
„Sie klauen meine Milch“, schimpfte die Kuh.
„Sie stehlen meine Eier“,  jammerte die Henne.
„Sie nehmen mein Fleisch und machen Speck daraus“, beschwerte sich das Schwein.
„Sie machen Jagd auf mich wegen meines Öls“, entrüstete sich der Wal.
Und so ging es fort.
Schließlich meldete sich die Schnecke zu Wort: „Ich habe etwas, was sie auch gerne hätten, sogar mehr als alles andere. Etwa sie was mir gerne wegnähme, wenn sie könnten.“
„Und was ist das?“ fragten die anderen Tiere ganz gespannt.
Die Antwort der Schnecke war kurz: „Ich habe ZEIT.“

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