Archive for Juni 1st, 2008

Jun 01 2008

Ein Korb mit Äpfeln

Geschrieben von under Kindergeschichten

Ein Korb mit Äpfeln, eine christliche Kindergeschichte

Mit 12 Jahren bekehrte sich Peter zu Gott. Er glaubte fest, dass, Jesus Christus ihm seine Sünden vergeben hatte, deshalb versuchte er, mit seinem Wandel weder Gott noch seine Eltern zu betrüben. Es gelang ihm aber nicht immer. Manchmal war er zu faul, den Müll hinaus zu tragen, so dass die Mutter ihn etwas tadeln musste. Manchmal war er böse und stritt’ sich mit seinen Geschwistern. Manchmal trug er auch eine Beleidigung in seinem Herzen.
Auch unter seinen Freunden hatte Peter es nicht leicht. Oft verstanden sie ihn nicht und lachten über sein Verhalten. Dann bat er Gott um Hilfe, seinen Freunden zu vergeben.
Im Herbst geschah etwas, was Peter nie in seinem Leben vergessen wird. Seit diesem Vorfall liebte er Gott noch mehr als vorher und versuchte, in allem untadelig zu leben.
Es war ein trüber, regnerischer Tag. Unbarmherzig riss der Wind die letzten Blätter von den Bäumen. Feine Regentropfen verschwanden immer wieder in den Pfützen. In dieser Zeit wäre es viel angenehmer, in einem warmen gemütlichen Zimmer zu sitzen. Aber Peter musste zur Schule. Er ging etwas früher von zu Hause, weil er noch seinen Schulfreund Timon abholen wollte. Über die kleinen Pfützen springend, wiederholte Peter den Spruch, den er morgens gelernt hatte. Plötzlich fiel ihm die Predigt von Sonntag ein. Peter konnte sich nur selten an eine Predigt erinnern, aber dieses Mal konnte er die Worte, die Bruder Nikolaj in seiner Predigt gesagt hatte, nicht vergessen. Er las aus Jeremia 32,19:
“Groß von Rat und mächtig von Tat, und Deine Augen stehen offen über alle Wege der Menschenkinder, dass Du einem jeglichen gebest nach seinem Wandel und nach der Frucht seines Wesens;”
Bruder Nikolaj erinnerte, dass Gott alles sieht. Seine Augen stehen offen über die, die gerecht vor Ihm leben, deshalb können wir uns zu jeder Zeit, mit unseren Nöten sich zu Ihm wenden. Und dann sagte er noch, dass Gott den Menschen auch dann sieht, wenn er sündigt.
“Auch mich sieht Gott!” freute sich Peter.
“Man muss immer so handeln, dass man sich vor Ihm nicht zu schämen braucht.”
Als Peter zu Timons Elternhaus kam, klopfte er energisch an.
Draußen war es nass und unbehaglich, und er wollte gerne schnell ins Haus hineingelassen werden. Als auf sein Klopfen niemand öffnete, stieß Peter die Tür leicht an, und sie öffnete sich. Peter schaute herein.
“Bestimmt ist Timon rausgegangen, seinen kleinen Hund zu füttern. Ich warte noch etwas.” Als Peter ins Haus trat, sah er auf dem Fußboden einen Korb voller Äpfel stehen. Er roch den verführerischen Duft der Äpfel. Peter würde gerne einen essen.
“Wenn ich einen nehme, würde es keiner merken!” fuhr es ihm durch den Sinn. “Auch Timon würde mir sicher einen anbieten …..
Peter kam näher zum Korb und streckte unentschieden seine Hand aus. “Deine Augen stehen offen über alle Wege der Menschenkinder, dass du einem jeglichen gebest nach seinem Wandel und nach der Frucht seines Wesens;”, kam es ihm plötzlich in den Sinn. Er schämte sich innerlich. Den Kopf eingezogen, setzte er sich auf einen Stuhl. Sein Gesicht glühte.
“Herr, vergib mir!” betete er in Gedanken.
“Wer ist da?” fragte plötzlich aus der halb geöffneten Tür eine alte Stimme. Peter erschrak und errötete noch mehr.
“Das bin ich, Peter!” antwortete er, erhob sich und ging zu Timons Opa.
“Ach so! Timon erzählte mir von dir. So, dann bist du zu Timon gekommen?! Er sagte, dass du an Gott glaubst. Stimmt das?”
“Ja”, antwortete Peter.
“Du bist ehrlich, wie ich sehe. Ich habe gesehen, wie du einen Apfel nehmen wolltest und es doch nicht getan hast. Könnte sein, dass du doch Furcht vor Gott hast …“
Die Tür öffnete sich, und Timon trat ins Haus. “Hallo Peter! .. lächelte er.
“Gut, dass du rein gekommen bist! Ich bin gleich fertig…..
Timon zog seine, Jacke an, nahm seine Schultasche und winkte
Peter: “Komm!”
“Wartet! Wartet!” hielt der Opa sie auf. “Nehmt jeder einen Apfel für den Weg mit.”
Er nahm zwei große Äpfel und reichte sie den Kindern.
“Vielen Dank!” Zufrieden machten die Jungen sich auf dem Weg.
Begeistert erzählte Timon von seinem kleinen Hund, aber Peter dachte immer wieder daran, wie er einen Apfel unbemerkt nehmen wollte.
“Wie gut, dass Gott mich vor dem Stehlen bewahrt hat!” freute Peter sich und genoss den saftigen Apfel.
“Mit welch einem Gefühl würde ich einen gestohlenen Apfel essen?” dachte er, “und der Großvater gab uns noch die größten … ” Peter dankte Gott, dass Er ihm geholfen hatte, über die Sünde zu siegen.

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Jun 01 2008

Der Weg zur Freiheit!

Geschrieben von under Freiheit

Der Weg zur Freiheit, ein christliches Anspiel zum Thema Freiheit für 12 Personen

Sprecher: Das folgende Stück ist ein Tatsachenbericht, in dem nur die Namen geändert wurden.

Peter: Endlich ist es soweit, jetzt geht’s in die Freiheit!
Frei vom täglichen Druck der Eltern. Die Mutter, sie meint es ja gut, aber wie lästig sind doch die Fragen: „Kind, betest du noch?“ „Liest du die Bibel?“ „Was sind das für Bücher in deinem Zimmer?“
Frei von dem Besuch der Versammlungen, wo einige der Prediger mit kläglich weinender Stimme zur Buße aufrufen. Das ist am Sonntag, aber im Alltag sind es Betrüger, die nur ihren eigenen Nutzen suchen.
Frei von diesen sogenannten „Freunden“, diesen Kindern der Gläubigen, diesen frommen Heuchlern. Am Sonntagmorgen sitzen sie schön in der Kirche, aber am Abend schleichen sie paarweise ins Kino. Letztens kam ich unerwartet herein, da tranken sie Wein. Auf meine Frage, was eigentlich los wäre, sagte Jakob: „Wir gehen gleich zu den Mädchen, da sind wir durch den Alkohol ungehemmter.“ Sind das Freunde? Jakob, wie tat er, als ob er mich nicht kenne, als ich in eine Prügelei verwickelt wurde und er mir helfen konnte, aber zu meinen Feinden hielt, sich abwandte, als ob er mich nicht sähe? Nur Andreas war eine Ausnahme, aber leider zog seine Familie in eine Großstadt und so hat sich unsere Freundschaft verloren. Aber er bot mir ein Zimmer bei ihnen an, und da werde ich jetzt studieren, also bald sind wir wieder zusammen.

Sprecher: So in Gedanken versunken fuhr Peter von Zuhause fort. 1500 Kilometer von seinem Dorf entfernt, wollte er studieren. Er war in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen und wollte nun mit 17 Jahren seine eigenen Wege gehen. Als er endlich in der Stadt angekommen war, musste Peter feststellen, dass er zu spät kam, die Studienplätze waren alle belegt. Er hätte die Bewerbungsunterlagen schon vor 2 Monaten einsenden müssen. Was sollte er jetzt tun? Zurückfahren?

Peter: Zurückfahren? Unmöglich, Vater sagte: „Junge, du warst ja immer bei uns Zuhause, ich glaube du schaffst es nicht alleine in der Ferne zu leben und du kommst bald wieder zurück.“ Da irrt er sich, zurück fahre ich nicht. Aber was kann ich tun? Zuerst brauche ich eine Wohnung und Arbeit, denn ohne Geld geht es ja nicht. – (nachdenkliche Pause) Moment, ich habe einen Ausweg. Sweta, meine Schwester, wohnt auch in einer Großstadt. Sie bot mir an bei ihr zu wohnen und zu lernen, aber die Eltern wollten es nicht so gern, weil sie ja kein „christliches Leben“ führt. Was soll’s, auf zur Schwester.

- Musik -

Sprecher: Er nahm den nächsten Zug, und weiter ging die Fahrt. Im Bahnhof angekommen wurde er von seiner Schwester mit Blumen begrüßt und freudig in Empfang genommen.

Sweta: Wie gut, dass du gekommen bist, nur keine Sorge, wir schaffen das schon. Wir finden schon einen Ausbildungsplatz. Eine Großstadt ist ja kein Dorf. Aber jetzt los, zu uns nach Hause. – (Gehen, setzen sich an den Tisch)

Sweta: So, da sind wir. Mischa ist noch auf Arbeit und die Kinder sind in der Schule, so haben wir ein bisschen Zeit, wir haben uns ja schon lange nicht mehr gesehen. Das müssen wir jetzt feiern, hier ist dein Glas. „Prost“

Sprecher: Peter zögerte, Sweta merkte es und sprach ihn an.

Sweta: Hör mal Peter, dies ist ein echter Traubenwein, du bist jetzt hier und nicht zu Hause. Trink ruhig, du bist ja kein Kind mehr und ich nehme an auch nicht feige, oder?

Peter: (zu sich selbst) Als feige und kindisch möchte ich ja nicht unbedingt bezeichnet werden, außerdem was ist schon dabei, ich möchte Sweta ja auch nicht gleich in den ersten Stunden beleidigen, also… (zu Sweta) „Prost“

Sprecher: So blieb Peter bei seiner Schwester. Er wurde freundlich von der Familie aufgenommen und nach einigen Überlegungen fuhren sie am anderen Tag zu einem Werk, wo Peter sich vorstellte.

Chef: Ja bitte, was kann ich für Sie tun?

Peter: Ich suche eine Arbeitsstelle oder einen Ausbildungsplatz als Fräser oder Dreher, hier sind meine Unterlagen.

Chef: Oh, ein gutes Zeugnis, aber Sie haben ja noch nicht das 18. Lebensjahr beendet. Besitzen Sie eine Sondergenehmigung, dass Sie die Ausbildung eher machen dürfen.

Peter: Nein, die habe ich nicht.

Chef: Es tut mir leid, aber ich habe kein Recht Sie einzustellen. Wenn Sie den 18. Geburtstag gefeiert haben – Herzlich willkommen! Noch besser, nach dem Militärdienst.

Sprecher: So ging es von Werk zu Werk, von Betrieb zu Betrieb, aber alles war erfolglos. Endlich willigte man im Stadtkrankenhaus, wo Sweta arbeitete, ein, ihn als Lehrling bei einem Elektromeister Alexej einzustellen.

Alexej: Oh, bei mir wirst du es gut haben, ich bringe dir auch bestimmt einiges bei, aber zum Anfang hole mal eine Flasche Wein. Das Geschäft ist hier um die Ecke.

Sprecher: Der innere Kampf begann: Soll ich gehen oder nicht? Doch dann ging Peter.

Alexej: Gut hast du das gemacht, auch noch Brot, Wurst und Käse dazugekauft. Deine Schwester sagte, du glaubst an Gott? Ich glaube auch. Aber ich trinke oft aus Verzweiflung. Meine Frau ist seit 12 Jahren gelähmt. Sie ist immer unzufrieden, das Essen, das ich ihr koche, schmeckt ihr nicht, die Wäsche, wie ich sie wasche und bügle ist auch nicht gut genug. Alles was ich mache nervt und ärgert sie. Die Kinder sind schon alle aus dem Haus, in allem stehe ich allein. Hier die Arbeit, zu Hause die Pflege meiner Frau und der ganze Haushalt und nur immer Unzufriedenheit, sogar noch Eifersucht. Dann trinke ich manchmal ein Schnäpschen und vergesse alles. Möchtest du eine Zigarette rauchen?

Peter: Nein, danke ich rauche nicht.

Alexej: Ist ja auch besser.

Sprecher: So ging Peter jetzt Tag für Tag zur Arbeit, abends saß die Familie vor dem Fernseher. Was sollte Peter anderes tun, er hatte noch keine Freunde gefunden. Am Wochenende sagte seine Schwester dann zu ihm:

Sweta: Hör mal, ich habe hier den Nachbarjungen in deinem Alter von dir erzählt, sie sind auch noch etwas verwandt mit meinem Mann. Sie wollen dich zur Jugendstunde mitnehmen, gehst du mit?

Peter: Oh ja, gerne.

Viktor: Hallo, ich bin der Viktor und dies ist mein Bruder Johann. Deine Schwester erzählte uns von dir. Die Jugendstunde wird dir bestimmt gefallen.

Sprecher: Peter traf sich jetzt häufiger mit den Brüdern und es entstand eine Freundschaft. Am Sonntag ging er regelmäßig zum Gottesdienst, nur fehlte der Glaube an Gott. Es war eine Gewohnheit die er von Zuhause beibehalten hatte, mehr nicht. An einem Sonntag sagte Viktor:

Viktor: Heute abend gehen wir ins Kino, kommst du mit?

Peter: Ja, ich komme. – Auch hier das gleiche Spiel: Gottesdienst, Jugendstunde, später Kino, Bier oder Wein, manche gehen auch tanzen. Die Gespräche drehen sich um Mädchen, Sex, Klamotten, Geld. Ein Kreis, und ich drehe mich jetzt auch in dieser Mitte. Naja, das ist nun mal so. Eigentlich mag ich Katja ganz gerne, sie hat noch keinen Freund, ist hübsch, freundlich, unternehmungslustig. Wenn sie mich ansieht, denke ich, dass sie mir gegenüber auch etwas empfindet. Bei nächster Gelegenheit spreche ich sie mal an.

Sprecher: Die Gelegenheit kam schon bald. Als Peter Katja nach der Jugendstunde nach Hause begleitete, sprach er sie an:

Peter: Du Katja, ich habe dich schon eine Weile beobachtet. Du gefällst mir, wollen wir nicht Freunde werden?

Katja: Naja, von mir aus. Wir können es ja mal probieren.

Sprecher: Jetzt gab es für Peter keine freien Abende mehr. Immer war er mit Katja unterwegs, spazieren gehen, Stadtbummel, Unterhaltungen, doch wurde das Band zwischen ihnen nicht stärker, eine echte Liebe entstand nicht.
Die Arbeit im Krankenhaus ging weiter. An einem Tag half Lena, ein Mädchen aus christlicher Familie, Peter, Kisten ins Nebengebäude zu tragen.

Lena: Ich heiße Lena. Ich habe dich bei uns im Bethaus gesehen und beobachte dich auf der Arbeitsstelle, sag mal Peter, bist du ein Christ?

Peter: Ob ich Christ bin? Ich weiß nicht, kann ich mit dir reden?

- Musik -

Lena: Aber Peter, so kannst du doch nicht glücklich sein, wenn du so ein Doppelleben führst. Eigentlich weißt du ja, wie du zu leben hast. In deiner Kindheit warst du sicher glücklicher, als jetzt. Wo kommst du mit so einem Leben hin?

Sprecher: Die Frage blieb unbeantwortet, doch Peter wurde unruhig. Abends erzählte er Katja davon.

Katja: Wieso, was hast du nur? Bist du etwa ein schlechter Mensch? Ich glaube eher, dass dir etwas an Lena liegt.

Peter: Katja, versteh mich bitte nicht falsch, aber wie Lena ihren Glauben lebt, da muss es doch mehr geben, als wir bisher verstanden. Sie ist viel glücklicher.

Katja: Bist du es nicht mehr? Anfangs, als wir zusammen waren, warst du auch noch glücklich.

Peter: Das bin ich ja auch noch…

Katja: Aber?

Peter: Ich weiß nicht, lassen wir das.

Sprecher: Von dem Tag ging es mit der Freundschaft bergab. Eines Tages:

Katja: Hör mal Peter. Ich glaube wir merken beide, dass wir nicht zueinander passen. Wir beenden unsere Freundschaft lieber. Es geht einfach nicht mit uns beiden.

Peter: Eigentlich hast du recht. Aber was sollen wir tun, wir wollen jetzt doch nicht Feinde sein?

Katja: Das nicht, aber es ist besser, wir trennen uns. Mach’s gut. (Sie geht)

Peter: Weg ist sie. Und nun? Lena schätze ich als Christin, sie lebt ihren Glauben. Gibt es doch einen Gott?

- Musik -

Peter: Ich muss noch die Deckenleuchten im Sitzungsraum montieren. Es ist schon 10 min vor fünf gleich ist Feierabend, schnell an die Arbeit und dann nach Hause.

Sprecher: So in Eile, schaltete er die Sicherung nicht ab. Der Raum war hoch und er wollte keine Zeit mit dem Rücken der Tische vergeuden, also stellte er einen Stuhl auf den Tisch und darauf noch einen Hocker und machte sich an die Arbeit. Er entfernte die Isolierung der Drähte und eine ungeheure Kraft warf ihn um. Er rutschte vom Hocker auf den Stuhl, vom Tisch auf den Boden, Hocker und Stuhl folgten. Aber durch ein Wunder war ihm nichts passiert. Er stand auf, machte die Arbeit jetzt ordentlich und fuhr nach Hause.

Peter: Und wenn ich jetzt tot wäre, was dann? Gibt es doch einen Gott? Wo führt solch ein Leben hin?

Sprecher: Es vergingen nur wenige Tage. Peter wollte mit einem Linienbus fahren. Der Bus kam und Peter musste noch die Straße überqueren und ca. 100 m weiter war die Haltestelle. Er lief los, als er plötzlich seinen Namen hörte. Er sah sich um – in diesem Augenblick sauste ein Auto so nah an ihm vorbei, dass es seine Kleider berührte. Der Vater eines Freundes hatte Peter gesehen, als dieser loslief, und ihn gerufen.

Peter: Das ist ja noch mal gut gegangen, beinahe hätte mich das Auto überrollt. Sind das nur Zufälle, oder gibt es tatsächlich einen Gott, der mir den Ernst des Lebens zeigt?

Sprecher: So verging das erste Jahr in der Großstadt. Mit dem 18. Lebensjahr wurde Peter zum Militärdienst einberufen. Vorher fuhr er aber noch nach Hause, um seine Eltern und Geschwister zu besuchen. Es war ein schönes Wiedersehen, doch bald schon gab es eine Abschiedsfeier und los ging’s mit der Eisenbahn zum Bestimmungsort.
Im Wagen herrschte Chaos. Die Neuberufenen fluchten, erzählten Witze, spielten Karten und tranken Alkohol. Der Qualm vom Rauchen hing wie eine dichte Wolke über ihnen: so ging es mehrere Tage.

Peter: So eine Fahrt erlebe ich das erste Mal. Wenn es doch einen Gott gibt, würde ich sagen, eine Fahrt zur Hölle. Und ich, der ich die Freiheit von Gott, von den Eltern suchte, bin doch ein Sklave der Menschen, der Sünde geworden.

Sprecher: Mit diesen Gedanken fuhr Peter dem Ziel entgegen. Ihn quälte ein unruhiges Gewissen, Verachtung sich selbst gegenüber, Schuldgefühle. Er wusste keinen Rat mehr, und so wandte er sich an den einen, der niemals ratlos ist. „Gott im Himmel“, schrie er in seinem Inneren, „wenn es dich gibt, und du Sünder retten möchtest, so zeige es mir. Gib, dass wenn ich ankomme, ich einen echten Christen als Freund kennenlerne, und ein neues Leben beginne.“

- Musik -

Sprecher: Als sie dann endlich am Ziel waren, wurden alle in Gruppen eingeteilt, die jungen Leute sahen erbärmlich aus. Niemand wusste, was weiter geschehen würde. Da kamen plötzlich Soldaten auf sie zu.

1. Soldat: Beherrscht jemand von euch die deutsche oder englische Sprache?

Peter: (zu sich) Ich kann deutsch, aber was soll ich sagen? Nun gut, vielleicht kann es ja auch ein Vorteil sein. (Zu den Soldaten) Ich spreche deutsch.

2. Soldat: Kannst du auch lesen und schreiben?

Peter: Ja.

1. Soldat: (reicht ihm ein Buch) Dann lies mal hier auf dieser Seite, und dann übersetze ihn ins Russische.

Sprecher: Mit dem Lesen hatte Peter keine Mühe, er las den Text ganz flüssig, mit dem Übersetzen wurde es dann schon etwas schwieriger.

2. Soldat: Gut, einen technischen Text zu übersetzen ist nicht so einfach. Wie ist dein Name und das Geburtsdatum? Gut, bleib hier stehen, wir holen deine Unterlagen und dann fährst du bei uns mit.

Sprecher: Jetzt kamen noch einige, die ihre Kenntnisse in deutscher Sprache anboten, aber sie entsprachen nicht den gewünschten Anforderungen. So wurde Peter als einziger von den Tausenden übernommen. Auf der Fahrt zur Einheit, blätterte der Offizier in Peters Unterlagen.

Offizier: Warum bist du kein Mitglied im Komsomol? Bist wohl auch ein Baptist?

Peter: Ja, das bin ich. (Trotzig)

Sprecher: Trotzig kam es von seinen Lippen, aus Gewohnheit, als Gläubiger bezeichnet zu werden, der er doch gar nicht war. Der Offizier hielt ihm daraufhin eine lange Rede über den Schaden der Religion.
In der Einheit angekommen, bekam Peter seine Uniform. Er nähte gerade, als ein Soldat der Wache ihn rief.

Wächter: Komm mal her, du wirst von zwei Soldaten gerufen, da stehen sie.

Andreas: Bist du ein Gläubiger? Wir sind gekommen um dich kennenzulernen. Ich heiße Andreas und er, Johann. Wir sind auch Christen.

Peter: Das ist ja eine Überraschung. Aber Andreas, sag mal, wie kommt es, dass ihr wisst, dass ich hier bin. Ich habe euch vorher nie gesehen, noch von euch gehört.

Andreas: Du sagtest dem Offizier, dass du Baptist seist. Der Soldat, der den Wagen lenkte hörte es mit, kam in die Einheit und sagte mir: „Heute habe ich einen Baptisten wie du es bist, gebracht.“ Da sagte ich Johann bescheid und wir kamen zu dir.

Sprecher: Peter begriff hier war Gott am Werk, der Zweifel floh und er wusste, es muss einen Gott geben. Später diente er mit Andreas zusammen in einer Einheit, sie sangen und beteten zusammen und Peter sah, dass Andreas ein Christ war, der es in der Tat ernst meinte.
So verging noch einige Zeit, Peter merkte immer klarer, was Gott von ihm wollte. So tat er Buße, bekannte seine Sünden und wurde endlich frei. Die Freude überflutete sein Herz und er fühlte die Gewissheit des ewigen Lebens. Er wusste: Ich bin frei! Befreit von Gott, befreit für Gott!

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