Archive for Mai, 2008

Mai 30 2008

Der freie Sklave

Geschrieben von Christ under Freiheit

Der freie Sklave, ein christliches Anspiel zum Thema Freiheit für 11 Personen

Denn ihr seid teuer erkauft! Darum preist Gott mir eurem Leibe. 1.Kor.6,20

Autor: Unvergesslich bleiben die unheimlichen Jahre, als auf dem Markt noch Sklaven verkauft wurden. Man zählte damals die Schwarzen nicht für Menschen. Sie wurden geschlagen und nicht selten geschah es, dass sie auch getötet wurden.
Unter uns bleibt es nur als eine Legende, wie damals Familien und auch ganze Stämme in Reih’ und Glied in Aufsicht der Schutzwache auf den Markt führte. Ihre Freiheit wurde an weiße Leute verkauft und auf ihre Unfreiheit wurden die einen reich und die anderen benutzten sie um sich über sie lustig zu machen, sie zu verspotten und für die schweren und unsauberen Arbeiten auszunutzen.
Und auf so einer Versteigerung, die von dem Geschrei der Kinder und Stöhnen der Mütter, vom lauten Klagen und Jammern und auch vom schimpfen der Unglücklichen geprägt wurde, geschah etwas, wovon wir nun berichten wollen.
(unter Musik) Unter dem Gewölbe der Börsenspekulanten, auf Marmorfliesen, drängen sich die Sklaven, die von irgendjemand hierher gebracht wurden. Hässlich und schändlich sieht der Markt aus auf dem die Ware verkauft wird. Jedoch ist es keine gewöhnliche Ware – es sind Menschen. (Musik ende)

l. Verkäufer: O Georg! Was für eine Begegnung! Das hätte ich aber nie gedacht und hab’s auch nicht erwartet! Mit welchem Wind bist du denn auf dieser Börse gelandet?

2. Verkäufer: Ach, ich brauche einen Hausdiener und wollte mal sehen ob ich etwas Passendes finden würde. Man schafft ja heutzutage nicht alle Sachen alleine zu machen und meine zwei Sklaven sind mir noch zu wenig. Schließlich wächst die Wirtschaft von Tag zu Tag und so eine Arbeitskraft wie die Schwarzen, leistet man sich spielend. Ich habe gehört, dass Sen-Kler hier irgendwo verkauft; er soll nicht viel für eine Seele fordern.

1. Verkäufer: Die Sklaven von Sen-Kler? Davor hüte dich! Was ist da schon für ein Nutzen von den Faulenzern. Glaub mir, die sind frech und ordentlich verwöhnt.

2. Verkäufer: Hab keine Angst, mein Freund, ich werde schon Methoden finden um ihre Faulheit und Frechheit auszuschlagen. Es ist ja bekannt, dass ich in diesen Sachen nicht spaße. Mir brauchst du so einen Unsinn nicht zu erzählen.

1. Verkäufer: Na ja, es gibt da verschiedene Negers. Einer ist aggressiv, der andere gehorcht in allem, bei einem anderem kann man sich nur mit Gewalt durchsetzten.

2. Verkäufer: Na das erzählst du mir umsonst. Bei uns geht es schnell: im Gefängnis wird nicht geschmeichelt. Da bekommen sie es so mit der Peitsche, dass sie schnell erfahren, wo die Krebse den Winter verbringen.
Diesen hier, würde ich zum Beispiel kaufen. Kuck mal her! Mach mal deinen Mund auf! So… so… gut, und wo kommst du her?

Sklave: Ich bin gerade mit einem Dampfer aus Kentucky gekommen.

2. Verkäufer: Erzähl mir mal, was du kannst!

Sklave: Die Wirtschaft hatte ich zu führen.

2. Verkäufer: Die Wirtschaft? Wo hast du denn Lügen gelernt? Ich möchte mir alles andere als einen Lügner anschaffen!

Musik kurz oder Pause

Mutter: O Tochter, Tochter, gib mir die Hand! Ich spüre es schon, dass uns die Trennung bevorsteht.

Tochter: O weine doch nicht, Mutter. Vielleicht werden wir auch zusammen verkauft und bekommen einen gnädigen Herrn. Weine nicht, es wird schon alles gut werden!

Mutter: Ich weiß nicht, ich weiß nicht; aber das Herz spürts, es ist nicht von ungefähr, dass wir hier schon fünf Nächte verbracht haben. Der Herr beschützt uns vom Unglück. Aber Tochter, vergiss meine Anweisungen nicht!

Dscho spricht unter Musik

Dscho: O, wie ich diesen Markt hasse! Ich bin doch ein Mensch! Ein Mensch, und keine Ware! Ich bin doch nicht Schuld, das ich eine schwarze Haut habe! O Gott, wie ist das alles so trostlos! Ich würde überglücklich sein, wenigstens etwas Freiheit zu besitzen! Dann würde ich auch im Regen arbeiten, in der Hitze und Schwüle, auch im Ungewitter! Arbeiten würde ich für Mutter, für Brüder! Aber eins was ich nicht kann, ist für diese Herren zu arbeiten! Wie mir dies alles ekelt! Ich will kein Leben, in dem mir nichts Gutes erwartet. Und wer mich auch kauft, ich werde für ihn nicht arbeiten. Was bin ich für diese weißen Leute? Eine Quelle des Gewinns? Kostenlose Arbeitskraft? O nein, mir ist alles so widerlich….

3. Verkäufer: Was guckst du wie ein Bulle? Geh nach vorne! Was ist mit dir, hast du keine Lust? (Spricht zu den Käufern)
Sehen Sie mal her, meine Herren! Was für ein prächtiger Jüngling! Er arbeitet wie ein Tier! Glaubt’s mir, ich lüge nicht. Er ist gütig und sanft von Natur. Seht nur seine Schultern und Muskeln au! Ackern und säen kann er auch. Die Hitze verträgt er auch 30° C und auch 40° C. Und essen tut er nur die Apfelsinenschalen. Glaubt mir, es ist ein Wunderjunge!

Dscho: Sprich nur was du willst, aber ich werde nicht arbeiten!!

3. Verkäufer: Kommen Sie näher, meine Herren! Kaufen Sie sich doch den meinen! Er arbeitet für zwei und auch für drei. Er bringt Ihnen mehr Wasser als ein Pferd.

1. Käufer: Ich nehme ihn! Ich gebe dir 200 Dollar für ihn.

2. Käufer: Ich biete mehr! 300!

3. Käufer: 500!!

Dscho: (denkt) O, wann ist endlich alles vorbei? Ich bin doch ein Mensch, ich bin doch auch ein Mensch! Würde man mich doch schneller kaufen, damit ich von hier wegkomme. Und doch, ich werde nicht arbeiten, ich werde nicht… Was sind das hier für Preise! Wenn jemand noch mehr bieten würde, würde ich womöglich 1000 Dollar kosten! Von solchen Preisen hat’s mir noch nie geträumt!

Autor: Wir lassen die Sklaven ein wenig bei Seite und stellen uns die Frage: Wie stehe ich vor Gott? Bin ich der Sünde verkauft? Bin ich mit der Welt befreundet? Befinden sich in meiner Seele verschiedene Götzen? Die Unfreiheit bedrückt und bringt Quallen; sie bindet die Füße und Hände. Freiheit, Freiheit, im Tun und in der Bewegung. Wäre es nicht der Ausgang aus diesem Zustand?

Lied

Vorlesen unter Musik: Ps.51,8-13

Autor: Und so steht Dscho auf der betonierter Schaubühne. Eintönig geht es auf dem Handelsmarkt zu. So langsam ging es sich zum Mittag. Man hört immer noch überall wie die Verkäufer schreien, und kaufen die Sklaven.
Um Dscho stand immer noch eine große Menschenmenge. Der Preis stieg immer höher. Auf einmal kam ein älterer Mann dazu:

Herr: Ich nehme den Sklaven!

3. Verkäufer: O, der ist gut! Die Hitze verträgt er sehr gut. Du wirst deinen Entschluss nicht bereuen müssen. Nimm auch gleich die Peitsche mit.

Herr: Behalte die Peitsche! Binde ihn los. Ich gebe für ihn 2000… In Ordnung, komm mit.

Autor: Und nun sind sie auf dem Pfad des Waldes. Er schlängelt sich durch die dichten Wälder des großen Dschungels und verliert sich irgendwo in unbekannter Ferne. Und der Sklave und sein Herr gingen, gingen, gingen.
(unter Musik) Da sieht Dscho einen Vogel auffliegen, der sich dann auf den Ast über dem Pfad niederlässt. Ist es eine kleine Meise oder ein kleiner Spatz? Schaukelnd sieht er Dscho listig an, als wolle er ihn auslachen. Neidisch blickt Dscho auf den Vogel und grollend denk er bei sich: Was gehst du mir an? Würdest du doch lieber wegfliegen. Ach, wenn ich doch an deiner Stelle sein könnte. Doch stattdessen zwitschert der Vogel ihm unaufhörlich zu: Du bist ein Sklave. Hörst du? Du bist ein Sklave!
Nur zu gut weiß Dscho es selber, dass er ein Sklave ist. Nicht umsonst hatte er sein Schicksal nicht nur einmal verflucht.
Er kann sich weder an seinen Vater noch an seine Mutter erinnern. Niemand hatte je mit der Hand über seine Narben gestreichelt. Er kann nie eine eigene Wohnung und eine Familie besitzen. Nicht einmal die Ruhe und Schönheit der Natur darf er genießen. Nicht der blaue Himmel über ihn noch die die hohen Palmen mit ihren breiten Blättern und auch nicht die Kühle des Kokos in der tropischen Hitze sind für ihn. Nur das eine steht ihm völlig zu: das Schicksal, Sklave zu sein.
Ach, nur zu gern hätte er auch nur ein wenig von der Freiheit. Er würde diese Straße gehen und gehen und bräuchte nichts mehr, um glücklich zu sein. Doch – neben ihn geht sein Herr. Er ist kein Freier und kann sich nicht, wann er möchte, auf einen Baumstamm niedersetzen und sich ausruhen und dabei die Welt der Ameisen beobachten, um wenigstens für eine Stunde ober auch nur für eine Minute diesen Satz vergessen zu können: Du bist ein Sklave! (Ende der Musik)
Der Pfad führt sie immer weiter. Einmal in ein tiefes Tal, dann um ein dicht gewachsenes Gebüsch, dann wird er wieder so schmal, dass sie nur hintereinander vorwärts kommen. Doch plötzlich führt er sie auf eine Lichtung hinaus und vor ihnen tritt ein wunderschöner Palast in Sicht.

Dscho: Herr, und ich werde trotzdem nicht arbeiten, ich werde es nicht tun!

Herr: Sieh hin, mein Freund, das ist mein Haus. Doch von nun an wirst du dort der Haushalter sein. Du bist kein Sklave mehr, von nun an bist du frei. Ich habe dich gekauft um dir die Freiheit zu schenken.

Autor: Der Herr sieht ihn mit so einem freundlichen Blick an, dass es keinen Zweifel gibt, dass er die volle Wahrheit spricht.

Dscho: (stammelnd) Ich… ich bin kein Sklave mehr?

Autor: Dscho sieht seinen Herrn verwirrt und fassungslos an.

Dscho: Und das alles haben sie für mich getan?

Autor: Seine kurzen Augenwimpern fingen plötzlich an zu blinzeln und die dicken Lippen zu beben. Ihm liefen, wie bei einem kleinen Kind die Tränen. Der Herr, der Palast, alles um ihn vermischte sich in eins.

Dscho: O mein Herr, ich bin Ihnen von Herzen dankbar; doch wie soll mein Leben ohne Sie weitergehen?
Ich bin in einer Sklavenfamilie geboren; ich bin als ein Sklave aufgewachsen. Ich bitte Sie, mein Herr, o gehen sie nicht weg. Vergeben Sie mir meine Grobheit und meine Rauheit ihnen gegenüber. Ich werde Ihnen von nun an in Treue und Wahrheit dienen. Ich werde arbeiten, ohne von ihnen Lohn dafür zu erwarten. Es gibt doch auf Erden noch Menschen, in denen die Güte wohnt. Ich danke Ihnen, gnädiger Herr, danke auf ewig!

Autor: O, nicht zu beschreiben ist die Freude, die nun Dscho erfüllte. Er hatte sich nur etwas Freiheit gewünscht, nur ein kleines Stückchen, doch plötzlich besaß er die völlige Freiheit. Doch nicht nur das, von nun an hatte er auch einen Herrn als Freund zur Seite, für den er gerne alles tun wollte, um seine Dankbarkeit ihm gegenüber durch seine Taten zu beweisen. Alles Dunkle und Trostlose verschwand aus seinem Herzen und sein Leben bekam einen Sinn.

Ist es uns nicht ebenso ergangen, die wir uns Jesu Eigentum nennen? Er hat uns teuer aus der Sklaverei der Sünde erkauft. Der Preis war weder mit Gold noch mit Silber zu bezahlen, darum ging unser Herr ans Kreuz, um für uns die Freiheit durch sein Blut zu erwerben. Dieses wollen wir nie vergessen und uns jeden Tag bemühen, nicht für unsere Lüste und Wünsche, nein, für Jesus allein zu leben, ihm unsere Kraft, unsere Zeit und unser ganzes Dasein täglich neu zu weihen.

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Mai 22 2008

Das Angebot

Geschrieben von Christ under Freiheit

Das Angebot, ein christliches Anspiel zum Thema Freiheit für 4 Personen

Sprecher: Ein gläubiger Edelmann war betrübt, das seine Untertanen so wenig von Gottes Wort hören wollten. Er überlegte immer wieder, was er tun konnte, um sie einmal ganz deutlich und nachhaltig auf das Gnadenangebot Gottes aufmerksam zu machen. Da ersann er einen recht ungewöhnlichen Plan. Eines Tages waren an verschiedenen Plätzen des Dorfes, die zu seinem Besitztum gehörten, und auch an seinem Amtshaus große Tafeln mit folgender Bekanntmachung angebracht: Am Dienstag, den 14 dieses Monats zwischen 9 und 12 Uhr werde ich geschäftlich im Dorf sein. Ich bin während der genannten Zeit bereit, freiwillig alle Schulden, die Dorfbewohner bei mir haben, zu bezahlen. Ich erwarte lediglich, dass die Schuldner einzeln zu mir kommen, mir ihre finanzielle Lage schildern und auf einer Liste die Art und die Höhe ihrer Schulden aufgezeichnet vorlegen. Graf von Manor

Schon bald sammelten sich Scharen von Menschen vor den einzelnen Anschlägen und vor dem Amtshaus. Neugier und Erstaunen trieb sie dorthin. Jeder fragte: Was soll das bedeuten? Aber für jeden hatte der Diener des Grafen nur eine und dieselbe Antwort:

Diener: Es ist das Schreiben unseres Herrn, mit seinem eigenen Siegel und seiner Unterschrift. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Es ist mir nur befohlen, die Bekanntmachung anzuschlagen.

Sprecher: Das sei alles, was er aussagen konnte, denn er weigerte sich auch weitere Auskunft zu geben. Der in dem Anschlag angegebene Tag kam näher, und die Erregung der Dorfbewohner wuchs immer mehr. Einige schienen zu denken, die könnten bei diesem Termin nur noch mehr in Schuld geraten und beschlossen, sich nicht an den Edelmann zu wenden. Andere wollten zunächst abwarten, wie es ihren Nachbarn erginge und dann vielleicht auch zum Amtshaus gehen. Wieder andere trauten dem Grafen zu, dass dieser sie nur an der Nase herumführen wollte. Und wieder andere meinten, es käme wohl auch einmal der Tag, an dem sie in der Lage seinen, ihre Schuld abzutragen, es gab sogar solche unter ihnen, die an der Echtheit des Schreibens und an seiner Unterschrift zweifelten. Einer meint es ist seine eigene Unterschrift und sein Siegel, und er wird sein Versprechen vielleicht doch einlösen.

Sprecher: Endlich kam der Tag, und die Dorfbewohner versammelten sich neugierig vor dem Amtshaus. All ihre Versuche, von den Dienern des Grafen etwas Näheres zu erfahren, waren erfolglos geblieben. Kurz vor 9 Uhr fuhr der Wagen des Edelmanns vor, Lord Manor stieg aus und ging in sein Dienstgebäude. Nach seinem Eintritt um 9 Uhr hörten die vielen Neugierigen, die vor dem Gebäude standen, wie die Tür von innen wieder aufgeriegelt und dann geöffnet wurde. Nun stand sie weit auf. Die vielen Menschen vor der Tür schauten einander an. Einer wartete auf den anderen. Keiner brachte den Mut auf, durch die Tür in das Haus einzutreten. Scheuten sie sich ihre Armut zuzugeben? Hatten sie Furcht ihre Schuld vergeblich anzuzeigen und dann ausgelacht zu werden? Doch da kam ein altes Ehepaar und bahnte sich den Weg ins Innere des Amtshauses. Der Lord von Manor sah erstaunt auf, und als diese alle Rechnungen vorlegten, zählte er die Rechnungen zusammen und schrieb den Betrag auf einen Scheck aus.

Edelmann: Ich freue mich, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind. Hier, nehmen Sie diesen Scheck. Er hat genau die Summe ihrer Rechnungen.

Mann: Einen herzlichen Bank. (Geht zur Tür) Ich will gehen und es meinem Nachbarn sagen.

Edelmann: Nein, sage es ihnen nicht. Sie müssen selbst meinen Worten vertrauen, genau wie du es auch getan hast.

Sprecher: Dann wurde das alte Ehepaar in einen anderen Raum geschickt, wo es bis 12Uhr bleiben sollte. Die Zeit verging. Als die Leute, die draußen vor dem Amtshaus standen und warteten, merkten, dass der Alte aus dem Amtshaus nicht mehr herauskam, waren sie der Meinung, das Versprechen des Edelmannes könne nur leeres Geschwätz gewesen sein. Die Mittagsstunde kam immer näher. Man sah sich gegenseitig an, aber niemand ging hinein. Als die nahe Turmuhr 12 schlug, öffnete sich die Tür des Amtsgebäudes und das alte Ehepaar kam heraus.

Nun, wie ist es?
Wie ging es?
Habt ihr euer Geld bekommen?
Seid ihr eure Schuld los?

Von allen Seiten bestürmten man die beiden Alten mit Fragen. (Der alte Mann hielt sein Scheck hoch)

Mann: So gut wie bares Geld.

Sprecher: Im selben Augenblick trat auch der Edelmann aus der Tür. Als er seinen Wagen besteigen wollte, drängten sich viele seiner Untertanen an ihn heran, hielten ihm ihre Schuldscheine vor die Augen und baten um Nachlass.

Hier meine Papiere! Ich habe alles aufgeführt…
Hier meine Schuldscheine, bitte prüfen sie alles!
Wollen sie nicht für mich bezahlen? Sie versprachen doch…

Edelmann: Zu spät. Es hat soeben 12 Uhr geschlagen. Die von mir gesetzte Frist ist abgelaufen. (Damit fuhr Herr von Manor mit seinem Wagen davon)

Sprecher: Wie berichtet wurde, haben die Dorfbewohner verstanden, was Herr von Manor ihnen mit seinem Angebot hatte zeigen wollen. Einigen von ihnen wurde dann auch Gottes Gnadenangebot verständlich und sie nahmen es an. Gott hat uns Menschen ein weit größeres Gnadenangebot gemacht. Er will uns unsere Schuld, unsere Sünden vergeben. Aber auch sein Angebot ist befristet. Es gilt für heute! Hast du dieses Heute schon genutzt?

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Mai 07 2008

Titus und seine Familie

Geschrieben von sanfterose under Nachfolge, Treue

Titus und seine Familie, ein christliches Anspiel zum Thema Nachfolge und Treue für 8 Personen.

Teil I

Oberst: Ach, was ist doch für ein strenger Befehl vom König gekommen ist. Warum muss das gerade mir passieren? Aber hier steht es klar und deutlich. Ich will es euch vorlesen: (ließt zu den Gästen gewandt)

Hier ist mein Befehl den du sofort auszuführen hast. Die Christen sollen für ihre grässliche Schwärmerei auf Erden ausgerottet werden. Es gilt kein Ansehen der Person. Diese Menschen sollen von der Erde vertilgt werden. Sie sollen sich selbst entscheiden ob sie die Qual oder den Frieden auf Erden haben wollen. Du aber befolge diesen Befehl sofort.“

(Betrübt) Das ist leichter gesagt als getan. Diese Sache muss ich mir erst gut und gründlich überlegen. So einfach ist es nicht Menschen umzubringen. Wenn man die Christen doch auf eine andere Art und Weise dazu bringen könnte sich von diesem Glauben abzusagen. Vielleicht fällt mir noch etwas ein?

Da, – mir kommt ein Gedanke wie man diese Christen zum wanken bringen könnte. Man müsste einen Mann, der einen starken Glauben hat, davon überzeugen das es besser ist sich vor dem König zu beugen. Wenn er dann auf den Vorschlag eingeht sind die anderen leichter zu überzeugen. Welcher Mann hat den bei diesen Christen etwas zu sagen? Titus!!! Er steht wirklich fest und entschieden im Glauben, den werde ich dazu bringen ihn zu lassen. Nun ich werde ihn holen lassen.

(zum Hauptmann) Hauptmann? Hör einmal her, es ist ein sehr strenger Befehl vom König gekommen.

Hauptmann: Was ist geschehen?

Oberst: (Befehlend) Geh zu Titus und sage ihm dass er sofort zu mir kommen soll. Ich habe ihm etwas Wichtiges zu sagen.

Hauptmann: Zu Befehl! Ich hole ihn!

Oberst: (zu sich) Ob das alles so wird wie ich es mir vorstelle?

Titus: Darf ich einzutreten?

Oberst: Jawohl! Ich habe dich ja gerufen.

Titus: Und was kann ich tun?

Oberst: Ich denke, das ist nichts schweres, du wirst mir bestimmt gehorchen. Sage dich vom Christentum los und dann wirst du Ruhm und Ehre in dieser Welt haben.

Titus: Herr Oberst, meine Antwort ist klar und bestimmt. Nein, auch wenn man mir das Leben nehmen würde, ich werde meinen Heiland nicht verleugnen. Ich will ihm nur noch treuer dienen.

Oberst: (spöttisch) Du armer Mann, überlege es dir gut. Nimm diese Warnung an. Wenn du dich nicht von deinem Gott lossagst musst du den Martertod sterben.

Titus: Absagen? Von Gott und Jesus Christ? Er ist doch mein Erlöser und mein Retter. Oh nein! Davor möge mich der Herr bewahren. Lieber sterbe ich.

Oberst: (drohend) Wenn du diesen guten Rat nicht annimmst wirst du auf grausame Art dein Leben beenden.

Titus: Vor einem grausamen Tod fürchte ich mich nicht. Nein, ich will mit Freuden für Jesus Christus sterben, denn auch er hat sein Leben für mich dahin gegeben.

Oberst: So, so! Vor dem Tod fürchtest du dich nicht? Dann werden wir andere Mittel suchen um dich zum Absagen zu zwingen. Aber jetzt kannst du erstmal nach Hause gehen.

Titus: Lebt wohl Herr Oberst. Möge der Herr Euch Euer böses Tun nicht vergelten.

Oberst: Lieber Mann, du wolltest nicht auf mich hören, jetzt aber wirst du sehen was wir alles tun können. Du hast doch drei liebe Kinder nun wollen wir sehen ob du bestehen wirst wenn wir eins nach dem anderen von wegholen werden.

Lied / Musik

Teil II

Titus: Kinder, ich habe vom Oberst eine ernste Nachricht bekommen. Der König verlangt dass wir uns vom Glauben absagen, sonst müssen wir Verfolgung erleiden. Wir aber wollen Gott auch für diese Zeit danken. Er wird uns den Himmel zubereiten. Wir finden im Psalm 31; 1-7 passende Worte die uns trösten

Herr auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit! Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest. Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen. Du wollest mich aus dem Netzte ziehen, das sie mir heimlich stellten; denn du bist meine Stärke. In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott. Ich hasse, die sich halten an nichtige Götzen; ich aber hoffe auf den Herrn.

Gott will seine Kinder aus allem Bösen durch seine Mächtige Hand befreien. Er wird uns nach seiner Gnade Hilfe senden. Lasst uns, bevor wir in die Prüfung gehen, gemeinsam zum Heiland beten.

Marcus: Ja Vater, der Herr wird uns dann zur Seite stehen und durchtragen.

Erzähler: So beteten sie ganz ernst zu Gott: „Vater, höre unser flehen. Hilf uns auch in Trübsal und Gefahr auf deine Hilfe zu vertrauen. Lass uns im Glauben fest bestehen. Herr, auch wenn wir durch den Tod gehen werden, mögest du uns beschützen und bewahren. Doch dein Wille geschehe.“

Lied / Musik

Hauptmann: Titus, hier ist ein strenger Befehl! Wenn eure jüngste Tochter den Glauben nicht aufgibt, soll sie in dieser Nacht verbrannt werden.

Titus: Mein liebes Kind, eine harte Prüfung ist für dich bestimmt. Willst du unserm Herrn und Meister auch so treu sein Wie einst Polikarpus? Als er Christus lästern sollte, sagte er: „Ich diene meinem Gott schon 86 Jahre und er hat mich in allen Gefahren bewahrt. Deshalb will ich ihn mit Freuden bekennen und mich für ihn verbrennen lassen.“
Mein Kind, willst auch du so treu sein?

Mutter: Es bricht mir fast das Herz Maria, wenn ich daran denke was für dich bestimmt ist, und doch kann ich nur sagen: bleib unserm Herrn Jesus Christus treu.

Maria: O, Papa und Mama, ich weiß das Jesus mich liebt. Ihm will ihm gerne mein Leben geben. Er ist ja auch für mich gestorben. Darum liebe Eltern, betet das ich treu bleibe, damit wir uns dann im Himmel wieder sehen.

Marcus: Komm, wir wollen dich alle noch nach draußen begleiten.

Hauptmann: (Böse) Nein! Es darf niemand mitkommen! Wie könnt ihr nur zulassen dass wir sie töten? Tut doch einfach was der König befohlen hat!

Mutter: Herr Hauptmann, es fällt uns wirklich nicht leicht sie gehen zu lassen. Ich fühle mich, als würde man mir das Herz aus dem Leibe reißen, aber deshalb Christum absagen? Drum gehe mit Gott Maria, er sei mit dir.

Erzähler: So ging Maria im festen Glauben mit dem Hauptmanns. Ihr liefen die Tränen über das Gesicht und doch vertraute sie auf Gott.

Lied / Musik

Teil III

Mutter: Ach Titus, dieser Morgen erinnert mich an unsere Tochter.
Was haben sie wohl alles mit ihr gemacht? Ist sie Standhaft geblieben? Hat sie lange gelitten? Titus, mir bricht das Herz. Mein Kind – mein Kind!!!

Titus: Vertraue auf Gott Esther, denn ich habe für die weiteren schweren Stunden wieder ein schönes Trostwort gefunden. Es wird uns die Kraft geben alles tragen. Sie stehen im gleichen Psalm. Psalm 31; 8 – 15 geschrieben: Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, das du mein Elend ansiehst und nimmst dich meiner an in Not und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; du stellst meine Füße auf weitem Raum. Herr, sei mir gnädig, denn mir ist angst! Mein Auge ist trübe geworden vor Gram, matt meine Seele und mein Leib. Denn mein Leben ist hingeschwunden in Kummer und meine Jahre in Seufzen. Meine Kraft ist verfallen durch deine Missetat, und meine Gebeine sind verschmachtet. Vor all meinen Bedrängern bin ich ein Spott geworden, eine Last meinen Nachbarn und ein Schrecken meinen Bekannten. Die mich sehen auf der Gasse fliehen vor mir. Ich bin vergessen in ihrem Herzen wie ein Toter; ich bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß. Denn ich höre, wie viele über mich lästern: Schrecken ist um und um! Sie halten Rat miteinander über mich und trachten danach, mir das Leben zu nehmen. Ich aber, Herr, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott! Genauso wie ich eben gelesen habe wollen auch wir uns im Herrn freuen und ihm auch in dieser Trübsal fröhlich nachfolgen.

Akkord

Hauptmann: Ich muss euch sagen dass von eurem kleinem Kind nur noch ein Häufchen Asche geblieben ist. Nun schickt mich der Oberst die ältere Tochter zu holen. Hoffentlich wirst du klüger als deine Schwester sein. Man wird dich mit Gold überschütten, alle deine Bitten erfüllen und dir das größte Glück auf Erden geben wenn du dich von deinem Glauben absagen.

Julia: Ehrwürdiger Herr, Gold und Perlen brauche ich nicht, die teuerste, wertvollste und köstlichste Gabe ist Jesus. Was nützen mir Glück und Schätze in Fülle wenn ich an meiner Seele Schaden nehme?

Hauptmann: Es ist doch schade wenn ein Blümchen wie du vernichtet werden solltest. Du bist doch noch so jung…

Julia: O Hauptmann, das Fleisch des Menschen ist Gras, auch solche Blumen, – glauben Sie mir. Das Gras wird verwelken und die Blume fällt ab, nur der, der Jesus hat, wird bestehen.

Hauptmann: (wegwerfend / verächtlich) Ach…, du könntest auf Erden sehr glücklich leben und jetzt wirst du den wilden Tieren vorgeworfen. Hast du nicht Angst? Willst du es dir nicht anders überlegen?

Julia: Ignatius starb als Märtyrer für Jesus und erwarb sich eine Krone. Ich will genauso sprechen wie er es damals tat: „Ich bin ein kleines Getreidekörnlein und durch des Raubtieres Zähne werde ich gemahlen.

Titus: O Julia, ich freue mich das du Jesu Lehre ins Herz genommen hast. Gott schenke dir Kraft für ihn zu sterben.

Mutter: (Verzweifelt) Julia, dich gehen zu lassen fällt mir schwer, und doch möchte ich mit dem Herrn sagen: bleibe ihm treu.

Julia: Mir ist als wenn der Himmel offen steht. Dort bei Jesus werden wir uns wieder sehen.

Hauptmann: (streng / drängend) Komm jetzt, wenn du deine Meinung nicht änderst, sollst du sterben.

Lied / Musik

Teil IV

Mutter: Wieder ein neuer Tag, was wird heute wohl passieren?

Titus: Ja, auch mir ist das Herz schwer. Doch lass uns den Psalm noch weiter lesen. Psalm 31; 16 – 21 Meine Zeit steht in deinen Händen. Errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen. Lass leuchten dein Angesicht über deinem Knecht; hilf mir durch deine Güte! Herr, lass mich nicht zuschanden werden; denn ich rufe dich an. Die Gottlosen sollen zuschanden werden und hinabfahren zu den Toten und schweigen. Verstummen sollen die Lügenmäuler, die da reden wider den Gerechten frech, stolz und höhnisch. Wie groß ist deine Güte Herr, die du bewahrt hast, denen die dich fürchten, und erweisest vor den Leuten, denen die auf dich trauen. Du birgt sie in deinem Schutz von den Rotten der Leute, du deckst sie in der Hütte vor den zänkischen Zungen. Unsere Zeit steht in Gottes Händen und er wird all unsere Geschicke zu unserem Besten lenken. Lass uns geduldig sein, denn alles soll nach seinem Willen geschehen.

Lied / Musik

Hauptmann: Ich muss wieder zu Euch kommen und werde euren Sohn mitnehmen. Eure Tochter hat das große Glück verschmäht. Sie hat alles was der Oberst ihr bot zurück gewiesen. Jetzt ist der Sohn an der Reihe, aber ich gebe Euch noch etwas Zeit, überlegt es euch gut. Seht ihn Euch einmal an, er ist jung und kräftig, er könnte Euch helfend zur Seite stehen. Ihr habt ja sonst niemanden mehr. Bedenkt alles denn noch habt Ihr Zeit. Bleibt ihr bei Eurem Glauben? Nun dann wartet ein schrecklicher Tod auf ihn.

Marcus: (bestimmt) Nein, ich werde Gott nicht verleugnen, Ich leide gerne für ihn denn sein lieber Sohn starb für mich, deshalb fürchte ich keinen Tod. Er wird mir auch in dieser Not helfen.

Hauptmann: (spöttisch) So…Weißt du was der Oberst mit dir vorhat? Der Oberst will dich kreuzigen lassen! Denke doch mal nach! Diese große Qual! Wirst du es ertragen?

Marcus: Es ist für mich eine große Freude. Ich werde genauso sterben wie unser Heiland.

Titus: Mein lieber Sohn, Gott steh dir bei, bleibe ihm bis in den Tod getreu.

Mutter: Behalte deinen Glauben! Bei Jesus erwartet dich die Ehrenkrone.

Erzähler: Nun sind die Eltern alleine geblieben, alle Kinder sind von ihnen gegangen. Und doch bleiben sie fest im Glauben an Gott. Der Oberst hatte ihn nicht rauben können, er blieb unbeweglich auf Gott gegründet. Doch lasst uns weiter auf die Eltern schauen. Der folgende Tag brachte wieder eine große Prüfung mit sich.

Lied / Musik

Teil V

Mutter: Ich habe eben die Schritte des Hauptmanns gehört. Gott möge uns beistehen, damit auch wir getreu bleiben können wie unsere Kinder.

Titus: Ja, er möge uns helfen, nur durch seine Gnade, können wir ein Licht in dieser Nacht sehen.

Hauptmann: Jetzt seid ihr gemeint, edle Frau. Ihr müsst vor dem Oberst erscheinen. Bis jetzt habt Ihr mit Eurem Mann zusammen gehalten, habt Eure Kinder den Tieren und Flammen gegeben. Jetzt aber steht Euer eigens Leben auf dem Spiel. Wollt Ihr es retten? Sagt Euch nur von eurem Glauben an Gott ab, sonst geht Ihr geradewegs in den Tod, und werdet ohne Rücksicht enthauptet.

Mutter: Denn Glauben an Gott kann ich nicht lassen und so werde ich aus diesem Leben scheiden. Ich will jetzt nur noch an Jesus denken. Bei ihm wird es viel schöner sein. Titus, ich werde von dir keinen Abschied nehmen, denn wir treffen uns bei Jesus wieder.

Titus: Der Herr sei dir jetzt Stecken und Stab Esther, er möge dich bis ins finstere Grab führen und dich dann droben in Gnaden annehmen. Das ist alles was ich dir noch sagen kann.

Titus: (zu sich) Und mich gebe ich nun in Jesu Hände, denn auch mein Ende ist nahe. Der Herr, mache mich völlig bereit um ihn in die Ewigkeit zu folgen. Mit David will ich früh und spät loben. Es steht hier so schön in dem Psalm 31; 22 – 25: Gelobt sei der Herr; denn er hat seine wunderbare Güte mir erwiesen in einer festen Stadt. Ich sprach wohl in meinem Zagen: ich bin von deinen Augen verstoßen. Doch du hörtest die Stimme meines Flehens, als ich zu dir schrie. Liebet den Herrn, alle seine Heiligen! Die Gläubigen behütet der Herr und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt. Seid getrost und unverzagt alle, die ihr des Herren harret!
Den Gläubigen schützt der Herr und mehr brauche ich nicht. Ich glaube fest dass der Herr mein ist und etwas Schöneres, als den Herrn zu lieben und bei ihm in Ewigkeit zu sein, kann es für mich nicht geben.

Lied / Musik

Hauptmann: Jetzt seid Ihr dran Titus, und nun sollt Ihr sofort zum Oberst kommen. Er erwartet Euch. Seid Ihr bereit?

Titus: Ja.

Erzähler: Die Hoffnung dass auch er bald bei dem Herrn sein würde tröstete ihn und hielt die Verzagtheit fern. So kam Titus froh und ruhig zum Oberst.

Teil VI

Oberst: Schau dir mal diese schöne Sachen an, das alles wollte ich deinen Kindern geben, aber sie haben diese Schätze verachtet, ja, sie haben sie noch nicht mal angeschaut. Dir möchte ich noch größere Schätze zeigen… Doch ich sehe es schon auch das wird umsonst sein. Gibt es auf dieser Erde nichts was deinem Herzen gefällt?

Titus: Ach Oberst, Euer Bemühen ist ganz umsonst, ich brauche nichts als meinen Jesus.

Oberst: Titus! Wenn das so ist, dann komm jetzt sofort mit!!!

Teil VI

Erzähler: Titus folgt dem Oberst langsam in einen anderen Raum? Was würde ihn erwarten? Trotz seines Gottvertrauens war große Angst in seinem Herzen.

Titus: Ist das wahr? Was ist bloß mit mir geschehen? Meine Lieben, ihr lebt ja. Ich dachte, ihr seid grausam hingerichtet und jetzt steht ihr auf einmal vor mir. Wie groß und schön ist doch dieses Wiedersehen. Lasst uns Gott von Herzen loben und preisen. Er hat uns so wunderbar geführt und geholfen.

Oberst: Euer Glaube hat großes gewagt. Ich sehe eure große Liebe zum Herrn. Diese Liebe hat mich, der ich so fern von Gott war, besiegt.

Titus: Aber warum habe Sie uns so schwer geprüft? Wenn wir Gott auch loben, es waren sehr harte Prüfungen für uns.

Oberst: Ich weiß, aber es war meine Pflicht. Der König gab diesen Befehl. Komm mit Titus, ich werde dir alles erzählen.

Kurze Pause

Teil VIII

Oberst: Von den Christen wird in diesem Land viel gehalten und ich habe sie gern, dann aber kam vom König ein strenger Befehl dass alle Christen sofort ausgerottet werden sollten. Der König ist ein großer Feind dieser Religion und deshalb erlaubte er allen sie zu verspotten und zu verhöhnen. Würden die Christen dann immer noch nicht vom Glauben lassen, wollte er es mit harten Mitteln wagen. Ich aber kannte den lebendigen Glauben nicht und glaubte dass er leicht zu rauben sei. Mit dir fing ich das traurige Werk an. Du bist ja ein bekannter Mann. Deshalb dachte ich: Wenn er sich lossagt werden es die anderen auch tun. Ich bot euch alle Schätze in Hülle und Fülle an und dachte ich würde es schaffen. Aber ihr wolltet euren Glauben nicht aufgeben sondern wurdet nur noch fester. Da gab ich dem Hauptmann den strengen Befehl einen nach dem anderen von euch abzuholen. Als sie dann hier waren stellte ich sie auf eine starke Probe, aber auch da lobten sie nur den Herrn.

Hauptmann: Auch ich habe bei dir einen Glauben gesehen den ich nie vergessen werde. Diese ganzen Geschehnisse haben mich dazu gebracht zu Gott zu beten. Ich möchte mein Leben dem Herrn hingeben.

Oberst: Wie du weist, mein lieber Titus, ließ ich erst eure kleine Tochter zu mir in den Saal führen. Als sie dann zu mir gebracht wurde, habe ich mir alles Mögliche ausgedacht was so ein Kind erfreuen könnte. Aber es schien mir dass ihr Glaube dadurch nur noch fester wurde. Als sie dann nichts aus meiner Hand nahm habe ich ihr ganz ernst mit dem Feuertod gedroht. Ich ließ sie sogar das Feuer sehen, doch sie stand ganz ruhig und wartete auf den Befehl ins Feuergrab zu treten. Da konnte ich nicht anders und habe sie befreit. Dem Hauptmann befahl ich dann die zweite Tochter zu holen, ihr drohte ich, dass sie unter wilden, reißenden Tieren ihr junges Leben verlieren sollte. Sie kam mit einem einem ernsten Gesicht und zeigte keine Angst vor dem Tod. Da versuchte ich ihr den Glauben zu nehmen, ich wollte ihr kostbare Sachen und Geld schenken aber sie sagte: „Das brauche ich nicht.“ Da ließ ich sie in den Raum führen wo die reißenden Tiere rein gelassen werden sollten. Man ließ sie allein und ich schaute zum Fenster um sehen was sie nun tun würde. Sie stand ganz still, mit dem entschlossenen Mut ihr junges Leben dahinzugeben. Der Anblick drang mir sehr tief ins Herz und so ließ ich deine Tochter zu der kleineren Schwester führen.

Hauptmann: Und ich bekam erneut einen Befehl, diesmal sollte ich den Sohn holen. Was hat er für einen Glauben gehabt. Dieser Glaube war’s, der mich zu dem festen Entschluss brachte mein Leben zu ändern.

Oberst: Ja, das was wir bei deinen Töchtern gesehen hatten fanden wir auch bei deinem Sohn. Er ist ja noch sehr jung, doch als er seinen Glauben bekannte, da hat er dort gestanden wie ein Mann. Er sah weder die Drohung und den Schrecken. Wir ließen ihn dann sein Kreuz, den Hammer und die Nägel sehen, doch er sagte zu den Dienern: „Tut was man euch befohlen hat. Ich sterbe gerne wie Jesus Christus.“ Ich sah hier eine große verborgene Kraft, eine Kraft die deinen Kindern den Mut gab so zu handeln. Diese Kraft besiegte nun mein Herz und ich will von nun an mit euch himmelwärts ziehen. Als dann auch die Mutter hierhin gebracht wurde habe ich sie gleich zu den Kindern gegeben. Das Glück war nicht zubeschreiben. Dir sind sie nun alle zurückgegeben, führe dein Familienleben weiter. Doch, eine Bitte habe ich noch, nehmt mich in eurem Kreise auf, ich möchte mich euch auf der Reise zum Himmel anschließen.

Hauptmann: Auch ich möchte mich euch anschließen. Lasst uns als Freunde den Weg mit Jesus gehen

Oberst: Und wenn ich hier auf der Erde auch alles verlieren sollte, wenn die Leiden auch groß werden sollte, ich will Jesus nachfolgen!

Titus: Lasst uns gemeinsam seinen Namen ehren und preisen. Es war eine schwere Prüfung, aber Gott hat seinen reichen Segen dazu geschenkt, möge er es auch weiter tun.

 

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Mai 05 2008

Toni auf der Heidelberger Mauer

Geschrieben von Christ under Evangelisation, Frieden

Toni auf der Heidelberger Mauer, ein christliches Anspiel zum Thema Frieden und Evangelisation für 7 Personen

Klaus: Schau dir mal den Toni an. Schon wieder hat er seinen Platz an der Heidelberger Mauer eingenommen. Braucht wahrscheinlich mal wieder Geld.

Rainer: So eine Unverschämtheit. Betteln, anstatt es auf ehrliche Weise zu versuchen. Ne du, für solche habe ich keinen Pfennig über. Die sollen mit dem was sie haben klarkommen und nicht immer alles für Alkohol und Drogen ausgeben. Komm Klaus, gehen wir schnell weiter, sonst wird mein Mitgefühl doch noch erregt. (gehen schnell vorüber)

Oma: Schau mal Anne, dieser Arme Mann. Lass uns etwas Geld in seinen Hut werfen, damit er sich etwas Ordentliches zu Essen kaufen kann. Der sieht schon ganz verhungert aus.

Anne: Nein Oma, für solche Bettler ist mir mein Geld viel zu schade. Mit Sicherheit gibt er das Geld nicht für seinen Hunger, sondern für seinen Durst aus. Sieh ihn dir doch mal genauer an. Ganz heruntergekommen. Kein Wunder, dass die Bürger ihn verachten.

Oma: So sollst du nicht sprechen. (gehen vorbei)

Erzähler: Diese Bemerkungen muss Toni so oft hören und dann steigen ihm die Tränen in die Augen.

Toni: Alles ist so sinnlos auf dieser Erde. Ist man erst in diesem Teufelskreis hineingeraten, so kommt man nicht wieder heraus. Man dreht sich wie eine Spirale, die kein Ende hat. Alleine schaffe ich es nicht, hier herauszukommen, aber wer hilft mir schon?
O gäbe es doch nur einen Menschen, der mich aus diesem Schlamassel herausreißen könnte und mir hilft. Doch alles ist hoffnungslos.

- Musik -

Erzähler: Toni hat schon einiges in seinem Leben hinter sich. Als Halbwaise, von einem Heim ins andere geschoben, weil Schwächlinge nicht erwünscht waren, versucht er es zunächst mit Alkohol, der ihm wenigstens im Rausch seinen Zustand vergessen lässt. Bald genügt ihm der Alkohol nicht mehr, und er greift nach härteren Mitteln, den Drogen, von denen er nun nicht mehr loskommt. Er dreht sich wirklich wie auf einer Spirale ohne Ende, die ihn immer tiefer sinken lässt. Schon bald schlägt er sein Nachtquartier auf einer Parkbank auf und den Rest der Zeit verbringt er an der Heidelberger Mauer, um dort zu betteln. Am nächsten Tag sitzt Toni wieder auf seinem alten Platz an der Mauer, als ihn ein freundlicher junger Mann anspricht.

Paul: Guten Tag. Ich heiße Paul Müller. Ich sah sie gerade im Vorbeigehen in dieser Kälte sitzen. Es ist sicher kein angenehmer Platz. Ich möchte Sie herzlich zu unserem Teeabend einladen, wo sie sich ein bisschen aufwärmen können.

Toni: Sie müssen hier neu sein. Mit mir spricht doch sonst niemand mehr. Ich bin für sie ein Außenseiter geworden.

Paul: Dann sind gerade Sie der richtige. Kommen Sie gleich mit. Der Teeabend fängt gleich an.

Toni: Was macht ihr eigentlich auf so einem Teeabend?

Paul: Wir führen offene Gespräche, singen Lieder und anschließend hören wir Geschichten aus der Bibel.

Toni: Was, Sie glauben noch an die Bibel? Die ist doch schon total veraltet.

Paul: Sie ist zwar das älteste Buch auf der Erde, dafür aber noch das aktuellste.

Toni: Na ja, schaden wird es nicht und außerdem gibt es endlich eine warme Stube und nicht das Kopfsteinpflaster.

- Musik -

Erzähler: Als Toni am Abend die Teestube verlässt, ist er ganz begeistert. Hier hat er zum ersten Mal gespürt, dass er verstanden und akzeptiert wird. Die kleine Ansprache hat ihm sehr gut gefallen, auch wenn er noch nicht alles versteht. Besonders ein Vers ist ihm im Gedächtnis geblieben. In Gedanken sagt er ihn noch einmal auf:

Toni: Denn also hat Gott die Welt geliebt, – die Welt? Also auch mich – das er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. (Joh. 3,16)
Er ist für mich gestorben, für mich, nur weil er mich liebt. Also gibt es jemand der mir helfen kann, der mich aus diesen schrecklichen Sog herausreißen kann. Es gibt jemand, der mich liebt, mit dem ich rechnen darf, auch wenn mich alle verlassen haben.
Ich muss sofort noch einmal zurück in die Teestube und die Sache mit Gott ins Reine bringen.

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