Archive for April 25th, 2008

Apr 25 2008

Die Mutter wartet

Geschrieben von under Muttertag

Die Mutter wartet, ein christliches Gedicht zum Muttertag für 3 Personen

Mutter: Mein Sohn, ich seh du gehst heut Abend wieder aus
Ich bitte dich von Herzen, blieb nicht zu lange aus:
Ich werde auf dich warten wie ich’s ja immer zu
Denn ehe du zuhause hab ich doch keine Ruh.
Auch fühl ich mich heut Abend so elend wie noch nie
Möchte dich gern bei mir haben, drum komm nach Hause früh.

Sprecher: Der Sohn hat diese Bitte schon oftmals angehört
Und hat sich auch darüber schon manches gestört.
Er sagt nur zu der Mutter:

Sohn: Wenn heute dir nicht wohl
Dann lege dich doch nieder und ruhe bis ich komm.
Warum soll mein Vergnügen ich kürzen weil ich jung,
mach die nur keine Sorgen, ich wünsch dir Besserung.

Sprecher: Doch als er ging da hört er noch einmal wie sie sprach:

Mutter: Ich werde auf dich warten, ich bleib so lange wach.

Sprecher: Der Sohn verbringt den Abend ganz fröhlich wie schon oft.
Die Mutter hat gewartet, gebetet und gehofft.
Und als schon lang nach Mitternacht, er endlich kam nach Haus
Schien ihm als sehe alles, so wie gewöhnlich aus
Es war noch Licht im Zimmer wo seine Mutter war
Doch alles war so stille das schien ihm wunderbar.
Er schlich sich nun ganz leise hin auf ins Schlafgemach
Ringsum war alles stille – ob Mutter wohl noch wach?
Er horcht gespannt und wartet, doch ist und bleibt es still
Da wird ihm so unheimlich, er steht nun auf und will
Doch nach der Mutter sehen, sie fühlte sich ja schlecht.
Uns sein Betragen schien ihm, nun doch nicht gut und recht
Da sitzt die treue Mutter, hat sich zurück gesehnt.
Den Sohn bei sich zu haben in ihrer Sterbestund
Er ruft sie an:

Sohn: O Mutter!

Sprecher: Doch stumm bleibt nun ihr Mund.

Sohn: O Mutter,

Sprecher: ruft er wieder

Sohn: O Mutter höre mich
Vergib wo ich gefehlet, du weißt, ich liebe dich.

Sprecher: Umsonst sind deine Worte du armer junger Mann
Du kannst nun nicht mehr ändern was du ihr angetan.
Sie ist nun Heimgegangen, ins ew’ge Vaterhaus.
Doch schaut sie auch von droben, noch sehnend nach dir aus.
Sie hielt etwas die Mutter, in ihrer kalten Hand
Es war ein kleiner Zettel, darauf geschrieben stand:
„Mein Sohn, ich hab gewartet auf dich, doch kamst du nicht
Nun werd ich droben warten, im ew’gen Himmelslicht.“

Das waren schwere Stunden die nun der Sohn gelebt
Er hat fast in Verzweiflung, so manchen Tag geschwebt
Man brachte sie zur Ruhe, die ihn so heiß geliebt
Die er durch sein betragen, so oftmals hat betrübt.
Die guten Kameraden die blieben jetzt zurück,
sie lassen ihn alleine, das schien ihm wie ein Glück.
Er wollte anders werden, wollt andre Wege gehen
Damit er einst im Himmel, die Mutter dürfte sehn.
Doch lockten Welt und Sünde ihn auf die breite Bahn
Und nach und nach da fing er sein altes Leben an.
Er ding die alte Wege und desselbe Spiel
Die Lockung war so mächtig und Freude waren viel.

Doch steht, an einem Abend, mitten im Freundeskreis
Steht er entschlossen auf und geht hinaus – er weiß
Das dieser breite Weg, auf welchen er jetzt geht,
der führt ihn ins Verderben und ernstlich er jetzt fleht.

Sohn: O Herr, hilf mir doch kämpfen, Du siehst ich bin so schwach
Doch bin ich jetzt entschlossen dir Herr zu folgen nach.

Sprecher: Es kamen schwere Kämpfe, doch standhaft hielt er aus,
denn seine Mutter wartet auf ihn im Vaterhaus.

Hast du noch eine Mutter, du lieber junger Mann?
Sag, hast du ihr wie jener, auch oft schon weh getan?
Gott mög dir Gnade geben, dass du eh es zu spät
Der Mutter Bitte hörest, die täglich für dich fleht.
So lange sie noch am Leben o höre auf ihr Wort
Und ist sie nicht mehr bei dir, triff sie im Himmel dort.

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Apr 25 2008

Die Mutterliebe wanket nicht

Geschrieben von under Muttertag

Die Mutterliebe wanket nicht, ein christliches Gedicht zum Muttertag für 4 Personen

Mutter: Ist denn Gott dein Wort nicht wahr,
auf das solange ich schon baute?
Ist’s denn umsonst das Jahr für Jahr
ich glaubte und vertraute?
Erhörst du denn nicht mehr Gebet,
wenn für ihr Kind die Mutter fleht?

Sprecher: Es stöhnt in tiefstem Seelenschmerze
die Witwe matt und müde.
Ach, alles schwand, es brach ihr Herz,
doch blieb die Mutterliebe.
Für ihren weit verirrten Sohn
fleht sie so viele Jahre schon.

Mutter: Einst ruhte er an meiner Brust,
in Freude und in trüben Stunden.
Mir Lieb erweisen, war ihm Lust;
die Stütze ist geschwunden.
Mein höchstes Glück ist längst dahin.
Die arge Welt verlockte ihn,
bald triebs ihn von der Mutter fort,
ihn traf mein teures Beten nicht,
umsonst mein mahnend Mutterwort;
mit Füßen ward’s getreten.
So zog er trotzig aus dem Haus
und abwärts ging’s in Saus und Braus.

Sprecher: Die Mutter weint ihm hebend nach,
sie gibt ihn nicht verloren.
Für ihn zu beten Tag und Nacht
hat sie sich auserkoren.
So ringt für den verlorenen Sohn
sie, ach, so viele Jahre schon,
und immer neu setzt sie sich ihre Frist.
Bald muss er doch nach Hause kommen.
Dass sie so oft getäuscht schon ist,
das kann sie nicht betören;
so treu in Lieb’, in Leid und Schmerz,
so harret nur ein Mutterherz. –
Der harte Sohn, ach, wie ein Stein
ist längst zur See gegangen.
Noch einmal Kamms ihm in den Sinn,
nach Hause ein Verlangen.
Doch fluchend, schwelgend unterdrückt
die Mahnung er, die Gott geschickt.
Und wenn er abends ruhen will,
da nagt ihn das Gewissen:
Die Mutter betet treu und still,
das macht ihm heiß das Kissen.
Und in der Welt, die da entflammt,
er sein Gewissen gar verdammt. –
Da, eines Tages, nach langer Zeit,
nach vielen Jahren und Stunden
hat Gott in seiner Freundlichkeit
den irrenden Sohn gefunden.
Ein Sturm, dass selbst der Seemann bebt,
erreicht das, was er nie erlebt.
Anfänglich flucht und spottet man,
nach eitler Seemannsweise.
Doch nach drei Tagen wird es dann
allmählich still und leise.
Solch Gestürm und solche Not,
es trieb bald viele hin zu Gott.
Der Kapitän ruft laut im Schreckenston:

Kapitän: Matrosen! Jungs! Das Schiff sinkt schon!
Drum betet, wer da beten kann,
wir sind verloren, Mann für Mann.
Die Flut geht hoch, das Schiff zerschellt,
kein Lichtstrahl diese Nacht erhellt.
Es braust der Sturm und wütet das Meer.
Euch sind die Herzen von Sorgen so schwer.
Fürchtet euch nicht! Betet! Gebt acht,
Gott schickt uns Hilfe in dieser Nacht.

Sohn: Ich kann nicht beten, Herr Kapitän.
Ich bin zu sündig und viel zu schlecht.
Wie kann ich so vor Gott hintreten?
Hab ich dazu wohl noch ein Recht?

Kapitän: Ja, Gott ist gnädig und barmherzig,
er will den Tod des Sünders nicht.
Wenn wir von Herzen werden rufen,
verschmäht er unser Flehen nicht.

Sohn: Hört, meine Mutter ich verließ,
verschmähte all’ ihr Beten.
Die Mutterliebe ich verstieß,
wie viel hat sie gelitten.
Ihr treues Beten war mir Qual.
O, hört ich’s jetzt ein einziges Mal.

Sprecher: Da fällt ihm ein, im Koffer lag
einstmal das Buch der Mutter.
Schnell sucht er überall danach
trotz Sturm und Ungewitter.
Und als die Bibel er nun fand,
da hält er fest sie in der Hand,
er schlägt sie auf, sucht hin und her,
da kann er nichts verstehen.
Dem Tode schaut ins Antlitz er,
vor Furcht will er vergehen.
Da sieht er nur ein Stück Papier,
verschlingt es vor Verlangen schier.

Sohn: Seht, was ich hier gefunden hab,
es lag im Buch der Mutter.
Darauf steht: „Mein Sohn, mein lieber Sohn”
Ich will stets für dich Beten.
Und ob du auch so weit entflohn’,
Gott wird dich dennoch retten.
Komm heim, wenn alles dir zerbricht.
Die Mutterliebe wanket nicht!“

Sprecher: Nun liest er aus dem Bibelbuch,
dass Gott die Sünder liebt,
wie er die irrenden Schafe sucht,
dass er ihr Hirte bleibe,
vergisst die Mutter auch ihr Kind,
ihm alle unvergesslich sind.

Sohn: Hilf, Herr, im wilden Sturmgebraus,
das Schiff ist schon am Sinken.
O Herr, bringe mich nach Haus
und lass mich nicht ertrinken.
Lass mich die Mutter noch mal sehn,
bei ihr Vergebung mir erflehn.

Sprecher: Und in der Heimat, in der Ferne
die Mutter liegt im Bett.
Sie hofft noch immer: „Gott erbarme
dich und höre mein Gebet.“
Sie weiß ihr letztes Stündlein naht,
doch den Glauben sie bewahret hat.

Mutter: Er kommt gewiss, geht schaut nur aus.
Gott hat es stets versprochen.
Der Herr bringt endlich ihn nach Haus.
Sein Wort hat er noch nie gebrochen.
Und sein Wort es sagt so klar:
Wer bittet, der nimmt immerdar.

Sprecher: Vergebens harrt sie lange schon.
Soll sie umsonst denn trauern,
wird sie den längst vermissten Sohn
hier wirklich nicht mehr schauen?
So weiß sie, dort am sel’gen Strand
sieht sie ihn dann im Himmelsland.
Schon wird ihr Auge trüb und matt,
sie ahnt des Todes Nähe.
Es schwand ihr alles,
eins nur bat sie noch in Leid und Weh,
sie betet innig, betet heiß:
,,Herr, rette ihn um jeden Preis!" –
Da stürmt ein fremder Mann daher,
im Dort ihn niemand kennt.
Er läuft und schaut nicht hin noch her,
und unaufhaltsam rennt er hin
zu dem wohlbekannten Ort
und stürmt herein, und hat kein Wort.
Verwundert schaun die anderen zu.
Was will denn nur der Fremde?
Lass doch die Sterbende in Ruh’,
es geht mit ihr zu Ende.

Sohn: Lebt meine Mutter denn nicht mehr? –
Bist du von mir geschieden?
O Gott, jetzt hilft kein Jammern mehr,
nie seh ich sie hienieden.

Sprecher: Doch sie schlägt matt die Augen auf:
„Willkommen hier, nach langem Lauf.“ –
Er wirft am Bett sich nieder,
ihm zittern alle Glieder.

Sohn: Ach Mutter, sieh hier kniet dein Sohn.
Vergib dem Kind, dem schnöden.
Ach, lange zog’s mich heimwärts schon,
es war dein treues Beten.
Doch ich verstockte stets mein Herz
und brachte dir viel Gram und Schmerz.
Doch Gott, er wusste endlich Rat,
mein Schiff ließ er zerschellen.
Mich riss in seiner Lieb’ und Gnad’
er hebend aus den Wellen.
Und ein Gelübde gab ich ihm,
ich wollte zu der Mutter ziehn.
Hier knie ich, o nimm mich an.
Ich habe es nicht verdienet,
als ein Verlorener will ich nahn,
denn Christi Tod versühnet.
Gedenke es mir ferner nicht,
vergib mir, ehe dein Auge bricht!

Mutter: Komm, lieber Sohn, komm an mein Herz,
komm, mir von Gott geschenkter,
du meines Herzens Trost und Lust,
die Mutterliebe wanket nicht.
In Frieden fahr ich nun dahin,
weil ich von Gott erhöret bin.

Sprecher: Ihr Mütter, Gott erhört Gebet,
und ob’s auch lange währet.
Und scheint’s, als ob ihr vergebens fleht,
dass Gott den Sohn bekehre.
O, ringet mutig weiter fort und stützt
euch aufs verheißene Wort.
Einst kommt die Zeit, sie kommt gewiss,
da wird der Herr erhören.
Und irrt er noch so weit umher,
es sucht und findet ihn der Herr.
O, danket Gott, wer Eltern hat,
die für die Kinder beten.
Und Vater, der’s bis jetzt nicht tat,
lass es fernerhin geschehen.
Und Mutter halt geduldig aus,
Gott führt den irrenden Sohn nach Haus!

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Apr 25 2008

Ein Bekenntnis vor Gericht

Geschrieben von under Muttertag

Ein Bekenntnis vor Gericht, ein christliches Anspiel zum Muttertag für 4 Personen

Sprecher: Es war eine kleine Familie. Eine Mutter und ihr einziger Sohn. Sie lebten schon lange hier und keiner wusste wo sie hergekommen sind. Auch wer der Mann und Vater zu dem Kind war wusste niemand. Alle diese und ähnliche Fragen sind immer verborgen geblieben. Die Mutter war immer sehr froh und zufrieden. Ihr Sohn war ihr einziges Glück. Man sah, dass die Liebe zu dem Kind unbeschreiblich war. Nach schwerer Arbeit konnte sie wie ein Kind mit dem Kinde sein.
So wurde das Kind immer größer und wuchs zum Jüngling heran. Jeder gewann ihn lieb, wie zu Hause, so auch in der Schule. Im Lernen kam er immer weiter, bis er schließlich Ingenieur wurde. Für seine treue Mutter gab er gerne alles her, doch dann folgte etwas sehr schweres für die Mutter, denn der Sohn heiratete. Seine Frau jedoch war keine liebende Tochter für die Mutter, die mittlerweile alt und grau geworden war, und die sich selbstlos aufgeopfert hatte. Jetzt wurde ihr alles geraubt, was ihr im Leben Freude bereitet hatte.

Frau: Ich muss dir sagen, dass dieses kleine Häuschen jetzt zu klein für uns alle ist. Ich habe da schon eine nette kleine Wohnung für dich gefunden. Dort wirst du einziehen, dafür werden wir beide schon sorgen.

Sprecher: Noch am gleichen Tag musste die liebe Mutter fort. Sie musste das Haus, welches sie durch viel Arbeit erwarb, das für sie ein heiliger Ort geworden war, und wo sie einst ein glückliches Leben mit dem lieben Kinde begann, verlassen. Unter Tränen bat sie den Sohn, sie täglich einmal zu besuchen, damit sie die große Sehnsucht überwinden könne.
Als dieser dann fortging, schaute sie ihm noch lange nach. In dieser Nacht konnte sie lange nicht einschlafen.
Nun brachte der Sohn ihr monatliches Geld. So ging es dann eine Weile, aber es blieb nicht dabei. Durch die Schuld ihrer Schwiegertochter schlich sich wieder ein Unglück in ihre einsame, traurige Welt.

Frau: Das sage ich dir, mein Lieber, wenn du morgen früh wieder zu deiner Mutter gehen willst, kannst du das Geld vergessen, das ist jetzt in meinen Händen. Für die Mutter habe ich nichts mehr. Es ist doch gar nicht so schwer für sie, sich selber zu ernähren.

Sohn: Ach liebe Frau, hab Erbarmen, wie du kannst doch unmöglich so hart sein? Schenk der Armen doch ein wenig Liebe und mach mir nicht so viel Pein. Denn was du hier auf Erden säest, wirst du auch in dieser Zeit ernten. Wie willst du dann einst vor Gott in der Ewigkeit fertig werden?

Frau: Darüber mach dir mal keine Sorgen, das ist ganz allein meine Sache. Geh lieber und sag es deiner Mutter.

Sohn: Mutter, es fällt mir nicht leicht das zu sagen, aber ich muss es jetzt tun. Immer wenn ich Geld für dich nehme, gibt’s den größten Streit. Du musst mich vor Gericht verklagen. Lass sie es vom Lohn abziehen, ich bin jetzt zu allem bereit.

Mutter: Dich verklagen? Nein, das kann ich nicht, lieber sterbe und hungere ich. Der Herr wird mich nicht verlassen und wird mich schon ernähren.

Sohn: Du weißt ja, ich geb’ es dir gerne. Geh und schäme dich nicht, ich will nur den häuslichen Frieden.

Sprecher: Die Mutter nahm allen Mut zusammen und ging – zwar sehr ungerne – doch zum Gericht. Was dieser Gang ihr bedeutete, werden wohl viele nicht verstehen können. Dann waren sie im Gericht zusammen, die Mutter, der Sohn und die Frau. Der Mutter war es sehr bange, denn hier stand sie allen zur Schau. Nun musste sie antworten. Dem Schicksal ergeben, begann die Mutter zu sprechen.

- Musik -

Mutter: Ich war ein junges Mädchen, kaum 18 Jahre alt. Da ging ich in den Tannenwald, um Sträucher zu sammeln. Die Sonne brannte heiß und ich erfrischte mich in der Kühle des Waldes. Plötzlich schreckte ich auf, denn ich hörte einen unbeschreiblichen Laut. Ein herzzereisendes Wimmern riss mich aus meinem Träumen.
Ob es ein Mensch oder ein Tier war, konnte ich doch nicht feststellen. Ich stand wie gebannt und horchte, was das in der Nähe im Gebüsch wohl sein konnte. Ich wagte mich nicht hinein.
Ein Weilchen lauschte ich noch, da wurde es mir auf einmal klar, was das für Töne waren. Ein Kind war in Gefahr. Schnell lief ich zum Busch hinüber – ich fürchtete mich jetzt nicht mehr – schob die Blätter auseinander, wie wurde mir da das Herz so schwer.
Ein Kind lag hier in Lumpen eingewickelt. Ich sah, dass es Hunger hatte, küsste es auf die Wangen und begann in meiner Unschuld auf das Kind einzureden: Weine nicht, ich werde dich füttern, ich werde dich im warmen Wasser waschen und auf mein Kissen legen. Dann bleibst du für immer bei mir.
Ich nahm es auf die Arme und lief nach Hause, doch was mich hier erwartete, hätte ich nie geahnt. Mein Vater schrie und tobte: Was fällt dir für Blödsinn ein? Elf Kinder hab’ ich am Tisch und dies soll das Zwölfte sein? Bring es dort in den Wald, wo du es hergeholt hast. Das kommt mit nicht in den Sinn, das Kind hier in meinem Hause zu behalten. Und wenn du dich nicht fügen willst, so pack deine Sachen und geh. Und lass dich und das Kind hier nie wieder blicken. Mich überkam ein Grausen. Das Kind wieder in den Wald bringen? Nein, das konnte ich nicht, es würde dort bestimmt verhungern oder von Wölfen zerfleischt werden. Wie würde das Kind jammern? Oh, konnte das denn menschlich sein? Ich musste sein Leben beschützen und niemals sollte es mir Leid tun. Da erwachte das Kind vom Schlummer und schaute mich lächelnd an. Es hielt sich fest an mich geklammert und ich drückte es dann an mein Herz und ließ es nicht mehr aus meinen Händen
Ich nahm nur ein paar Sachen und ging. Immer weiter weg von zu Hause, wo ich so froh meine Kindheit verlebt hatte. Immer weiter weg in die Fremde, wo ich keinen Menschen kannte. Und doch hat das, was ich begonnen hatte, der Herr nur zum Guten gewandt.
Bald fand ich freundliche Menschen, die mich mit dem Kinde freundlich aufnahmen. Und so verflossen dann die Jahre mit Arbeit, Sorgen und Freuden. Oft fühlte ich große Sehnsucht nach meinem Elternhaus, nach meinen lieben Geschwistern, aber ich hielt in der Fremde aus.
Meinem lieben Kinde wollte ich lieben, wie es nur eine Mutter vermag. Von meinen Lieben hab’ ich niemand gesehen, seit dem Tag, an dem ich wegging. Etliche mal kamen Männer und baten mich um meine Liebe, und jedes mal sah ich mit Beben, wie das Kind mir vor die Augen trat, und gleich kam mir der Gedanke wie das Kind ihm im Wege sein wird. Dann stand mein Entschluss fest, das Kind und ich, wir bleiben allein. Manchmal wurde auch geflüstert: Sie hat ein Kind aber keinen Mann. Ich musste mein Geheimnis zu wahren, wen geht schon mein Kind etwas an. Gott selber hat es mir gegeben und dafür danke ich Ihm tausendmal. Und dieses Kind aus dem Wald, das bist du mein lieber Sohn

Musik Ende

Sprecher: Die Mutter hatte geendet. Noch zitterte ein Widerhall. Fast allen flossen die Tränen und durch den Saal ging ein Flüstern. Da stürzte der Sohn zu der Mutter, nahm sie in die Arme und sagte:

Sohn: Mütter gibt es viele auf Erden, doch solch eine Mutter gibt’s nie. Jetzt kommst du mit mir nach Hause und nie mehr werde ich dich verlassen.

Sprecher: Nun kam auch die Tochter zur Mutter und weinte bitterlich. Sie konnte vor Schluchzen nicht sprechen. Die Mutter hielt beide umschlungen und so endete das Gericht.

Sohn: Mutter, warum hast du bis auf diesen Tag geschwiegen? Warum hast du so viel gelitten und Schlag auf Schlag erduldet?

Mutter: Aus Liebe zu dir mein Kind. Kein Zwang sollte mir zum Lohne sein. Wie hart ich darum gerungen habe, das weißt nur Gott allein.

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