Archive for April 25th, 2008

Apr 25 2008

Der verlorene Sohn

Geschrieben von Christ under Muttertag

Der verlorene Sohn, ein christliches Anspiel zum Muttertag für 6 Personen

Erzähler: Hoch oben im fernen Oberland, eine gute Strecke vom Dorf hinaus, steht eine kleine einsame Hütte, die von einem Tannenbaum überschattet war. Hier wohnte der brave Tagelöhner Toni. Er war ein stiller, fleißiger Bauarbeiter, von allen Leuten geachtet. In seinem Hüttchen daheim, hatte er eine junge Frau und ein Söhnchen, das die Freude der Eltern war. Fünf Jahre hatten die Leute so in Eintracht und ungestörtem Frieden gelebt. Eines Tages äußerte sich der Mann seiner Frau gegenüber:

Mann: Es tut mir leid, dass ich nicht wie andere Männer, ihren Frauen einmal eine freudige Überraschung machen kann, mit etwas was wir nicht gerade so nötig hätten.

Erzähler: Mit leuchtenden und glücklichen Augen sagte sie stets:

Mutter: Ach wozu auch, hat Gott uns nicht jeden Tag das nötigste geschenkt? Dazu unseren lieben kleinen Buben, der die Freude unseres Hauses ist.

Erzähler: So gingen an jedem Abend Frau Elisabeth mit dem kleinen Tommy dem Vater entgegen, wenn er von der Arbeit nach Hause kam. So auch eines Abends, als der kleine Tommy jemanden sah, rief er:

Tommy: Mutter, sieh, der Vater kommt, Der Vater kommt!

Mutter: Das ist nicht Vater, Kind.

Erzähler: Als der Bote näher kam, sagte er:

Bote: Liebe Frau, erschrecken Sie nicht…

Mutter: Ist meinem Mann etwas Schlimmes zugestoßen?

Bote: Ein Baum ist beim Fällen auf ihn gefallen.

Mutter: Ist er noch am Leben?

Bote: Leider nicht. Er ist dabei umgekommen.

Erzähler: Ein Schreckensschrei entrang sich ihr und ein Tränenstrom lief über ihre Wangen. Als sie sich erholt hatte, sagte sie zu ihrem Jungen:

Mutter: Komm, Tommy, wir müssen ohne Vater in unsere Hütte zurückkehren.

Tommy: Nein Mutti, wir müssen doch auf Vati warten. Er wird bald kommen.

Mutter: Ach, mein lieber Tommy, Vater kommt nie, nie wieder. Jetzt müssen wir ohne Vater in unserer Hütte wohnen.

Erzähler: Mit einem unsagbaren Schmerz bewohnte sie fortan mit ihrem Söhnchen die verlassene Hütte. Mit viel Mühe und schwerer Arbeit verdiente sie ihre Nahrung. Tommy umgab liebend seine Mutter und nahm ihr mit Freuden manche Arbeit ab. Doch in den letzten Schuljahren fingen seine Schulkameraden an, ihn necken und zu verspotten:

Kamerad: Nun Muttersöhnchen, hängst noch an Mutters Schürzband? Bist doch schon groß, schäme dich!

Tommy: Ich wüsste nicht, weshalb ich mich schämen sollte, denn meine Mutter hat mich mit viel Mühe und Arbeit gekleidet und genährt.

Kamerad: Aber jetzt bist du groß und noch so arm. Schau, wie wir leben. Du musst selbständig werden, dann geht’s dir auch gut.

Erzähler: Ganz langsam machten Spott und Lockungen Eindruck auf ihn. Er wurde unfreundlich und trotzig, kam am Abend spät nach Hause.

Mutter: Mein Tommy, wie hast du dich verändert. Wo bleibst du am Abend so spät?

Tommy: Mutter. Das geht dich nichts mehr an! Ich bin groß genug, um zu wissen, was ich will.

Mutter: Ach Tommy, du gehst auf dem falschen Weg, lass dich doch warnen! Du machst mir Kummer und Schmerz.

Tommy: Soll ich immer so in einer Bescheidenheit leben, wo alle meine Kameraden im Überfluss leben? Auch sind mir deine nächtliche Gebete und Tränen eine Qual.

Erzähler: Bald zog er trotzig aus dem Haus. Es war umsonst. Das Mahnen der Mutter half nichts. Die Mutter weinte ihm liebend nach, denn sie wollte ihn nicht verloren geben. Sie betete Tag und Nacht für ihn und litt treu in Liebe und Schmerz.

- Musik -

Erzähler: Der Sohn war hart wie ein Stein geworden. Er war schon lang auf See gegangen. Niemals hatte er ein Verlangen nach Hause zu kommen. Doch, wenn er die Mahnungen Gottes vernahm, tobte und fluchte er und verstieß sie. Und wenn er sich abends ausruhen wollte, plagte ihn sein Gewissen. Doch eines Tages, nach langer Zeit, hatte Gott ihn schließlich doch gefunden. Als plötzlich ein Sturm sich auf dem Meer erhob und die Seemannsleute vor Angst bebten. Am Anfang fluchten und spotteten sie, jedoch nach drei Tagen wurde es dann allmählich ruhiger. In solch einer großen Not sind schon viele zu Gott gekommen. Ebenso unser Freund. Er wollte gerne beten, doch er schaffte es nicht mehr. Er stöhnte, seufzte und schrie. Die Kameraden waren entsetzt.

Tommy: Hört Freunde! Ich habe meine Mutter verlassen und wollte mein eigenes Glück suchen. All ihre Bitten habe ich verschmäht. Obwohl sie für mich so viel gelitten hat, habe ich ihre Liebe verstoßen. Ihr treues und inniges Beten wurde mir eine Qual. Oh, hörte ich sie jetzt noch ein einziges Mal!

Erzähler: Da fiel ihm ein, dass er noch ein Buch von seiner geliebten Mutter im Koffer haben müsste. Trotz Sturm und Ungewitter suchte er überall nach der Bibel. Erst als er sie gefunden hatte, schlug er sie auf und suchte hier und da, doch er konnte nichts verstehen. Er schaute direkt dem Tode ins Gesicht. Vor Furcht wollte er alles vergessen. Doch sah er plötzlich einen kleinen Zettel, auf dem stand:

Tommy: Mein Sohn, mein lieber Sohn, auch wenn du von mir gegangen bist, will ich immer dich auf Gebetshänden tragen. Ich weiß, dass Gott dich retten wird. Komm heim, deine Mutter wartet auf dich.
Herr, bringe du mich noch einmal nach Hause und lass mich nicht hier ertrinken. Lass mich nur einmal meine Mutter sehen, um bei ihr noch einmal um Vergebung bitten.

Erzähler: In der Heimat, im fernen Oberland, lag die Mutter schwer krank im Bett. Sie wusste, dass ihre letzte Stunde geschlagen hatte und es nicht mehr lange dauern würde, bis sie heimgehen durfte.

Mutter: Geht hinaus und seht nach, er kommt bestimmt. Ich glaube fest an Gottes Wort: „Bittet so wird euch gegeben.“ Seine Verheißungen erfüllt er ganz gewiss.

Erzähler: Ihre Augen wurden schon trübe, sie wusste, dass das Ende nun sehr nahe war und noch einmal betet sie:

Mutter: Herr, rette ihn, oh rette ihn. Ich danke dir.

Erzähler: Ein fremder, junger Mann stürmte in das Dorf. Er war allen unbekannt. Im Herzen stellte er sich die Frage:

Tommy: Lebt meine Mutter noch?!

Erzähler: Unaufhaltbar lief er zur altbekannten Hütte. Wortlos stürmte er hinein. Man versuchte ihn aufzuhalten, denn der Fremde durfte die Sterbende nicht stören. In diesem Moment hob sie matt ihre Augenglieder und sah den Eintretenden an:

Mutter: Mein heiß geliebter Tommy!

Tommy: Vergib mir, liebe Mutter. Lange sollte ich schon nach Hause gekommen sein. Doch ich verstockte mein Herz und habe dir soviel Kummer bereitet. Doch Gott hatte Gnade für mich. Er ließ mein Schiff untergehen, doch mich errettete er aus den großen stürmischen Wellen. Ich versprach ihm, dass ich zu dir zurückkommen und ihm dienen würde. Ich habe es nicht verdient. Als ein verlorener Sohn kam ich zu ihm und er vergab mir alle meine Schuld. Bitte, Mutter, vergib auch du mir!

Mutter: Komm her, mein lieber Tommy! Ich habe dir schon lange vergeben. Nun kann ich in Frieden zum Heiland gehen. Er hat mein Gebet erhört. Wir werden uns bei ihm wiedersehen!

Erzähler: Ihr Mütter, Gott erhört Gebete, ob es auch lange dauert und vergeblich scheint, dass Gott eure Kinder bekehrt. Oh ringet mutig weiter, glaubt fest an das verheißene Wort Gottes. Die Zeit wird kommen, da Gott auch eure Gebete erhören wird. Und du, du verirrtes Kind. Die Mutter betet schon lange für dich. Der Heiland klopft, denn du bist noch nicht gerettet. Willst du noch lange warten? Kehr um noch heute, es ist noch Zeit! Hör, wie die Mutter bittet! Das Wort gilt nur für heute, denn Morgen bist du vielleicht schon tot.

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Apr 25 2008

Eine Mutter

Geschrieben von Christ under Muttertag

Eine Mutter, ein christliches Anspiel zum Muttertag für 4 Personen

Sprecher: Jedes Mal, wenn das erste Sonntagsläuten sich verloren hatte, trat Mutter Rode, die Witwe eines Kleinbauern; schon in das Gebetshaus. Sie setzte sich hin, wo sie jeden Sonntag saß. Und verschwand, wenn das Amen verklungen war, als erste aus dem Haus. Oft hatte sich der Pastor darüber Gedanken gemacht, warum sie so scheu war.
Einmal wollte er sie besuchen, aus irgendeinem Grunde. Als sie ihn kommen sah, zog sie sich auf der Stelle zurück. Aber es half nichts, der Pastor folgte ihr, da war sie sehr freundlich und bot ihm sofort einen Stuhl an. Er sprach mit ihr unter anderem von ihrem Sohn, der das Predigerseminar besuchte und kurz vor dem Examen stand.

Mutter: Er wollte es so der Junge – und ich bin froh, dass er’s bald geschafft hat.

Pastor: Es ist Ihnen sicher schwer gefallen, ihn soweit zu bringen.

Mutter: Ach, im Grunde doch nicht. Mein Tragkorb, den ich zum Markt schleppen musste, wurde leicht, wenn ich dachte, dass es für ihn war, meinen Jungen.
Wissen Sie, er hatte schon als kleiner Junge den Wunsch, Prediger zu werden. Warum? Fragte ich ihn manchmal. Damit ich beten lerne, wie du es kannst, Mutter, gab er zur Antwort; dann sollen’s andere von mir lernen.
Ein guter Junge, mein letzter Besitz, seitdem seine beiden Brüder im Krieg geblieben sind.

Pastor: Gefallen sind sie?

Sprecher: O ja, dann konnte er sie verstehen, dass ein Mensch sich in sich selber zurückzog.
Ein paar Wochen später kam der Sohn. Die Mutter war glücklich – aber der Sohn schien voll Unruhe. Bei der ersten Begegnung mit dem Pastor spürte dieser, dass er etwas auf dem Herzen hatte.

Sohn: Ja, es betrifft meine Mutter und mich. Ich gehe in die Mission. Nach einiger Zeit soll ich zu den Mohammedanern nach Afghanistan. Aber ich weiß nicht, wie ich es meiner Mutter beibringen kann, ohne ihr allzu weh zu tun.

Pastor: Vergessen Sie nicht, eine Mutter versteht alles… sprechen Sie doch mit ihr.

Sprecher: Er nahm es sich vor. Aber ein paar Tage später kam er wieder zum Pastor.

Sohn: Ich bring´s nicht übers Herz. Würden Sie mir nicht helfen?

Sprecher: Die Augen der müden Frau strahlten, als sie die beiden kommen sah. Der Sohn rang schrecklich mit sich. Endlich fasste er Mut. Er legte den Arm um die Mutter.

Mutter: Was hast du Junge?

Sprecher: Fragte sie betroffen. Er sprach mit knappen Sätzen von seinen Plänen. Lange schwieg sie, man ahnte, was vorging in ihrer geprüften Seele.

Mutter: Junge, hast du denn nicht an deine Mutter gedacht?

Sohn: Wie sehr, Mutter, wie sehr.

Sprecher: Die Tränen strömten ihr übers Gesicht, sie saß lange und rang mit sich. Dann stand sie auf, um einen Augenblick allein zu sein. Man hörte, dass sie nebenan leise sprach, sie betete wohl, die Männer wagten kaum zu atmen. Nach einer Weile kehrte sie zurück. Ein stiller Friede lag auf ihrem Antlitz. Es klang ganz ruhig, als sie nun sagte:

Mutter: Wenn du dich wirklich geprüft hast, Junge, und wenn es nicht dein, sondern Gottes Wille ist, dann sollst du getrost in die Ferne wandern.

Sprecher: Sie strich ihm in scheuer Zärtlichkeit übers Haar.
Einige Monate später erhielt die Frau schon ein Brief aus Afghanistan. Dann hörte sie lange nichts mehr.
Sie kränkelte, der Pastor besuchte sie oft. Immer sprach sie von ihrem letzten Kind. Sie war voll Sorge, da sie nichts von ihm hörte….
Dann kam ein Brief der Missionsgesellschaft an den Pastor gerichtet. Eine furchtbare Botschaft. Der Sohn war auf einem nächtlichen Ritt von Mohammedanern ermordet.
Ein schwerer Gang, den der Pastor nun tun sollte. Er stand einen Augenblick vor der Tür ihres Häusleins, es war, als könnte er die Hand nicht auf die Klinke legen, sie war wie tot.
Als die kranke ihn so stumm und blass in ihre Stube treten sah, hob sie sich in den Kissen. Sie starrte ihn eine Zeitlang in regungslosem Entsetzen an. Dann aber entspannte sich die furchtbare Erregung.

Mutter: Mein Junge lebt nicht mehr.

Sprecher: flüsterte sie; es war keine Frage an den Pastor gerichtet, es war eine bittere Erkenntnis, ein schmerzliches Wissen, als ob sie mit der Seele ihres Kindes immer verbunden geblieben war.

Pastor: Ja, er ist tot.

Sprecher: Nickte er voll Trauer. Sie weinte nicht einmal.

Mutter: Nun hat Gott alle drei.

Sprecher: Sie faltete nur die Hände und betete still für sich hin.
Der Abend erfüllte die Stube tiefer mit Dämmerlicht. Der Pastor hatte seine Hände auf die ihrigen gelegt. Mit einem Mal beugte er sich vor, es war, als sei die Kranke eingeschlafen. Aber nun sah er, dass ein erdenfremder feierlicher Friede ihr schlafendes Antlitz erfüllte.

Die Mutter war zu ihren Söhnen heimgekehrt!

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Apr 25 2008

Heimgekommen

Geschrieben von Christ under Muttertag

Heimgekommen; ein christliches Anspiel zum Muttertag für 7 Personen

Sprecher: Hell und lieblich glänzte er, der goldene Abendstern in das kleine Gasthofzimmer des Restaurants „Allemannia“, an der Hauptstraße. Ein junges kräftiges Mädchen in Tiroler Tracht stand dort am Fenster und blickte träumerisch in den stillen Abend hinaus. Das Zimmer lag nach dem Hof, ferne von allem Lärm, sonst hätte das wohl die dunkeln Wolken von des Mädchens Stirn verscheucht, das so in der Stille seinen Gedanken überlassen war.
Maria Weller, war die erste Altsängerin der Tiroler Gesellschaft „Rainer“ die hier im Restaurant ihre Vorstellungen gab. Man konnte nicht denken, dass die lustige Maria auch ernsten Gedanken zugänglich war. Hatte wohl jener Brief, der neben ihr auf dem kleinen Tisch lag, dies Wunder zuwege gebracht, das sie ans Träumen kam? Die Adresse zeigt in großer, fast unleserlicher Handschrift den Namen Maria Weller. Und den Inhalt des Briefes lass sie immer und immer wieder.

Maria: Mein Kind, mein einziges liebes Kind!
Endlich habe ich mit viel Mühe deine Adresse erfahren. Du bist eine Sängerin geworden. Armes Kind wie unglücklich musst du sein! Ich will Vaters Uhr verkaufen, dir das Geld schicken für die Reise, komm wieder heim! Wir blicken immer nach dem Abendstern, der so hell in unsere Kammer scheint, wenn wir zu Bett gehen, weißt du es noch, und wir denken wenn er dich grüßen könnte und dir sagen, wie wir um dich traurig sind. Dein Bruder ist im Herbst gestorben, ich bin mit Nanni allein und bin krank, wenn du doch kommen wolltest und uns helfen. Gott helfe dir fliehen.
Es grüßt und küsst dich deine alte Mutter und Nanni.

Sprecher: Darum blinkte er wohl heute Abend so hell, der Abendstern, er wollte sie grüßen! Maria zog schnell die Gardinen am Fenster zusammen. Sie wollte ihn nicht sehen. „Komm heim; komm heim!“ schien er zu winken mit seinem hellen Glitzern. Ja daheim war es so schön gewesen, bis der Herr aus der Stadt kam und sie fortlockte, ihr viel vorredete von ihrer herrlichen Stimme, und kommenden Triumphen, bis gegangen war, heimlich und still, weil die Mutter es nicht wollte und immer mahnte: „Arbeite brav und bleib daheim, die Welt ist falsch, und das Glück ist nur Schein.“ Ja so war es gewesen nach mancherlei Not und Beschämung, nach manch bitterer Erfahrung von der Lieblosigkeit fremder Menschen war sie endlich zu dieser Gesellschaft gekommen, und ihre gute Stimme hatte ihr die ersehnte Ehre und Huldigungen in Fülle gebracht. Aber unglücklich war sie, davon konnten die Nächte erzählen, die ihre Tränen gesehen, und der Abendstern, der ihr in die traurige Augen geschaut hatte.
Ach wenn sie heim könnte, heim in das stille Dorf zu den einfachen Leuten.
Maria wagte es kaum zu beten, sie hielt sich zu schlecht, sie, die Mutter so betrübt hatte, aber ein Seufzer stahl sich oft über ihre Lippen:

Maria: O, Gott, ich möchte heim, hilf mir! Und nun steht es noch in dem Brief „Komm heim!“
Die gute Mutter meinte, die paar Mark für Vaters Uhr langen für die Reise, doch ich habe auch noch Geld, aber die Schande und Schmach im Dorf wenn ich heim käme? Und was würde der junge Mann sagen, der mir die Ehe versprochen, er ist so vornehm, so schön, kann ich das alles lassen um der Mutter willen? Mitgehen würde er nicht, er ist zu gut erzogen, wie er oft sagte, wenn ich von dem stillen Dorf sprach.

Sprecher: Tausende Gedanken kreuzten sich in dem Herzen des Mädchens und hätten sie wohl lange ruhelos gemacht, da wurde die Tür aufgerissen. Ein blonder Kopf mit einem Tirolerhut schaut herein:

Kind: Maria, schnell, wir müssen aus Podium, der Saal ist voll, du musst ja ein Solo singen, was hast du gewählt? Gewiss was Lustiges?

Sprecher: So plauderte die Kleine an Marias Arm gehängt in dem sie dieselbe in den Saal zog. Die Lichter glänzen, die Stimmen schwirren durcheinander, alles ist voll Erwartung und Freude. Maria aber ist es so unsagbar wehmutsvoll ums Herz, sie lächelt nicht einmal die sonst von Lust überschäumt. Blumensträußchen fliegen ihr zu, sie bückt sich nicht einmal danach. Nur einmal flammt eine dunkle Röte in ihr Gesicht, ein junger Mann grüßt dort aus der Ecke, sie schüttelt den Kopf, er wendet sich lachend an seine Gefährten. Zuerst wird ein Chor gesungen dann wird Marias Solo angekündigt. Tief atmet sie auf, dann klingt es im glockenreinen vollen Alttönen den stillen Saal:

Maria: Wenn du noch eine Mutter hast.

Sprecher: Einen Augenblick herrschte im Saal noch lautlose Stille, als Maria geendet hatte, dann aber brach ein jubelnder Beifallssturm los: „Herrlich, einzig!“ hörte man sagen, so hat sie noch nie gesungen. Ihr Entschluss war zum letzten Entscheidungskampf gekommen.
Heim nur noch an schwachen Fäden hing ihr Zaudern und Zögern. Eine Sorge war es die sie drückte. – Würde der Direktor sie gehen lassen? Wenn er nun Entschädigung verlangte? Maria war nach ihrem Auftreten hinaus geeilt in den stillen Garten, sie hatte für diesen Abend frei. Der Direktor schwelgte in Entzücken. Da saß sie nun im silbernen Vollmondschein auf einer Bank des Gartens, sie schaute hinauf zu dem sternbesäten Nachthimmel einer flimmerte besonders hell, sie nickte ihm zu – „ja ich komme.“ Da trat der junge Mann an ihre Seite, der sie vorhin im Saal gegrüßt hatte. Er nahm ihre Hände und sagte:

Peter: Maria, du hast einzig schön gesungen, dein Lied hat einer Mutter den Sohn wiedergegeben, ich kann nichts anders beginnen, ich muss heim zu meiner tiefgekränkten Mutter. Maria du kannst nicht die Meine werden, meine Mutter hat mich nötig, ich bin ihr Stolz, ihre Hoffnung. O dein Lied! Wer hat es dich singen heißen? Es brach mir das Herz, Maria, kannst du mir vergeben?

Maria: Ich habe dir nichts zu vergeben, Peter; ich bin gerade so ein ungeratenes Kind wie du, ich muss zu meiner Mutter, ihre Gebete ziehen mich heim, und ein Engel hieß mich dieses Lied singen. Sehen sie dort den Abendstern. Meine Mutter schreibt, jeden Abend, trage sie ihm Grüße auf, an mich, siehst du er glänzt wie der Mutterblick.

Sprecher: Die beiden jungen Menschenkinder schauten hinauf zu dem leuchtenden Gestirn, und ein tiefes Sehnen füllte ihre Brust – heim – heim – ein Sehnen nach jenem Heim dort oben, dem sie noch so fern waren. Peter reiste noch in derselben Nacht zu seiner Mutter in die Residenz die mit Freudentränen den verloren geglaubten empfing. Durch Gottes Güte und Gnade kam er in christliche Kreise und lernte dort den Weg zum Himmel finden. In seinem Schreibtisch barg er ein kleines Bild von einem jungen Mädchen in Tirolertracht, er betrachtete es oft in stiller Stunde und dankte Gott für jenes Begegnen mit Maria.

Als Maria sich zur Umkehr nach Hause erheben wollte, fiel ihr Blick auf einen Beutel, ein Zettel lag dabei: Für deine Mutter von Peter. Sie bat noch am selben Abend den Direktor um ihre Entlassung und nach Einigung zur Bezahlung einer gewissen Summe war sie frei. Sie schrieb es voller Freude an ihre Mutter und rüstete sich zur Reise. Am nächsten Tag sorgte sie noch einige nötige Einkäufe, da händigte eine Dame ihr ein Blättchen ein. „Komm heim!“ stand oben drüber, sie nickte lächelnd. Die Dame trat zu ihr in der Meinung eine Gleichgesinnte gefunden zu haben. Sie gingen miteinander und Maria hörte aus dem Munde der Dame was sie seit ihrer Konfirmation Unterricht nicht mehr gehört, dass sie verirrt und verloren war weit ab vom Vaterhause; so erzählte sie nun freimütig ihr Geschick und dass sie jetzt heim wolle. Die Dame bat ihr freundlich Unterkommen in ihrem Hause an bis zur Abreise. O wie gerne folgte sie derselben! Da wehte andre Luft als sie dieselbe bis jetzt geatmet hatte. Alles Interesse in diesem Hause schien sich um eine Person zu drehen, um einen, den sie wohl kannte, aber vergessen hatte – Jesus. Von Ihm sprach man bei der Arbeit, für Ihn sang man Lieder und wunderbar – bei Ihm schien man auch Kraft, Trost und Freudigkeit zu empfangen wenn vereint alle niederknieten und mit Ihm redeten wie ein Kind mit seiner Mutter. Maria kam sich vor wie im Traum. Sie wurde mit so viel Liebebehandelt, wie ein Kind des Hauses und nicht wie eine Sängerin, die jedes Anrecht auf Hochachtung verloren hatte. Man schenkte ihr ein neues Testament, man fragte und belästigte sie nicht mit Ermahnungen. Abends saß sie oft am Fenster und las, sie schaute dann wohl auf zu dem leuchtenden Abendstern. Am Tage vor ihrer Abreise kam sie weinend in das Zimmer der gütigen Dame und schluchzend brachte sie hervor:

Maria: Ach, ich möchte auch mit Jesus reden können, wenn ich nur dürfte.

Dame: Ja warum dürfen sie nicht?

Maria: Ich bin’s nicht wert, ich bin so weit verirrt.

Sprecher: O das war die Stunde da ein verirrtes Kind vor dem Vaterhaus steht und klopft, wo ein verlorenes Schaf nach Rettung schreit. Und der Vater sollte nicht auftun, der Hirte sein Schäflein nicht lösen und in seine Arme nehmen? Wer sucht, der findet und wer anklopft den wird aufgetan. An jenem Abend war Marias Stimme die lauteste beim Lobgesang nach Tisch. Als sie beim Schlafen gehen noch einmal zu dem bekanten Stern blickte, schien ihr sein Leuchten nur das eine zu sagen, was ihr das Liebste geworden: Jesus. Das war eine fröhliche Heimreise, denn der Abschiedsgruß trug Hoffnung des Wiedersehens.
Während Maria auf der Reise ist wollen wir vorauseilen in das Dorf wo eine Mutter um ihr Kind weint. Die alte Frau Weller ist recht krank und schwach geworden. Armut und Not halten ihren Einzug ins Stübchen. Der Pfarrer des Dorfes sitzt an ihrem Bett, sie zu trösten. Er liest ihr das 14. Kapitel aus dem Evangelium Johannes vor, spricht er mit ihr über den Trost des Heilandes: Euer Herz erschreckt nicht. Die kranke hört begierig dieses kostbare Evangelium, sie kann nicht mehr alles begreifen, aber das fasst sie, dass sie nicht erschrecken soll, weil der Heiland alle Schrecken des Todes und der Hölle für sie getragen.

Mutter: Ach Herr Pfarrer, ich bin so in Angst um meine Maria. Ja, da hab ich noch den Schrecken im Herzen, sie ist ein verirrtes Kind, ach wird sie je vom guten Hirten gefunden werden?

Pfarrer: Euer Herz erschreckt nicht und fürchte sich nicht.

Sprecher: Dann betet der Pfarrer mit ihr. Leise, leise zieht der Abend herauf und der leuchtende Abendstern schaut wie gewöhnlich in das kleine Zimmer. Die Kranke ist eingeschlafen und Nanni ist im Garten. Da tritt leise eine schlanke Gestalt ins Zimmer, vorsichtig geht sie ans Bett, setzt sich ganz still um nichts zu stören.

Mutter: Maria!

Sprecher: seufzt die Schlafende halb im Erwachen. Die Blicke begegnen sich im stummen Erkennen, ist es ein Traum? Die Mutter wischt sich die Augen. Maria aber fällt ihr um den Hals:

Maria: O Mutter, liebe Mutter vergib mir!

Mutter: Euer Herz erschreckt nicht und fürchte sich nicht.

Sprecher: sagten die welken zitternde Lippen.

Mutter: Du bist da, alles ist gut, du bist daheim!

Maria: Ja Mutter, daheim und durch Gottes Gnade auf dem Heimweg.

Sprecher: Maria schaute zu dem leuchtenden Abendstern, ihr ist als freue er sich und glitzere vor Lust das sie daheim ist. Sie durfte ihr Mütterlein noch pflegen, bis sie in die selige Ruhe eingegangen ist. Maria diente fortan dem Herrn als eine treue Dienerin, die noch mancher verirrter Seele den Weg zum Vaterhause zeigte.

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Apr 25 2008

Meine Mutter betet für mich

Geschrieben von Christ under Muttertag

Meine Mutter betet für mich, ein christliches Anspiel zum Muttertag für 4 Personen

Sprecher: Vor vielen Jahren wohnte in einem kleinen Ort der Neuengland-Staaten ein Mann mit seiner Frau und seinem Sohn. Der Mann ging zur See. Eines Tages trat er eine Reise an und kehrte nie wieder zurück. Die Frau besaß sehr wenig. Aber mit schwerer Arbeit konnte sie sich und ihren Jungen durchbringen und ihm eine gute Erziehung geben. Als er älter wurde, dachte sie mit Furcht und Sorge daran, ob er wohl wie sein Vater zur See gehen wollte. Sie versuchte, alles von ihm fernzuhalten, was an die See erinnern könnte. Als der Junge aber sechzehn Jahre alt geworden war, sagte er zu seiner Mutter:

John: Ich bin jetzt alt genug, um für dich und mich zu verdienen. Ich will zur See.

Sprecher: Der von der Mutter jahrelang gefürchtete Augenblick war gekommen. Die Mutter umfasste ihren Sohn und suchte ihm sein Vorhaben auszureden. John schwieg. Einige Tage später kam er nicht zum Essen. Die Mutter suchte ihn. Von Angst ergriffen, eilte sie auf sein Zimmer. Seine Kleider fehlten. Da ahnte sie, was vorgefallen war. Sie ging zum Hafen und fand ihren Sohn, der auf einem Schiff Arbeit gefunden hatte. Sie rief ihn und sagte:

Mutter: Ich kann dich jetzt nicht mehr halten. Du hast versprochen zu gehen, und du musst dein Wort halten. Aber denke daran: Was immer du tust oder in welchem Teil der Welt dein Schiff sein mag, jeden Mittag um zwölf Uhr liegt deine Mutter auf ihren Knien und betet für dich und deine Rückkehr.

Sprecher: Ein Jahr war John fort, da geriet sein Schiff im Indischen Ozean in einen furchtbaren Sturm. Für Stunden wurde das Fahrzeug wie ein Spielball von Wind und Wellen umhergeworfen. Segel wurden in Fetzen zerrissen, Masten brachen und gingen über Bord. Die Mannschaft arbeitete heldenmütig. Der Kapitän sagte:

Kapitän: Leute, das oberste Segel muss eingezogen werden, oder wir sind verloren.

Sprecher: Keiner getraute sich hinauf. Endlich trat John vor und fragte:

John: Wie viel Uhr ist es nach Neuengland-Zeit?

Sprecher: Erstaunt über diese Frage, zog der Kapitän seine Uhr heraus und machte schnell seine Berechnung.

Kapitän: Es wird etwa fünf Minuten vor zwölf sein.

John: Um zwölf Uhr werde ich hinaufklettern.

Sprecher: Die ganze Mannschaft stand mit angehaltenem Atem da und wartete. Endlich sagte der Kapitän:

Kapitän: Es ist zwölf Uhr.

Sprecher: John kletterte in den Mast hinauf, zog das Segel ein und gelangte sicher wieder zurück. Schiff und Besatzung waren gerettet. Der Kapitän fragte:

Kapitän: Sag mir, John, warum wolltest du gerade bis zwölf Uhr warten?

John: Weil um diese Zeit meine Mutter auf ihren Knien für mich betet. Ich fühlte, dass ich einen klaren Kopf und eine sichere Hand haben würde, während meine Mutter für meine Sicherheit betete.

Kapitän: Junge, es ist etwas großes, daheim eine betende Mutter zu haben.

Sprecher: Ihr Kinder, danket dem Herrn für die Eltern, danket Ihm für eure betenden Mütter. Danket dem großen Gott, der euch bewahrt auf allen Wegen.
Ihr Mütter und Väter, danket dem Herrn, vor dessen Thron ihr eure Kinder im Gebet bringen könnt.
Ihr Mütter, danket dem Herrn für erhörte Gebete.
Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christo Jesu an euch. (1 Thess. 5:18)

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