Mrz 08 2008
Ein Zimmer für GOTT
Ein Zimmer für GOTT ist eine christliche Kindergeschichte
Es ist Samstag. Auf diesen Tag freut David sich immer, weil sein Vater heute nicht zur Arbeit muss.
Es ist viel interessanter, wenn Papa zu Hause ist.
“Papa, was machen wir heute?”
“Zuerst werden wir in der Bibel lesen und beten”, sagte der Vater lächelnd.
“Und danach werden wir das Auto reparieren”, sagte David. Das war nämlich seine Lieblingsbeschäftigung. Doch der Vater verneinte es.
Nun kam die Mutter mit dem kleinen Bruder auf dem Arm ins Zimmer. Sie setze sich neben den Vater auf den Stuhl. Er nahm die Bibel, schlug sie auf und fing an zu lesen:
“Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in Seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit Ihm, dann wird Er sitzen auf dem Stuhl Seiner Herrlichkeit, und werden vor Ihm alle Völker versammelt werden, und Er wird sie voneinander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und wird die Schafe zu Seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu Seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten Meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt Mich gespeist. Ich bin durstig gewesen und ihr habt Mich getränkt. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt Mich beherbergt. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt Mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt Mich besucht. Ich bin gefangen gewesen und ihr seid zu Mir gekommen. Dann werden Ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir Dich hungrig gesehen und haben Dich gespeist oder durstig, und haben Dich getränkt? Wann haben wir Dich als einen Gast gesehen und beherbergt, oder nackt und haben Dich bekleidet? Wann haben wir Dich krank oder gefangen gesehen und sind zu Dir gekommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich Ich sage euch: Was ihr getan habt einem unter diesen Meinen geringsten Brüdern, das habt ihr Mir getan. ”
Für einen kurzen Augenblick wurde es ganz still. Der Vater legte die Bibel auf den Tisch und begann, leise zu sprechen:
“Bald kommt der Tag, an dem Gott alle Menschen richten wird. Gott hat das Himmelreich, für alle, die Ihn lieben, vorbereitet. Um es aber zu erreichen, müssen wir Ihm gehorsam sein.
David, möchtest du auch das Himmelreich ererben?”
“O, ja!”, rief David begeistert.
“Das ist auch mein Wunsch, dass unsere ganze Familie einst im Reich Gottes sein sollte”, fügte der Vater hinzu, “deshalb müssen wir immer danach bestrebt sein, so zu leben, wie Gott es in Seinem Worte sagt. An der Liebe zu unseren Brüdern und Schwestern können wir unsere Liebe und Hingabe zu Gott erkennen. Denn alles, was wir tun, tun wir für unseren Herrn. Wir sollen immer bemüht sein, unserem Nächsten, wo wir nur können, in Liebe zu helfen. Jetzt werden wir Gott um den Segen für diesen Tag bitten!”
Wie liebte David diese morgendliche Stille. Es war für ihn immer eine Freude, Vater zuzuhören, wenn er das Wort Gottes las. Nicht nur einmal versuchte David die Bibel zu lesen, wenn der Vater auf der Arbeit war. Aber er konnte das Gelesene einfach nicht verstehen.
“Papa, wirst du mir heute noch etwas vorlesen?”, fragte David.
“Abends, mein Sohn”, antwortete der Vater.
“Und was werden wir den ganzen Tag über machen?”, ließ David nicht locker.
“Du wirst es bald erfahren!”, der Vater lächelte geheimnisvoll.
“Ich darf aber helfen, oder?”
“Ja, sicher darfst du auch helfen!”
“Schön”, freute sich David.
Nach dem Frühstück machten sich Vater und Mutter an die Arbeit. Sie räumten sämtliche Möbel aus dem Wohnzimmer. Es war diesmal ein ungewöhnliches Aufräumen.
“David, du kannst die Stühle in dein Zimmer tragen”, sagte der Vater, indem er das Klavier zur Seite schob.
“Willst du das Zimmer renovieren?”, fragte David neugierig.
“Nein, mein Sohn.”
“Warum bringst du denn alles raus?”
“Kannst du Geheimnisse für dich behalten?”, fragte der Vater, ohne auf die Fragen Davids einzugehen.
“Ein Geheimnis!” David sagte es mit Nachdruck, seine Augen leuchteten dabei.
“Ja, ein großes Geheimnis!”
Der Vater setze sich auf einen Stuhl.
“Ja, ich kann es”, antwortete David etwas unsicher.
“Dann, hör zu”, des Vaters Stimme wurde ganz leise, fast zu einem Flüstern:
“Dieses Zimmer geben wir Gott ab. Damit die Möbel nicht stören und hier mehr Platz ist, bringen wir sie ins andere Zimmer.”
Nun wusste David nicht mehr, was er fragen sollte. Voller Staunen blieb sein Mund offen. Ganz überrascht blickte er in die Augen seines Vaters.
“Von diesen Dingen darfst du niemandem etwas sagen, nicht dem Großvater, nicht der Großmutter, nicht Freunden – gar keinem. Hast du das verstanden?”
“Nicht mal Onkel Kolja?”, fragte David ungläubig.
“Nein keinem. Sonst könnten wir das Werk Gottes zerstören und müssen uns eines Tages vor Gott schämen.”
Gegen Abend war die Arbeit beendet. David sah noch, wie seine Mutter den Fußboden wusch, und Vater noch ein neues Schloss in die Tür baute.
“Jetzt ist die Arbeit getan, nun wollen wir noch beten”, sagte der Vater. “Wir wollen Gott sagen, dass das Zimmer fertig ist, und er es von nun an gebrauchen möge.”
“Jesus”, betete David, “wir haben für Dich ein Zimmer bereitet, komm zu uns. Hilf mir bitte, dass ich es keinem erzähle und Dich nicht damit traurig mache. Amen.”
“Lieber Herr Jesus, ich danke Dir, dass Du uns errettet hast und uns zu Deinen Kindern gemacht hast! Wir wollen Dir dienen und mit Dir bis in alle Ewigkeit leben. Ich danke Dir, dass wir Dir mit unserem Haus dienen können. Hilf den Kindern, gehorsam zu sein. Preis sei Dir, Herr Jesus, für alles”, betete die Mutter. Der Vater schloss sich den Gebeten seiner Familie an. Er dankte Gott, dass Er ihm diesen Dienst anvertraut hat und ihm ein fröhliches Herz gegeben hat, sein Haus dem Herrn zu weihen. Er bat um Weisheit für diese große Aufgabe.
David wusste zwar noch immer nicht, was in diesem Zimmer getan wurde. Er wusste nur, dass es die Arbeit für den Herrn war. Und er betete immer wieder für die Bewahrung und den Segen der Arbeit.
“Papa, sind dort viele Menschen?”, fragte David eines Tages, indem er mit dem Kopf zur Wohnzimmertür deutete.
“David, das darf ich dir nicht sagen. Bitte stell mir nicht solche Fragen”, wies der Vater ihn zurück.
Eine kurze Zeit überlegte David, doch dann fragte er noch einmal ganz leise: “Wenn ich groß bin, werde ich dort auch Platz haben?”
Jetzt verstand der Vater, warum der Sohn ihn um die Anzahl der Menschen im Zimmer fragte.
“Ja, David, für dich wird dort auch Platz sein!”
Der Eifer seines Kindes erfreute ihn.
Eine längere Zeit verging. Still und verborgen wurde im Wohnzimmer für den Herrn gearbeitet. Eines Tages rief der Vater die Mutter und David und führte sie ins Wohnzimmer. David wusste genau, seitdem sie das Zimmer leer geräumt hatten, durfte er es nicht mehr betreten. Verwirrt und voller Verwunderung blickte er sich nun im Zimmer um. Das Zimmer war leer.
“Wo sind sie?”, flüsterte er leise. Ein ungewöhnlicher Geruch erfüllte den Raum, sonst war alles sauber. An der rechten Wand lagen bis zur Decke aufgestapelt Packungen.
“Weggegangen”, sagte der Vater kurz und kniete sich nieder. Ohne ein Wort zu sagen, knieten sich auch Mutter und David daneben. Sie dankten den Herrn für die wunderbare Bewahrung und den Segen.
“Hier sind Evangelien eingepackt!”, der Vater strich mit der Hand über die Pakete. “Freunde haben diese heiligen Bücher bei uns zu Hause gedruckt. Ehre und Preis sei dem Herrn!”
David war tief beeindruckt. Spät am Abend kniete er sich in seinem Zimmer nieder und betete: “Jesus, ich möchte auch Evangelien drucken. Hilf mir, Dich zu lieben, dass ich Dir auch so dienen kann wie diese Freunde, die bei uns gewohnt haben. Bewahre sie überall, wo sie sich befinden. Und gib, dass dein Evangelium die ganze Welt erreichen möge. Amen.”
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