Archive for März 6th, 2008

Mrz 06 2008

Die Lasagne-Kur

Geschrieben von under Hochzeit

Die Lasagne-Kur, ein christliches Anspiel zur Hochzeit für 3 Personen

Sprecher:  Doris und Klaus, die schon seit fast 2 Jahren verheiratet sind, sitzen abends wie gewöhnlich noch im Wohnzimmer. Doris wirft immer wieder einen verstohlenen Blick in die Sofaecke. Klaus steckt immer noch hinter der Zeitung. Kaum zu fassen! Schon fast zehn Uhr, und Klaus hat noch nichts anderes gelesen als sein Blatt. Vorsichtig wagt sie zu bemerken:

Doris:  Schatz, wann liest du eigentlich in der Bibel?

Klaus:  Hab ich heute Morgen.

Sprecher:  Und schon gleitet sein Blick in die Zeitung zurück. Am nächsten Morgen passt Doris auf, ohne dass er es merkt. Er hat gerade zwei Minuten in der Bibel gelesen. Ja, das war es dann wohl für den ganzen Tag. Es gab Zeiten da war es anders. Musste Doris eingreifen und Klaus helfen, seine wichtige Nahrung zu bekommen? Eine Woche später:

Doris:  Klaus, ehrlich, ich meine du liest zu wenig in der Bibel.

Klaus:  Hmmm, jaaaa

Sprecher:  Ein verlegener Ton aus schlechtem Gewissen ist zu hören. Dann folgt aber eine Entschuldigung:

Klaus:  Ach schau, ich lese doch hier das Buch: Es ist sehr interessant und man kann viel daraus lernen.

Doris:  Aber Bücher ersetzen nicht die Bibel, auch wenn ab und zu mal ein Bibelvers drin steht. Es ist trotzdem keine Vollwertkost.

Sprecher:  Doris kennt ihren Mann gut genug, um zu wissen, dass sie jetzt schweigen muss. Am nächsten Abend dann:

Doris:  Klaus, warum liest du eigentlich nicht mehr regelmäßig in der Bibel?

Klaus:  Weil ich doch wirklich schon weiß, was darin steht.

Doris:  Aha, und du bist sicher, dass es dir eine Wiederholung erspart, dass du die Texte schon einmal gelesen hast? Liebst du Gottes Wort denn nicht so, dass du es immer wieder lesen möchtest?

Klaus:  Ja, doch, ja. Morgen abends lese ich eine Viertelstunde in der Bibel, du hast ja schon recht.

Doris:  Klaus, weißt du auch was es übermorgen zum Essen gibt? Lasagne!

Sprecher:  Diese Aussicht freut Klaus sehr, schließlich ist das sein Lieblingsessen! Aber er rechnet nicht mit Doris Plan. Am nächsten Abend sitzt Klaus in seiner Sofaecke und vergisst wieder in der Bibel zu lesen. Kurz vor dem Einschlafen sagt Doris leichthin:

Doris:  Du hast wohl heute wieder gedacht, dass du ja weißt, wie die Texte in der Bibel schmecken, wie?

Klaus:  Oh ja, stimmt, ich hab´s vergessen….

Sprecher:  Als Klaus am nächsten Tag hungrig von der Arbeit kommt, freut er sich schon auf seine Lasagne. Bloß, es riecht ja gar nicht danach! Seltsam. Doris begrüßt ihn lächelnd, ein bisschen schelmischer als sonst. Er wartet aufs Essen. Nichts regt sich. Schließlich wird er ungeduldig.

Klaus:  Doris!….Dooooris!

Doris:  Ja, bitte, ist etwas?

Klaus:  Was soll denn sein? Was ist den mit der Lasagne?

Doris:  Ach, ich dachte du wüsstest, wie Lasagne schmeckt!

Klaus:  Ja natürlich weiß ich wie die schmeckt.

Doris:  Naja, was man einmal gekostet hat, das kennt man mit der Zeit. Das braucht man nicht immer wieder zu essen. Hast du zumindest gesagt.

Klaus:  Wieso ich, glaubst du, ich will verhungern?

Doris:  Ja, Klaus, das glaube ich.

Sprecher:  Doris Stimme klingt ungewöhnlich ernst. Sie schaut ihm in die Augen. Nach einigen Augenblicken verlässt sie das Zimmer, ohne ein weiteres Wort zu verlieren. Er steht da wie ein begossener Pudel. Dann reiht sich Überlegung an Überlegung:

Klaus:  Ja, täglich bin ich bereit, das Essen entgegenzunehmen. Ich ernähre meinen Leib. Und wehe, wenn mir einmal die Speise verwehrt wird! Und die geistliche Speise, die Gott mir durch sein Wort geschenkt hat? "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichem Wort, das aus Gottes Mund kommt." Doris hat Recht. Ich würde verhungern, nicht körperlich, o nein, aber geistlich. Ich hätte jede Woche Lasagne essen können, warum habe ich nicht jede Woche den gleichen Hunger nach Römer 8

Sprecher:  Klaus setzt sich. Heute Abend will er fasten. Durchs Fenster sieht er Doris zu zum Waldrand hinüber spazieren. Die Frau soll den Mann durch stillen Wandel gewinnen. Klaus wird sich darüber klar, dass dies nicht mit der Bekehrung aufhört…

ENDE

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Mrz 06 2008

Der Wert einer Seele

Geschrieben von under Gottes Führung

Der Wert einer Seele, ein christliches Anspiel zum Thema Gottes Führung für 5 Personen

Elise: Hallo Ruth, ich habe Eintrittskarten für ein Konzert der weltberühmten Glockenspieler am Dienstagabend. Kommst Du mit? Ich habe so etwas noch nie gehört.

Ruth: Aber an dem Abend ist doch Gebetsversammlung.

Elise: Ich weiß, aber dies ist der letzte Abend. Gebetsversammlung haben wir noch öfter.

Ruth: Niemals möchte ich wegen so etwas eine Gebetsversammlung versäumen. Das ist mir die Veranstaltung nicht Wert.

Elise: Das ist das letzte und schönste Konzert. So etwas erlebt man nicht alle Tage und außerdem, wir können auch dort in unseren Herzen den Herrn anbeten.

Ruth: Nein, ich gehe zur Kirche, auch wenn das Konzert noch so schön ist. Mir ist die Gemeinschaft mit dem Herrn und den Gläubigen wichtiger, als so eine weltliche Veranstaltung.

Sprecher: Eigentlich ging es Elise ja auch nicht anders. Sicher wäre es wichtiger zum Gottesdienst zu gehen, um dort all die wichtigen Dinge vor Gott zu bringen. Aber könnte man nicht einmal eine Gebetsstunde auslassen? So schlimm konnte es doch gar nicht sein. Immer wieder musste sie an die entschiedene Ruth denken. ”Ich gehe zur Kirche!” hatte sie gesagt und war dabei geblieben.

Elise: (zu sich) Ich würde so gerne zum Konzert gehen. Aber Gottes Wort sagt uns: ”Verlasset nicht die Versammlungen der Heiligen.” Irgendwie mahnt es mich, doch lieber zur Kirche zu gehen. Beim Konzert werde ich sowieso keine Ruhe finden. Und nachher bin ich unglücklich, weil ich das getan habe, was eigentlich nicht richtig ist. Ich gehe lieber zur Gebetsversammlung.

(später)

Ruth: Hallo Elise du bist ja doch zum Gottesdienst gekommen. Fällt das Konzert etwa aus?

Elise: Nein, Gottes Geist mahnte mich, doch lieber zur Gebetsversammlung zu gehen. Mir wurde die Gemeinschaft mit Gott plötzlich wichtiger als die Glockenspieler, nicht zuletzt auch durch deine vorbildliche Entschiedenheit.

Ruth: Ich freue mich, dass du dich entschlossen hast, hierher zu kommen. Ich habe für dich gebetet.

Sprecher: Und plötzlich überkam Elise eine unbekannte Freude, wie wenn man etwas ganz Wunderbares erlebt hat. Von ganzen Herzen sang sie die Lieder mit, die jetzt angestimmt wurden. Und als am Ende des Gottesdienstes die Musik kaum verklungen war, sprang sie auf und sagte voller Freude:

Elise: (freudig) Ich wollte heute Abend zum Konzert der Glockenspieler gehen, aber ich fühlte, dass es meine Pflicht sei, in der Gebetsversammlung zu sein; wie viel fröhlicher und glücklicher bin ich jetzt, als ich beim Konzert sein könnte. Auch die schönste Musik kann einem Herzen nicht schöner klingen als das Lied, das wir eben gesungen haben.

Prediger: Das ist schön Elise, dass du der Stimme des Geistes mehr Gehör geschenkt hast, anstatt deine eigene Pläne zu verwirklichen. Darauf ruht der Segen Gottes. Vielleicht ist heute hier in unserer Mitte jemand, der diese Stimme des Geistes auch vernommen hat. Heute darfst du den ersten Schritt zu Gott dem Heiland tun und dich ihm für immer ausliefern.

Sprecher: Der Prediger hatte kaum ausgeredet, als eine vornehme Frau mit innerer Überzeugung und Reue langsamen Schrittes nach vorne kam, auf die Knie fiel, um dem Heiland ihr Leben zu übergeben. Nach der Versammlung kam Ruth zu Elise und sagte:

Ruth: Die Frau, die nach vorne gegangen ist, wünscht mit dir bekannt zu werden.

Elise: Mit mir? Ich habe sie noch nie gesehen. Was sie wohl will? (geht zu ihr)
Guten Abend, ich bin die Elise. Sie wollten mich sprechen?

Frau: Ja, ich wollte sagen, dass ich mich heute Abend entschlossen habe, mein Leben dem lieben Heiland zu geben, ist die Folge Ihres Zeugnisses. Seit ungefähr 10 Jahren war ich in keiner Kirche, und heute Abend bin ich nur einer Freundin zu Gefallen hierhergekommen. Wie sie sagten: ”Ich habe das Konzert aufgegeben, um in die Gebetsversammlung zu kommen, und keine Musik könne schöner klingen, als das Lied”, da dachte ich bei mir: Diese Leute haben etwas, was ich nicht besitze; und ein Hunger erwachte in meinem Herzen, der mich nach vorn an den Altar trieb. Gepriesen sei der Herr! Meinen herzlichsten Dank, denn ihr Zeugnis war die Veranlassung, dass ich heute Abend eine Nachfolgerin Jesu geworden bin.

Elise: Oh, das ist ja wunderbar! Ich danke ihnen, dass sie mir dies erzählt haben, es soll mir mein Leben lang eine Lehre sein.

Sprecher: In dieser Nacht passierte ein großes Zugunglück. Von dem großen Getöse aufgewacht lief Elise mit ihrem Vater zur Unglücksstelle, denn sie wohnten nahe der Eisenbahnlinie. Wie groß war das Erstaunen, als sie am brennenden Zug angekommen, gleich in der ersten verunglückten Person das Antlitz jener Frau, die sich am Abend zuvor bekehrt hatte, erblickten. Sie hatte große Brandverletzungen, denen sie dann kurze Zeit später erlag. Nach diesem Erlebnis nahm Elise sich vor, immer nach Gottes Willen zu fragen und stets auf die Stimme des Geistes zu hören.

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Mrz 06 2008

Gott sieht!

Geschrieben von under Gottes Führung

Gott sieht, ein christliches Anspiel zum Thema Gottes Fürsorge und Führung für 7 Personen

Monika: Hallo John.

John: Hallo Monika.

Monika: Na, wie war’s auf Arbeit?

John: Im Büro war alles bestens. Die Aufträge liefen gut. Alles klappte wunderbar, nur….

Monika: Was, nur?

John: Ja, nur in der Pause gibt es Probleme mit meinen Kollegen.

Monika: Wie meinst du das?

John: Es ist so: Der Chef gibt mir Aufgaben, die ich erledigen soll. Er vertraut mir. Er weiß, dass ich Christ bin und damit auch zuverlässig. Wie du weißt, geht es unserer Firma zurzeit nicht so gut. Oft bekomme ich Aufträge, die ziemlich aufwendig und verantwortungsvoll sind. Und das erweckt den Neid der anderen.

Monika: Und was geschieht in der Pause?

John: Hör zu, ich erzähle es dir. Es war wie immer. Ich saß am Tisch in der Kantine, als drei meiner Kollegen zu mir kamen und mich ironisch ansprachen.

- Musik -
(Szenenwechsel)

1. Kollege: Na, bist du etwa müde, John? Der Chef gibt dir auch wirklich zu viel Arbeit.

2. Kollege: Logisch, so viel kann keiner allein schaffen. Wie kann der Chef nur so unbarmherzig sein?!

John: Ach, hört doch auf. Das ist doch gar nicht wahr.

3. Kollege: Das sagt man dann so. Aber du musst doch zugeben, dass du zuviel Arbeit hast.

John: Das stimmt überhaupt nicht.

1. Kollege: Na, hoffentlich überarbeitest du dich nicht. Wir brauchen dich noch.

3. Kollege: Ohne dich kann unsere Firma nicht existieren.

2. Kollege: Wir sind verloren ohne dich.

- Musik -
(Szenenwechsel)

John: So läuft das in der Pause. Und das nicht nur einmal in der Woche.

Monika: Wäre es vielleicht besser, du würdest den Arbeitsplatz wechseln?

John: Niemals würde ich das tun. Ich verdiene hier ganz gut, obwohl es nicht immer leicht ist. Aber ich werde es schon schaffen.

Monika: Wie du meinst.

Sprecher: John arbeitet weiter in dem Betrieb. Doch eines Tages wird er krank und muss zum Arzt.

John: O nein. Der Arzt hat mich für drei Wochen krankgeschrieben. Gerade jetzt, wo wir wieder ein bisschen Arbeit haben. Was wird aus meiner Arbeit? Die Kollegen werden sich ja freuen, aber der Chef … In solchen Sachen ist er ja gar nicht gut zu sprechen.

- Musik -

Sprecher: Es ist Freitag. Monika hat gerade die Post aus dem Briefkasten geholt.

(Sie hält ein paar Briefe in der Hand)

Monika: O, Tante Margit hat geschrieben und hier eine Rechnung fürs Telefon. John, hier, ein Brief für dich.

(Gibt ihm den Brief, er öffnet ihn)

John: Was!?! Das kann doch nicht wahr sein. Ich bin gekündigt. Ich fasse es nicht. Monika, hör mal zu:
Sehr geehrter Herr Braun, wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass wir Sie ab heute in unserer Firma nicht weiter beschäftigen können, da die Arbeitslage zur Zeit nicht sehr gut ist. Wir bedanken uns für Ihre Mitarbeit in unserem Unternehmen und wünschen Ihnen für Ihren weiteren Berufsweg viel Erfolg sowie persönlich alles Gute. Mit freundlichen Grüßen. Ballmann
(faltet den Brief zusammen)
Kannst du das glauben? Ich dachte immer, der Chef ist zufrieden mit mir. Ich habe doch immer mein Bestes gegeben. Bestimmt haben die Kollegen viel Negatives über mich erzählt. Deshalb die Kündigung. Ich kann mich nicht so einfach von der Stelle trennen. Die geregelten Arbeitszeiten und der Verdienst. Es klappte so gut. Und nun das. Solche Arbeit finde ich bestimmt nicht wieder.

Monika: Weißt du, John. Gott hat bis jetzt so wunderbar gesorgt. Und dass es jetzt so gekommen ist, weiß er auch.

- Musik -

Monika: Sieh mal, was hier in der Zeitung steht.

John: Mitarbeiter gesucht! Für den Bereich Elektrotechnik.

Monika: Das ist doch was für dich, oder?

John: Bestimmt nicht, aber ich fahre mal hin. Ist ja nicht weit.

(Szenenwechsel)
(John klopft)

Chef: Herein.

John: Guten Tag, Braun ist mein Name. Es geht um die Anzeige in der Zeitung. Ist die Stelle noch frei?

Chef: Ja, Sie sind der erste Bewerber. Die Stelle muss dringend besetzt werden. Wir suchen einen Elektroinstallateur. Was haben Sie denn gelernt?

John: Elektroinstallateur.

Chef: Das passt ja sehr gut. Haben Sie Ihre Bewerbungsunterlagen dabei?

John: Nein.

Chef: Kommen Sie doch bitte morgen um 10 Uhr. Dann können Sie sich Ihren Tätigkeitsbereich ansehen und wir können alles Weitere besprechen.

John: Vielen Dank. Ich bin dann morgen rechtzeitig da. Auf Wiedersehen.

Chef: Auf Wiedersehen.

- Musik -
(Szenenwechsel)

Monika: Und, wie war’s?

John: Ich soll morgen noch mal wiederkommen. Dann wird alles andere besprochen. Es sieht ganz so aus, dass ich die Stelle bekomme.

Monika: Das ist ja wunderbar. Wir haben darum gebetet und Gott hat erhört.

John: Ja, du hast recht.

Monika: Dadurch sehen wir, wie allmächtig doch der Herr Jesus ist. Er ist überall, auch wenn es uns manchmal hoffnungslos scheint.

Sprecher: Es stellt sich heraus, dass diese Arbeit noch viel besser ist. Er versteht sich mit den Kollegen und auch der Verdienst ist zufrieden stellend.

Gott redet auch durch solche Situationen zu uns. Er führt uns manchmal durch Tiefen, aber er verlässt uns nicht dabei. Er zeigt uns dadurch seine Größe, seine Allgegenwärtigkeit gegenüber uns Menschen.

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Mrz 06 2008

Geschenke die nichts kosten

Geschrieben von under Nachfolge

Geschenke die nichts kosten, ein christliches Anspiel zum Thema Nachfolge für 4 Personen

Verkäuferin: Guten Tag! Kann ich Ihnen helfen?

Frau: Guten Tag! Ja, es wäre nett. Wir sind nämlich zu einer Geburtstagsfeier eingeladen worden und suchen ein passendes Geschenk.

Verkäuferin: Haben Sie da schon bestimmte Vorstellungen?

Mann: (schüttelt den Kopf) Nein, das ist es ja gerade.

Frau: Wir hatten an eine nette Kleinigkeit gedacht, nur so ein Mitbringsel. Es ist der Arbeitskollege meines Mannes, der in der nächsten Woche 60 wird.

Verkäuferin: Hat der Arbeitskollege vielleicht ein Hobby, etwas, mit dem er sich gerne beschäftigt?

Frau: (zu dem Mann) Das musst du doch wissen. Du warst doch schon mal bei ihm zu Hause.

Mann: Ich weiß nur, dass er gerne Fahrrad fährt und…

Frau: (unterbricht) Aber ein Fahrrad können wir ihm ja gar nicht schenken und außerdem…

Mann: Lass mich doch mal ausreden. Im Keller hat er eine Eisenbahn aufgebaut…

Verkäuferin: Eine Ergänzung für die Eisenbahn wäre natürlich eine gute Sache. Ein paar Schienen, eine Weiche, Bahnübergang mit Schranken – ach, da gibt es so viele Möglichkeiten. Aber dazu müsste man etwas über die Art der Anlage wissen.

Frau: Nein, das soll ja auch nicht zu viel kosten.

Verkäuferin: Dann gehen wir doch einfach mal durch unser Geschäft. Vielleicht fällt uns da etwas ins Auge.
- Hier habe ich eine geschnitzte Krähe aus Mooreiche. Handarbeit von einem einheimischen Künstler. Sie kostet … 120 DM.

Mann: Viel zu teuer.

Verkäuferin: Wie wär’s mit einem Barometer oder einer digitalen Temperaturanzeige für innen und außen?

Frau: Das ist auch nicht das Richtige, die sind nämlich teuer.

Verkäuferin: Dort drüben haben wir wunderschöne Vasen. Hier sehen Sie mal, ein ganz besonderes Stück. Und sie kostet nur 45 DM!

Frau: Die Vase ist schön, aber so viel wollten wir auch nicht ausgeben.

Verkäuferin: Wissen Sie, Geschenke die nichts kosten gibt es bei uns nicht.

Sprecher: Gibt es vielleicht doch Geschenke, die nichts kosten? Ein freundliches Lächeln, ein Blick des Mitgefühls, ein Händedruck für den, der traurig ist, oder ein gutes Wort. Sind vielleicht das Geschenke, die nichts kosten? Durch ein freundliches, liebevolles Wort kann auch der Ärger verfliegen, eine Kränkung ihre Bitterkeit verlieren, und eine Enttäuschung nicht mehr so wehtun. Wenn wir uns ungerecht behandelt fühlen, so schweigen wir trotzig oder antworten in einer Art und einem Ton, der die ganze Spannung verschärft. Aber wie leicht ist es, gerade in solch einem Fall, mit einem guten Wort die aufgeladene Stimmung zu besänftigen und die hochgehenden Wogen zu glätten. Auch ein Zugeben der eigenen Schwachheit, ein ehrliches Bekennen des begangenen Unrechts – auch das sind Geschenke die nichts kosten.

-ENDE-

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