Archive for Januar, 2008

Jan 17 2008

Dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!

Geschrieben von under Ostern - Auferstehungsfest

Dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen, ein christliches Anspiel zu Ostern für 6 Personen

Sprecher: Vor ungefähr 1960 Jahren.

(Der Prokurator mit seiner Frau sitzen und unterhalten sich, während der Diener den ersten Brief bringt)

Frau: Wie geht es eigentlich unseren römischen Soldaten in der Provinz Judäa? Wurde nicht auch dein Freund Julius als Hauptmann dort hin versetzt?

Prokurator: Sicher. Doch ich habe schon lange nichts mehr von ihm gehört. Soviel ich weiß, haben wir dort unten alles in fester Hand.

(Diener kommt herein)

Diener: Edler Prokurator Maximus. Dieser Brief ist soeben eingetroffen. (überreicht die Rolle; entfernt sich)

Frau: Na, von wem ist er?

Prokurator: Mal sehen. (öffnet ihn, überrascht) Oh, von Julius. Mal sehen, was er so schreibt.
(liest den 1.Brief vor)

Jerusalem, im 19. Jahr des Kaisers Tiberius.
Julius, Hauptmann der römischen Armee in der Provinz Judäa unter Pontius Pilatus, dem edlen Prokurator, meinem lieben Freund Maximus in Rom, viel Freude zuvor!
Nachdem ich nun schon drei Jahre als Hauptmann unter dem neuen Prokurator Pilatus im Dienst stehe, muss ich Dir, mein lieber Maximus, Bericht erstatten, wie es mir hier in Judäa geht.
Der Grund meines Briefes ist ein Ereignis, das sich in den letzten Wochen abgespielt hat. Ein religiöser Prediger aus Nazareth mit Namen Jesus ist hier in der Gegend umhergezogen. Ich habe es gut beobachtet und mir einiges über ihn erzählen lassen. Wir als Römer kümmern uns ja nicht um religiöse Fragen der Juden. Es gibt immer wieder Extremisten, die kommen und gehen. Dieser Jesus aber war anders. Er hatte etwa zwölf Anhänger um sich geschart, die meisten davon ungebildete Fischer. Mit diesen ist er durchs Land gezogen, hat Juden unterrichtet und viele Kranke geheilt. Einen Fall will ich Dir erzählen, von dem ich bezeugen kann, dass es die Wahrheit ist.
Du kennst vielleicht den Hauptmann Tinus, der seit einiger Zeit in Kapernaum stationiert ist, ein guter Freund von mir, den ich oft besuche. Er hat einen Knecht, der durch eine seltsame Krankheit gelähmt war. Sein Zustand hat sich ständig verschlechtert. Der arme Kerl litt große Schmerzen. Tinus erzählte mir, dass dieser einer seiner zuverlässigsten Knechte war. Auch Tinus hatte von Jesus gehört und seine Lehre angenommen. Eines Tages machte er sich auf und bat Jesus, er möge seinen Knecht heilen. Aber jetzt kommt das Erstaunliche: Er hat Jesus nicht in sein Haus eingeladen, das zwei Tagesreisen entfernt war, sondern sagte einfach: “Jesus, wenn du nur ein Wort sagst, so wird mein Knecht gesund!” Und Jesus hat es getan! Als Tinus dann wieder nach Hause kam, erforschte er die Stunde, in der sein Knecht gesund wurde; stell Dir vor, es war genau der Augenblick, in dem Tinus bei Jesus war. Ich hätte die Geschichte als erlogen betrachtet, wäre mir nicht Tinus und sein Knecht gut bekannt.
Aber jetzt zu mir! Lange Zeit habe ich über diesen Jesus nachgedacht. Nun wurde er kürzlich vor Pilatus gestellt und von den Juden angeklagt, er gebe sich als Sohn Gottes aus und wolle der König der Juden sein usw. Nach langem Hin und Her hat ihn Pilatus verurteilt und meinem Kommando übergeben, um ihn zu kreuzigen. Ich tat das nur widerstrebend, weil ich nicht der Überzeugung war, dass er des Todes schuldig sei – aber Du weißt ja: Befehl ist Befehl! Als wir dann auf dem Weg nach Golgatha waren, brach Jesus zusammen und konnte das Kreuz nicht mehr tragen. Wir haben einem, der daherkam, das Kreuz aufgelegt. Dann ging Jesus an einer Ecke vorbei, wo einige Frauen sehr weinten. Ich hörte, wie er zu ihnen sagte: “Weint nicht über mich, sondern weint über euch und eure Kinder.” Ich konnte nicht verstehen, wie man sich in einer solchen Lage so verhalten kann. Mit Jesus haben wir noch zwei Mörder gekreuzigt, die schon länger verurteilt waren, aber es hatte noch keine Gelegenheit gegeben, sie hinzurichten.
Als die Kreuze endlich aufgerichtet waren, kamen viele Leute vorbei, die Jesus verspotteten. Auch die Hohenpriester und Schriftgelehrten lästerten und sagten: “Bist du Gottes Sohn, dann steig doch vom Kreuz herab! Anderen hat er geholfen und kann sich selbst nicht helfen.”
Um die sechste Stunde wurde es plötzlich stockdunkel. Diese Sonnenfinsternis dauerte drei Stunden. Uns wurde immer unheimlicher zumute. Ich sah, wie Jesus am Kreuz litt. Dann sagte er: “Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.”
Ich höre noch den Klang der Stimme in meinen Ohren und werde ihn nicht mehr los. Das hat mich überwältigt. Schließlich stieß Jesus einen Schrei aus, und ich hörte die Worte: “Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!” Dann rief ich laut: “Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!”
Lieber Maximus, seit diesem Tag hat sich mein Leben verändert, und ich glaube, dass dieser Jesus Gottes Sohn ist.
Noch am selben Abend haben sie ihn begraben. Einige meiner Männer mussten das Grab bewachen. Die Juden hatten Angst, dass der Leichnam von seinen Anhängern gestohlen werden könnte.
Was weiter geschehen wird, will ich Dir, lieber Maximus, in meinem nächsten Brief schreiben.

In aller Liebe und Freude
Dein treuer Freund
Julius Hauptus

(am Ende des Briefes fängt sofort ein Musikstück an zu spielen)

Sprecher: Einige Wochen später:

Prokurator: Irgendwie lässt mich der Brief von meinem Freund Julius nicht in Ruhe. Er scheint ja ganz fasziniert von diesem – wie heißt er gleich?

Frau: Jesus – Jesus von Nazareth.

Prokurator: Ja, genau. Jesus von Nazareth! Da in Judäa scheint ganz schön was los zu sein.

Frau: Mich würde interessieren, wie es weitergeht. Hoffentlich schreibt Julius bald.

(Diener kommt herein)

Diener: Oh, edler Prokurator. Dieser Brief wurde soeben durch einen Boten überbracht.

Prokurator: Gut. Mal sehen was es diesmal ist. (öffnet und ließt ihn vor)

Jerusalem, im 19. Jahr des Kaisers Tiberius.
Julius, Hauptmann der Römischen Armee in der Provinz Judäa unter Pontius Pilatus, dem edlen Prokurator, meinem lieben Freund Maximus in Rom, viel Freude zuvor!
Ich konnte mit diesem Brief nicht länger warten, denn es ist so viel geschehen. In meinem letzten Brief schrieb ich Dir ja von einem gewissen Jesus von Nazareth, der auch “Christus” genannt wurde. Kurz nachdem ich den letzten Brief abgeschickt hatte, überschlugen sich die Ereignisse geradezu.
Jesu Leichnam lag also schon zwei Tage von römischen Soldaten bewacht und einwandfrei als tot erklärt, in dem Felsengrab. Doch da, am dritten Tag, früh am Morgen, erlebten die Soldaten etwas Seltsames und Furchteinflößendes. Sie erzählten, dass plötzlich die Erde zu beben begann. Dann kam ein Engel vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Gestalt war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. Die Wachen aber erschraken so aus Furcht vor ihm, dass sie wie tot auf den Boden fielen. Seitdem gibt es keinen Leichnam und keinen toten Jesus mehr. Jesus lebt! Er ist auferstanden und wurde von vielen Menschen gesehen. Mit seinem Tod geschah das größte Wunder! Jesus Christus ist der Sohn Gottes. Er hat den Tot besiegt!
Und weißt Du warum? Um stellvertretend für unsere Sünden zu sterben! Um unsere Strafe, den Tod, für uns zu tragen!
Das heißt, wir dürfen ewig leben!
Ich werde bald nach Rom kommen. Dort kann ich Dir, lieber Maximus, alle weiteren Einzelheiten berichten.
Jesus Christus lebt!!!

In Liebe und Freude
Dein treuer Freund
Julius Hauptus

Prokurator: Was bedeutet dieses begeisterte “Jesus lebt!” Was hat es damit auf sich?

Sprecher: Heute. Ein gut gekleideter Mann steht vor dem Schaufenster einer Kunsthandlung und betrachtet ein Kreuzigungsgemälde.

(ein kleiner Junge kommt dazu und stellt sich neben den Mann)

Mann: (zeigt auf das Bild) Weißt du, wer das ist, der da am Kreuz hängt?

Junge: Oh ja! Das ist der Heiland. (Pause) Das daneben sind die römischen Soldaten (schwerer Seufzer – Pause)
Die Frau, die da weint, ist seine Mutter.
(schweigen) Sie haben ihn getötet.
(langes Schweigen; der Mann fährt schließlich dem Jungen über das Haar und geht langsam davon. Der Junge bleibt noch ein Weilchen stehen. Plötzlich läuft er dem Mann hinterher und ruft:)

Junge: Hallo! Herr! Hallo!

(der Mann dreht sich um und wartet auf den Jungen)

Junge: Ich wollte ihnen noch sagen, er ist wieder auferstanden!

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Jan 17 2008

Wir sind mit Blut erkauft

Geschrieben von under Abendmahl-Karfreitag

Wir sind mit Blut erkauft, ein christliches Anspiel zum Thema Jesu Leiden für 5 Personen

Sprecher: Ein schottischer Adliger geht in Afrika auf die Elfenbeinjagt. Beladen mit Elfenbein, kehrt er nach erfolgreicher Jagd zur Küste zurück.

Adliger: Den Fluss haben wir ohne Schwierigkeiten überquert. Bis zur Küste ist es nicht mehr weit. Es hat sich gelohnt, diese Reise zu machen. Dass wir so viel Elfenbein bekommen würden, hätte ich nicht gedacht.

Diener: Ich freue mich auch, dass es Richtung Heimat geht. Noch mehr werde ich mich freuen, wenn wir erst wieder schottischen Boden unter den Füßen haben. So eine Reise würde ich … (hört einen Schrei) Was war das denn? Schau mal da, am anderen Ufer ein Einheimischer! Er springt ins Wasser und schwimmt hierher.

Adliger: Sieht aus, als ob er verfolgt wird; so schnell wie der schwimmt. Da! Eine ganze Horde Einheimischer. Sie werfen mit Speeren nach ihm. Was er wohl angestellt hat?

Diener: Oh, er ist getroffen. Schnell wir müssen ihm helfen!

Sklave: Hilfe! Oh, bitte helft mir! Rettet mich!

Adliger: Schnell, bring den Verbandkasten! Er hat eine Wunde am Arm. Die Wunde muss gesäubert werden.
(Einheimische sind angekommen und stürzen sich auf den Sklaven)

Häuptling: Rück den Sklaven raus! Er muss bestraft werden!

Adliger: Was hat er denn getan?

Häuptling: Er ist mir weggelaufen; das kann nur mit dem Tod bestraft werden.

Adliger: Hör zu! Ich gebe euch mein ganzes Elfenbein für das Leben des Sklaven.

Häuptling: Dein Elfenbein kannst du behalten. Nur Blut kann den Ungehorsam des entlaufenen Sklaven sühnen; nichts anderes nehmen wir an.

Sprecher: Sie zückten wieder ihre Speere und zielen auf den zitternden Mann. Im Nu springt der Schotte dazwischen und fängt einen Speer mit seinem eigenen Arm ab. Da halten die Verfolger inne; denn der Arm des Adligen blutet stark.

Adliger: Blut habt ihr als einzige Sühne verlangt. Ich habe den Sklaven mit meinem Blut zu meinem Eigentum erkauft.

Sklave: Ich bin dein Bluterkaufter, ich will dir mein ganzes Leben lang dienen, denn ohne dich wäre ich jetzt tot.

Adliger: Du kannst mit mir bis zur Küste ziehen. So lange kannst du mir dienen, doch dann bist du für immer frei.

Sklave: Nein ich will dir mein Leben lang dienen, auch in einem fremden Land. Ich bin dein Bluterkaufter.

Sprecher: Wie eine schreiende Horde, so läuft auch der Teufel, wie ein brüllender Löwe hinter uns her, um uns zu verschlingen (1. Petrus 5,8). Solange wir dem Teufel dienen und in unseren Sünden bleiben, lässt er uns in Ruhe. Versuchen wir aber loszukommen und seiner Herrschaft zu entfliehen, ist er mit Geschrei und Kampf hinter uns her. Versuchen wir, von einer Gebundenheit loszukommen, dann merken wir, dass wir Sklaven der Sünde sind. Aus dieser Not hilft uns Jesus Christus. Er hat sein Blut für uns vergossen, um uns von der Herrschaft der Sünde und des Teufels loszukaufen. Oft müssen wir in Not kommen, damit wir erkennen, dass wir Jesus dringend nötig haben. Nachdem Jesus uns mit seinem eigenen Blut erkauft hat, fragt er: “Wollt ihr im Dschungel dieser Welt bleiben, auf eigenen Wegen umherirren, bis ihr in euren eigenen Sünden stirbt? Oder wollt ihr, da ich euch doch mit meinem Blut zu meinen Eigentum erkauft habe, mir dienen?”

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Jan 17 2008

Die Überschrift am Kreuz

Geschrieben von under Ostern - Auferstehungsfest

Die Überschrift am Kreuz, ein christliches Anspiel zu Ostern für 7 Personen

I. Teil:

1. Mann: (vor sich hinbuchstabierend) Jesus von Nazareth, König der Juden.

2. Mann: Was sagst du?

1. Mann: Ach, ich habe versucht, die Schrift da zu entziffern. Man kann kaum lesen, so finster ist es noch. Die haben wohl vergessen, das abzunehmen, wie?

2. Mann: Was meinst du? Ich versteh dich nicht.

1. Mann: Die Schuldtafel da. Über dem mittleren Kreuz. Die hatten wohl keine Zeit mehr, der Sabbat war schneller als sie. – Wie still das hier ist. Wenn ich denke – vor zwei Tagen – ja, zwei Tage sind es her – oder sind es schon drei? Da sah das hier alles ganz anders aus. Und jetzt? Drei leere Kreuze sind übrig geblieben. Und ein Schild.

2. Mann: Hast du Dienst heute?

1. Mann: Heute schon; aber nicht hier. Und du?

2. Mann: Ich kam nur grade hier vorbei, da sah ich dich. Aber wenn du keinen Dienst hast, warum bist du dann hier?

1. Mann: Warum? Ich wollte noch einmal sehen, ob das wirklich war, das alles. Hier war es. Hier haben sie ihn gekreuzigt. Da der eine, da der andere. Und in der Mitte war er. Und hier hat sie gestanden. Maria hieß sie. Maria Magdalena. Sie haben sie so genannt, ich habe es gehört. Ich habe ganz dicht neben ihr gestanden. Sie sollte gehen. Aber sie wollte nicht.

2. Mann: So bist du dabei gewesen?

1. Mann: Ja. Ich habe alles gesehen. Aber ich muss gehen. Ich muss die Wache ablösen.

2. Mann: Am Palast?

1. Mann: Wie man’s nimmt. Auf seinem Grabespalast, denn Grab kann man schon kaum dazu sagen. Es gehört dem Ratsherrn Josef von Arimathia.

2. Mann: Ein Grab bewachen? So habt ihr Angst?

1. Mann: Angst! Befehl von oben. Eine kleine Vorsichtsregel, weiter nichts. Er soll gesagt haben, er würde auferstehen. Geschwätz nennt man so was. Von den Toten ist noch keiner zurückgekommen.

2. Mann: Ihr habt Angst. Alle habt ihr Angst. Ich seh’s euch doch an. An euren Gesichtern kann ich es lesen. Ich war in der Stadt im Regierungsgebäude. Alles so geheimnisvoll. Niemand wagte, eine Antwort zu geben. Was ist denn passiert! Wer war das denn?

1. Mann: Ich kenne ihn nicht. Das ist es ja. Ich habe ihn an jenem Tag zum ersten Mal gesehen.

2. Mann: Ein Verbrecher?

1. Mann: Sah nicht so aus.

2. Mann: Aber irgendetwas muss doch gewesen sein!

1. Mann: Er ist mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Aber wie – das weiß ich nicht. Da musst du schon die Priester fragen. Die sind’s, die wollten das so haben, dass er gekreuzigt wird.
“Bist du Gottes Sohn, so steige doch herab vom Kreuz”, die ganze Nacht durch habe ich diese Stimmen gehört, dieses Schreien. “Andern hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen!” Die ganze Nacht durch, immer im Chor. Ich weiß nicht warum. Ich werde diese Bilder nicht mehr los.

2. Mann: Gottes Sohn?

1. Mann: Er hat das von sich behauptet.

2. Mann: Und wenn er es war?

1. Mann: Das hätte Gott nicht zugelassen. Wer sich selbst zu Gottes Sohn macht, der lästert Gott.

2. Mann: Oder es ist so, wie er sagt.

1. Mann: Mit seinem Tod hat Gott das Urteil der Priester bestätigt. Oder glaubst du, Gott würde es zulassen, dass sein eigener Sohn stirbt?

2. Mann: Warum sprichst du mit einmal so laut? Du hast Angst. Ich habe es dir ja gesagt. Und das Erdbeben? Hast du das gehört? Um wie viel Uhr ist er gestorben?

1. Mann: Nachmittags.

2. Mann: Das stimmt. Und davor war es finster, wie in der Nacht. Und dann kamen welche und schrieen: “Der Vorhang im Tempel ist zerrissen, mitten entzwei!”

1. Mann: Der Vorhang zum Allerheiligen?

2. Mann: Welcher sonst?

1. Mann: Man kann kaum atmen. Ich muss jetzt gehen. Marcellus erwartet mich.

2. Mann: Ein neuer Erdstoß! Die Erde zerbricht!

Musik: “Jesus am Kreuz…”

II. Teil:

Johannes: Petrus, hast du die Tür verschlossen? Sicher genug?

Petrus: Hier wird uns niemand finden.

Johannes: Aber lange können wir auch hier nicht bleiben. Sie werden uns suchen.

Petrus: Vielleicht.

Johannes: Wo sind die anderen, Jakobus und Andreas?

Petrus: Ich weiß es nicht. Ich habe sie nicht mehr gesehen seit dieser Nacht.

Johannes: Und Maria?

Petrus: Das fragst du mich? Ich dachte, du wüsstest, wo sie ist. Hast du ihr nicht gesagt, sie sollte kommen?

Johannes: Sie wollte nicht.

Petrus: Die ist wie von Sinnen, sie weiß nicht mehr, was sie tut. Und wenn ihr etwas zustößt! Wir müssen sie suchen, Johannes! Wenn das Jesus wüsste.

Johannes: Manchmal denke ich, er hat das alles gewusst. Wenn er von seinem Sterben sprach – ich habe es nie glauben wollen.

Petrus: Ich habe keine Ruhe mehr. Wo hast du sie zuletzt gesehen?

Johannes: Auf dem Hügel. Am Kreuz. Ich bin dann gegangen. Aber sie wollte bleiben. “Ich muss bei ihm wachen”, hat sie gesagt.

Petrus: Aber das ist doch Leichtsinn. Eine Frau, allein!

Johannes: Sie hat keine Angst.

Petrus: Trotzdem. – Ich weiß noch, als sie zu uns kam. Es ist schon lange her, wir waren in der Gegend von Magdala am See. Ich war sehr glücklich damals. Von allen Seiten drängte das Volk und wollte ihn sehen. Sie brachten Kranke und Krüppel und solche, die von einem bösen Geist beherrscht waren. Eine von denen war Maria. Sie war sehr krank. Jesus hat sie geheilt. Seitdem gehörte sie zu uns. Ich habe sie oft bewundert, fast beneidet. Sie hat nie an ihm gezweifelt. – Ob sie auch jetzt noch an ihn glaubt?

Musik: “Golgatha”

III. Teil:

Johanna: Maria! Ich bin’s, Johanna. Petrus und Johannes suchen dich. Ich sollte dich holen. So geht das nicht weiter, Maria. Du kannst hier nicht bleiben. Du musst etwas essen, du musst schlafen. Du bist noch viel zu jung. Das Leben geht weiter.

Maria: (müde) Er war mein Leben.

Johanna: Aber jetzt lebt er nicht mehr. Jetzt musst du neu anfangen. Wir alle müssen neu anfangen, ganz von vorn. Es gibt keine andere Möglichkeit.

Maria: Leben ohne ihn?

Johanna: Was willst du tun!

Maria: Ohne Jesus gibt es für mich kein Leben. Ihm verdanke ich mein Leben. Ich kann nicht ohne ihn.

Johanna: Es ist schwer für dich, für uns alle, Maria. Aber wir sind doch noch da, Petrus, Johannes, ich, die anderen.

Maria: Was willst du mir geben? Glaubst du, irgendeiner könnte ihn ersetzen? Auf dich wartet dein Mann. Deine Familie braucht dich. Für dich hat das Leben nicht aufgehört. Du gehst zurück, woher du gekommen bist. Bei mir ist das anders. Wohin soll ich gehen?
(Musik) Ich bin gerade oben gewesen. Auf dem Hügel. Am Kreuz. Ich dachte, es wäre vielleicht ein Traum. Es war so still. Aber das Schild, sein Name – sein Name ganz oben über allem – es ist wahr, Johanna, alles ist wahr. Sie haben ihn ausgelacht. Sie haben ihn geschlagen. Sie haben ihn grausam zugerichtet, mit einer Dornenkrone. Sie haben ihn ans Kreuz genagelt. Ich dachte immer, Gott müsste ein Wunder tun. Auf dieses Wunder habe ich gewartet. Er kann es nicht zulassen, habe ich gedacht. Ich habe gebetet, dieses Wunder solle geschehen! “Bist du Gottes Sohn”, so schrieen sie und lachten. Er aber schwieg. Nein, er schwieg nicht. Er betete. Er liebte. – Geh – lass mich, ich ahne, dass er aus Liebe starb, für uns. Dass Gott es zugelassen hat, weil er uns liebt. Er tat nichts, um sich zu retten. Alles, was er tat, geschah für uns. Ich will bei ihm bleiben. Verstehst Du? Ich muss.

Johanna: Maria!

Maria: Ich warte auf ihn. Ich weiß; es ist aus. Natürlich weiß ich es. Ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen – er ist tot. Und doch. Du wirst es nicht verstehen. Niemand würde es verstehen. Nur Er.

Johanna: Maria, der Tod ist stärker als das Leben.

Maria: Wie meinst du das?

Johanna: Wir müssen loslassen, was uns der Tod genommen hat. So will es Gott. Er ist stärker als wir.

Maria: Als er noch lebte, war er stärker als der Tod.

Musik: “Gotteslamm”

IV. Teil:

Johannes: Gestohlen sagst du? Aber das ist doch unmöglich!

Maria: Das Grab ist leer!

Petrus: Und der Stein? Er war so groß, dass einer allein ihn gar nicht fortbewegen kann!

Maria: Aber es ist so! Komm und sieh selbst.

Johannes: Und die Wache? Pilatus hatte das Grab streng bewachen lassen.

Maria: Es war niemand mehr da.

Petrus: Ich denke, du bist die ganze Zeit am Grab gewesen.

Maria: Wir wollten Salböl heute früh kaufen.

Petrus: Wir?

Maria: Ja. Johanna, Maria, Salome und ich. Wir dachten noch an den Stein und überlegten unterwegs, wer uns den fortschaffen könnte. Es war noch finster. Und als wir zurückkamen – da war das Grab leer, der Stein lag daneben. Ihr müsst ihn finden! Kommt!

Petrus: Aber was hätten die davon, einen Leichnam zu stehlen. Vielleicht ist das nur eine Falle – für uns – Maria!

Johannes: Sie ist schon wieder fort. Wir müssen ihr helfen. Die hält das nicht mehr lange aus.

Petrus: Und wenn es so ist, wie sie sagt?

Musik

V. Teil:

Petrus: Wo ist Maria?

Johanna: Habt ihr sie nicht gesehen? Sie suchte euch. Vor etwa einer Stunde ist sie hier gewesen. Sie sagt: “Er lebt”.

Petrus: Er lebt? Sie haben ihn gestohlen!

Johanna: Das dachte sie zuerst.

Petrus: Sie ist bei uns gewesen und sagte uns, das Grab sei leer. Sie war sehr aufgeregt und bat, wir sollten kommen. Daraufhin sind Johannes und ich sofort zum Grab gelaufen. Wir sind auch hineingegangen. Es war so, wie sie sagte: das Grab war leer. Die Leinentücher waren zusammengefaltet und an ihren Platz gelegt. Dann sind wir wieder gegangen. Wir müssen abwarten. Was sollten wir auch tun! Suchen? Aber wo! Wir wollten zuerst Andreas fragen und seine Mutter Maria, vielleicht wussten die mehr als wir. Aber wir konnten niemanden antreffen. Da dachten wir, sie seihen hier am Grab.
Ich habe keine Ahnung, was das zu bedeuten hat.

Johannes: Und was war mit Maria?

Johanna: Ach, ich weiß selbst nicht recht. Sie war allein zurückgeblieben am Grab und weinte. Ich versuchte noch, sie mitzunehmen. Sie wollte aber nicht. Da bin ich gegangen und ließ sie allein. Es war vielleicht eine halbe Stunde vergangen – plötzlich sehe ich sie, da ruft sie mir von weitem zu: “Er lebt! Ich habe ihn gesehen!” Dann rief sie noch: “Ich muss es Petrus sagen und Johannes” und “weißt du, wo Jakobus ist?” Aber noch bevor ich eine Antwort geben konnte, lief sie davon.

Petrus: Es war zuviel für sie, das alles. Wir hätten sie gar nicht mehr gehen lassen sollen. Wo finden wir sie jetzt?

Johannes: Wir müssen sie suchen. Wer weiß, was sonst geschieht!

Johanna: Sie war ganz außer sich. Aber – es war Freude.

Petrus: Ach, was sollen wir nur tun!

Johanna: Da kommt sie ja. Bestimmt, das ist sie! (ruft) Maria!

Maria: (näher kommend) Er lebt! Jesus ist nicht tot. Er lebt. Ich habe es schon Andreas gesagt, er wird gleich kommen! Gut, dass ihr hier seid.

Petrus: (traurig) Maria.

Maria: Du glaubst es nicht? Ich habe ihn gesehen. Hier hat er gestanden.

Petrus: Wer?

Maria: Unser Herr. Hier saß ich und lehnte mich an diesen Stein. Und weinte. Ich konnte fast nicht mehr. Und wie ich mich so vorbeuge und ins Grab hinein sehe – ich konnte es noch immer nicht glauben – ich wusste doch, dass sie ihn da hineingelegt hatten – wie ich so hineinsehe, waren da zwei Männer in leuchtenden Gewändern. Ich erschrak und fuhr zurück. Und als ich mich umwandte, stand Jesus hinter mir. Ich aber wusste nicht, dass es Jesus war, ich dachte, es wäre der Gärtner, ich fragte ihn: “Herr, hast du ihn weggetragen, dann sag es mir, damit ich ihn hole!” Da sagte Jesus zu mir: “Maria”. Und so, wie er es sagte, hat er es immer gesagt. Wo ist Philippus? Habt ihr ihn gesehen?

Petrus: Maria!

Maria: Nein, lass mich, ich habe keine Zeit. Ich muss es allen sagen. Er will es so. “Gehe hin zu meinen Brüdern”, hat er gesagt “und sage ihnen: ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.” Kommt und sucht die anderen! So glaubt mir doch: er lebt!

Musik: “Ja Jesus lebt…”

Erzähler: Und als die Frauen hingingen, um es den Jüngern zu verkündigen, da liefen etliche von den Wächtern in die Stadt um den Hohenpriestern zu berichten, etliche blieben zurück.

2. Mann: Gallius, kannst du mir sagen, was das bedeutet? Hast du verstanden, was sie sagt?

1. Mann: Er lebt.

2. Mann: Den ihr gekreuzigt habt?

1. Mann: Ja.

2. Mann: Aber das ist doch Wahnsinn!

1. Mann: Sie hat es gesagt.

2. Mann: Und? Glaubst du ihr? Sie ist eine Frau! Und auf das Zeugnis von Frauen kann man nichts geben. Wenn das Pilatus erfährt – oder die Priester! Wir müssen sie zum Schweigen bringen, bevor sie ein Unheil anrichten kann!

1. Mann: Es ist zu spät.

2. Mann: Zu spät? Wieso?

1. Mann: Es ist ein Brand, von der Liebe entfacht. Dieses Feuer kann niemand mehr löschen. Bevor du sie erreichst, hat sie es längst weitergesagt. Sie werden ihr glauben. Und einer wird es dem anderen sagen. Bleib hier, es hat keinen Sinn.

2. Mann: Und du? Glaubst du es auch? Warum sagst du nichts? So antworte doch! Glaubst du es auch?

1. Mann: Ich glaube das, was ich sehe.

2. Mann: Wie meinst du das?

1. Mann: Die Priester, Pilatus, das Kreuz, die Sonnenfinsternis, das Erdbeben und das leere Grab.

2. Mann: So glaubst du wirklich, dass er auferstanden ist und lebt?

1. Mann: Ich glaube das, was ich sehe. Das Schild da oben, über dem mittleren Kreuz. Jetzt kann es jeder lesen: “Jesus von Nazareth – König der Juden”.

Musik: “Schau ich Morgens…”

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Jan 17 2008

Jonathans Ei

Geschrieben von under Ostern - Auferstehungsfest

Jonathans Ei, ein christliches Anspiel zu Ostern für 7 Personen

Frau Müller: Also, ich habe Sie hierher gebeten, um mit Ihnen über die schulischen Leistungen Ihres Sohnes Jonathan zu sprechen.

Frau Förster: Ja, Fr. Müller, wir sind Ihnen auch sehr dankbar, dass Sie sich so viel Mühe mit Jonathan geben.

Herr Förster: Wir sehen es selber, dass Jonathan viele Schwierigkeiten beim Lernen hat. Und ich glaube, Sie brauchen viel Geduld mit ihm.

Frau Müller: Das ist es gerade! Jonathan bringt mich manchmal zur Verzweiflung. Er lenkt die Schüler ab und stört so den Unterricht. Dann begreift er den Lernstoff nicht, auch wenn ich ihm immer wieder erkläre. So bin ich zum Entschluss gekommen, dass Jonathan in eine andere Schule muss.

Sprecher: Herr und Frau Förster sahen betroffen zu Boden.
Gab es denn keine Chance für ihren Sohn? Es stimmte schon, Jonathan war anders als alle anderen Kinder auf der Schule. Er war kränklich, sodass er für seine 12 Jahre viel kleiner und schwächer wirkte als seine Schulkameraden.

Herr Förster: Frau Müller, es gibt hier in der Nähe keine derartige Schule. Für Jonathan wäre es ein furchtbarer Schock, wenn wir ihn aus seiner gewohnten Umgebung herausnehmen müssten. Ich weiß, dass es ihm in dieser Schule sehr gut gefällt. Und ich möchte Sie bitten, es noch mal mit Jonathan zu versuchen. Sie würden uns und auch Jonathan eine sehr große Freude machen.

Frau Müller: Nun ja, ich sehe, es liegt ihnen sehr viel daran. Ich werde es dann noch einmal versuchen und das Beste daraus machen.

Frau Förster: Vielen Dank, Frau Müller. Wir müssen dann auch schon gehen. Auf Wiedersehen.

Frau Müller: Auf Wiedersehen.

Sprecher: Der Frühling kam und die Kinder unterhielten sich angeregt über das bevorstehende Osterfest. Frau Müller erzählte ihnen die Geschichte von der Auferstehung Jesu. Um den Gedanken des hervorkeimenden neuen Lebens zu unterstreichen gab sie abschließend jedem Kind ein großes Plastik-Ei mit nach Hause und dazu eine besondere Aufgabe.

Frau Müller: Ein jeder von euch soll sich zu Hause überlegen, womit er das Ei füllt. Es soll aber etwas sein, was neues Leben zeigt. Habt ihr das alle verstanden? Oder hat jemand noch eine Frage dazu. Wenn nicht dann machen wir für heute Schluss.
(zu sich selber) Ob Jonathan es auch begriffen hat was ich über den Tod und die Auferstehung gesagt habe? Und hat er auch die Aufgabe mit dem Ei verstanden?

Sprecher: Am anderen Morgen stürmten 15 Kinder aufgeregt in den Klassenraum um den großen Weidekorb im Klassenzimmer zu füllen.

Frau Müller: So dann wollen wir mal anfangen. Hier im ersten Ei finden wir eine Blume. Es ist wirklich ein Zeichen neuen Lebens. Wenn die ersten grünen Spitzen aus der Erde ragen wissen wir, dass es Frühling wird.

Maria: Das ist mein Ei, Frau Müller. Das ist meins.

Frau Müller: Das hast du schön gemacht. Öffnen wir das nächste. Oh, ein Schmetterling. Der sieht ja richtig lebensecht aus.

Judith: Dieses Ei ist von mir.

Frau Müller: Ja, auch das ist ein Zeichen für neues Leben. Wir wissen alle, dass aus einer hässlichen Raupe ein wunderschöner Schmetterling wird.

Sprecher: Frau Müller nahm nun das nächste Ei, doch das war merkwürdig leicht. Als sie es öffnete war es leer. Mit dem Gedanken, dass es nur Jonathans Ei sein könnte legte sie es schnell zu den anderen um ihn nicht in Verlegenheit zu bringen. Wahrscheinlich hatte er es nicht verstanden, was er damit machen sollte. Ohne ein Wort zu sagen griff sie nach einem anderen Ei. Doch da meldete sich plötzlich Jonathan.

Jonathan: Frau Müller wollen Sie denn nicht über mein Ei sprechen?

Frau Müller: Aber Jonathan – dein Ei ist ja leer!

Jonathan: Ja, das Grab Jesu war doch auch leer!

Sprecher: Eine ganze Weile sprach niemand ein Wort. Bis die Lehrerin sich wieder gefangen hatte.

Frau Müller: Jonathan, weißt du denn warum das Grab leer war?

Jonathan: Oh ja, Jesus wurde getötet und ins Grab gelegt. Und dann hat sein Vater ihn wieder lebendig gemacht.

Sprecher: Die Pausenglocke schrillte. Während die Kinder aufgeregt nach draußen auf den Schulhof stürmten, saß Frau Müller wie betäubt da und hatte Tränen in den Augen. Das Eis, das sich noch in ihrem Herzen befand, begann zu schmelzen. Dieser zurückgebliebene, rätselhafte Junge hatte die Wahrheit der Auferstehung besser verstanden als alle anderen Kinder.
Drei Monate später starb Jonathan. Die Leute, die in die Friedhofskapelle kamen, um von dem Entschlafenen Abschied zu nehmen, wunderten sich nicht wenig: Oben auf dem Sarg waren 15 leere Eierschalen zu sehen.

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