Jan 17 2008
Dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!
Dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen, ein christliches Anspiel zu Ostern für 6 Personen
Sprecher: Vor ungefähr 1960 Jahren.
(Der Prokurator mit seiner Frau sitzen und unterhalten sich, während der Diener den ersten Brief bringt)
Frau: Wie geht es eigentlich unseren römischen Soldaten in der Provinz Judäa? Wurde nicht auch dein Freund Julius als Hauptmann dort hin versetzt?
Prokurator: Sicher. Doch ich habe schon lange nichts mehr von ihm gehört. Soviel ich weiß, haben wir dort unten alles in fester Hand.
(Diener kommt herein)
Diener: Edler Prokurator Maximus. Dieser Brief ist soeben eingetroffen. (überreicht die Rolle; entfernt sich)
Frau: Na, von wem ist er?
Prokurator: Mal sehen. (öffnet ihn, überrascht) Oh, von Julius. Mal sehen, was er so schreibt.
(liest den 1.Brief vor)
Jerusalem, im 19. Jahr des Kaisers Tiberius.
Julius, Hauptmann der römischen Armee in der Provinz Judäa unter Pontius Pilatus, dem edlen Prokurator, meinem lieben Freund Maximus in Rom, viel Freude zuvor!
Nachdem ich nun schon drei Jahre als Hauptmann unter dem neuen Prokurator Pilatus im Dienst stehe, muss ich Dir, mein lieber Maximus, Bericht erstatten, wie es mir hier in Judäa geht.
Der Grund meines Briefes ist ein Ereignis, das sich in den letzten Wochen abgespielt hat. Ein religiöser Prediger aus Nazareth mit Namen Jesus ist hier in der Gegend umhergezogen. Ich habe es gut beobachtet und mir einiges über ihn erzählen lassen. Wir als Römer kümmern uns ja nicht um religiöse Fragen der Juden. Es gibt immer wieder Extremisten, die kommen und gehen. Dieser Jesus aber war anders. Er hatte etwa zwölf Anhänger um sich geschart, die meisten davon ungebildete Fischer. Mit diesen ist er durchs Land gezogen, hat Juden unterrichtet und viele Kranke geheilt. Einen Fall will ich Dir erzählen, von dem ich bezeugen kann, dass es die Wahrheit ist.
Du kennst vielleicht den Hauptmann Tinus, der seit einiger Zeit in Kapernaum stationiert ist, ein guter Freund von mir, den ich oft besuche. Er hat einen Knecht, der durch eine seltsame Krankheit gelähmt war. Sein Zustand hat sich ständig verschlechtert. Der arme Kerl litt große Schmerzen. Tinus erzählte mir, dass dieser einer seiner zuverlässigsten Knechte war. Auch Tinus hatte von Jesus gehört und seine Lehre angenommen. Eines Tages machte er sich auf und bat Jesus, er möge seinen Knecht heilen. Aber jetzt kommt das Erstaunliche: Er hat Jesus nicht in sein Haus eingeladen, das zwei Tagesreisen entfernt war, sondern sagte einfach: “Jesus, wenn du nur ein Wort sagst, so wird mein Knecht gesund!” Und Jesus hat es getan! Als Tinus dann wieder nach Hause kam, erforschte er die Stunde, in der sein Knecht gesund wurde; stell Dir vor, es war genau der Augenblick, in dem Tinus bei Jesus war. Ich hätte die Geschichte als erlogen betrachtet, wäre mir nicht Tinus und sein Knecht gut bekannt.
Aber jetzt zu mir! Lange Zeit habe ich über diesen Jesus nachgedacht. Nun wurde er kürzlich vor Pilatus gestellt und von den Juden angeklagt, er gebe sich als Sohn Gottes aus und wolle der König der Juden sein usw. Nach langem Hin und Her hat ihn Pilatus verurteilt und meinem Kommando übergeben, um ihn zu kreuzigen. Ich tat das nur widerstrebend, weil ich nicht der Überzeugung war, dass er des Todes schuldig sei – aber Du weißt ja: Befehl ist Befehl! Als wir dann auf dem Weg nach Golgatha waren, brach Jesus zusammen und konnte das Kreuz nicht mehr tragen. Wir haben einem, der daherkam, das Kreuz aufgelegt. Dann ging Jesus an einer Ecke vorbei, wo einige Frauen sehr weinten. Ich hörte, wie er zu ihnen sagte: “Weint nicht über mich, sondern weint über euch und eure Kinder.” Ich konnte nicht verstehen, wie man sich in einer solchen Lage so verhalten kann. Mit Jesus haben wir noch zwei Mörder gekreuzigt, die schon länger verurteilt waren, aber es hatte noch keine Gelegenheit gegeben, sie hinzurichten.
Als die Kreuze endlich aufgerichtet waren, kamen viele Leute vorbei, die Jesus verspotteten. Auch die Hohenpriester und Schriftgelehrten lästerten und sagten: “Bist du Gottes Sohn, dann steig doch vom Kreuz herab! Anderen hat er geholfen und kann sich selbst nicht helfen.”
Um die sechste Stunde wurde es plötzlich stockdunkel. Diese Sonnenfinsternis dauerte drei Stunden. Uns wurde immer unheimlicher zumute. Ich sah, wie Jesus am Kreuz litt. Dann sagte er: “Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.”
Ich höre noch den Klang der Stimme in meinen Ohren und werde ihn nicht mehr los. Das hat mich überwältigt. Schließlich stieß Jesus einen Schrei aus, und ich hörte die Worte: “Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!” Dann rief ich laut: “Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!”
Lieber Maximus, seit diesem Tag hat sich mein Leben verändert, und ich glaube, dass dieser Jesus Gottes Sohn ist.
Noch am selben Abend haben sie ihn begraben. Einige meiner Männer mussten das Grab bewachen. Die Juden hatten Angst, dass der Leichnam von seinen Anhängern gestohlen werden könnte.
Was weiter geschehen wird, will ich Dir, lieber Maximus, in meinem nächsten Brief schreiben.
In aller Liebe und Freude
Dein treuer Freund
Julius Hauptus
(am Ende des Briefes fängt sofort ein Musikstück an zu spielen)
Sprecher: Einige Wochen später:
Prokurator: Irgendwie lässt mich der Brief von meinem Freund Julius nicht in Ruhe. Er scheint ja ganz fasziniert von diesem – wie heißt er gleich?
Frau: Jesus – Jesus von Nazareth.
Prokurator: Ja, genau. Jesus von Nazareth! Da in Judäa scheint ganz schön was los zu sein.
Frau: Mich würde interessieren, wie es weitergeht. Hoffentlich schreibt Julius bald.
(Diener kommt herein)
Diener: Oh, edler Prokurator. Dieser Brief wurde soeben durch einen Boten überbracht.
Prokurator: Gut. Mal sehen was es diesmal ist. (öffnet und ließt ihn vor)
Jerusalem, im 19. Jahr des Kaisers Tiberius.
Julius, Hauptmann der Römischen Armee in der Provinz Judäa unter Pontius Pilatus, dem edlen Prokurator, meinem lieben Freund Maximus in Rom, viel Freude zuvor!
Ich konnte mit diesem Brief nicht länger warten, denn es ist so viel geschehen. In meinem letzten Brief schrieb ich Dir ja von einem gewissen Jesus von Nazareth, der auch “Christus” genannt wurde. Kurz nachdem ich den letzten Brief abgeschickt hatte, überschlugen sich die Ereignisse geradezu.
Jesu Leichnam lag also schon zwei Tage von römischen Soldaten bewacht und einwandfrei als tot erklärt, in dem Felsengrab. Doch da, am dritten Tag, früh am Morgen, erlebten die Soldaten etwas Seltsames und Furchteinflößendes. Sie erzählten, dass plötzlich die Erde zu beben begann. Dann kam ein Engel vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Gestalt war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. Die Wachen aber erschraken so aus Furcht vor ihm, dass sie wie tot auf den Boden fielen. Seitdem gibt es keinen Leichnam und keinen toten Jesus mehr. Jesus lebt! Er ist auferstanden und wurde von vielen Menschen gesehen. Mit seinem Tod geschah das größte Wunder! Jesus Christus ist der Sohn Gottes. Er hat den Tot besiegt!
Und weißt Du warum? Um stellvertretend für unsere Sünden zu sterben! Um unsere Strafe, den Tod, für uns zu tragen!
Das heißt, wir dürfen ewig leben!
Ich werde bald nach Rom kommen. Dort kann ich Dir, lieber Maximus, alle weiteren Einzelheiten berichten.
Jesus Christus lebt!!!
In Liebe und Freude
Dein treuer Freund
Julius Hauptus
Prokurator: Was bedeutet dieses begeisterte “Jesus lebt!” Was hat es damit auf sich?
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Sprecher: Heute. Ein gut gekleideter Mann steht vor dem Schaufenster einer Kunsthandlung und betrachtet ein Kreuzigungsgemälde.
(ein kleiner Junge kommt dazu und stellt sich neben den Mann)
Mann: (zeigt auf das Bild) Weißt du, wer das ist, der da am Kreuz hängt?
Junge: Oh ja! Das ist der Heiland. (Pause) Das daneben sind die römischen Soldaten (schwerer Seufzer – Pause)
Die Frau, die da weint, ist seine Mutter.
(schweigen) Sie haben ihn getötet.
(langes Schweigen; der Mann fährt schließlich dem Jungen über das Haar und geht langsam davon. Der Junge bleibt noch ein Weilchen stehen. Plötzlich läuft er dem Mann hinterher und ruft:)
Junge: Hallo! Herr! Hallo!
(der Mann dreht sich um und wartet auf den Jungen)
Junge: Ich wollte ihnen noch sagen, er ist wieder auferstanden!
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