Christus ist auferstanden, ein christliches Anspiel zu Ostern für 15 Personen
Autor: Der Tag war seinem Ende nahe. Der Sonne Glanz war dahin. Langsam senkte sich die Nacht über Judäa. Schon fanden sich die Sterne am Himmelszelt ein, auch der Mond bezog seine Stellung und leuchtete auf die Erde; ringsum war alles still. Den Weg entlang zum Ölberg, ging Jesus mit seinen Jüngern. Er sprach zu ihnen: „In dieser Nacht werdet ihr alle an mir irre werden“.
Prahlerei des Petrus
„In dieser Nacht, ich sag es zuvor, ihr werdet alle irre an mir werden. Wie eine Herde, die den Hirten verlor, irrt führerlos dahin auf dieser Erde.“
„Irre werden? Meister, nein, ach nein! Wie sollte jemals das bei uns geschehen! Und tun’s die andern – ich werde treu dir sein, ich werde fest und tapfer zu dir stehen!“
„Du Petrus, was du sagst, das weißt du nicht. Du gerade fällst in dieser Nacht am ersten. Eh noch der Hahn begrüßt das Tageslicht, Du gerade, du versündigst dich am schwersten.“
„Ich dich verleugnen? Nimmermehr, o Herr! Und wenn ich gar auch mit dir sterben müsste.“ Der Heiland schweigt, Er sagt kein Wort ihm mehr. Nicht, weil er darauf nichts zu sagen wüsste.
„Er weiß ja was sehr bald geschehen wird, eh noch die Stunden dieser Nacht vergehen. Er schweigt und betet, der getreue Hirt, dass Petrus nach dem Fall mög auferstehen.
„Du wirst zuschanden, wie einst Petrus ward. Setzt du auf eignes Können dein Vertrauen; Nur seine Gnade und vom Fall bewahrt. Wer siegen will, der muss auf Jesus schauen.
Jesus sprach weiter: „Petrus, ehe der Hahn kräht, wirst du mich drei Mal verleugnen!“ Und wenn ich mit dir sterben müsste, wollte ich dich nicht verleugnen!“ Desgleichen sagten auch alle Jünger. Auf dem Ölberg angekommen, stand Jesus plötzlich auf sagte: „Meine Seele ist betrübt bis an den Tod! Bleibt hier und wachet mit mir, bis ich hingehe und bete!“ Dann riss er sich los von ihnen, ging einen Steinwurf weiter und betete: “Mein Vater, ist es möglich, so gehe dieser Kelch von mir! Doch dein Wille ist auch mein Wille!“
Autor: Jetzt aber fühlte Jesus auf einmal Schwachheit. Er ging zu den Jüngern, – doch ach – sie schliefen. Wohin sollte er nun?- Beladen mit der Sünde der ganzen Menschheit?! Er ging wieder hin, fiel nieder und betete: “Mein Vater! – ist es nicht möglich, dass dieser Kelch von mir gehe? Dann trinke ich ihn, wenn nur dein Wille geschieht.“ Doch seine Kraft versagte. Sein Schweiß fiel wie Blutstropfen auf die Erde, er war dem Tode nahe. Nochmals ging er zu den Jüngern und fand sie schlafend! Was nun!? – Hier sterben, verlassen von Gott und Menschen? Nein! Am Kreuz, für die arme Menschheit ist des Vaters Wille! Und noch einmal raffte Jesus sich auf, ging hin und betete dieselben Worte, da kam ein Engel und stärkte ihn. Alles war ringsum still, die Nacht hell und sternenklar, der Engel war verschwunden. Jesus stand auf und ging zu den Jüngern. Doch diese schliefen auch jetzt noch vor Traurigkeit. Da sprach er: “Ach, wollt ihr schlafen und ruhen? Steht auf, denn der mich verraten wird, ist nahe!“ Da hörte man auch schon Waffengeklirr. Durch die Pforte kam eine Schar mit Fackeln, denen ein Mann vorausging. Da – eine Fackel beleuchtete sein Gesicht, – es war Judas.
- Musik -
Autor: Weiter geschah, was Jesus selber vorausgesagt hatte.
Jesu Gefangennahme
Fackeln nahen, Schritte dröhnen. Haben sich bei diesen Tönen
Schwerter klirren durch die Nacht; finstere Geister aufgemachet?
Männer sind’s, mit Spießen, Stangen schwer bewaffnet eine Schar.
An der Spitze kommt gegangen, der ein Jünger Jesu war.
Judas mit der Schar der Feinde. Suchst du deinen Meister auf?
Warst doch einer seiner Freunde, sprich, wie kommst du nur darauf?
Hat das Gold dein Herz verblendet, das die Sünde dir gebracht?
Judas, Judas, ach wie endet diese fürchterliche Nacht?
Und die Schar kommt immer näher, Judas vor den Jüngern geht.
Bis er mit der Schar der Schmäher plötzlich vor dem Meister steht.
„Rabbi!“ Und es brach das Schweigen, der bekannten Stimme Gruß,
Und dann sah man ihn sich neigen; gibt dem Heiland einen Kuss.
Judas, mit dem Kuss verraten du den treuen Meister hast?
Ach, was hast du aufgeladen dir für eine ew’ge Last.
Judas, diesen Kuss vergessen wirst du nie in Ewigkeit!
Ob nach Gnade unermessen deine arme Seele schreit?
Autor: Er wurde gefesselt und abgeführt. Seine Jünger aber verließen ihn und flohen. Die ganze Nacht machten sich seine Feinde über ihn lustig. Sie schlugen und verspotteten ihn und krönten ihn mit einer Dornenkrone. Und früh am Morgen wurde er zu Pilatus gebracht. Dort schrien die Feinde: „Kreuzigt ihn! Kreuzigt ihn!“ Und wieder Spott und Hohn, und Schläge auf sein Haupt! Endlich satt gehöhnt, wurde Jesus verurteilt und zur Schädelstätte abgeführt. Er musste selbst sein Kreuz tragen als Opferlamm. Er hält’s nicht aus, sinkt hin, man nimmt das Kreuz ihm ab. Doch muss er den Weg selbst weitergehen. Er ist am Ziel. Schon bringt Simon das Kreuz, das bald zwischen Erde und Himmel stehen wird.
- Musik -
Autor: Christus ist tot! Alle packt ein Entsetzen, sie fliehen, sie fliehen davon, schlagen sich an die Brust! „Es war Gottes Sohn, den wir höhnten, verletzten, den wir hier gekreuzigt ganz selbstbewusst!“ Doch nicht alle flohen. Seine Freunde kamen und nahmen ihn vom Kreuz und begruben ihn in einem neuen Grab, das nahe bei Golgatha war. Sie wälzten einen großen Stein vor das Loch des Grabes und gingen mit Weinen davon. Ganz still und leer war jetzt Golgatha, da es Abend wurde. Selbst die Natur trauerte an diesem Tag. Es war so schauerlich still. Da, plötzlich, was war das?!- Welch entsetzliche Laute! Es war kein Weinen, kein Beten, kein Flehen; es war ein verzweifeltes Stöhnen und Zähneknirschen. Es war Judas, der in seiner schrecklichen Qual keine Ruhe fand, und auch das Kreuz war jetzt leer. Er geht zu den Pharisäern.
Judas: Wo soll ich hin vor Angst und Qual? Wo flieh ich hin vor meiner Sünde? Zerstört sind Herz und Sinne all. Wo soll ich, Armer, Ruhe finden? Unschuldig’ Blut verkaufte ich! Das macht so schrecklich meine Leiden. O, wer erbarmt sich über mich? Wo find ich Frieden, Ruh und Freunde? (Er kommt zu den Pharisäern)
Hohepriester 1: Horch, Judas, Freund, was bist du zerstört, als wärest du gepeinigt? Wir sind für deine Dienste froh, wir hatten uns doch so geeinigt!
Judas: Ach, mein Gewissen klagt mich an: Verräter, Dieb und Mörder du! Ich hab’s um euer Geld getan, nun find ich nimmer Rast und Ruh.
Hohepriester 1: Was willst du eigentlich von uns, dass du uns vorhältst deine Klagen, und was da dein Gewissen sagt, danach fragen wir dich ja gar nicht.
Judas: Wo soll ich hin? Was fang ich an? Ach, wäre ich doch nie geboren! Ach, warum hab ich das getan?! Muss ich nun ewig gehen verloren? Warum hab ich unschuldiges Blut verraten euch in diesen Tagen? Ihr habt gestellt nun eure Wut und habt den Herrn ans Kreuz geschlagen!
Hohepriester 2: Du willst uns noch beschuldigen hier? Willst seinen Tod über uns bringen? Hast du vergessen, als ich dir das Silber in die Hand ließ klingen?
Judas: Ja, – doch ich …
Hohepriester 3: War das Geschäft dir zu gering, dass du noch wagst zu handeln? Wir können dreißig Silberlinge nicht in Millionen wandeln!
Judas: Ach, wo ist Heil für meine Wunde, wo leg ich nieder meine Last? Für einen Tag, für eine Stunde, um nicht zu denken – halten Rast. Ach, könnte ich mit meinen Tränen den bösen Kuss doch waschen ab. Erfüllt wär dann des Herzes Sehnen, doch jetzt, was wartet mein? Das Grab!!
Hohepriester 3: Dein Kuss, du treuloser Verräter, geht mit dir in die Ewigkeit! Du bist ein Dieb, ein Übeltäter, um solchen tut uns auch nicht leid!
Judas: Ihr seid es, ihr habt mich verführet zu diesem treulosem Verrat! Ich hab zu Jesus euch geführet. Was hab ich nun für diese Tat?
Hohepriester 2: Nun Freunde, horcht, er bittet wieder, was er bekommt für diesen Dienst. Geh weg, sonst hörst du andre Lieder! Wir zeigen dir dann was dir frommt!
Judas: Nehmt euer Geld, ich brauch’s nicht mehr. Mir helfen meine Hände! Ich hab verraten Jesus euch, nun geh ich und erhäng mich gleich, mach allem Leid ein Ende!
Hohepriester 2: Ja, richtig, tu was du gesagt, dann sparst du uns die Sorge! Doch tu es bald, ehe es tagt, denn bald ist lichter Morgen.
Autor: Er ging und tat, was er gedacht, doch wie hat er die Schrift erfüllt? Er hat sich selbst ein End ’gemacht, nie wird sein Seufzen mehr gestillet? Er hat verschmäht die Gnadenzeit, zu spät für ihn in Ewigkeit.
- Musik -
Autor: Schon die dritte Nacht, seit Jesus in die Gruft gelegt wurde. Es war noch dunkel, nur die Vögel erwachten im Morgengrauen. Durch das Gezwitscher hört man auf einmal Klagelaute. Es sind etliche Frauen, die weinend und klagend zum Grabe eilen, um ihrem Herrn den letzten Dienst zu erweisen, um ihn zu salben.
Martha: Wer wälzt uns nur den Sein von des Grabes Tür? Wir sind zu schwach um den Steinklotz von der Stelle zu rühren. Ach, wer hilft uns den treuen Leib unsres Herrn zu salben?
Maria: Vielleicht kommen Petrus und Johannes und wälzen uns den Stein ab und helfen auch den Herrn zu salben; denn ich . . .
Martha: Maria, womit soll ich dich trösten? O, raff. dich auf, du bist schon ganz schwach vor Weinen und Seufzen. Beruhige dich doch ein wenig! Bald sind wir da, auch wird uns schon jemand helfen den Stein von der Tür des Grabes zu entfernen.
Maria: Es gibt wohl keinen Trost mehr, der mich beleben könnte. Meine Wunde ist tief, wie ein Meer. Meine Seele will keinen Trost mehr annehmen, mein Lei-den ist zu hart um es niederzudrücken!
Martha: Ich verstehe dich, Liebste! Wem geht es denn anders? Auch meine Seele bebt in mir, auch mein Herz zittert vor Angst und Schmerz und fragt: Warum? Für was haben sie unsern Herrn so schändlich zu Tode gequält? Wieviel Gutes hat er den Menschen getan. Und mir hat er die größte Gnade erwiesen!
Magdalena: Aber wenn dich Bartimäus hörten sollte, würde er mit dir nicht auf Golgatha gesehen, wie er da weinte, ja schrie: „Wofür? Wofür kreuzigten sie ihn nur? Ich war so unglücklich, krank und blind. Um mich war alles Nacht. Er hat mir die Augen aufgetan, ich sehe jetzt alles! Welch ein Wunder! Welch ein Glück! Oder Zachäus, der niederfiel und bitterlich weinte. Hatte doch Jesus auch sein steinernes Herz in ein neues umgewandelt.
Martha: Ach, wie vielen armen Kranken und Blinden hat Jesus geholfen! Mir schien, ich war die unglücklichste von ihnen allen. Aber die Begegnung mit Jesus hatte mich zur Glücklichsten gemacht! Doch jetzt ist meine Freude dahin. Ich werde wohl nie mehr froh sein können. War doch Jesus die Vollkommenheit von Liebe und Barmherzigkeit! Ging es überhaupt ihn nicht zu lieben? Ach, Magdalena, wollen wir uns wenigstens der Vergangenheit freuen. Wenn du kannst, so erzählte mir was Jesus für dich hat getan.
Magdalena: O, ich möchte es allen Menschen, der ganzen Welt erzählen, was Jesus an mir getan hat und wie er mich begnadigt hat. Ich war eine große Sünderin. Schon seit früherer Jugend zog mich die Sünde in ihr Netz. Sie hatte mich so verderbt, dass ich bereit gewesen wäre mit dem Schicksal der Lahmen, Blinden, ja sogar Aussätzigen zu tauschen. Wenn ich nur frei wäre von meiner Sünde. Aber niemand konnte mich verstehen, geschweige denn helfen in meinem Elend. Nur Jesus schaute mir ins Herz, als ich im Hause Simons zu seinen Füßen lag, und sie mit einem Strom von Tränen netzte. Ich wagte auch nicht zu ihm nur aufzusehen. Da, auf einmal wendet er sich zu mir und spricht: “Deine Sünden sind dir vergeben!“ Welch eine Freude, welch ein Glück erfüllte meine Seele! Jesus hat mir alle Sünden vergeben!“
Von da an gab es für mich keine größere Freude, als Jesus nachzufolgen und seine holdseligen Worte zu hören. Aber jetzt ist er tot, ist nicht mehr da und den Schmerz dieser Trennung werde ich nie loswerden.
Maria: Du hast recht, denn auch Jesus hat gesagt, dass die Seele treuer als der Leib ist. Und was helfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und schadete seiner Seele! Darum ist die Vergebung der Sünde das größte Glück!
Magdalena: O Jesus! Du schönstes aller Menschenkinder! Du Arzt der Seele und des Leibes! Er wirkt Gnade, Barmherzigkeit und Wahrheit, und strafe die Sünde. Darum haben ihn die Missetäter wohl auch gekreuzigt. Er ist tot! Tot! Wer wälzt nur den Stein ab?
Martha: Was ist das? Erdbeben?
Magdalena: Kommt schnell zum Grabe, der Stein ist abgewälzt!
Maria: Auch das Grab ist leer! Und sein Leib ist auch nicht da, wo sie ihn hingelegt hatten! Nun auch das noch! Sie haben ihn weggetragen, weggetragen!!! Wo soll ich ihn jetzt finden?
Martha: Es kann doch nicht sein! Denn genau dazu wurden ja die Wachen aufgestellt, dass niemand den Leib Jesu wegstehlen sollte! Aber die Wache ist weg, der Stein abwälzt, ich verstehe nichts… Haben sie ihn wirklich weggetragen?
Magdalena: Nein! Schaut, da liegt die Wache wie Tote! Mir wird angst und bange. Was soll das bedeuten?
Maria: Ach, wo haben sie nur den Leib unseres Meisters hingetragen?
Engel: Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten? Er ist nicht hier. Er ist aufer-standen! Geht schnell hin und sagt den Jüngern, dass er auferstanden ist von den Toten und wartet auf euch in Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen. Sagt die-ses auch Petrus!
Maria: Kein Traum! Ein Engel spricht mit uns! Jesus ist von den Toten auferstanden! Er sendet uns zu den Jüngern. Gelobt sei Gott der Herr, der Wunder tut! Er hat seinen Heiligen nicht die Verwesung sehen lassen!
Magdalena: Und gelobt sei sein Name in Ewigkeit! Und die Erde werde voll seiner Herrlichkeit! Es freue sich jeder, der nach dem Herrn aufschaut und ihn sucht!
Maria: Kommt, lasst uns eilen und es seinen Jüngern verkündigen und auch Petrus, ja allen!
Autor: Als die Frauen zu den Jüngern eilten, kamen auch etliche von der Wache bis zur Stadt und teilten den Hohenpriestern all das Geschehene mit.
Soldat 1: Erlaubt mir, meine Herren Hohepriester zu melden: das Grab, welches ihr uns auftrugt zu hüten, wurde früh morgens mit himmlischer Kraft aufgetan, und der darin war, ist auferstanden!
Hohepriester 1: Was kommt jetzt noch für eine Neuigkeit vor unsere Ohren? Ihr erzählt diese Wundergeschichte wohl für guten Lohn?
Soldat 1: Eure Hoheit! Eine Lüge könnte uns das Leben kosten! Wir sind lebendige Zeugen, das Jesus, den wir kreuzigten, wirklich auferstanden ist!
Hohepriester 2: Und wo sind denn die andern von der Wache? Ihr seid ja nur zu dritt!
Soldat 2: Die Auferstehung Jesu von Nazareth jagte in uns solchen Schrecken ein, dass jeder lief wohin er konnte. Wir drei haben uns zusammengefunden und sind gekommen euch dieses zu melden.
Hohepriester 1: Nun, ihr werdet für dieses zur Verantwortung gezogen werden und schon euren Lohn, ich meine Strafe, empfangen! Denn womit wollt ihr es beweisen, dass er wirklich auferstanden ist?
Soldat 3: Meine Herren! Habt ihr denn wirklich so fest geschlafen, dass ihr nicht das große Erdbeben im Morgengrauen gespürt habt?
Hohepriester 1: So! Ihr wollt dieses Naturerscheinen mit eurer Fabel von der Auferstehung dieses Gotteslästerers zusammenbringen?
Hohepriester 2: Erdbeben ist kein Beweis für Jesu Auferstehung, denn drei Tage zurück starb er am Kreuz bei genau solchem Erdbeben! Und da geschah nichts besonders.
Soldat 1: Ihr habt dieses befürchtet, aber wir glaubten überhaupt nicht daran und haben es doch mit eigenen Augen gesehen wie Jesus auferstand und wie alles zuging.
Hohepriester 2: Erzähle alles was geschah, der Reihe nach!
Soldat 3: Frühmorgens als die Sonne noch nicht aufgestanden war, geschah ein großes Erdbeben. Und plötzlich erschien ein Engel: Seine Gestalt war weiß wie ein Blitz und sein Kleid – weiß wie Schnee!
Hohepriester 1: Ja, ja, erzählen kannst du schon! Aber mach weiter. Wie war er, oder was tat er in dem weißen Kleid?
Soldat 3: Ach, das geschah alles so schnell. Ich sah nur, wie der Engel im weißen Kleid den Stein abwälzte und sich darauf setzte.
Hohepriester 2: Was habt ihr denn da gegähnt? Warum habt ihr den Engel nicht angegriffen, ehe er den Stein vom Grab wälzte?
Soldat 1: Eure Hoheit, ein Engel ist nicht ein Mensch, dass man ihn überfallen könnte. Zu dem geschah alles so schnell, dass wir nicht vermochten auch nur die Hand aufzuheben! Ja, wir fielen nieder, wie Tote!
Hohepriester 2: Und was war weiter? Wie stand er auf?
Soldat 3: Als wir niederfielen und kraftlos dalagen, kamen Frauen zum Grabe und suchten den Begrabenen. Da erschien ihnen plötzlich ein Engel und sagte: “Wen sucht ihr? Jesum den Gekreuzigten? Er ist nicht hier. Er ist auferstanden! Gehet eilend hin und sagt es seinen Jüngern!“ Die Frauen eilten weg, der Engel verschwand und wir liefen voll Furcht und Entsetzen, wer wohin! Und wir drei sind jetzt hier um euch alles zu melden.
Hohepriester 1: Gehet etwas hinaus, bis wir einen Beschluss fassen. (sie gehen) Meine Herren Hohepriester! Was wollen wir tun? Warten können wir nicht eine Stunde, denn das Gerücht von der Auferstehung Jesu verbreitet sich sonst in der ganzen Stadt! Und das Schlimmste: das Volk steht gegen uns auf!
Hohepriester 2: Wir wollen ihnen Geld geben, dann sagen sie schon was wir wollen!
Hohepriester 1: Kommt herein und hört uns aufmerksam zu, was wir euch sagen! Wir geben euch Geld und ihr geht in die Stadt und sagt: Während wir schliefen, sind die Jünger gekommen und haben ihn gestohlen.
Soldat 1: Eure Hoheit! Wir können solche Schande nicht auf uns nehmen. Denn dann werden wir gekündigt und vielleicht noch hart bestraft.
Hohepriester 2: Wir geben euch Geld, nur sagt, wie ihr von uns gehört habt: Wir waren eingeschlafen und diesen Moment nutzten die Jünger, um Jesus zu stehlen. Und wenn es wirklich bis zum Landpfleger kommt, werden wir ihn schon stillen und euch von Schande und Strafe bewahren.
Soldat 1: Na, Jungs, für so einen Lohn kann schon zu „weiß“ – „schwarz“ sagen, was? Kommt, alles klar. Wir gehen.
Josef: Habt ihr schon das Neuste gehört? Jesus ist auferstanden!
Soldat 2: Ach, das ist ja gar nicht wahr!
Josef: Wie nicht wahr? Ich habe die Frauen, die am Grabe waren, getroffen!
Soldat 1: Ha, wir haben ja gerade dieses Grab bewacht! Waren eingeschlafen und als wir erwachten, war das Grab leer! Ist ja klar, dass die Jünger dieses nur brauchten um ihn zu stehlen! Und jetzt sagen sie noch – er ist auferstanden!
Josef: Das ist nicht wahr! Ich habe oben zwei von der Grabwache getroffen, und sie erzählten mir, dass früh morgens bei einem großen Erdbeben ein Engel erschien, das Grab auftat, und dass die Hüter wie tot niederfielen und Jesus von Nazareth auferstand! Dieses hat der Engel den Frauen, die zum Grabe kamen, auch alles gesagt.
Soldat 1: Das haben die Soldaten auch gesagt?
Josef: Ja!
Soldat 1: Die untreuen Schurken! Wollen uns eine Falle stellen! Aber glaubt ihnen nicht!
Josef: Wem sollen wir denn glauben, euch?
Soldat 1: Sicher uns! Wir haben doch gesehen, wie die Sache lief! Ich will nicht leben, wenn dies nicht die Wahrheit ist!
Josef: Was habt ihr denn gesehen?
Soldat 2: Wir sahen wie die Jünger kamen und den Leichnam stahlen.
Josef: Wozu habt ihr denn das Grab gehütet? Nicht, damit der Leib Jesu nicht gestohlen werden sollte?
Soldat 2: Die Hohenpriester fürchteten sich, dass der Nazarener auferstanden würde und darum haben sie uns auch dahingestellt. Aber die Jünger schlichen so still herbei, dass wir es nicht merkten, sonst wäre es ihnen arm ergangen!
Josef: Und ihr sagt, dass ihr es selbst gesehen habt wie sie ihn stahlen?
Soldat 1: Ja, mit eigenen Augen! Wenn ich lüge, will ich nicht leben!
Josef: Warum sagen denn die andern, dass er auferstanden ist?
Soldat 3: Sie sind wohl von den Jüngern bestochen worden! Glaubt ihnen nicht!
Josef: Ich verstehe nichts! Ihr habt geschlafen, ihr habt auch gesehen! Kann man schlafen und sehen?
Soldat 3: Was willst du eigentlich von uns? Klebst an uns wie die Zunge am Gaumen! Wir haben es nicht nötig vor dir abzurechnen!
Soldat 2: Erlauben Sie uns bitte weiterzugehen!
Soldat 1: Kommt, Kameraden!
Josef: Es ist klar, dass eure Sache schmutzig ist. Ihr wollt nur eures durchführen! Da kommt Johannes und Petrus!
Petrus: Christus ist auferstanden!
Josef: Woher wisst ihr das? Habt ihr ihn gesehen?
Petrus: Ja, ich habe gesehen und geglaubt, als morgens Maria Magdalena zu uns kam und sagte, dass das Grab leer sei. Wir liefen mir Johannes dahin. Dort angekommen, sahen wir, dass der Stein abgewälzt war. Wir gingen ins Grab und sahen nur die Windeln liegen.
Johannes: Ich habe gesehen und geglaubt, dass Christus auferstanden ist!
Petrus: Ja, wahrhaftig auferstanden!
Johannes: Da kommt auch Magdalena!
Magdalena: Christus ist auferstanden! Er ist mir selbst im Garten begegnet!
Johannes: Wie?
Magdalena: Als ich beim Grab war und weinte, merkte ich plötzlich, dass bei mir jemand steht. Ich dachte, dass es der Gärtner sei und fragte: “Wer hat den Leib Jesu weggetragen und wo habt ihr ihn hingelegt?“ Da rief er mich mit Namen: “Maria!“ Hier erkannte ich, dass es selbst der Herr war, der vor mir stand! Ich rief vor Freude aus: “Rabbuni!“ und warf mich ihm zu Füßen! Er aber sagte zu mir: “Gehe hin zu meinen Brüdern und verkündige ihnen, ich gehe zu meinen Vater und zu eurem Vater, zum meinem Gott und zu eurem Gott!“ Und jetzt bin hier euch zu verkündigen, dass Jesus Christus auferstanden ist!
Johannes: Er ist wahrhaftig auferstanden!
Magdalena: Christus ist auferstanden!
Josef und Johannes: Er ist wahrhaftig auferstanden!
Autor: Der Osterngruß heißt: Christus ist auferstanden! Und seine Auferstehung hat uns Licht und Freude gebracht! Lasst in Städten und Dörfern auch heute den Gruß erklingen: Christus ist Auferstanden! Wahrhaftig Auferstanden!!!