Jan 10 2008
Und selig werden will ich doch!
Und selig werden will ich doch, ein christliches Gedicht zum Thema Nachfolge
Obzwar der Feind uns oftmals quälet
Und zeigt uns unsre Nichtigkeit.
Obgleich so vieles an uns fehlet
Zur christlichen Vollkommenheit;
Obgleich so manche bangen Stunden,
Und Trübsal unser warten noch –
Ob dem, das ich bereits empfunden,
Und selig werden will ich doch!
Obgleich der Menschen Spott und Lachen
Dem Christen auf dem schmalen Weg
Das Leben oft so bitter machen,
Ob dornenvoll der schmale Steg;
Ob auch des Kreuzes Last hier drücket,
Und schwer zuweilen Christi Joch
Und geht man öfters auch gebücket –
Und selig werden will ich doch!
Obgleich der Christ hier missverstanden
Von seinen besten Freunden wird,
Als Pilgrim hier in fremden Landen
Oft auf verlass’nen Straßen irrt;
Ob der Verleumdung bitt’re Fluten
Gleich Wogen brausen wild und hoch
Und die zerschlag’nen Herzen bluten -
Und selig werden will ich doch!
Das alles wird noch einmal enden,
Wie glücklich dann der treue Knecht,
Der sich nicht ließ von Jesus wenden
Und kämpfte bis zum Ende recht.
Und dann, nach einem sel’gen Sterben
Dort siegreich ein zum Tore zog
Als Himmelsbürger, Gotteserbe,
Und selig werden will ich doch!
Wir sind ja hier nur auf der Reise,
Hienieden ist die Heimat nicht.
Ob nun auch hier in mancher Weise
Das Fuhrwerk fast am Wege bricht.
Wenn nur das Heim im Himmel winket,
Im Herzen die Gewissheit noch,
Ob uns der Weg auch holprig dünket,
Und selig werden will ich doch!
Denk’, wenn von lichten Himmelshöhen
Aus nie geahnter Seligkeit
Du wirst zurück ins Weltall sehen
Und auf den Jammer dieser Zeit
Und auf das Weh, und auf das Weinen
Und alles, was dich drücket noch -
Dann wird dir das so klein erscheinen
Und selig werden will ich doch!