Jan 09 2008
Sarepta – Schmelzhütte
Sarepta – stiller Ort der Tränen,
du heil’ger Ort, wo Gott Sein Schmelzen übt;
wo Er durch Schmerzen und Entwöhnen
so manche Seele läutert, die Er liebt.
Verborg’ner Ort, wo tief im Seelengrunde
die ew’ge Liebe mit dem Sünder ringt,
bis dann das Wort aus Gottes Munde
das eig’ne alte Ich zum Schweigen bringt.
Du treuer Ort! Ach über alles teuer
bist wahrlich du der Seele, die dich kennt.
0 brenne, brenne fort, du heilig’ Feuer,
bis Mark und Bein, auch Seel’ und Geist sich trennt.
Sarepta – ja, ein Ort der Tränen,
doch bist du Vorhof zu des Himmels Tür.
Sei mir gegrüßt, dich macht ein heilig Sehnen
vor allen andern Orten köstlich mir.
Sarepta – Ort der Wunderwerke,
wo Gott die Toten wieder auferweckt,
wo aus dem Schmerzenstiegel Lebensstärke
auf Leib und Seele heilend sich erstreckt.
Was es auch sei – ob Schmerzen brennen,
ob Menschen fahren lieblos über dich,
ob Herz vom Herzen sich muss trennen,
es ist der Herr, der um uns mühet sich.
Er will Sein Bild in uns gestalten;
Er will uns in Sein Sterben senken ein.
O, wer nur lernt, Ihm stillehalten,
dem strömet Leben aus des Todes Pein.
Drum lass dich willig nach Sarepta bringen
und halte in den Feuerproben aus,
so wirst du hier schon Dankeslieder singen
und ewig droben einst im Vaterhaus.