Damals in Jerusalem, ein christliches Anspiel zu Ostern für 20 Personen
1. Szene
Hohepriester1: Komm herein. Ich fürchte, du warst nicht vorsichtig genug. Hat dich jemand gesehen?
Judas: Ich bin leise wie ein Fuchs geschlichen. Wer sollte auf mich schon achten? Das Volk drängt sich in den Straßen und denkt nur an das Fest, an gebratene Tauben und an die Lämmer, die geopfert werden. Wer achtet schon auf Judas der sich die Silberlinge holen will?
Hohepriester1: Sei nur ruhig. Du bekommst schon dein Geld. Aber sage mir, wo ist Jesus?
Judas: Er ist noch in dem selbem Haus am Kidronbach, das ich dir gestern beschrieben habe. Er hält mit den Jüngern ein Mahl und führt merkwürdige Reden von Abschied und Wiedersehen. So hat er z.B. einen Kelch genommen, hat alle daraus trinken lassen und gesagt, das sollten sie oft tun, ihm zum Gedächtnis. Werde einer klug daraus! Aber seltsame Sitten hat er ja schon immer gehabt.
Hohepriester1: So ahnt er etwas. Hast du ihm etwas von unserem Plan verraten?
Judas: Du meinst, ich werde zweimal zum Verräter? Schlimm genug, dass ich es einmal bin… Ich habe meinen Herrn verraten!
Hohepriester1: Sei still Judas. Für die dreißig Silberlinge hast du es doch gern getan. Ich wollte, es wäre längst vorbei und dieser Jesus endgültig weg aus dieser Stadt. Was muss er uns auch immer wieder stören! Das Volk läuft ihm hinterher, weil er allem Anschein nach Wunder vollbringt. Als ob das Volk nicht leicht genug zu narren wäre! Man glaubt ja so gern an Wunder. Weg mit ihm. Die Zeit drängt. Wäre er nur schon fort.
Judas: Ja, mich wundert euer langes Zögern. Die Nacht kommt rasch. Ihr müsst euch beeilen, wenn ihr ihn fangen wollt. Im Dunkeln geht das schnell und ohne Lärm. Und außerdem – der Ölberg liegt abseits, ist menschenleer und einsam. Dorthin wollte er jetzt gehen
Hohepriester1: Ich wünschte alles wäre schon vorbei. Du weißt, es ist gefährlich am Passahfest. Das Volk ist hitzig wie der Wüstensturm, wenn es sich so durch die Straßen wälzt. Wir müssen ihn gleich morgen töten, sonst ist es zu spät. Weiß die Stadt erst von dem Gefangenen, dann richtet sich die Wut vielleicht noch gegen uns. Ich ahne schon ihr Schreien: Er hat uns nur Gutes getan und ihr wollt ihn töten! – Ich muss gleich zu Pilatus, dass wir ihn schon morgen früh richten!
2. Szene
Claudia: Was ist Pilatus? Du bist so merkwürdig verändert, nachdem du eben wieder zurückgekommen bist. Wer kam denn noch zu dieser späten Stunde in den Palast?
Pilatus: Sei mir still. Mir schwillt noch jetzt vor Zorn die Ader. Kann das Judenvolk nicht allein besorgen, was ihm aufgetragen ist? Ich sagte es schon, als wir von Rom übers Meer herkamen: Dieses Land sei verflucht mit seinen heißen Winden, dem ungebärdigem Volk und den hitzigen Priesterköpfen.
Claudia: So sag doch endlich was dich so aufregt!
Pilatus: Der Hohepriester Kaiphas kam. Er war ganz aufgeregt und bat mich um Verzeihung, aber sie müssten morgen früh noch jemanden verurteilen und ich müsste mit auf den Richtplatz.
Claudia: Am Passahfest?
Pilatus: Das ist es ja. Ich habe so darauf gehofft, morgen etwas Ruhe zu haben – aber vergeblich. Es sei sehr dringend, behauptet Kaiphas. Dieser Mensch hätte sich schwer vergangen. Vor Sonnenuntergang müsste er weg. Das Volk soll möglichst nichts davon erfahren. Du weißt, die Juden geraten so leicht in Aufruhr und Zorn.
Claudia: Wen wollen sie denn so eilig kreuzigen lassen?
Pilatus: Du wirst ihn sicherlich nicht kennen Claudia. Er ist ein sonderbarer Mensch. Sie nennen ihn Jesus von Nazareth.
Claudia: Jesus…? Jesus von Nazareth?
Pilatus: Wie, du kennst ihn?
Claudia: Ich sah ihn gestern in der Unterstadt. Ich folgte unserer Magd durch die Straßen. Von Hitze und Lärm war ich so ermüdet, dass ich nicht darauf achtete, was um mich herum geschah. Da trieb mich der Menschenstrom zu den Treppen am Kidron. Dort standen und hockten sehr viele Menschen. Sie hörten einem Mann zu, den ich nicht sehen konnte, so dicht drängten sie sich. Von der Magd erfuhr ich dann, das sei Jesus, zu dem Kranke und viele Arme kommen und auch fast schäme ich mich es zu sagen Bettler, Dirnen und Zöllner. Er ist zu allen gut und redet so mit ihnen, dass ihm immer mehr folgen und gerne in seiner Nähe sind.
Pilatus: Aber er soll doch das Volk gegen Rom aufhetzen und über den Kaiser spotten.
Claudia: Wer sagt das?
Pilatus: Kaiphas!
Claudia: Das kann nicht wahr sein. Ich habe nämlich auch mit anderen gesprochen, die sich dort versammelt hatten. Sie erkannten mich zwar an meiner Kleidung als Römerin, aber alle sagten mir, das sei ein Mensch, der nur Gutes tut. Und schließlich sah ich ihn selber. Glaub mir Pilatus: So sieht ein Feind des Kaisers nicht aus.
Pilatus: Hat er nicht Macht in seinem Blick und in seinen Händen das Volk zu bannen und aufzuwiegeln?
Claudia: Ja, er hatte wirklich einen Blick der mich berührte. Aber das war keiner, der Feuer schürt oder Verschwörung lodern lässt. Pilatus, sage mir, was mit ihm passieren wird.
Pilatus: Ans Kreuz wollen sie ihn schlagen lassen.
Claudia: Und das erlaubst du? Du trägst die Schuld daran?
Pilatus: Noch nicht, Claudia. Ich sage dir doch, morgen früh muss ich ihn vernehmen.
Claudia: Du bist ein Römer, bitte bedenke doch, was du tust! Mach dich nicht mit diesen Juden gemein.
Pilatus: Ich habe es Kaiphas versprochen.
Claudia: Sieh dir Jesus an, und dann sage mir was er verbrochen hat. Sprich mit ihm, und höre nicht darauf, was Kaiphas auch immer sagen mag. Ich bitte dich sei gerecht.
Pilatus: Rege dich nicht so auf. Du kannst sicher sein, dass ich überlegen werde. Lasst uns jetzt schlafen gehen. Ich muss morgen sehr früh hinaus auf den Richtplatz.
3. Szene
1 Pilger: Begreifst du das? So eine Menschenmenge auf dem Richtplatz? Am Passahfest darf doch niemand gerichtet werden.
2 Pilger: Sei doch still. Siehst du nicht die Soldaten und die Tempelwachen? Du willst dir wohl den Mund verbrennen.
3 Pilger: Was ist denn los?
1 Pilger: Jesus von Nazareth soll verurteilt werden. Mich wundert nur, dass seine Jünger nicht mehr hier sind, und wo sind die Leute, die sonst jedes Wort von seinen Lippen ablasen und ihm zujubelten? Ja, ja, wenn es gefährlich wird, dann ist auch der große Wunderheiler allein.
2 Pilger: Sieh mal dort, ist das nicht einer von den zwölf Jüngern? Ja das ist Judas! Aber wie seltsam er aussieht. Das Haar hängt ihm wirr ins Gesicht, und sein Blick ist zum Fürchten.
3 Pilger: Er war schon immer ein besonderer Kerl, aber heute blickt er um sich wie im Fieber. Die Hände hat er geballt, als wolle er sich mit bloßen Fäusten auf die Leute von der Wache stürzen.
2 Pilger: So hält wenigstens einer zu Jesus! – Da – sieh, Pilatus kommt um Recht zu sprechen.
1 Pilger: Jetzt kommt seine Frau hinterher. Was will sie nur?
3 Pilger: Anscheinend versucht sie, ihm etwas Wichtiges zu sagen. Könnt ihr verstehen was sie reden?
Pilatus: Was willst du, Claudia? Mach uns nicht lächerlich vor dem Volk! Was ist denn?
Claudia: Habe du mit diesem Gerechten nichts zu schaffen! Heute Nacht habe ich seinetwegen im Traum viel erlitten!
Pilatus: Geh! Ich tue, was ich kann, die Menge wartet:
2 Pilger: Habt ihr das gehört? Sie bittet für Jesus. Aber es wird nicht viel nützten. Pilatus tut doch was die Hohenpriester ihm sagen. – Was sind das für bewegte Tage in Jerusalem. Als Jesus vor ein paar Tagen auf dem Esel durch das Tor geritten kam, da haben alle Leute Palmzweige geschwenkt und ihm zugejubelt! Mir klingt es immer noch in den Ohren: “Hosianna, dem der da kommt in dem Namen des Herrn!” Das werde ich so schnell nicht vergessen.
3 Pilger: Sei doch still, Pilatus spricht nun zum Volk. Jetzt können wir alle entscheiden ob Jesus leben soll.
2 Pilger: Da hast du ihre Antwort. Hörst du wie sie schreien: “Gebt uns Barnabas frei! Ans Kreuz mit Jesus!”
3 Pilger: So wird es auch geschehen! Mag Claudia noch so viele Träume haben. Jesus wird heute sterben müssen. Da sieh dir Judas an!
1 Pilger: Voll Entsetzen wendet er sich ab. Sein Gesicht ist dunkelrot… Wohin will er nur so eilig? Jetzt läuft er fort. Allein die dunklen Gassen hinunter, ganz allein!
Autor: Schrecklich was die Jünger und engsten Nachfolger Jesu in diesen Tagen erleben mussten. Alle ihre Hoffnungen waren ausgelöscht: Wie die glühenden Lavafluten eines brodelnden Vulkans war das Unglück über sie hereingebrochen. Einer aus ihrer Mitte hatte den Herrn verraten! Jesus war gefangen genommen worden und jetzt stand das Urteil fest: Kreuzigt ihn! Kreuzigt ihn! Unsagbares Leid und eine lähmende Ohnmacht befiel die Jünger.
Und Jesus selbst? Er trug die Qualen und den beißenden Spott wie ein Lamm. Er hatte den inneren Kampf schon durchgefochten, dort in Gethsemane. Auch als er schon am Kreuz hing, galt seine Aufmerksamkeit nicht zuerst sich selbst, sondern er kümmerte sich um die anderen, um seine Mutter, um seine Jünger. Wie muss es ihm wehgetan haben, als er sah, wie sie so untröstlich waren. Er hatte ihnen ja vorher alles gesagt: Dass er leiden müsste und sterben. Aber danach würde er auferstehen. Auferstehen? Jesus war tot und die Jünger hatten alle Hoffnung verloren…
4. Szene
Autor: Schon die zweite Nacht, seit Jesus in die Gruft gelegt wurde. Es war noch dunkel, nur die Vögel erwachen im Morgengrauen. Durch das Gezweig hört man auf einmal Klagelaute. Es sind etliche Frauen, die weinend und klagend zum Grab eilen um ihren Heiland den letzten Dienst zu erweisen.
Johanna: Wer wälzt uns nur den Stein von des Grabes Tür? Wir sind zu schwach um den Steinklotz von der Stelle zu rühren. Ach, und wer hilft uns den teuren Leib unsres Herrn zu salben?
Maria: Vielleicht kommen Petrus und Johannes und wälzen den Stein ab? Und vielleicht helfen sie auch den Herr zu salben; denn ich…
Johanna: Maria! Womit soll ich dich trösten?! O raffe dich auf, du bist schon ganz schwach vor Weinen und Seufzen. Beruhige dich doch ein wenig! Bald sind wir da, es wird uns schon jemand helfen den Stein von der Tür des Grabes zu entfernen.
Maria: Es gibt wohl keinen Trost mehr, der mich beleben könnte. Meine Wunde ist tief, wie ein Meer. Meine Seele will keinen Trost mehr annehmen, mein Leiden ist zu hart, um es niederzudrücken!
Johanna: Ich verstehe dich, Liebste! Wem geht es dann anders? Auch meine Seele bebt in mir, auch mein Herz zittert vor Angst und Schmerz und fragt: Warum? Für was haben sie unsern Herrn so schändlich zu Tode gequält? Wie viel Gutes hat er den Menschen getan! Und mir hat er die größte Gnade erwiesen!
Maria: O nein, nein. Kein Wunder, welches Jesus getan hat, ist mit dem zu vergleichen, was er an mir getan hat! Ja, genau an mir hat er seine größte Gnade erwiesen!
Magdalena: Er wirkte Gnade, Barmherzigkeit und Wahrheit, und strafte die Sünde. Darum haben ihn die Missetäter wohl auch gekreuzigt. Er ist tot, tot!
Johanna: Was ist das?? Erdbeben?
Magdalena: Kommt schneller zum Grab, der Stein ist abgewälzt!
Maria: Auch das Grab ist leer! Und sein Leib ist auch nicht da, wo sie ihn hingelegt hatten! Nun auch das noch! Sie haben ihn weggetragen, weggetragen!!! Wo soll ich Ihn jetzt finden?
Johanna: Es kann nicht doch nicht sein! Denn genau dazu wurden ja die Wachen aufgestellt, dass niemand den Leib Jesu wegstehlen sollte! Aber die Wache ist weg, der Stein abgewälzt, ich verstehe nichts…! Haben sie ihn wirklich weggetragen?
Magdalena: Nein, schaut! Da liegt die Wache, wie Tote! Mir wird angst und bange. O Schrecken! Was soll das bedeuten?
Maria: Ach, wo haben sie nur den Leib unseres Meisters hingetragen?
Engel: Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten? Er ist nicht hier, Er ist auferstanden! Geht schnell hin und sagt es den Jüngern, dass Er auferstanden ist von den Toten, und wartet auf euch in Galiläa, dort werdet ihr ihn auch sehen. Sagt dieses auch Petrus!
Johanna: Was ist das, ein Traum? Nach all den schlaflosen Nächten?
Maria: Kein Traum! Ein Engel spricht mit uns! Jesus ist von den Toten auferstanden! Er sendet uns zu den Jüngern. Gelobt sei Gott, der Herr, der Wunder tut!
Magdalena: Kommt, lasst uns eilen, und es seinen Jüngern verkündigen und auch Petrus, ja allen!
Musik
Autor: Als die Frauen zu den Jüngern eilten, gelangten auch etliche von der Wache bis zur Stadt und teilten den Hohenpriestern all das Geschehene mit.
5. Szene
Soldat 1: Erlaubt mir, meine Herren Hohepriester, zu melden: das Grab, welches Ihr uns aufgetragen habt zu hüten, wurde morgens mit himmlischer Kraft aufgetan, und der darin war ist auferstanden!
Hohepriester 1: Was kommt jetzt noch für eine Neuigkeit vor unsere Ohren!? Ihr erzählt diese Wundergeschichte wohl für guten Lohn!
Soldat 1: Eure Hoheit! Eine Lüge könnte uns das Leben kosten! Wir sind lebendige Zeugen, dass Jesus, den wir kreuzigten, wirklich auferstanden ist!
Hohepriester 2: Und wo sind denn die anderen von der Wache? Ihr seid ja nur zu dritt!!
Soldat 2: Die Auferstehung Jesu von Nazareth jagte in uns solchen Schrecken, dass jeder lief wohin er konnte. Wir drei haben uns zusammengefunden, und sind gekommen, euch dieses zu melden
Hohepriester 1: Nun, ihr werdet für dieses zur Verantwortung gezogen werden, und schon euren Lohn, ich meine Strafe, empfangen! Denn womit wollt ihr es beweisen, dass er wirklich auferstanden ist!?
Soldat 3: Meine Herren! Habt ihr denn wirklich so fest geschlafen, dass ihr das große Erdbeben Im Morgengrauen nicht gespürt habt?
Hohepriester 3: So! Ihr wollt dieses Naturerscheinen mit eurer Fabel von der Auferstehung dieses Gotteslästerers zusammenbringen?!
Hohepriester 2: Erdbeben ist kein Beweis für Jesu Auferstehung, denn drei Tage zurück starb er am Kreuz bei genau solchem Erdbeben! Und – da geschah nichts Besonderes.
Soldat 2: Meine Herren Hohepriester: Habt ihr nicht aus Furcht, dass er auferstehen konnte, uns angestellt, das Grab zu behüten bis an den dritten Tag? Weil Jesus, als er noch lebte, sagte, dass er am dritten Tage auferstanden würde. Ist es nicht so??
Soldat 1: Ihr habt dieses befürchtet, aber wir glaubten überhaupt nicht daran, und haben es doch mit eigenen Augen gesehen wie Jesus auferstand und wie alles zuging.
Hohepriester 2: Erzähle alles, was geschah der Reihe nach!
Soldat 3: Früh morgens als die Sonne noch nicht aufgegangen war, geschah ein großes Erdbeben. Und plötzlich erschien ein Engel: Seine Gestalt war weiß wie ein Blitz, und sein Kleid weiß wie der Schnee!
Hohepriester 1: Ja, ja erzählen kannst du schon! Aber mach weiter; wie war er, oder was tat er in dem weißen Kleid?
Soldat 3: Ach, das geschah alles so schnell, ich sah nur wie der Engel den Stein abwälzte und sich darauf setzte.
Hohepriester 2: Was habt ihr denn da gegähnt? Warum habt ihr den Engel nicht angegriffen, ehe er den Stein vom Grab wälzte?
Soldat 1: Eure Hoheit, ein Engel ist nicht ein Mensch, dass man ihn überfallen könnte. Zudem geschah alles so schnell, dass wir nicht vermochten auch nur die Hand aufzuheben! Ja, wir fielen nieder, wie Tote!
Hohepriester 3: Und was weiter, wie stand er auf?
Soldat 3: Als wir niederfielen und kraftlos dalagen, kamen Frauen zum Grabe und suchten den Begrabenen. Da erschien ihnen ein Engel und sagte: Wen sucht ihr? Jesus, den Gekreuzigten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden! Gehet eilend hin und sagt es seinen Jüngern! Die Frauen eilten weg, der Engel verschwand, und alle liefen voll Furcht und Entsetzen, wer weiß wohin! Und wir drei sind jetzt hier um euch alles zu melden.
Hohepriester 1: Gehet etwas hinaus bis wir einen Beschluss fassen! (Sie gehen) Meine Herren Hohepriester: Was wollen wir tun? Warten können wir nicht eine Stunde, denn das Gerücht von der Auferstehung Jesu verbreitet sich sonst in der ganze Stadt! Und das Schlimmste: das Volk steht gegen uns auf!
Hohepriester 3: Wir wollen ihnen Geld geben, dann sagen sie schon, was wir wollen!
Hohepriester 1: Kommt herein, und hört uns aufmerksam zu, was wir euch sagen! Wir geben euch Geld, und ihr geht in die Stadt und sagt: Weil wir schliefen, sind die Jünger gekommen und haben ihn gestohlen.
Soldat 1: Eure Hoheit! Wir können solche Schande nicht auf uns nehmen, dass wir auf unserer Wache geschlafen haben!
Soldat 2: Und wenn dies bis zum Landpfleger kommt, dann werden wir gekündigt, und vielleicht noch hart bestraft.
Hohepriester 2: Da, nehmt jeder 300 Groschen, nur sagt, wie ihr von uns gehört habt: Wir sind eingeschlafen und diesen Moment nutzen die Jünger aus, um Jesus zu stehlen. Und wenn es wirklich bis zum Landpfleger kommt werden wir ihn schon beruhigen, und euch vor Schande und Strafe bewahren.
Soldat 1: Na, Jungs. Für so einen Lohn kann man schon zu ,,weiß“ ,,schwarz” sagen, was? Kommt. Alles klar, wir gehen!
6. Szene
Josef: Habt ihr schon gehört? Jesus ist auferstanden!
Soldat 2: Ach, das ist ja gar nicht wahr!
Josef: Wie, nicht wahr? Ich habe die Frauen, die am Grabe waren, getroffen!
Soldat 1: Ha, wir haben ja gerade dieses Grab bewacht! Waren eingeschlafen und als wir erwachten, war das Grab leer! Ist ja klar, dass die Jünger diese Zeit benutzten um ihn zu stehlen! Und jetzt sagen sie noch, er ist auferstanden!
Josef: Das ist nicht wahr! Ich habe oben zwei von der Grabwache getroffen; und sie erzählten mir, dass früh morgens bei einem großen Erdbeben ein Engel erschien, das Grab auftat und dass die Hüter wie tot niederfielen und Jesus von Nazareth auferstand! Dieses hat der Engel den Frauen, die zum Grabe kamen, auch alles gesagt.
Soldat 1: Das haben die Soldaten auch gesagt?
Josef: Ja!!
Soldat 3: Die untreuen Schurken! Wollen uns eine Falle stellen! Aber glaubt ihnen nicht!
Josef: Wem sollen wir denn glauben, euch?
Soldat 1: Sicher uns! Wir haben doch gesehen, wie die Sache lief! Ich will nicht leben, wenn dies nicht die Wahrheit ist!
Josef: Was habt ihr denn gesehen?
Soldat 2: Wir sahen wie die Jünger kamen und der Leichnam stahlen.
Josef: Wozu habt ihr denn das Grab gehütet? Nicht, damit der Leib Jesu nicht gestohlen werden sollte?
Soldat 2: Die Hohepriester fürchteten sich, dass der Nazarener auferstehen würde und darum haben sie uns auch dahingestellt. Aber die Jünger schlichen so still herbei, dass wir nichts merkten, sonst wäre es ihnen arm ergangen!
Josef: Und ihr sagt, dass ihr es selbst gesehen habt wie sie Ihn stahlen?
Soldat 1: Ja, mit eigenen Augen! Wenn ich lüge, will ich nicht leben!
Josef: Warum sagen denn die anderen, dass er auferstanden ist?
Soldat 3: Die sind wohl von den Jüngern bestochen worden! Glaubt ihnen nicht!
Josef: Ich verstehe nichts! Ihr habt geschlafen ihr habt auch gesehen! Kann man wohl schlafen und sehen?
Soldat 3: Was willst du eigentlich von uns? Klebt an uns wie die Zunge am Gaumen! Wir haben es nicht nötig vor dir abzurechnen!
Soldat 2: Erlauben sie uns bitte weiterzugehen?!
Soldat 1: Kommt, Jungs!
Josef: Es ist klar, dass eure Sache schmutzig ist. Da kommen Johannes und Petrus!
7. Szene
Petrus: Christus ist auferstanden.
Josef: Woher wisst ihr das? Habt ihr es gesehen?
Petrus: Ja, ich habe gesehen und geglaubt, als morgens Maria Magdalena zu uns kam und sagte, dass das Grab leer sei. Wir liefen mit Johannes dahin. Dort angekommen sahen wir, dass der Stein abgewälzt war. Wir gingen ins Grab und sahen nur die Windeln liegen, auch das Schweißtuch beiseite.
Johannes: Ich habe gesehen und geglaubt, dass Christus auferstanden ist!
Petrus: Ja, wahrhaftig auferstanden!
Johannes: Da kommt auch Magdalena!
Magdalena: Christus Ist auferstanden! Er ist mir selbst im Garten begegnet!
Johannes: Wie?!
Magdalena: Als Ich beim Grab war und weinte, merkte ich plötzlich, dass bei mir jemand steht. Ich dachte, dass es der Gärtner sei, und fragte: Wer hat den Leib Jesu weggetragen, und wo habt ihr ihn hingelegt? Da rief er mich mit Namen: „Maria!“ Hier erkannte ich, dass es selbst der Herr war, der vor mir stand! Ich rief vor Freude aus: „Rabuni“! und warf mich ihm zu Füßen! Er aber sagte zu mir: Gehe hin zu meinen Brüdern und verkündige ihnen, ich gehe hin zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott! Und jetzt bin ich hier, euch zu verkündigen, dass Jesus Christus auferstanden ist!
Johannes: Er ist wahrhaftig auferstanden!
Autor: Der Ostergruß heißt: Christus ist auferstanden! Und seine Auferstehung hat uns Licht und Freude gebracht! Lasst in Städten und Dörfern auch heute den Gruß erklingen: CHRISTUS IST AUFERSTANDEN! ER IST WAHRHAFTIG AUFERSTANDEN!!