Archive for Dezember 5th, 2007

Dez 05 2007

Nun sind wir wieder angetreten

Geschrieben von Christ under Weihnachten

Nun sind wir wieder angetreten,           
die freudenvolle Weihnachtszeit.
Wir eilen Jesum anzubeten,
und öffnen unsre Herzen weit.

O komm Herr Jesu,                
und nimm auch Wohnung,
in unsres Herzens Kämmerlein.
Nur du allein von deinem Throne,
kannst schenken Freud und Sonnenschein.

Wie freuen wir uns, wenn wir denken,       
dass du für uns geboren bist.
Dass Du uns willst Erlösung schenken,
Du Ehrenkönig, Friedensfürst!

Den Himmelsthron hast du verlassen.       
Erscheinst als armes Kindelein.
Ein Menschenherz kann kaum es fassen,
Die Liebe, die so edel und so rein!

Und auch sogar die Engelchöre,           
die stimmten laut ein Loblied an.
Es schallen alle Engelchöre,
was Gott für Sünder hat getan!

Und heute klingt die Botschaft wieder.       
Es ist Weihnacht! Weihnacht in der Welt!
Und heute steigen Weihnachtslieder
Empor zum blauen Himmelszelt!

Bald kommt ein Tag wo ohne Ende,       
wir preisen werden unserm Herrn.
Wenn wir den Pilgerlauf vollendet,
Und uns erscheint  der Morgenstern!

So öffnen wir denn unsre Herzen,       
und lassen unsern Heiland ein.
Es müssen fliehen Sorg und Schmerzen,
aus unseres Herzens Kämmerlein.

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Dez 05 2007

Vater Martin

Geschrieben von Christ under Weihnachten

Vater Martin, ein christliches Anspiel zu Weihnachten für 5 Personen

(Musik) “Meine Hände waren voll von Dingen”

Autor: Kennt ihr Vater Martin? Nein, dann kommt mit mir in die große Stadt Marsey. An einer Straßenecke in der Altstadt steht eine Holzhütte. Dort hat Vater Martin seine Werkstatt. In der Werkstatt wohnt er auch. Die Hütte ist sein Arbeitszimmer, sein Ess- und Schlafzimmer und auch die Küche. Jetzt sitzt er vor dem Fenster an seinem Arbeitstisch. Auf dem Tisch liegen viele, viele Schuhe. Schuhe in allen Größen, denn Vater Martin ist Schuhmacher. Die Mütter sagen “Nur wenn Vater Martin die Schuhe besohlt hat, dann halten sie und Kinder können sie tragen.” Der alte Schuhmacher sieht zufrieden aus, das war nicht immer so. Die Nachbarn sagen, dass er früher oft traurig war, dann vor vielen Jahren hat er seine Frau verloren. Auch einen Sohn hatte er gehabt.

Er war Matrose, aber er kam bei einem Schiffbruch ums Leben. Danach wurde Vater Martin ein stiller, ernster Mann, aber seit einiger Zeit ist das anders. Die Leute sagen, der alte Martin ist fromm geworden, er geht zu den Stunden. Dort wird gesungen und von Gott geredet. Seitdem lächeln seine Augen oft. Er geht auch nicht mehr in die Wirtschaft. Er ist lieber zu Hause und liest in einem großen Buch, in der Bibel.

Leise mit Musik beginnen “Leise rieselt der Schnee”

Und manchmal brennt die Petroleumlampe in seiner Werkstatt bis tief in die Nacht hinein. Es ist Heiliger Abend. Draußen ist es kalt und nass, aber in Vater Martins Werkstatt ist es behaglich warm. In dem kleinen Ofen knistert das Holzfeuer. Vater Martin hat seine Abendsuppe gegessen. Nun sitzt er in seinem alten Lehnstuhl. Vor ihm auf dem Tisch liegt die große Bibel.

Martin: “Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte Ihn in Windeln und legte Ihn in eine Krippe. Denn sie hatte sonst keinen Raum in der Herberge.“ Kein Raum in der Herberge?! Bei mir hätte es ein Eckchen gegeben für Ihn. Ich bin ganz allein, ich habe ja niemanden mehr auf der Welt. Wenn ich mir vorstelle, es wäre heute zum ersten mal Weihnachten, wenn heute Abend der Heiland käme und wenn Er meine Hütte sich aussuchte um darin zur Welt zu kommen, aber was schenke ich Ihm dann. Die Weisen vom Morgenland gaben Ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. Ich habe eigentlich nichts. Doch halt! Die kleinen Kinderschuhe dort auf dem Brett. Meine schönste Arbeit. Die wären gerade das richtigste Geschenk, aber, hm, ach, was phantasiere ich denn da. Als ob der Heiland meine Hütte braucht und meine Schühchen.

Autor: Der alte Martin ist tief in Gedanken versunken. Draußen sieht man immer mehr Menschen auf der Straße, die noch die letzten Einkäufe für das Fest machen wollen, aber Vater Martin sitzt unbeweg-lich in seinem Stuhl. Ist er eingeschlafen? Plötzlich hört er wie ihn eine Stimme ruft.

Stimme: Martin!

Martin: Wer ist da?

Stimme: Du möchtest Mich bei dir empfangen? Nun morgen komme Ich bei dir vorbei, schau nur immer eifrig auf die Straße und sieh, ob du Mich erkennst.

Autor: Martin reibt sich die Augen. Die Lampe ist verloschen. Jetzt schlägt es Mitternacht vom Kirchturm. Es ist Weihnachten.

Martin: Wer war das? Der Heiland?! Er hat versprochen bei mir vorbeizukommen. Ist es vielleicht nur ein Traum gewesen? Auf jedenfalls will ich auf Ihn warten. Ich habe Ihn noch nie gesehen, aber Sein Bild habe ich oft in den Kirchen gesehen. Sicher werde ich Ihn erkennen.

Musik “O Du Fröhliche”

Autor: Am nächsten Morgen steht Vater Martin schon früh auf. Draußen ist es noch dunkel, doch die Lampe in der Werkstatt brennt lustig. Der alte hat das Feuer schon angeflammt. Auf dem Ofen steht das Kaffeewasser. Nachdem er aufgeräumt hat stellt er sich ans Fenster. Allmählich wird es hell draußen. Immer wieder schaut Vater Martin auf die Straße.

Martin: Der Straßenkehrer. Der hat es nicht leicht bei der Kälte. Der Arme. Für ihn ist heute kein Weihnach-ten. Ich will ihm eine Tasse Kaffee geben. Hey! Komm doch herein mein Freund. Wärm dich ein bisschen.

Straßenkehrer: Das lass ich mir nicht zwei mal sagen. Danke, danke! Man könnte meinen, man wär’ in Sibirien, so kalt ist es.

Martin: Du trinkst doch sicher gerne eine Tasse heißen Kaffee, was?

Straßenkehrer: Darauf sage ich nicht nein. (leise flüstern): Es gibt doch noch gute Menschen auf der Welt.

Autor: Der alte Schuster beeilt sich seinen Gast zu bedienen, dann stellt er sich wieder ans Fenster und schaut hinaus.

Straßenkehrer: Was schaust du denn immer auf die Straße? Wartest du auf jemanden?

Martin: Ja, ich warte auf meinen Meister.

Straßenkehrer: Auf deinen Meister? Und ich habe immer gedacht, der Vater Martin wär’ sein eigener Meister.

Martin: Ich meine einen anderen Meister.

Straßenkehrer: Aha!?

Martin: Er hat mir versprochen heute irgendwann bei mir vorbeizukommen. Weißt du wie Er heißt? Es ist Jesus!

Straßenkehrer: Aha! Diesen Namen habe ich schon irgendwo einmal gehört. Wo wohnt Er?

Autor: Nun erzählt Vater Martin, was ihm am Abend vorher passiert ist. Er sagt auch dem Straßenkehrer wer Jesus ist und wozu Er gekommen ist.

Straßenkehrer: Und jetzt wartest du auf Ihn? Ich glaube kaum, dass Er kommt. Aber das ist egal. Du hast mir von Ihm erzählt und ich möchte gerne mehr über Ihn wissen. Kannst du mir ein Buch über Ihn beschaffen?

Martin: Das kann ich. Hier hast du ein kleines Evangelium.

Straßenkehrer: Vielen Dank. Jetzt kann die Arbeit wieder weitergehen. Fröhliche Weihnachten!

Martin: Fröhliche Weihnachten mein Freund!

Autor: Allmählich sieht man mehr Menschen auf der Straße. Angestrengt schaut der alte Mann jeden an, der an seinem Fenster vorüber geht. So vergehen die Stunden. Da geht eine junge Frau über die Straße. Sie ist ärmlich gekleidet. Ihr Gesicht ist blass und ihre Augen sind traurig. Auf dem Arm trägt sie ein kleines Kind. Martin kann nicht anders. Er hat tiefes Mitleid mit ihr. Er öffnet die Tür seiner Hütte.

Martin: Hallo!

Frau: Ja!

Martin: Junge Frau! Du siehst aus, als ob es dir nicht gut geht.

Frau: Ich bin auf dem Weg zum Krankenhaus. Ich hoffe nur, dass sie mich aufnehmen mit dem Kind. Mein Mann ist zur See gefahren und ich warte schon seit Monaten auf ihn. Ich habe lange kein Geld mehr und nun bin ich noch krank geworden.

Martin: Armes Kind. Nun komm doch herein.

Frau: Oh, gerne!

Martin: Bei mir kannst du auf jedenfalls ein Stück Brot bekommen und eine Tasse Milch für den Kleinen habe ich auch noch.

Frau: Oh, vielen Dank!

Martin: Aber, was ist das, der Kleine hat ja nicht mal Schuhe an, bei diesem Wetter!

Frau: Ach, wenn sie wüssten, ich habe gar nichts mehr anzuziehen für ihn. Seine letzten Schühchen hat er so lange getragen, bis sie ganz zerfetzt waren.

Martin: Warte mal. Ich habe genau das richtige für den Jungen.

Autor: Martin holt die Kinderschühchen, die auf dem Brett stehen. Einen Augenblick steht er da und zögert, die Schühchen in der Hand. Dann zeigt er sie der jungen Frau. Sie weiß nicht wie sie ihm danken soll. Martin stiehlt sich wieder ans Fenster.

Frau: Warten sie auf jemand?

Martin: Ich erwarte meinen Meister heute.

Frau: Oh!

Martin: Hast du schon einmal etwas von Jesus gehört?

Frau: Ja, im Religionsunterricht.

Martin: Auf Ihn warte ich.

Frau: So? Und glauben sie, dass Er hier vorbeikommen wird?

Martin: Ja, Er hat das mir gesagt.

Frau: Ist das möglich? Oh wie gern würde ich dabei sein. Aber, ob sie sich nicht irren? Doch ich muss jetzt gehen, sonst komm ich zu spät ins Krankenhaus.

Martin: Nimm dieses Büchlein mit.

Frau: Vielen Dank!

Martin: Darin steht die ganze Geschichte von Jesus. Lies es aufmerksam. Es ist nicht dasselbe, als wenn man Ihn selbst sieht, aber doch beinahe. Und vielleicht begegnet Er dir dann später auch noch mal.

Frau: Wie soll ich ihnen nur für alles danken.

Autor: Stunde um Stunde geht dahin. Immer mehr Leute kommen und gehen auf der Straße. Junge und Alte, Frauen und Männer. Mancher Bettler bleibt vor der alten Hütte stehen. Ob Vater Martin eine Gabe für sie hat? Sie werden nicht enttäuscht. Für jeden, der in Not ist, hat der alte Schuhmacher eine kleine Hilfe und ein ermutigendes Wort. Aber, sein Meister kommt nicht! Schon beginnt es zu dunkeln. Die Laternen werden angezündet. Hinter den Fenstern leuchten die Öllampen auf. Martins Augen sind ganz müde geworden, er kann die Menschen auf der Straße nur noch verschwommen, wie im Nebel sehen, dann wird es allmählich still. Vater Martin ist traurig. Während er sein bescheidenes Abendbrot zubereitet, murmelt er leise:

Martin: Es war ein Traum und ich hatte doch so sehr gehofft, Er würde kommen.

Autor: Nach dem Abendessen schlägt der alte Schuhmacher seine Bibel auf. Aber er ist zu traurig um etwas lesen zu können.

Martin: Er ist nicht gekommen.

Autor: Auf einmal ist der ganze Raum erfüllt mit einem hellen Licht. Ohne dass die Tür sich geöffnet hatte ist die Werkstatt voller Menschen. Vor den erstaunten Augen Martins steht der Straßenkehrer und dort die junge Frau mit ihrem kleinen, hinter ihnen sieht er zwei, drei, vier Bettler, einen Blinden, ei-nige Nachbars Kinder, für die er immer ein gutes Wort hatte. Alle sagen:

Alle: Hast du mich gesehen?

Martin: Was soll das bedeuten? Wer seid ihr?

Autor: Nun sieht Vater Martin wie das Kind auf dem Arm seiner Mutter die Hand ausstreckt, immer mehr beugt es sich zu ihm hinüber. Da legt das Kind das Fingerchen auf die aufgeschlagene Bibel. Es will ihm einen Vers zeigen. Martin schaut hin und liest:

Martin: “Ich bin hungrig gewesen und ihr habt Mich gespeist, Ich bin ein Gast gewesen und ihr habt Mich beherbergt, Ich bin nackt gewesen und ihr habt Mich bekleidet, Ich bin krank gewesen und ihr habt Mich besucht, Ich bin gefangen gewesen und ihr seid zu Mir gekommen. Denn was ihr getan habt einem meiner geringsten Brüder, das habt ihr Mir getan.”

AMEN
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Dez 05 2007

Das Weihnachtswunder

Geschrieben von Christ under Weihnachten

Das Weihnachtswunder, ein christliches Anspiel zu Weihnachten für 10 Personen

Autor: Am Freitagabend vor dem ersten Advent brachte Herr Jürgens einen Arm voll Tannengrün mit nach Hause. Als die Kinder zu Bett gegangen waren, sagte er zu seiner Frau:

Vater: Morgen werden wir den Adventskranz binden, da werde ich es den Kindern sagen. Einmal muss es doch gesagt sein, und je eher, desto besser. So gewöhnen sie sich an den Gedanken.

Mutter: Ich bin nur froh, dass du mir die Aufgabe abnimmst, es ihnen zu sagen.

Autor: Nickte Frau Jürgens mit einem Seufzen. Am nächsten Tag saßen sie beisammen, der Vater mit seinen sechs Kindern und die Mutter mit einer Flickarbeit unter der Lampe. Karl, der jüngere der beiden Buben, sagte:

Karl: Wenn man den Adventskranz macht, ist bald Weihnachten.

Annette: ,,Ooch, dann dauert es noch eine ganze Weile. Ich wünschte, es wäre schon soweit.

Autor: Herr Jürgens hielt jetzt den geeigneten Augenblick für gekommen, er wechselte einen Blick mit seiner Frau, holte tief Atem und sagte:

Vater: Warum feiern wir eigentlich Weihnachten, Kinder?

Autor: Die Antworten überstürzten sich geradezu:

Weil es so schön ist!

Weil wir dann feiern!

Weil wir viele Plätzchen kriegen und Nüsse und lauter schöne Sachen was man sich schon lange gewünscht hat.

… und wegen dem Weihnachtsbaum!”

Autor: Der Vater hielt sich die Ohren zu.

Vater: Genug, Kinder, ich weiß Bescheid. An eines aber hat niemand von euch gedacht. Nun, Christel, was meine ich wohl?

Autor: Christel wurde ein bisschen rot und sagte:

Christel: Natürlich freuen wir uns, weil der Heiland geboren ist. Aber eigentlich freuen wir uns zu Weihnachten doch vor allem über die Geschenke.

Vater: Richtig, das ist leider nun einmal so. Meint ihr, ohne Geschenke gäbe es an Weihnachten nichts zum Freuen?”

Autor: Die Kinder zuckten die Achseln, sahen sich schweigend an. Die Mutter beugte sich tiefer über die Näharbeit.

Vater: Ihr antwortet mir nicht? Ich muss euch leider sagen, wir werden in diesem Jahr Weihnachten ohne Geschenke feiern. Ich will euch auch erklären, warum das so sein wird. Ihr Großen versteht das schon. Als wir im vorigen Jahr zusammen mit unserem Nachbarn Weber unser Haus gebaut haben, nahm ich bei meiner Firma ein Darlehen auf, um Weber zu helfen, der nicht genug hatte sparen können wegen seiner kranken Frau. Dieses Darlehen wird mir von meinem Lohn in Raten einbehalten. Der Nachbar wollte es mir in gleicher Höhe, wie es mir abgezogen wird, vom Lohn zurückzahlen. Aber nun ist er im Sommer verunglückt und ich war ein paar Wochen krank. So ist es gekommen, dass wir gerade nur das Nötigste haben. Für Geschenke bleibt nichts übrig, soviel Mutter und ich auch gerechnet und überlegt haben. Schulden machen für Geschenke, das gibt es bei uns nicht. Wir laufen auch nicht zur Fürsorge oder halten bei der Gemeindeschwester um Hilfe an. Wir leiden keine Not, auch wenn es keine Weihnachtsgeschenke gibt. Schaut mich nur nicht so verstört an, Kinder, wir wollen froh und dankbar sein. Wir haben immer satt zu essen, eine warme Stube und sind gesund. Ihr sollt sehen, wir werden Weihnachten trotzdem fröhlich feiern, auch ohne Drum und Dran.

Autor: Nach einem beklommenen Schweigen fragte Rudi:

Rudi: Auch keinen Weihnachtsbaum?

Vater: Doch, einen Weihnachtsbaum sollt ihr haben, und Mutter wird auch wie in jedem Jahr Plätzchen backen.

Autor: Gretel war rot vor Ärger, als sie jetzt sagte:

Gretel: Aber das ist unrecht! Webers haben mit deinem Geld ihr Haus fertiggebaut, und wir sollen deswegen nichts zu Weihnachten bekommen!

Vater: Möchtest du, dass die schwächliche, junge Frau Weber und ihre lahme Schwiegermutter ausziehen müssen und nicht einmal wissen wohin, nur damit du dein Weihnachtsgeschenk hast?

Gretel: Das nicht, Vater, aber ungerecht ist es doch.

Vater: Die beiden Frauen sind schlimm genug dran, Weihnachten allein und in Trauer um den Verunglückten zu verleben. Die Sache mit dem Geld wird vom Siedlerverband geregelt, das geht mir nicht verloren. Nur dauert das eine Weile. Aber nun wollen wir nicht weiter davon reden, sondern unsern Adventskranz fertigmachen. Wenn Gott uns alle gesund erhält, wollen wir dankbar und zufrieden sein. Auf diese Weise kommen wir dazu, über den Sinn des Festes richtig nachzudenken. Das ist auch ein Gewinn.

Autor: An diesem Abend kamen die Kinder in ihren Schlafkammern nicht gleich zur Ruhe. Rudi und Karl schlichen sich zu den Mädchen hinüber. Die Sache mit den Weihnachtsgeschenken musste in aller Ruhe besprochen werden. Sie hockten auf Christels Bettrand beieinander und flüsterten erregt. Darüber erwachte Annette, sie richtete sich auf und sagte, nachdem sie ein Weilchen den Reden der Geschwister gelauscht hatte:

Annette: Was habt ihr nur, man muss es einfach dem Heiland sagen. Der kann alles.

Gretel: Ach, Spätzchen, Weihnachtsgeschenke macht der liebe Gott aber nicht. Da kannst du lange warten.

Annette: Ich habe aber gehört, wie Karl den Vers gelernt hat, „Unser Gott ist im Himmel, Er kann machen, was Er will.“

Karl: „Er kann schaffen, was er will“, heißt es.

Annette: Schaffen oder machen, das ist dasselbe. Wenn Er will, kann er auch Weihnachtsgeschenke schaffen.

Gretel: Er will aber nicht.

Annette: Warum nicht? Woher weißt du das? Gibt es dafür auch einen Vers in der Bibel?

Christel: Annettchen!

Autor: Christel, die ihre fünfjährige Schwester über alles liebte, nahm die Kleine in den Arm.

Christel: Der liebe Gott – ja – das ist nämlich so -.

Autor: Christel merkte, sie konnte nicht erklären, was sie selber nicht verstand.

Annette: Nun sag doch, wie ist das denn? Er hat doch damals den Wein gemacht bei der Hochzeit, und dann das mit den hungrigen Leuten, die alle satt wurden, fünftausend, das sind doch eine ganze Menge, nicht wahr? Und wir sind nur so ein paar.

Christel: Das war damals, als der Herr Jesus noch auf der Erde war.

Annette: Vater sagt immer, er ist auch jetzt noch bei uns.

Gretel: Annette, das verstehst du noch nicht.

Autor: Half Gretel ihrer großen Schwester aus der Verlegenheit. Nein, Annette verstand es nicht. Am andern Tag wollte sie es vom Vater erklärt haben.

Annette: Vati, nicht wahr, in der Bibel steht, Gott kann machen, was Er will.

Autor: Christel stieß Rudi an. Wie würde sich der Vater herausreden? Sie wussten bereits, wie Annette jetzt weiterfragen würde.

Vater: Gewiss, das steht in der Bibel, und das ist auch so.

Annette: Na also, dann kann er auch machen, dass wir alle was zu Weihnachten kriegen.

Autor: Annette sah die Geschwister triumphierend an.

Vater: So meinst du das, hm. Wir haben schon etwas geschenkt bekommen, Annette. Gott hat uns seinen lieben Sohn geschenkt, und deshalb feiern wir Weihnachten.

Annette: Ja, und damit wir daran denken, bekommen wir etwas, weißt du, Vati, zur Erinnerung. Das haben wir bei der Sonntagschultante gelernt.

Vater: Wir können auch einmal ohne Geschenk daran denken, Annette, wir bekommen ja immerhin einen Weihnachtsbaum.

Annette: Ein Weihnachtsbaum ist sowieso immer da zu Weihnachten. Pass nur auf, wir werden schon alle was bekommen, glaubst du nicht? Ich glaub’s!

Autor: Dieses Gespräch verfolgte Vater und Mutter durch die nächsten Tage und Wochen. Sie wurden immer wieder daran erinnert. Annette unterhielt sich mit all ihren Bekannten darüber, und sie hatte viele Bekannte: den Milchmann, den Briefträger, die Verkäuferinnen im Lebensmittelgeschäft, ganz abgesehen von Fräulein Röder, der Sonntagschultante, die ihr in dieser Frage maßgebend war. Eines Tages erzählte sie ihrer Mutter:

Annette: Mutti, der Milchmann sagt, der liebe Gott, das wäre ein guter Mann, aber zu Weihnachten schenke er einem nichts. Das ist doch Unsinn.

Mutter: Wie kommt der Milchmann dazu, so etwas zu sagen?

Annette: Ich habe ihn gefragt, ob der liebe Gott wohl machen kann, dass wir alle etwas zu Weihnachten bekommen.

Mutter: Annette, das geht den Milchmann nichts an, ob und was wir zu Weihnachten bekommen. Erzähle das in Zukunft nicht bei den Leuten herum, hörst du?

Autor: Ein paar Tage später berichtete Annette:

Annette: Der Briefträger, Mutti, der weiß auch, der liebe Gott kann alles!

Mutter: Hast du etwa mit dem Briefträger darüber gesprochen, dass wir nur einen Weichnachtsbaum haben werden zu Weihnachten?

Annette: Nein, Mutti, ich habe ihn nur gefragt, ob er weiß, dass Gott alles machen kann.

Autor: In der Sonntagschule erklärte Fräulein Röder auf Annettes Frage, Gott könne gewiss alles machen, wir sollten nur beten, dann bringe Er alles zurecht.

Annette: Gut, dann werde ich beten!

Frl.Röder: Worum willst du beten?

Annette: Ich soll es niemandem sagen.

Autor: Fräulein Röder, die eine häusliche Sorge vermutete, gab dem Kind den Rat:

Frl.Röder: Gott kann alles zurechtbringen, Annette, ganz gleich, worum es sich handelt. Bete nur und vertraue.

Autor: Jubelnd kam das Kind mit dieser Botschaft nach Hause.

Annette: Man muss nur beten und vertrauen, dann kriegen wir alle etwas zu Weihnachten!

Mutter: Annette, wen hast du nun schon wieder gefragt?

Annette: Die Tante in der Sonntagschule, und die muss es ja wissen.

Mutter: Du hast ihr erzählt, wir hätten in diesem Jahr keine Weihnachtsgeschenke?

Autor: Fragte die Mutter bestürzt.

Annette: Nein, von Weihnachten habe ich kein Wörtchen gesagt.

Autor: Die Geschwister lachten über Annettes Beharrlichkeit, die Eltern aber empfanden sie als starke Belastung. Saßen sie abends allein beisammen, kamen sie immer wieder zu dem Ergebnis, Annettes Zuversicht würde enttäuscht werden.

Mutter: Könntest du nicht ein Schränkchen für die Kinder zimmern? Sie brauchen es so nötig. Karl und Rudi müssen unbedingt Schuhe haben, und ein bißchen Sperrholz für ein Puppenbettchen…

Vater: Nein, Mutter, du weißt, es wird mir schwer genug, die Zinsen für das vierte Quartal zusammenzubringen, dann kommen die Feiertage, an denen nichts verdient wird. Wir können nicht Annette etwas geben und die andern zusehen lassen.

Mutter: Aber in dem Kind wird innerlich etwas zerstört, wenn es Weihnachten enttäuscht wird.

Autor: Die Mutter wischte mit dem Handrücken über die Augen.

Vater: Wenn wir Weihnachten trotz allem froh und vergnügt beisammen sind, begreift das Kind vielleicht doch, wie wenig es auf Geschenke ankommt.

Mutter: Vergiss nicht, das Kind ist erst fünf Jahre alt.

Vater: Es steht geschrieben, Gott offenbart es den Unmündigen.

Autor: Der Vater, der so sprach, rang innerlich darum, Gott möge seinem kleinen Mädel den Glauben er-halten und die Zuversicht, die es so froh machte. Am Montagmorgen, der Vater war zur Arbeit, die Geschwister in die Schule gegangen, da zog die Mutter Annette das kurze, schäbige Mäntelchen an und machte sich auf den Weg zum Einkaufen. Sie gingen die lange Straße in die Stadt hinein. Annette wagte keine Frage, das kleine Herz war schwer und traurig, weil sie nicht mit der Mutter darüber sprechen konnte, wovon sie ganz erfüllt war. Der Weg war weit. Annette wusste, Mutter wollte in dem Laden einkaufen, wo alles billig war. In letzter Zeit ging sie immer dorthin. Sie kamen an die breite Straße, wo ein Laden am andern war. Wie schön alles im Spielzeugladen ausgestellt war! Annette sah die Mutter bittend an.

Annette: Darf ich dort gucken, solange du einkaufst?

Autor: Einen Augenblick zögerte die Mutter. Würden die Dinge im Schaufenster nicht erneut Wünsche wecken? Annettes Augen bettelten.

Mutter: Meinetwegen. Bleib aber am Schaufenster stehen, bis ich drüben aus dem Laden komme.

Autor: So stand das Kind und presste das Gesicht an die Fensterscheibe. Um diese Zeit war das Schaufenster noch nicht von Kindern belagert, und so konnte Annette alles in Ruhe betrachten, Puppen in rosa Kleidchen und in blauen und grünen, sitzend und liegend, mit Bubikopf und mit langen Zöpfen, die rechts und links über die Schultern hingen. Das Puppenhaus mit einer richtigen Treppe und einer Badestube, daneben eine Puppenschule und zwischen all den Herrlichkeiten eine Babypuppe – ein Traum von einer Babypuppe.

Mann: Suchst du dir etwas Schönes aus?

Autor: Annette sah zu dem Mann auf der hinter ihr ans Schaufenster getreten war. Es übermannte sie.

Annette: Dort, die Babypuppe -

Autor: Und dann fiel es ihr wieder ein, und sie sagte leise:

Annette: Aber wir bekommen nichts.

Mann: Wir? Wer ist das?

Annette: Vati, Mutti, Christel, Gretel, Karl und Rudi, Hella und ich.

Autor: Der Mann lachte auf.

Mann: Wie war das? Sag’s noch einmal!

Annette: VatiMuttiChristelGretelKarlundRudi,Hellaundich.

Mann: Hella und Rudi und wie sie alle heißen, sind das deine Geschwister?

Annette: Hmm.

Mann: Und wie heißt du?

Annette: Annette Jürgens.

Mann: Seid ihr nicht brav gewesen?

Annette: Doch – aber

Autor: Da fiel ihr ein, sie sollte ja niemandem etwas davon sagen.

Mann: Aber, Annette, was aber?

Autor: Das Kind warf mit einer herausfordernden Gebärde den Kopf zurück. Aus tiefstem Herzensgrund rief es aus:

Annette: Und ich glaube, wir kriegen doch etwas, weil der liebe Gott alles machen kann, was er will!

Mann: Da hast du recht, Kleine.

Autor: Der Mann nickte Annette zu und ging weiter. Gleich darauf war er zwischen den Leuten auf der Straße verschwunden. Annette hätte gern mit der Mutter über das Erlebnis am Schaufenster gesprochen, aber die Mutter war auf dem ganzen Weg so ernst und eilig, da wagte sie es nicht. Und dann war der Tag da. Nach dem Mittagessen durften die Kinder nicht mehr in die Wohnstube, sie sollten den Weihnachtsbaum nicht vorher sehen. Diesmal war er recht klein, der Vater schmückte ihn jedoch mit größter Liebe und Sorgfalt. Die Mutter gab sich Mühe, ruhig und heiter zu erscheinen. Die Kinder saßen in den Schlafkammern herum ohne Erwartung, ohne Freude. Sie sahen der Mutter an, es gab nichts als den Weihnachtsbaum. Nur Annette war fröhlich.

Annette: Ich freue mich! Ich freue mich!

Autor: Sang sie und ihre Augen strahlten.

(flüsternd zum Bruder)
Christel: Ich schenke ihr meine Puppe. Wenn sie nichts bekommt, fängt sie an zu heulen. Das halte ich nicht aus, dann heule ich mit.

Annette: Was flüstert ihr? Was habt ihr? Ach, wenn es doch schon dunkel wäre!

Autor: Sehr zeitig ging die Familie zur Weihnachtsfeier in die Kirche. Sie bekamen einen guten Platz. Annette schmiegte sich an die Mutter und zeigte auf die strahlenden Weihnachtsbäume.

Annette: Ist unser auch so schön?

Autor: Frau Jürgens konnte nicht sprechen. Heiß und hart saß es ihr in der Kehle. Die Kinder gaben sich redlich Mühe, mit der Gemeinde zu singen. Die sonst so hellen Stimmen klangen heute heiser und leise. Wie Groß und Klein nach Hause drängte nach dem Gottesdienst! Familie Jürgens hatte es nicht so eilig. Sie kamen früh genug an den leeren Tisch. Hier und da und dort sah man bereits die ersten Weihnachtsbäume hinter den Fenstern aufleuchten.

Vater: Wie gut ist es doch, wenn man ein Heim hat, ein Zuhause. Wir wollen von Herzen dankbar dafür sein.

Autor: Die Kinder wagten nicht, einander anzusehen. Annette aber fragte:

Annette: Vati, wir bescheren doch gleich, wenn wir nach Hause kommen?

Autor: Sie wirbelte davon, klinkte das Pfortchen auf und rief:

Annette: Kommt doch nur, schnell, ich halte es nicht mehr aus!

Mutter: Oh, das halte ich fast auch nicht mehr aus. Das Kind scheint wirklich zu glauben…  Bringt eure Mäntel nach oben. Ich zünde inzwischen die Kerzen an.

Autor: Langsam, mit schweren Schritten, gingen die Kinder hinauf. Als sie die Treppe wieder herunterkamen, stand die Tür zum Wohnzimmer weit offen. Das warme Licht der Kerzen fiel in breitem Streifen auf den Flur. Da geschah das Merkwürdige. Rudi erzählte später oft davon.

Rudi: Ich hörte, dass ein Auto vor der Tür hielt. Erst dachte ich mir nichts dabei, aber als die Wagentür knallte, kriegte ich so ein komisches Gefühl, musste schlucken und konnte keinen Schritt weitergehen.

Christel: Ja! (bestätigte Christel jedesmal)

Rudi: Mir wurden die Knie weich, weil ich Schritte auf dem Kies knirschen hörte – und dann schellte es schon.

Autor: Es schellte, noch während die Kinder auf der Treppe standen. Der Vater machte die Türe auf.

Mann: Bin ich hier recht bei Familie Jürgens?

Autor: Hinter einem großen Herrn erschien eine Frau. Beide waren angezogen wie alle Leute, da war kein Nikolausbart und kein Christkindsgewand. Aber beide hatten Pakete im Arm. Sie blieben in der Wohnzimmertür stehen und die junge Frau begann zu singen:

Lied: „Vom Himmel hoch, da komm ich her…“

Autor: Alle sangen mit, zaghaft erst, dann immer fröhlicher und als das Lied zu Ende war, sagte der Mann:

Mann: Packt aus, Kinder!

Autor: Und er holte nochmals Pakete aus dem Wagen vor der Tür. Papier häufte sich, Kartons wurden zur Seite geschoben. Annette hüpfte von einem Bein aufs andere, den Traum einer Babypuppe auf dem Arm, und jauchzte immerzu:

Annette: Ich hab’s gewusst! Ich hab’s gewusst! Er kann machen, was er will!

Autor: Endlich konnte der Vater den fremden Herrn fragen:

Vater: Von wem haben Sie unsere Adresse? Und woher haben Sie gewusst…?

Mann: Das ist nicht schwer, eine Adresse zu bekommen. Man sieht ein kleines Mädel am Schaufenster stehen, fragt wie es heißt, und in zwei Lagen kann man alles weitere erfahren. Unsere bürokratischen Meldeämter haben auch etwas Gutes.

Christel: Wie haben Sie das nur so fein abgepasst? Wir wollten gerade in die Stube gehen.

Mann: Auch das war nicht schwer. Wir sind mit euch in der Kirche gewesen und sind euch dann mit einem kleinen Abstand gefolgt. Als wir draußen sahen, die Kerzen sind angezündet, da wussten wir, jetzt ist es soweit.

Vater: Sie haben uns einfach überrumpelt.

Mann: Ich glaube, das war auch nötig. Wenn ich erst lange gefragt hätte, darf ich Ihre Kinder bescheren, Sie hätten wohl kaum Ja dazu gesagt. Ich habe nur eine Bitte. Machen Sie kein Gerede davon. Meine Frau und ich, wir bescheren an Weihnachten immer eine kinderreiche Familie. Wenn man selber keine Kinder hat… .

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Dez 05 2007

Sei gegrüßt du heilge Stunde

Geschrieben von Lazarus under Weihnachten

Sei gegrüßt du heilge Stunde, ein christliches Gedicht zum Thema Weihnachten.

Sei gegrüßt du heilge Stunde,
Die aufs neu uns heut erwacht.
Sei gegrüßt mit deiner Kunde,
Lichtverklärte heilge Nacht.

Golden schimmern deine Schleier,
Seit du einst vom Himmelszelt,
Mit der ersten Weihnachtsfeier,
Selig niedersankst zur Welt.

Seit der Weihnachtskunde,
Seit des ersten Weihnachtssang,
Aus der Engel heilgem Munde,
Jubelnd sich zum Himmel schwang.

Seit uns Gottes Sohn erschienen,
Als ein Kindlein arm und klein,
Um der Erde Schuld zu sühnen,
Um der Erde Heil zu sein.

Und das Kind, vor dem die Hirten
Knieend in des Weihnachtsschein.
Will aufs neue den Verirrten,
Friedefürst und Heiland sein.

Seinen Einzug will er halten,
Wo im brünstigen Gebet,
Still sich heut die Hände falten,
Und das Herze gläubig fleht.

O so komm mit deinem Frieden,
Hochgelobter Himmelsgast,
Mit dem Heil, das du beschieden,
Kehre ein und halte Rast.

Glocken tönen dir, und Lieder,
Und die Herzen harren Dein.
Sei gegrüßet, kehre wieder,
Mt des Weihnachtsglanz und -schein.

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